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ROUNDUP/Abschied von Kohle und Co: Berlin hinterlegt Plan bei UN
Mi, 23.09.26 22:27· Quelle: dpa-AFX
BERLIN/NEW YORK (dpa-AFX) - Deutschland hat bei den Vereinten Nationen seinen Plan vorgelegt, wie bis 2045 der komplette Ausstieg aus Kohle, Öl und Erdgas gelingen soll. "Die Abkehr von fossilen Energien verbindet Unabhängigkeit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz miteinander", erklärte Umweltminister Carsten Schneider (SPD) in New York. "Unser Fahrplan soll international ein Zeichen setzen. Ich bin sicher, dass viele weitere Länder folgen werden."
2024 stellten fossile Brennstoffe noch 65 Prozent des deutschen Energieverbrauchs, wie Schneider mitteilte. 98 Prozent des Mineralöls und 95 Prozent des Erdgases seien importiert worden. Die Gesamtkosten hätten damals schon 76 Milliarden Euro betragen und seien seither wegen der Iran-Krise massiv gestiegen.
Umstieg läuft schon
Schneiders Sicht: "Wenn die Lage an der Straße von Hormus darüber entscheidet, ob Menschen sich den täglichen Weg zur Arbeit noch leisten können, ist das kein guter Zustand. Wir müssen die Abhängigkeit von fossilen Energien überwinden und wir können sie überwinden."
Am Rande der UN-Vollversammlung in New York sagte Schneider vor Journalisten: "Jeder von uns merkt, wenn er Benzin oder Diesel tanken geht, wie sehr sich die Weltlage auf den Geldbeutel niederschlägt." Dies bedrohe die finanzielle Sicherheit vieler Menschen sowie viele Unternehmen und sei wachstumshemmend.
Den Umstieg und den Zeitplan bis 2045 hält er für machbar. Der Anteil erneuerbarer Energien steige in Deutschland rasant, der Hochlauf der Elektromobilität nehme Fahrt auf, und 2025 seien erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft worden, meinte der Umweltminister. Die sogenannte Roadmap hatte am Mittwoch auch das Bundeskabinett beraten.
Lob von Umweltverbänden
Schon bei der Klimakonferenz 2023 in Dubai hatte die Weltgemeinschaft eine schrittweise Abkehr von Öl, Kohle und Gas beschlossen - wann und wie dies geschehen soll, wurde aber nicht näher präzisiert, auch nicht beim jüngsten Gipfel in Brasilien. Im April berieten 57 Staaten einschließlich Deutschland auf einer eigenen Konferenz, wie der Ausstieg konkret gelingen kann.
Die Umweltorganisationen BUND, Germanwatch und Greenpeace begrüßten den Ausstiegsfahrplan der Bundesregierung. "Deutschland zeigt mit dieser Ankündigung ein Lebenszeichen in der internationalen Klimapolitik", lobte Greenpeace-Energieexpertin Mira Jäger. Sie beklagte allerdings, dass "die Bundesregierung gleichzeitig die Ölbranche subventioniert, die Wärmewende ausbremst und den Ausbau der Erneuerbaren verlangsamt"./vsr/DP/nas
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