Festgeldanlage

Festgeldanlage in Zeiten niedriger Zinsen:
Was Sie jetzt wissen sollten

Festgeld nimmt bei vielen Menschen in der Vermögensbildung eine wichtige Rolle ein. Lange Zeit rieten Anlageberater dazu, einen Teil des Ersparten auf einem Festgeldkonto zu deponieren. Eine Festgeldanlage galt sogar als sinnvoller Baustein für die Altersvorsorge.

Diese Situation hat sich allerdings grundlegend gewandelt: Die Zeiten, als sich Anleger auf eine Willkommensprämie bei der Eröffnung eines neuen Kontos freuen konnten, sind vorbei. Durch den dramatischen Einbruch der Zinsen hat Festgeld einen beträchtlichen Teil seines Reizes verloren. Welche Folgen hat das für Sie als Anleger?


Berechenbar, sicher und bequem: Was für Festgeldanlagen spricht

Bei einer Festgeldanlage deponieren Sie Barvermögen für einen vorher festgelegten Zeitraum auf einem speziellen Konto. Deshalb spricht man auch von „Termingeld“. Im Gegenzug garantiert Ihnen die Bank für die Laufzeit des Termingeldes einen festen Zinssatz, dessen Ertrag Ihnen zum Ende des Anlagezeitraumes gutgeschrieben wird. Das hat eigentlich viele Vorteile:

  • Festgeld ist berechenbar: Sie können genau kalkulieren, wie lange Sie auf Ihr Geld verzichten müssen. Durch den Festzins wissen Sie genau, wie hoch die Rendite am Ende der Laufzeit ausfällt. Die Kontoführung ist bei comdirect kostenlos.
  • Festgeld ist sicher: Legen Sie Ihr Geld bei einer Bank in Deutschland oder der EU an, fällt es unter die Einlagensicherung. Sollte die kontoführende Bank in Konkurs gehen, ist Ihr Vermögen jedenfalls durch einen Bankenfonds in einer Höhe bis zu 100.000 Euro vor Verlust geschützt.
  • Festgeld ist bequem: Das Festgeldkonto lässt sich mühelos online einrichten. Die von Ihnen gewählte Laufzeit zwischen einem und drei Monaten wird auf Wunsch immer wieder automatisch verlängert. Zinsen werden automatisch gutgeschrieben.
  • Festgeld eignet sich auch für den kleinen Geldbeutel: Bei comdirect beträgt die Mindesteinlage für Ihr Festgeldkonto lediglich 500 Euro

Festgeld, Tagesgeld und Sparbrief im Vergleich

Festgeld wurde lange Zeit besonders für kurz- bis mittelfristige Geldanlagen empfohlen. Legen Sie ein Barvermögen als Festgeld an, müssen Sie jedoch berücksichtigen, dass Sie während des Anlagezeitraumes nicht über Ihr Geld verfügen können.

comdirect Festgeldanlage im Vergleich

Der Sparbrief funktioniert ähnlich wie die Festgeldanlage: Auch hier legen Sie einen Geldbetrag ab einer Mindesteinlage zu einem festen Zinssatz für eine bestimmte Zeit fest an. Allerdings haben Sparbriefe in der Regel eine längere Laufzeit und sind damit weniger flexibel als Festgeldkonten.

Ein Tagesgeldkonto ist genau wie das Festgeldkonto ein reines Zinskonto. Anders als beim Festgeld haben Sie beim Tagesgeld jedoch jederzeit Zugriff auf Ihr Kapital. Dafür müssen Sie jedoch einen noch geringeren Zinssatz in Kauf nehmen. Tagesgeld und Sparbrief fallen ebenfalls unter die Einlagensicherung.


Schlechte Zinsen: Rechnet sich die Festgeldanlage noch?

Festgeld kann für Sparer ein sehr interessantes Anlageprodukt sein, solange zwei Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Sicherheit: Da Sie keinen Zugriff auf Ihr Vermögen haben, muss das Termingeld innerhalb des Anlagezeitraumes gegen eine mögliche Insolvenz des Kreditinstitutes abgesichert sein.
  • Attraktive Zinsen: Das von Ihnen angelegte Geld erwirtschaftet den Gewinn ausschließlich über die Festgeldzinsen. Bei einem langen Anlagezeitraum profitieren Sie als Anleger zusätzlich vom Zinseszinseffekt, der den Ertrag wachsen lässt.

