|
DAX
|
MDAX
|
TecDAX
|
NASDAQ 1..
|
DOW JONE..
|
S&P500 I..
|
L&S BREN..
|
Gold
|
EUR/USD
|
Bitcoin ..
|
'Brauche dringend zwei Ventilatoren' - Kühlung ist Trumpf
Sa, 27.06.26 10:20· Quelle: dpa-AFX
BERLIN/MAINZ/SAARBRÜCKEN (dpa-AFX) - Die Hitzewelle hat auf dem Online-Marktplatz Kleinanzeigen für deutlich mehr Angebote von und eine stark gestiegene Nachfrage nach Ventilatoren und Klimaanlagen gesorgt. Das geht aus einer Auswertung des Unternehmens auf dpa-Anfrage hervor. Im Einzelhandel sind kühlende Geräte mancherorts gar nicht mehr zu haben.
Einträge bei dem Online-Marktplatz machen deutlich, wie verzweifelt offenbar einige Menschen sind: "Ich brauche dringend zwei Ventilatoren", schreibt ein Elternteil in einem Gesuch für einen Ventilator auf Kleinanzeigen - mit dem Zusatz, dass sie überall ausverkauft seien. Das Gerät soll die Kinder von der Hitze entlasten.
Angebot und Nachfrage boomen
Im Zeitraum vom 17. bis 24. Juni wurden deutschlandweit rund 14.500 neue Anzeigen für Klimaanlagen auf Kleinanzeigen eingestellt. In der Vergleichswoche vom 9. bis 16. Juni waren es rund 4.400. Das entspricht einem Anstieg um rund 230 Prozent. Auch bei Ventilatoren nahm das Angebot deutlich zu. Die Zahl der neu eingestellten Anzeigen stieg von rund 4.600 auf knapp 11.800 und damit um etwa 156 Prozent.
Die Nachfrage zog noch stärker an: Suchanfragen nach Klimaanlagen stiegen von rund 118.000 in der Vergleichswoche auf knapp 2,47 Millionen während der Hitzewoche. Bei Ventilatoren legten die Suchanfragen von gut 71.000 auf rund 1,22 Millionen in den vergangenen Tagen zu.
Angebot in Rheinland-Pfalz vervielfachte sich
In Rheinland-Pfalz, wo erst kürzlich der Rekord für die wärmste Nacht in Deutschland eingestellt wurde, vervielfachte sich das Angebot an Klimaanlagen. Die Zahl der neu eingestellten Anzeigen stieg von 245 auf 914. Bei Ventilatoren erhöhte sich die Zahl von 215 auf 606 Anzeigen. Der Medianpreis für Klimaanlagen blieb bei 199 Euro stabil, während er bei Ventilatoren von 20 auf 30 Euro stieg.
Kleinanzeigen verwendet den Medianpreis - also den mittleren Preis - statt eines Durchschnittswerts, da einzelne ungewöhnlich hohe Angebotspreise die Aussagekraft von Durchschnittswerten verzerren können.
Auch im Einzelhandel ist der Wettereinfluss spürbar: Der Elektromarkt "electroplus küchenplus Dick" mit Filialen in Bad Kreuznach, Ingelheim und Zweibrücken etwa vermerkt seit Beginn der aktuellen Hitzewelle eine "extreme Nachfrage" bei Ventilatoren und Klimageräten. "Es ist alles ausverkauft", hieß es auf Nachfrage bei der Zentrale in Bad Kreuznach. Nachlieferungen erwarte man erst in drei bis vier Wochen. Die gestiegene Nachfrage sei nicht vergleichbar mit vergangenen Jahren, sie sei "100 Prozent mehr."
"In Sachen Hitze so richtig verloren"
Die Dringlichkeit für Abkühlung wird in vielen Gesuchen auf Kleinanzeigen deutlich. So heißt es in einer Suchanzeige nach einem Ventilator zum Verschenken: "Wir und unsere Tiere leiden und quälen uns vor uns her. Sobald wir hier die Fenster zu lassen, haben wir in Sachen Hitze so richtig verloren!" Auch eine Leihgabe würde der Suchenden helfen.
Andere suchten Ventilatoren auch für alte Menschen im Seniorenheim - "wenn möglich als Spende". Das wünscht sich auch eine Person, deren Gehalt erst am letzten Tag des Monats kommt und ihre Kinder die Hitze bis dahin noch aushalten müssten.
Auch im Saarland zeigte sich ein ähnlicher Trend. Dort wurden während der Hitzeperiode 246 Klimaanlagen angeboten, nach 67 in der Vorwoche. Bei Ventilatoren stieg die Zahl der Anzeigen von 39 auf 160. Der Medianpreis für Klimaanlagen erhöhte sich von 180 auf 200 Euro, bei Ventilatoren von 21 auf 40 Euro. Deutschlandweit sank der Medianpreis für Klimaanlagen von 195 auf 180 Euro. Bei Ventilatoren stieg er von 25 auf 30 Euro.
Nach Angaben von Kleinanzeigen nutzten viele Menschen die hohen Temperaturen, um nicht mehr benötigte Ventilatoren und Klimaanlagen weiterzugeben. Wetterlagen hätten regelmäßig einen spürbaren Einfluss auf das Such- und Nutzungsverhalten der Nutzerinnen und Nutzer./agy/DP/zb
Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.