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ROUNDUP 2: Erneut Tote nach israelischem Angriff im Libanon
Di, 09.06.26 18:28· Quelle: dpa-AFX
(Aktualisierung: Details im 3. Absatz.)
BEIRUT (dpa-AFX) - Ungeachtet einer Waffenruhe-Vereinbarung greift das israelische Militär weiter im Südlibanon an. Bei einem Angriff am Stadtrand der Küstenstadt Tyrus wurden nach vorläufigen Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens acht Menschen getötet und 32 weitere Personen verletzt. Aus Kreisen des libanesischen Zivilschutzes hieß es zuvor, es seien neun Menschen getötet worden.
Kurz nach dem Angriff erteilte die israelische Armee einen Fluchtaufruf für die gesamte Stadt. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, rund um die Stadt käme es zu israelischem Beschuss. Das israelische Militär äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.
Familien errichten Zelte am Strand
Viele Anwohner von Tyrus ergriffen die Flucht. Anwohnerin Rula Sultani sagte, sie und ihre Familie wollten nicht in zu Notunterkünften umfunktionierten Schulen übernachten, "also haben wir uns für den Strand entschieden". Familien mit Gepäck, Decken und Plastikstühlen strömten an den Strand, einige bauten Zelte auf. Andere fuhren in voll beladenen Autos aus der Stadt, wie Augenzeugen berichteten. Auf den Straßen bildete sich Stau.
Das israelische Militär rief ausdrücklich auch die Bewohner und Verbliebenen in den christlichen Teilen der Stadt zur Flucht auf. Viele Menschen hatten dort in den vergangenen Tagen Zuflucht gesucht, nachdem die restlichen Teile der Stadt bereits immer wieder unter Beschuss standen. Christen im Libanon stehen der Hisbollah zum Teil ablehnend gegenüber. Das israelische Militär wirft der Hisbollah vor, sich in den Vierteln vor Angriffen zu verstecken.
Ende der gegenseitigen Angriffe nicht in Sicht
Israel und der Libanon hatten sich vergangene Woche auf einen neuen Plan zur Umsetzung einer bisher unwirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Vereinbarung sieht das Einstellen der gegenseitigen Angriffe vor, den Rückzug der Hisbollah bis hinter den Litani-Fluss, also etwa 30 Kilometer hinter die israelische Grenze, und eine Entwaffnung der Hisbollah vor. Ein Ende der Angriffe scheint nicht in Sicht.
Die vom Iran unterstützte Organisation hat den Bedingungen nicht zugestimmt. Auch Israel will den Beschuss gegen die Schiitenmiliz im Südlibanon nach eigenen Angaben fortsetzen. Es wertet allein die Präsenz von Hisbollah-Kämpfern im Gebiet südlich des Litani-Flusses als De-facto-Verstoß gegen die Waffenruhe. Das israelische Militär ist weiterhin mit Truppen im Libanon präsent und rückte zuletzt auch immer weiter vor./arj/DP/men
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