Wie verhält es sich derzeit mit diesen Voraussetzungen? Liegt das Geld bei einer deutschen Bank wie comdirect, sind Ihre Spareinlagen insbesondere durch die nationale Einlagensicherung geschützt. Anders verhält es sich jedoch mit der Rendite: Da deutsche Banken seit einigen Jahren keine hohen Zinsen auf Festgelder zahlen können, wirft Ihr Geldvermögen bei einer Festgeldanlage fast keine Zinserträge ab und kann dementsprechend kaum vom Zinseszinseffekt profitieren.

Weitere Informationen zum Festgeldkonto finden Sie hier.

Warum der Festgeldzins so niedrig ist

Die Höhe der Zinsen, die Banken ihren Kunden anbieten können, ist an den Geldmarkt gekoppelt. Dieser Geldmarkt wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt über den Leitzins reguliert. Mit dem Leitzins legt die EZB fest, zu welchen Bedingungen sich Banken über den Geldmarkt bei den Noten- und Zentralbanken Geld leihen können.

Hauptrefinanzierungssatz der EZB seit 10. März 2016 (vereinfachte Darstellung). Hauptrefinanzierungssatz der EZB seit 10. März 2016 (vereinfachte Darstellung).

Der Niedergang des Leitzinses setzte unmittelbar nach der Finanzkrise im Jahr 2008 an: Die EZB senkte damals die Zinsen für die Eurozone von 4 % innerhalb kurzer Zeit auf 1 % ab. In den folgenden Jahren wurde dieser Kurs intensiviert, um die Vergabe von Krediten attraktiver zu machen und die Wirtschaft zu stärken: Seit März 2016 steht der Leitzins im Euroraum bei 0 %.

Was bedeutet das für Sie als Anleger? Da der Festgeldzins von dieser Entwicklung abhängig ist, müssen Sie bei Anlagen in Festgeld oder auch Tagesgeld auf absehbare Zeit sehr niedrige Zinsen einkalkulieren. Für größere Barvermögen sind bei einigen Banken sogar schon negative Zinsen im Gespräch.

Inflation vernichtet Kaufkraft von Festgeldanlagen

Die Nullzinspolitik hat enorme Auswirkungen für Sparer, die ihr Vermögen in Festgeld anlegen. Denn wenn Sie in diesen Zeiten Barvermögen zu den marktüblichen Zinsen auf einem Konto liegen haben, gehen Sie damit ein finanzielles Risiko ein: Ihr Erspartes verliert durch die Inflation faktisch an Wert.

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Wenn das Geld an Wert verliert, sind Anleger mit Sachwerten potenziell am besten bedient. Wohin mit dem Geld?

Geld anlegen

Mit der Inflationsrate wird die durchschnittliche Teuerung von Waren und Dienstleistungen in Deutschland gemessen. Nach Schätzung der EZB wird die Teuerungsrate im Jahr 2016 im Jahresdurchschnitt bei 0,2 % liegen und im Jahr 2017 auf 1,2 % nach oben schnellen. Die Dramatik hinter diesen Zahlen wird erst dann so richtig deutlich, wenn Sie sie anhand eines konkreten Beispiels betrachten.

Diese Tabelle zeigt Ihnen, wie sich die Inflation im Laufe der Jahre auf eine Anlagesumme von 10.000 Euro ohne Verzinsung auswirken kann. Schon bei 1 % Teuerung verlieren Sie in fünf Jahren fast 500 Euro an Kaufkraft. Bei 3 % Inflation hat sich der reale Wert Ihres Vermögens nach 20 Jahren nahezu halbiert.

