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Der Einzelhandel sucht die neuen Wege zum Geld 

Ganz befreit mit seinen Liebsten durch die Einkaufsmeile schlendern, mal eben ein paar Schuhe anprobieren oder sich für das nächste Party-Outfit inspirieren lassen: Diese Zeiten sind durch Corona erst einmal vorbei.

Es darf nur eine bestimmte Anzahl von Personen eintreten, die Maske ist Pflicht, der Mindestabstand muss eingehalten werden und so wirklich Spaß macht das Shoppen nicht mehr. Es fühlt sich beengt und gefährlich an. So denken wohl viele und dadurch wurde der Einzelhandel in diesem Jahr besonders hart getroffen. Damit einhergehend natürlich auch die Aktienkurse der großen Marken, die in den Geschäften auf Käufer ihrer Produkte warten. Es gibt jedoch schlaue Wege aus der Krise, und auch wenn die Aktienkurse in unseren Depots den Untergang befürchten lassen, sieht die Zukunft vielleicht doch gar nicht so schlecht aus. Wenn wir schon nicht bummeln gehen können, dann lassen wir uns doch für unsere nächsten Investments inspirieren.

Volle Pulle Volatilität durch die Krise 

Während Krisen werden Aktien auf breiter Front verkauft. Jede schlechte Marktphase hat ihre Eigenheiten und so wirken sich bestimmte Krisen auf manche Unternehmen und Branchen deutlicher aus als auf andere. Durch die Lockdowns in den verschiedenen Ländern crashten die Aktien der Einzelhändler binnen weniger Tage regelrecht. Keine Kunden, kein Umsatz und natürlich kein Gewinn. Als Börsianer sind wir erst einmal ratlos und fragen uns: Was soll ich mit meinem Minus-Investment jetzt machen? Muss alles raus oder ist möglicherweise die Schnäppchenjagd eröffnet? Volatilität – die Bewegung der Märkte – bezeichnen Trader allerdings nicht umsonst als Zündstoff. Ohne Bewegung bleiben die großen Gewinne aus. Die steigende Volatilität in Krisenzeiten bietet Chancen und Risiken, deren wir uns als Investoren jederzeit bewusst sein sollten. Ein Sprichwort zur Volatilität besagt: „Bullen gehen die Treppe, Bären nehmen den Fahrstuhl.“ Das bedeutet, Kursstürze finden meistens schneller statt als Kurssteigerungen. Das hat nicht zuletzt der Einzelhandel zu spüren bekommen.

Wo wir hinschauen müssen, wenn’s kracht 

Zum Beispiel hat die H&M-Aktie dieses Sprichwort bestätigt und sich innerhalb kürzester Zeit mehr als halbiert. Die folgende Erholung hat hingegen wesentlich länger gedauert. Klingt merkwürdig, aber dieses Auf und Ab ist in Krisenzeiten normal, denn es wird am Aktienmarkt auf jede gute oder schlechte Nachricht ganz besonders heftig reagiert. Der Lockdown wird verlängert? Die Einzelhandelsaktien brechen ein. Die Geschäfte öffnen wieder, Lockerungen sind in Sicht? Die Einzelhandelsaktien steigen. Dabei können Einzelwerte sehr stark schwanken. Wir können darauf vor allem mit Ruhe reagieren, denn nach jedem Sturm wird das Fahrwasser wieder ruhiger. Ein erster Trost in dieser Situation ist der Blick nach links und rechts. Nahezu allen Unternehmen aus der Einzelhandelsbranche erging es ähnlich. Daraus können wir schließen, dass es sich nicht nur um unser spezielles Investment handelt, sondern eine ganze Branche am Aktienmarkt verkauft wird. Okay, das hilft unseren Minuszeichen im Depot nicht wieder auf die Sprünge. Es gibt uns jedoch das Vertrauen, dass wir hier nicht eine besonders schlechte Aktie gekauft haben, sondern alle Unternehmen der Branche jetzt Lösungen für die gleichen Probleme finden müssen. Und diese Lösungen gibt es: Der Online-Handel von H&M ist um saftige +32 % angestiegen. H&M versucht sich auf mehreren Gebieten der Krise anzupassen. So ist es seit Mai möglich, in der Filiale kontaktlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Der Shoppingtrip wird auf diese Weise schon mal ein bisschen sicherer. Außerdem hat H&M die größte Second-Hand-Plattform Schwedens – Sellpy – nach Deutschland gebracht und versucht auch abseits des Filialverkaufs neue Zukunftspotentiale aufzudecken.1 Ähnliche Nachrichten finden sich für viele Einzelhändler. Das können wir durchaus positiv interpretieren und es beweist die Handlungsfähigkeit der Unternehmen, die ihre Wege aus der Krise suchen.

Über den Tellerrand hinaus findet sich so mancher Schatz 

Wir müssen uns aber auch gar nicht so lange mit unseren schlecht laufenden Investments rumärgern und können stattdessen das nächste Rennpferd am Markt suchen. Kontaktlose Bezahlmethoden im Einzelhandel sind jetzt angesagter denn je und haben in der Corona-Krise an Wichtigkeit gewonnen. Das bedeutet, dass Unternehmen wie beispielsweise PayPal, der Online-Zahlungsdienst, profitieren könnten. Wenn wir also bestimmte Aktien im Depot durch eine Krise im Minus sehen, dann werden andere Branchen dadurch vielleicht gerade einen Boom erleben. Bleiben wir aufmerksam und suchen mit klarem Kopf den Weg aus der Krise, dann können wir neue Potentiale viel besser aufspüren. Wenn wir uns hingegen ärgernd und wütend durch die Krise bewegen, dann hilft das unseren Depots in keiner Weise. Der Einzelhandel wird vermutlich noch einige Zeit mit den Problemen durch Corona zu kämpfen haben – und bis wir wieder ein normales Einkaufsgefühl haben, wird sicher auch noch einiges passieren müssen. Das heißt, dass unser Investment in dieser Branche vermutlich noch einige Zeit die Treppen laufen muss. Gut also, dass wir nicht nur diese eine Treppe nehmen müssen. Im Haus der Börse können wir jeden Tag neue Stufen entdecken. Wir müssen nur den ersten Schritt gehen wollen.

 

 

1 Quelle: https://www.businessinsider.de/wirtschaft/handel/gebrauchte-kleidung-verkaufen-hm-bringt-groesste-schwedische-second-hand-plattform-nach-deutschland/


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