7 Vergleich Optionsschein-, Hebelzertifikate- und CFD-Handel

Vergleich Optionsschein-, Hebelzertifikate- und CFD-Handel

Optionsschein

Ein Optionsschein, auch Warrant genannt, ist ein derivatives Finanzinstrument, mit dem Anleger gehebelt von der Kursbewegung eines Basiswerts profitieren können. Ein Kaufoptionsschein (Call) verbrieft das Recht, einen Basiswert zu einem bestimmten Preis zu einer festgelegten Zeit beziehen zu können. Der Verkaufsoptionsschein (Put) verbrieft dagegen das Recht, den Basiswert zu einem bestimmten Preis zu einem festgelegten Zeitpunkt zu verkaufen.
 

Hebelzertifikate

Hebelzertifikate werden auch unter dem Begriff Knock-out-Produkte angeboten. Sie haben eine Knock-out-Grenze, bei der das Zertifikat wertlos wird. Es kann nur zu den Zeiten verfallen, in denen der zugrunde liegende Basiswert gehandelt wird. Wenn Sie auf steigende Kurse setzen, werden Hebelzertifikate als Bull-Zertifikate, Long-Zertifikate oder Wave Calls bezeichnet. Für Spekulationen auf fallende Kurse werden folgende Namen verwendet: Bear-Zertifikate, Short-Zertifikate und Wave Puts.
 

CFDs gehören genauso wie Optionsscheine Info und Hebelzertifikate Info zu den Hebelprodukten. Durch die Hebelwirkung können Sie mit einem geringen Kapitaleinsatz hohe Volumina handeln und so an steigenden und fallenden Kursen (Long und Short) partizipieren.

Die Preise von Hebelprodukten unterliegen natürlich in erster Linie dem Einfluss der Kursentwicklung des zugrunde liegenden Basiswerts. Bei der Preisbildung eines Optionsscheins spielen im Gegensatz zu einem CFD weitere Faktoren eine Rolle. Die wichtigsten davon sind die Restlaufzeit, der Basispreis und die Schwankungsintensität des Basiswerts (Volatilitätseinfluss). Hebelzertifikate zeichnen sich gegenüber Optionsscheinen dadurch aus, dass sie nahezu linear (unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses) an der Wertentwicklung des Basiswerts partizipieren, abgesehen vom geringen Einfluss der Volatilität, die bei Hebelzertifikaten mit in die Preisbildung einfließt. Der entscheidende Unterschied zwischen Hebelzertifikat und Optionsschein ist der, dass Hebelzertifikate in der Regel wertlos verfallen, sobald die Knock-out-Barriere vom Basiswert berührt oder durchbrochen wird.

Beim Handel mit CFDs wird die Position in der Regel erst geschlossen, wenn das auf Ihrem CFD-Konto verfügbare Kapital nicht mehr ausreicht, um die Margin-Verpflichtung zu erfüllen. Extreme Marktsituationen, beispielsweise über Nacht, können zu einem Totalverlust führen. Allerdings sind die Verluste auf das verfügbare Guthaben auf dem CFD-Konto begrenzt.

Vergleich CFDs mit anderen Hebelprodukten

Bei allen Hebelprodukten zahlen Sie im Prinzip den Spread, die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs, da Sie unmittelbar nach Öffnen einer Position (Kauf oder Verkauf) um den Spread im Minus sind. Beim Handel auf Index-CFDs beispielsweise am Kassamarkt fallen im Gegensatz zum Handel mit Optionsscheinen und Hebelzertifikaten keine Provisionen an. Von anderen Hebelprodukten unterscheiden sich CFDs durch eine Reihe von Merkmalen: transparentere Preisbildung, vergleichsweise günstiger Handel mit kleinen Stückzahlen und eine unbegrenzte Laufzeit (außer bei Futures-CFDs). Bei Overnight-Positionen und längerer Haltedauer fallen Ausgleichszahlungen für Zinsen an. Ein weiteres Merkmal von CFDs ist, dass es pro Basiswert nur einen CFD gibt. Ganz anders verhält es sich bei den anderen Hebelprodukten, bei denen Sie erst einmal durch Vergleich verschiedener Parameter das passende Anlageprodukt finden müssen.