Inflationsrate 1 % 2 % 3 %
5 Jahre 9.514,66 Euro 9.057,31 Euro 8.626,09 Euro
10 Jahre 9.052,87 Euro 8.203,48 Euro 7.440,94 Euro
20 Jahre 8.195,44 Euro 6.729,71 Euro 5.536,76 Euro

Diesen Verlust an Kaufkraft können Sie derzeit mit einer Festgeldanlage nicht auffangen, dafür ist sie viel zu niedrig verzinst. Sie laufen Gefahr, dass Ihr Vermögen mit der Zeit von der Inflation abtragen wird.


In der Zinsfalle: Wie Sie das Festgeldrisiko umgehen

Die niedrigen Zinsen haben zwei negative Auswirkungen. Zum einen kann sich der Zinseszinseffekt über die Anlagedauer nicht entfalten. Zum anderen verringert die Inflation die Kaufkraft des angelegten Barvermögens. Beides zusammen verwandelt Festgeld von einer sicheren in eine problematische Anlageoption. Viele Sparer blenden diese Aspekte aus, wenn sie nach einer passenden Anlage für ihr Geld suchen.

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Dabei ist es gar nicht so schwer, eine geeignete Geldanlage zu finden, die sich gut entwickeln kann. Setzen Sie anstatt auf Zinsgewinne auf Dividenden und die Chance auf Kurssteigerungen. Auf diese Renditen haben Sie eine Chance, wenn Sie Ihr Geld in Wertpapiere wie Aktien oder Fonds anlegen.

Denken Sie daran: Die niedrigen Zinsen, die sich durch die Leitzinssenkung beim Festgeld niedergeschlagen haben, sind nur die eine Seite der Medaille. Ihr steht auf der anderen Seite eine prosperierende Wirtschaft gegenüber, die seit Jahren gute Gewinne macht und – über lange Zeiträume gesehen – bei vielen Unternehmen zu immer weiter steigenden Aktienkursen geführt hat. So lag die jährliche Durchschnittsrendite der 30 größten börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland, die im Deutschen Aktienindex (DAX) zusammengefasst sind, zwischen den Jahren 2005 und 2015 im Mittel bei 7,1 %. [Quelle: Deutsches Aktieninstitut] Mit der Anlage in Wertpapiere haben Sie die Chance, an dieser Entwicklung teilzuhaben.

Die Geldanlage in Wertpapiere hat einige Vorteile. Wertpapiere sind:

  • Renditestark: Mit Wertpapieren haben Sie die Chance, langfristig Gewinne zu realisieren. Die besseren Renditechancen von Wertpapieranlagen gehen mit dem Risiko von Wertschwankungen einher, die zu Verlusten führen können.
  • Flexibel: Es gibt keine Laufzeiten, im Fall der Fälle lassen sich Aktien und Fonds zu jedem Zeitpunkt verkaufen
  • Für jeden Geldbeutel erschwinglich: Sie können schon mit kleinen Anlagesummen in die Vermögensbildung einsteigen.

Mit der Anlage in Wertpapiere wird Ihr Vermögen von der Entwicklung der Festgeldzinsen unabhängig. Es gibt Wertpapiere, die auch für sicherheitsorientiertere Anleger geeignet sein können.

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Unabhängig von Festgeld Zinsen: Vermögensbildung mit Fonds und Aktien

Bei Wertpapieren wie Fonds und Aktien steht Ihre Rendite auf zwei Säulen:

  • Dividenden und Ausschüttungen: Für viele Wertpapiere wird einmal im Jahr an alle Anteilseigner ein Teil der erwirtschafteten Erträge ausgeschüttet. Investieren Anleger diese Prämie direkt wieder in neue Anteile, haben sie die Chance, über die Jahre hinweg einen Zugewinn zu erzielen, der mit dem Zinseszinseffekt verglichen werden kann. Die Zahlung von Dividenden und Ausschüttungen kann jedoch nicht garantiert werden.
  • Kurssteigerungen: Wertpapiere werden an Börsen gehandelt und unterliegen dem Wechselspiel von Angebot und Nachfrage. Mit dem Kauf von Fonds und Aktien haben Anleger die Möglichkeit, von diesem Marktgeschehen durch Kurssteigerungen zu profitieren. Die Wertsteigerung von Wertpapieren unterliegt dabei einem Kursrisiko, es können auch gleichermaßen Verluste anfallen.

