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Sprichwort-Check: Welche helfen wirklich? 

Das fallende Messer, mein Freund der Trend oder die merkwürdige Regel, im Mai besser seine Aktien zu verkaufen. Viele Sprichwörter raten uns an der Börse zu einem bestimmten Verhalten.

Manches gehört in die Märchenkiste, andere Kalendersprüche können uns tatsächlich dabei helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Checken wir doch mal aus, welche Klassiker wir vielleicht wirklich für unsere Depots nutzen können und welche nicht.

„Nicht ins fallende Messer greifen“ 

Fallende Kurse sind wie fallende Messer. Scharf und gefährlich. Wenn die Aktienmärkte in den Crashmodus schalten, kann es manchmal besser sein, einige Zeit die Finger still zu halten. Denn wer sofort dabei sein will oder zu früh einsteigt, kann sich und sein Depot möglicherweise böse verletzen. Die Kurse fallen aber nicht immer nur steil, es kann ebenso zu starken Gegenreaktionen kommen. Um diese Tatsache zu belegen, reicht ein Blick auf die jüngste Krise an den Märkten, die Corona-Krise. Die Aktien sind dort nicht nur einen Tag lang gefallen, sondern über einen ganzen Monat immer weiter abgerutscht. Zwischendurch gab es aber auch heftige Gegenreaktionen in die andere Richtung. Am Anfang jeder Krise ist die Lage unübersichtlich, Panik herrscht so gut wie überall und es kann uns helfen, ein bisschen Zeit zu investieren, um die Lage und die weiteren Auswirkungen zu verstehen. In einigen Branchen erholen sich die Kurse nach der Krise schneller als in anderen, aber es dauert oftmals seine Zeit. Sobald das Messer fällt, kann es also tatsächlich helfen, ein bisschen defensiver zu werden. Die Zeit für Chancen wird kommen und dann greifen wir lieber mit gesunden Fingern zu.

„Kaufe Gerüchte, verkaufe Fakten“ 

Gerüchte werden an den Börsen dieser Welt täglich gestreut. Manche davon sind Ergebnisse von Zufällen, andere werden gezielt verbreitet. Nicht wenige erweisen sich im Nachhinein als Falschinformation. Auf Basis von Gerüchten zu kaufen oder zu verkaufen kann sich als eine sehr riskante Anlagestrategie entpuppen. Natürlich lockt das Risiko mit großen Gewinnen, wenn wir eine Bewegung an den Märkten durch ein Gerücht früher als andere Käufer antizipieren können. Da wir als normale Anleger jedoch nie auf die Informationsbasis von professionellen Händlern zugreifen können und nicht die entsprechende Erfahrung mitbringen, sind Gerüchte für uns mit großer Vorsicht zu genießen. Was wir jedoch machen können, ist eine eigene Recherche durchzuführen und in zukunftsfähige Branchen und Technologien zu investieren. Finden wir solche Branchen und Unternehmen, die aktuell noch unterbewertet sind, dann lohnt sich womöglich ein kleiner erster Einstieg. Wir sollten allerdings nie ausschließlich auf Gerüchte hören.

„Aktien nehmen die Treppen rauf und den Fahrstuhl runter“ 

Ein jahrelanger Anstieg einer Aktie kann innerhalb weniger Tage durch einen Crash zunichtegemacht werden. Das haben wir nicht nur in der Corona-Krise gelernt. Das haben uns auch viele andere globale oder Unternehmenskrisen gezeigt. Viele Aktien brauchen tatsächlich länger für einen Anstieg als für einen Abstieg. Dieses Wissen können wir dazu nutzen, unsere Positionen richtig abzusichern. Wenn wir beispielsweise schon längere Zeit gut laufende Positionen im Depot haben, können wir diese bequem absichern. Stop-Loss-Orders ermöglichen uns, die schon verzeichneten Gewinne auf einem bestimmten Niveau zu sichern. Wir können weiter an steigenden Kursen teilhaben und sind bei fallenden Kursen mit unserem Stop Loss abgesichert. Wann der Fahrstuhl ins Erdgeschoss fährt – oder ob er überhaupt jemals fahren wird –, wissen wir nicht. Wir können uns an der Börse glücklicherweise auf diesen Fall vorbereiten.

„Kaufe das Tief“ („Buy the dip“) 

Aktien sollte man dann kaufen, wenn sie günstig sind. So weit, so einfach. Diese Strategie hat in einigen bekannten Fällen schon gut funktioniert. Investorenlegenden wie Warren Buffett schwören auf diese Strategie. Ein gutes Beispiel ist die Amazon-Aktie. Jedes neue Tief dieser Aktie seit 2015 wurde zumindest bisher von vielen Investoren für einen Einstieg genutzt, und zwar sobald es schlechte Nachrichten zu Amazon gab, zum Beispiel als die Logistikarbeiter im Weihnachtsgeschäft das Unternehmen bestreikten. Im Anschluss wurde die Aktie wieder gekauft und stieg auf neue Höchststände. Trotzdem ist auch dabei Vorsicht angebracht. Nur weil eine Aktie fällt, ist sie nicht immer auch ein Kaufkandidat. Eine Möglichkeit bei dieser Strategie sind die sogenannten Teileinstiege. Dabei können wir Tiefstände bei einer Aktie mit einem kleinen Teil unseres Kapitals kaufen. Ein Tief einer Aktie zu kaufen kann also funktionieren, wenn es sich bei den fallenden Kursen der Aktie um kurzzeitige Effekte handelt. Wichtig dabei ist es, die wirklichen Abstiegskandidaten von den nur kurzzeitig fallenden Aktien zu unterscheiden.

Fazit: 

Einige der genannten Sprichwörter beinhalten tatsächlich ein wertvolles Stück Wahrheit. Trotzdem ersetzt keine Weisheit und kein Sprichwort unser eigenes Denken und Handeln. Wir können sie als Leitlinien und Wegweiser verstehen, sollten uns aber immer auch auf unseren eigenen Verstand und klaren Kopf verlassen.

 

 

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