Handel mit Hebelprodukten auf steigende Kurse

In den folgenden Abbildungen sehen Sie die Ertragsprofile für den Handel mit Optionsscheinen, Hebelzertifikaten und CFDs auf steigende Kurse. Interessant für den Käufer eines Call-Optionsscheins wird es erst, wenn der Kaufpreis (Optionsprämie) verdient wurde. Anders verhält es sich beim Handel mit CFDs und Hebelzertifikaten, bei denen Sie sofort von steigenden Kursen des Basiswerts profitieren können.

Call-Optionsschein Call-Optionsschein
CFD CFD_Graph
Hebelzertifikat Hebelzertifikat_Graph

Bei fallenden Kursen entspricht die Optionsprämie dem maximal möglichen Verlust. Der Verlust der Optionsprämie tritt zum Laufzeitende ein. Erreichen die Kurse des Basiswerts die Knock-out-Barriere eines Hebelzertifikats, verlieren Sie Ihren gesamten Einsatz. Eine weitere Partizipation an der Kursentwicklung ist ausgeschlossen, auch wenn die Kursentwicklung anschließend wieder in die von Ihnen erwartete Richtung läuft. Hebelzertifikate können nur zu den Zeiten verfallen, in denen der zugrunde liegende Basiswert gehandelt wird. Beim Handel mit Optionsscheinen besteht bis zum Laufzeitende die Möglichkeit (beim CFD-Handel ohne zeitliche Einschränkung), dass die Positionen in die Gewinnzone laufen.

Handel mit Hebelprodukten auf fallende Kurse

Das Beschriebene gilt analog für den Handel auf den DAX mit Put-Optionsscheinen, Hebelzertifikaten und CFDs auf fallende Kurse. Bei fallender Kursentwicklung verdienen Sie beim Handel mit Optionsscheinen erst Geld, nachdem die Optionsprämie erwirtschaftet wurde. Bei Hebelzertifikaten partizipieren Sie nahezu linear am Kurs des Basiswerts. Steigen die Kurse, besteht das Risiko, dass Ihr Hebelzertifikat ausgeknockt wird. Bei Optionsscheinen verlieren Sie im Höchstfall den Einsatz Ihrer Optionsprämie, wohingegen Sie beim Handel mit CFDs 1 : 1 an der Kursentwicklung partizipieren.

Hebelprodukte als Absicherungsinstrument

Hebelprodukte sind zur Absicherung von Depotwerten mit einem längerfristigen Anlagehorizont geeignet. Beim CFD-Handel fallen allerdings die täglichen Zinsausgleichszahlungen an. Daher eignet sich der Einsatz von CFDs lediglich zur Absicherung für eine kurze Haltedauer. Risiko- und Money-Management spielen beim CFD-Handel eine besonders große Rolle, weil Sie Ihr eingesetztes Kapital verlieren können. Weitere Informationen zur Risiko-Management finden Sie hier.

Risikohinweis

Ein CFD ist ein gehebeltes Produkt, das mit einem hohen Risiko für Ihr Kapital behaftet ist. Die Verluste sind auf das verfügbare Guthaben auf dem CFD-Konto begrenzt. Dieses Produkt eignet sich ausschließlich für spekulative, und erfahrene Anleger. Stellen Sie daher bitte sicher, dass Sie die damit verbundenen Risiken verstehen, und lassen Sie sich gegebenenfalls unabhängig beraten. Anlageerfolge in der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Sie sollten auch unsere Basis- und Risikoinformationen für den CFD-Handel lesen. Das gezeigte Material dient lediglich der allgemeinen Information und stellt keine Handlungs- bzw. Anlageempfehlung dar. Der Inhalt basiert auf Informationen, die der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich sind.