Fonds – für Einsteiger geeignet

Bei einem Fonds werden mehrere Wertpapiere in einem Topf, dem Fonds, gebündelt. Dabei kann es sich zum Beispiel um Aktien, Anleihen oder Immobilien handeln. Der große Vorteil dieses Anlageproduktes liegt darin, dass Ihr Vermögen auf diese Weise gestreut wird: Kursschwankungen eines einzelnen Wertpapieres können durch die anderen Werte ausbalanciert werden. Investieren Sie Barvermögen in einen Fonds, haben Sie ein geringeres Anlagerisiko, als wenn Sie das gleiche Geld in eine einzelne Aktie stecken. Die Streuung des Fondsvermögens schützt jedoch nicht vor einer möglichen negativen Gesamtentwicklung.

Wenn Sie sich als Anleger für die Ausrichtung eines Fonds entschieden haben, nimmt Ihnen die Gesellschaft, die ihn aufgelegt hat, die Arbeit ab. Seine Zusammenstellung und Verwaltung unterliegt der Kontrolle von Experten. Dafür können Sie die Zusammensetzung des Fondsvermögens nicht beeinflussen. Fondsgesellschaften unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften. Ist zum Beispiel eine Fondsgesellschaft insolvent, wird das Anlagevermögen aus dem Fonds als Sondervermögen geschützt.

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Indexfonds - die Alternative für langfristige Geldanlagen

Indexfonds, kurz ETFs (Exchange Traded Funds), sind eine Sonderform von Investmentfonds. Sie bilden einen Börsenindex nach. Der bekannteste Börsenindex ist der Deutsche Aktienindex (DAX). Ein Indexfonds, der auf dem DAX beruht, bildet die Aktien der 30 börsenstärksten Unternehmen in Deutschland entsprechend ihrer Gewichtung ab. Die Kursentwicklung des Fonds vollzieht sich parallel zum DAX. Anders als klassische Investmentfonds zielen ETFs nicht darauf ab, die Entwicklung des Vergleichswertes zu übertreffen.

Was ist der Vorteil von Indexfonds? Klassische Investmentfonds werden von den Gesellschaften, die sie auflegen, gemanagt. Dafür verlangen viele Fondsgesellschaften von den Anteilseignern beim Kauf von Fondsanteilen einen Ausgabeaufschlag und stellen jährlich ein Entgelt für die Verwaltung in Rechnung. Bei Indexfonds fallen diese Kosten für Sie als Anleger wesentlich geringer aus. ETFs können im Wert schwanken und zu Verlusten führen.

Aktien - sehr gute Renditechancen mit Unternehmensbeteiligungen

Anleger können auch Aktien als Alternative in Betracht ziehen. Der Kauf von Aktien verlangt zwar einen etwas größeren Aufwand bei der Auswahl – dafür können Sie als Aktionär direkt an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung eines Unternehmens teilhaben. Aktien unterliegen dem Risiko von Kursschwankungen. Deshalb ist es wichtig, bei einer Anlage in Aktien nicht alles auf eine Karte zu setzen: Investieren Sie immer in mehrere Wertpapiere, so verteilen Sie das Risiko und können eventuelle Ausfälle durch Kursverluste oder eine Aussetzung der Dividendenzahlung reduzieren.

Wie Sie in Wertpapiere investieren

Geld in Wertpapiere anzulegen, ist viel einfacher als viele Menschen denken. Alles, was Sie benötigen, ist ein Wertpapierdepot. Über das Depot verwalten Sie Ihren Wertpapierhandel: Es verschafft Ihnen einen schnellen und genauen Überblick über den Stand Ihrer Papiere. Mit Hilfe der Ordermaske können Sie Fonds und Aktien online kaufen und verkaufen.

Bei comdirect richten Sie Ihr Depot per Post oder online auch mit dem VideoIdent-Verfahren ein. In diesem Prozess müssen Sie ein Referenzkonto (Verrechnungskonto) angeben, auf das Auszahlung en aus Ihrem Wertpapierhandel überwiesen werden.

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