|
DAX
|
MDAX
|
TecDAX
|
NASDAQ 1..
|
DOW JONE..
|
S&P500 I..
|
L&S BREN..
|
Gold
|
EUR/USD
|
Bitcoin ..
|
Siemens Energy: Endlich ist auch das Windgeschäft profitabel
Mi, 05.08.26 09:52· Quelle: dpa-AFX
Energietechnik
München (dpa) - Bei Siemens Energy sprudeln die Gewinne. Im dritten Geschäftsquartal von April bis Juni verdiente der Energietechnikkonzern nach Steuern 1,2 Milliarden Euro, wie er mitteilt. Das sind rund 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dazu trägt - neben der hohen Nachfrage nach Strom unter anderem durch Rechenzentren - auch bei, dass das scheinbar ewige Sorgenkind endlich aus den roten Zahlen ist.
Jahrelang hatte die Windkrafttochter Siemens Gamesa den ganzen Konzern in die Verlustzone gezogen. Immer wieder sorgte sie für Gewinnwarnungen und zehrte die Erträge der anderen Sparten ganz oder zuletzt noch teilweise auf. Jetzt trägt sie zum ersten Mal seit 2022 wieder positiv zum Ergebnis bei. In Zahlen: Statt eines operativen Verlusts von 425 Millionen vor einem Jahr stehen in der Sparte nun 56 Millionen Plus zu Buche.
Rekorde bei Auftragseingang, Umsatz und Profitabilität
«Wir haben Rekordwerte bei Auftragseingang, Umsatzerlösen und Profitabilität erzielt und verbesserten zugleich unsere Effizienz», sagt Siemens-Energy-Chef Christian Bruch. «Dass unser Windgeschäft erstmals seit 2022 in einem Quartal wieder profitabel ist, ist eine fantastische Leistung des Teams.» Allerdings sagt er auch: «Da ist noch viel harte Arbeit vor uns.»
Auch wenn Gamesa eine besonders starke Verbesserung hinlegte, die Gewinne stammen vor allem aus anderen Bereichen. Das Geschäft mit Gasturbinen und deren Wartung sowie die Netztechnik verbesserten ihre Ergebnisse jeweils um rund 60 Prozent auf 645 Millionen beziehungsweise 718 Millionen Euro. Transformation of Industry steuerte 218 Millionen bei - rund 39 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die hohe Nachfrage sorgte auch für Rekorde beim Quartalsumsatz, der um rund 18 Prozent auf 11 Milliarden Euro kletterte und beim Auftragseingang, der um rund 8 Prozent auf 18 Milliarden zulegte. Insbesondere aus den USA gab es viele Aufträge.
Auf Kurs zum Jahresziel
Nach drei Quartalen hat Siemens Energy damit bereits 2,8 Milliarden an Gewinn eingefahren und ist auf Kurs für sein Jahresziel von rund 4 Milliarden Euro.
Ein Punkt dürfte dem Team um Bruch allerdings Sorgen bereiten: Die Auftragseingänge bei Gamesa sind regelrecht eingebrochen. Im dritten Quartal waren es 1,05 Milliarden - nach 4,89 vor einem Jahr. Das liegt laut Energy zwar an einem Großauftrag im Vergleichsquartal, doch das Volumen der neuen Aufträge ist sehr viel kleiner als der abgearbeitete Umsatz von 2,7 Milliarden. Und das gilt nicht nur für das dritte Quartal, sondern auch für das laufende Geschäftsjahr.
Insbesondere im Offshorebereich - also bei Windkraft auf dem Meer - schaue man sehr genau auf den Auftragseingang, sagt Bruch. Hier kämen bereits geplante Projekte ins Rutschen, weil sie sich für die Betreiber nicht rechneten. «Da muss dringend Schwung reinkommen», fordert er. Im Onshorebereich - Windkraft an Land - macht sich laut Bruch zudem noch immer der zwischenzeitliche Stopp nach den Qualitätsproblemen mit Turbinen bemerkbar. Da sei man in einem langsamen Hochlaufen.
Wenn die Entwicklung so weitergehe, werde man irgendwann ein Problem in der Auslastung sehen, sagt Bruch. Schnell wird das aber nicht passieren: Der Bestand liegt im Windkraftbereich noch immer bei 31 Milliarden Euro - also einem Mehrfachen des Jahresumsatzes.
Überlegungen zu Transformation of Industry
Bruch äußerte sich zudem zu den schon seit einiger Zeit laufenden Spekulationen, dass der kleinste Geschäftsbereich Transformation of Industry (TI) abgespalten werden könnte. Man schaue ständig, wie man das Portfolio optimal entwickle, Entscheidungen oder einen Zeitplan für Entscheidungen gebe es aber nicht, betont er.
Grundsätzlich sei man mit zwei unterschiedlichen Segmenten unterwegs - während der Rest von Siemens Energy sich an Stromunternehmen richte, sei bei TI die Industrie die Zielgruppe. Am Ende gehe es darum, ein erfolgreiches Geschäft erfolgreich zu halten.
Und dann zieht Bruch seinen ganzen Konzern als Positivbeispiel für eine Abspaltung heran. Sechs Jahre ist dessen Abspaltung von Siemens inzwischen her und Bruch betont: Wenn Energy im Siemens-Konzern geblieben wäre, wäre das Unternehmen «heute nicht da, wo wir sind».
Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.