Dunkle Wolken bei Autozulieferern

Fr, 11.01.19 15:19 · Quelle: dpa-AFX

News drucken

Bild

Flaute in China

Augsburg/Lippstadt (dpa) - Der Einbruch auf dem chinesischen Automarkt bringt immer mehr Zulieferer in Bedrängnis. Nun zeigen sich die Probleme auch in den Bilanzen des Roboterbauers Kuka sowie beim Licht- und Elektronikspezialisten Hella.

Die von Chinesen mehrheitlich übernommenen Augsburger von Kuka leiteten wegen zahlreicher Probleme ein Sofortprogramm ein, dem auch Jobs zum Opfer fallen dürften.

Die Lippstädter von Hella stehen ungleich besser da, mussten aber im abgelaufenen Geschäftsquartal ebenfalls einen Dämpfer hinnehmen und werden etwas vorsichtiger bei den Aussichten.

Kuka kann seine vor wenigen Monaten erst zusammengestutzten Geschäftsziele für das abgelaufene Jahr nicht halten. Der Umsatz 2018 dürfte nun von zuletzt 3,5 Milliarden auf 3,2 Milliarden Euro zurückgehen, vom Umsatz bleiben nun voraussichtlich nur noch 3 Prozent als operativer Gewinn - bereinigt um bestimmte Faktoren.

Interimschef Peter Mohnen will mit Einsparungen gegensteuern, zu denen auch eine Reorganisation sowie ein Stellenabbau gehören. Das soll 300 Millionen Euro bis 2021 einbringen. Wie viele Arbeitsplätze betroffen sind, wollte der Manager am Freitag in einer Telefonkonferenz noch nicht preisgeben. Die Aktie brach zunächst um mehr als 10 Prozent ein, erholte sich aber später wieder und dämmte die Verluste auf gut 4 Prozent ein.

Mohnen machte «die verstärkt spürbare Abkühlung der Konjunktur in der Automobil- und Elektronikindustrie im vierten Quartal 2018» für die Misere verantwortlich, daneben belasteten ein schwacher chinesischer Automatisierungsmarkt und das Projektgeschäft. Mohnen hatte Anfang Dezember vorübergehend den Chefposten übernommen, nachdem der langjährige Vorstandsvorsitzende Till Reuter einige Wochen nach der ersten Gewinnwarnung gegangen war - knapp zwei Jahre nach der Übernahme durch den chinesischen Hausgerätehersteller Midea.

Der Hella-Konzern wird angesichts der Probleme in der Autoindustrie etwas vorsichtiger. Das schwache Marktumfeld in China und Europa sorgte im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal (Ende November) für einen Dämpfer beim Wachstum. Nun steckt das Unternehmen auch für das Gesamtjahr etwas zurück - bleibt aber grundsätzlich bei seiner Prognose. «Hinter uns liegt ein anspruchsvolles erstes Halbjahr, das durch weiter zunehmende Marktunsicherheiten und hohe Absatzschwankungen gekennzeichnet war», sagte Hella-Chef Rolf Breidenbach.

Im zweiten Quartal war der Umsatz im Vorjahresvergleich wegen verkaufter Geschäftsteile um 3 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro eingeknickt. Währungseffekte und Zu- wie Verkäufe ausgeklammert ergab sich ein Wachstum von 4,3 Prozent - deutlich schwächer als noch im ersten Quartal. Unter dem Strich verdiente Hella dank eines Unternehmensverkaufs aber mit 348 Millionen Euro dreimal soviel wie vor einem Jahr.

Der Pkw-Absatz in China - dem wichtigsten Automarkt der Welt - war unter anderem wegen den Zollstreitigkeiten zwischen der Washington und Peking im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit mindestens 20 Jahren eingebrochen.

Zahlreiche Zulieferer hatten ihre Geschäftsaussichten bereits zuvor zurechtstutzen müssen. In dieser Woche erst deutete auch der Lichtkonzern Osram schwache Zahlen an.

Sollten sich die Bedingungen in der Branche nicht noch verschlechtern, rechnet Hella nun im Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum aus eigener Kraft am unteren Ende der angepeilten Spanne von 5 bis 10 Prozent. Das um Sondereffekte und Zu- wie Verkäufe bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern dürfte nun in der unteren Hälfte der Bandbreite von 5 bis 10 Prozent zulegen.

News: Top News
Gestern, 22:49 Uhr Nike mit Milliardengewinn und kräftigem Umsatzplus
Gestern, 21:19 Uhr Levi's-Börsengang: Kultmarke kehrt an die Wall Street zurück
Gestern, 18:41 Uhr Konjunktursorgen drücken die Anlegerstimmung - Dax im Minus
Gestern, 17:49 Uhr Vier Standorte des Autozulieferers Schaeffler auf der Kippe
Gestern, 16:17 Uhr Banken-Aufsichtsräte tagen im Zeichen der Fusionsgespräche
Gestern, 16:03 Uhr Bund will weitere Hochgeschwindigkeitstrassen für Fernzüge
Gestern, 15:19 Uhr Ethiopian: Piloten wurden vor Crash für 737 Max geschult
Gestern, 14:53 Uhr Ford tauscht Europachef aus
Gestern, 14:38 Uhr EuGH stärkt Rolle von DRK und Co. bei Notfalltransporten
Gestern, 14:30 Uhr Autobauer einigen sich auf E-Mobilität-Strategie
Gestern, 14:16 Uhr Porsche streicht im Sommer die Nachtschicht in Leipzig
Gestern, 12:41 Uhr Getränkekonzern Berentzen setzt auf alkoholfreie Getränke
Gestern, 11:36 Uhr Erneut weniger Privatpleiten in Deutschland
Gestern, 10:34 Uhr Hersteller: E-Bike-Boom in Deutschland dauert an
Gestern, 05:19 Uhr Helaba bilanziert ein ordentliches Jahr 2018
Vorgestern, 21:36 Uhr EU-Kommission verhängt dritte Milliardenstrafe gegen Google
Vorgestern, 21:18 Uhr US-Notenbank signalisiert 2019 keine weiteren Zinserhöhungen
Vorgestern, 18:44 Uhr Post zieht hunderte Streetscooter vorläufig aus dem Verkehr
Vorgestern, 18:41 Uhr Dax durch Bayer-Kurssturz schwer belastet
Vorgestern, 18:07 Uhr Schlappe in Prozess: Wie gefährlich wird Monsanto für Bayer?
© 1997-2019 comdirect bank AG
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen
Implemented and powered by FactSet
Mit markierte Kurse werden in Realtime angezeigt. Mit markierte Kurse werden nur für Kunden in Realtime angezeigt.
Alle anderen Kursdaten der deutschen / internationalen Börsen sind 15 bzw. 20 Min. verzögert.