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Die Dotcom-Blase: als der Markt noch nicht bereit war 

Im Jahr 1995 gab es 16 Millionen Internetnutzer. Nur vier Jahre später waren es 248 Millionen. Das Wachstum der sogenannten „New Economy“ war so schwindelerregend schnell, dass viele Investoren und Kleinanleger ihren klaren Kopf verloren.

Das schnelle Geld lockte. Die platzende Spekulationsblase führte in den frühen 2000er Jahren zu einem historischen Börsencrash, der 2002 seinen absoluten Tiefpunkt erreichte. Jede Krise hat aber auch ihre positiven Seiten. Und so können wir aus den Fehlern von damals wichtige Erkenntnisse für unsere Anlagestrategien heute sammeln. Wir können heute bessere Entscheidungen treffen und mögliche Risiken besser bewerten.

Das große Geld beim Börsengang ruft 

Kaum gegründet, gingen diverse Unternehmen Anfang der Jahrtausendwende an die Börse. Das schnelle Geld der vielen willigen Investoren war leicht zu haben. Diese investierten teilweise Milliarden in Geschäftsmodelle, die sie selbst noch gar nicht so richtig verstanden hatten. Das Internet war neu für die breite Masse. Allein die Aussicht auf eine rosige Zukunft vernebelte vielen Akteuren die Sicht so sehr, dass wichtige Fragen unbeantwortet blieben. Wie die Unternehmen in den kommenden Jahren Gewinne machen wollten, war oftmals sogar egal, Hauptsache, man war dabei. Es war zunächst auch nicht so wichtig, denn die sogenannte „Technologie-Börse“, der NASDAQ aus den USA, verfünffachte sich innerhalb von nur knapp vier Jahren vor dem Crash. Wer will da schon zögern und den Trend verpassen? Es gab zwar auch damals schon einige warnende Stimmen, aber wenn der Rausch an der Börse erst einmal ins Rollen kommt, dann blenden viele die Vernunft aus. Die Gier begann und damit auch der Aufbau der Dotcom-Blase.

Warum die Krise voll einschlug 

Angst, Euphorie und Gier sind an der Börse meist Indikatoren für nahendes Unheil. Eine Zeit lang kann in jedem dieser Zustände die Börse verrücktspielen. Manchmal hält ein ungesunder Zustand sogar so lange an, dass wir ihn als eine Art neue Normalität empfinden. Die Börse reagiert an einigen Tagen blitzschnell, ein anderes Mal dauert es länger. Vorsichtig und umsichtig zu agieren, ist vor allem in Extremphasen – egal welche Richtung die Märkte einschlagen – das Mittel der Wahl. Doch zurück zur Dotcom-Blase: Die Zukunftsfähigkeit der neuen Technologie des Internets können wir heute wohl alle ohne Zweifel bestätigen. Das Problem der Dotcom-Blase war auch nicht das Internet als zukunftsfähige Technologie, sondern das wahllose Investieren und der übertriebene Hype – von den Medien noch weiter angeheizt. Es gab damals noch kein Gigabit-Internet, keine Smartphones, mobiles Internet für alle war noch gar nicht geboren. Einzig unser quietschendes Modem ermöglichte den Internetzugang zu Hause. Wie wichtig schnelles, überall verfügbares Internet für viele Geschäftsmodelle heute ist, wissen wir. Gute Dinge brauchen eben ihre Zeit, das ist in der Wirtschaft so, das ist an der Börse so. Viele Unternehmen verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren, als die Blase platzte. Und trotzdem haben uns einige Unternehmen aus der Dotcom-Zeit bewiesen, dass nicht alles nur Luft war.

Diese Player kennen wir heute noch 

Große Namen entstanden in der Zeit der Dotcom-Blase. Unternehmen wie eBay, Amazon oder Yahoo erlebten ihren ersten Hype und konnten sich trotz der Krise in ihren Geburtsjahren über Wasser halten. Amazon konnte beispielsweise überleben, weil Jeff Bezos kurz vor der Krise noch einen saftigen Investorenkredit ergattern konnte. Doch auch sein Geschäftsmodell, Bücher online zu verkaufen, musste sich weiterentwickeln. Heutzutage verkauft Amazon schon lange nicht mehr nur Bücher. Amazon gehört zu den größten Unternehmen der Welt. Bis Amazon jedoch zum beliebtesten und größten Versandhändler der Welt wurde, mussten einige Jahre ins Land gehen. Wir sehen also wieder: Gute Dinge brauchen ihre Zeit. Die Technologie des Internets musste weiterentwickelt werden, Online-Shopping wurde nicht nur einmal revolutioniert und viele weitere Krisen an den Märkten mussten überstanden werden.

Was wir daraus lernen können 

Wir können aus der Dotcom-Blase vor allem lernen, dass unser klarer Kopf unsere stärkste Waffe gegen falschgeleitete Emotionen und subjektiv empfundene Superangebote an den Märkten ist. Warren Buffett warnte im Juli 1999 vor einer Überbewertung des Aktienmarktes. Er sagte damals, dass die Entstehung vieler neuer Industrien genauso anfangen würde wie die Dotcom-Blase. Erst würden viele Unternehmen auf den Zug aufspringen, der Hype sei groß, doch am Ende würden sich nur einige wenige Unternehmen durchsetzen. Auch er sagte damals, dass neue Technologien ihre Zeit bräuchten, bis sie ihre volle Wirkung entfalten können. Heute wissen wir, er hat Recht behalten.

  • Zukunftsfähige Technologien benötigen Zeit, um sich zu etablieren – solide Unternehmen werden nicht von heute auf morgen geboren, sondern müssen sich immer wieder neu erfinden, um bestehen zu bleiben.
  • Große Hypes und Goldgräberstimmung können sich an den Börsen auch ins Gegenteil kehren.
  • Kritische Stimmen sollten bei jeder noch so aussichtsreichen Chance angehört werden.
  • Manchmal ist Warten eine sichere Strategie, die besser ist, als um jeden Preis überall dabei zu sein.

 

 


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