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Proteste in Italien unter hohen Sicherheitsvorkehrungen
So, 25.10.26 06:58· Quelle: dpa-AFX
MAILAND (dpa-AFX) - Nach Krawallen am vergangenen Wochenende ist die Polizei in Italien erneut mit einem Großaufgebot im Einsatz gewesen: In mehreren italienischen Städten demonstrierten Tausende Menschen. Bei einigen Protesten kam es zu vereinzelten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Die Proteste umfassten ein breites Spektrum an Themen, darunter hohe Lebenshaltungskosten, hohe Benzinpreise sowie Aufrüstung.
Proteste unter anderem in Mailand, Bologna, Turin und Rom
Im norditalienischen Mailand, in der es vergangenes Wochenende zu schweren Krawallen gekommen war, verliefen die Proteste bis zum Abend größtenteils friedlich, es gab aber auch mitunter erneut Spannungen. In der Innenstadt trafen Demonstranten auf Sicherheitskräfte: Die Polizei stoppte einen Demonstrationszug, dabei wurden Schlagstöcke eingesetzt. Aus Sorge vor Ausschreitungen waren viele Luxusgeschäfte verbarrikadiert.
In Bologna setzte die Polizei zwischenzeitlich Tränengas und Wasserwerfer ein, um einen Demonstrationszug daran zu hindern, den Bahnhof zu erreichen. In Turin drängten Sicherheitskräfte Demonstranten mit Schilden zurück. Auch in den Städten Neapel und Florenz versammelten sich Demonstranten.
In Rom zog eine überwiegend propalästinensische Demonstration durchs historische Zentrum, zwischenzeitlich drangen Teilnehmer ins Kolosseum ein. Am Rande der Proteste kam es auch in der italienischen Hauptstadt zu Spannungen. Rund um das Gebiet des Hauptbahnhofes Termini waren Hubschrauber der Sicherheitskräfte am Himmel zu sehen und zu hören.
Städte rüsteten sich massiv für neue Zusammenstöße
Am vergangenen Wochenende war es vor allem in Mailand nach zunächst friedlichen Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Auf dem Domplatz von Mailand und in dessen Umgebung schlugen meist schwarz gekleidete und vermummte junge Leute Schaufensterscheiben ein, plünderten Geschäfte und Supermärkte.
Um neue Ausschreitungen zu verhindern, gelten nun hohe Sicherheitsvorkehrungen: Nach Mailand wurden zusätzlich zu den dort bereits stationierten Polizisten 500 Elitesoldaten entsendet. Drohnen fliegen über das Zentrum zur Überwachung, Bahnhöfe werden kontrolliert, mobile Streifen eingesetzt, auch Online-Aktivitäten streng beobachtet, um mögliche neue Aufrufe zu Protesten und Krawallen frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden.
Innenminister warnt junge Demonstranten
Italiens Innenminister Matteo Piantedosi bedankte sich am Abend für den Einsatz der Sicherheitskräfte. Er betonte, insbesondere jungen Menschen müsse klar sein, dass die Demonstrationsfreiheit zwar ein verfassungsmäßig garantiertes Recht sei. Wer jedoch zu Gewalt greife und gegen Gesetze verstoße, müsse anschließend die Verantwortung dafür übernehmen./rme/DP/zb
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