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Handwerkspräsident: Kommission zur Entlastung von Betrieben
Di, 21.07.26 04:30· Quelle: dpa-AFX
Handwerk fordert Entlastung
Berlin (dpa) - Handwerkspräsident Jörg Dittrich spricht sich für die Einsetzung einer Kommission aus, um Beschäftigte und Betriebe bei den Sozialabgaben zu entlasten. Dittrich sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Ich rede nicht nur von einer Einkommensteuerreform, die wir auch brauchen. Sondern es muss explizit um das Thema gehen, wie die viel zu hohen Lohnzusatzkosten wieder verringert werden.»
Zur Reform der Rente habe eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission insgesamt ausgewogene Vorschläge erarbeitet, die dann dem Grunde nach breite Zustimmung gefunden habe. «Meine Erwartung ist: Wenn dies das Instrument der Koalition ist, dann sollte sie jetzt eine Kommission einsetzen, die die finanzielle Entlastung der Betriebe und Beschäftigten in den Blick nimmt», sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH).
«Lohnzusatzkosten reduzieren»
Die Bundesregierung hatte ein Sparpaket beschlossen, um einen Anstieg der Gesundheitsausgaben zu verhindern. Die gesetzlichen Krankenkassen sehen eine Stabilisierung erreicht, aber keinen Spielraum für Abschwächungen.
Dittrich sagte, die Lohnzusatzkosten müssten reduziert werden. «Wir brauchen mehr Leistungsgerechtigkeit. Reine Umverteilung macht uns nicht wettbewerbsfähiger. Wenn Menschen über weniger Geld verfügen, mindert das den Konsum. Bei geringeren Lohnzusatzkosten hätten hingegen Betriebe und Beschäftigte mehr Mittel zur Verfügung. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit stärken sowie den Export und zugleich den Binnenmarkt stützen.»
Die Bundesregierung sage, dass ihr das Geld fehle, um solche Entlastungen zu finanzieren. «Wir können gern hinnehmen, dass Deutschland auch bei der nächsten WM das Sechzehntelfinale wieder verliert. Aber wenn wir gewinnen wollen, müssen wir unsere Spielweise ändern.»
Reformen kommen nicht an
Die wirtschaftliche Lage im Handwerk sei schlechter geworden, das zeigten alle aktuellen Daten, sagte der Handwerkspräsident. «Die Reformbemühungen der Regierungskoalition sind ausdrücklich zu würdigen. Das Problem ist, dass davon bislang in den Betrieben noch nichts ankommt, weder bei den wirtschaftlichen Kennzahlen noch in der Stimmung. Wir bekommen im ZDH viele besorgte, teils auch empörte und verbitterte Nachrichten, wie wir denn dazu kommen, den Reformprozess positiv zu begleiten, wo doch die Wirtschaftsdaten immer schlechter werden und sich das auch in den Auftragsbüchern widerspiegelt.»
Nach den Worten Dittrichs steigen die Insolvenzzahlen. «Auch wenn wir im Handwerk noch keine Insolvenzwelle sehen, läuft die Entwicklung in die falsche Richtung. Die Umsatzentwicklung im Gesamthandwerk ist seit Jahresbeginn preisbereinigt negativ. Einzelne Bereiche wie der Hochbau stehen massiv unter Druck und sind deutlich im Minus.» Weitere ambitionierte Reformen seien unausweichlich.
«Im Handwerk haben wir 2025 gegenüber dem Vorjahr 73.000 Arbeitsplätze weniger», sagte der ZDH-Präsident. «Das liegt natürlich auch am demografischen Wandel. Aber wenn die Wirtschaft rund laufen würde, hätten Meisterinnen und Meister Wege und Möglichkeiten gegenzusteuern, etwa durch die Übernahme von Beschäftigten aus anderen Branchen, die sich wandeln.»
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