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5 typische Anlegerfehler und wie wir sie vermeiden 

Da ist er wieder. Der Fehler, den wir schon so oft abstellen wollten. Wir haben es uns fest vorgenommen und handeln doch wieder aus einem Impuls heraus. Wie stellen wir das ab? Die Antwort ist einfach und schwer zugleich.

Der Schlüssel ist Wiederholung. Immer wieder. Jeder Sportler wird durch Training besser und in den meisten Fällen bedeutet Training, das Gelernte zu wiederholen und aus Fehlern konsequent zu lernen. An der Börse ist das ähnlich. Ganz am Anfang des Trainings steht, sich seine Fehler bewusst zu machen. Dann können wir ins Training gehen und sie abstellen. Schauen wir gemeinsam auf fünf solche Fehler beim Börsenhandel und machen es anschließend besser.

1. Das Gefühl von: Ich weiß es eben einfach ... 

... leider nicht. Wir glauben zu oft, dass wir die einzigartige Idee für einen Trade hatten. Wir glauben an eine Eingebung und handeln aus dem Gefühl eines starken Selbstbewusstseins heraus. Unser Selbstbewusstsein ist eine tolle Sache, es gibt uns Sicherheit für ein Bewerbungsgespräch oder bei einem Date. Am Aktienmarkt sollten wir darauf allerdings nicht vertrauen. Ein Aktienkurs wird sich kaum von einer breiten Brust und unserer Eloquenz beeinflussen lassen. Viel entscheidender sind Informationen, die wir über ein Unternehmen erhalten können. Vergangene Geschäftsberichte, Zukunftsaussichten und sachliche Bewertungen der Faktenlage. Wir können fast unzählige Informationen über ein Unternehmen sammeln, die wir für unsere Einschätzung nutzen können. Unsere Gefühle gehören nicht dazu. Überzeugen wir uns also am besten selbst mit einer guten Recherche und treffen so eine fundierte Entscheidung – und lassen die Gefühle dort, wo sie hingehören: bei unseren Liebsten.

2. Der Tunnelblick ohne Licht am Ende 

Sich auf eine Sache zu fokussieren ist eine Stärke, die wir in vielen Situationen gut gebrauchen können. Beim Autofahren zum Beispiel. An den Märkten ist der Tunnelblick auf einen Wert hingegen wenig hilfreich. Wir müssen lernen unser Geld schlau zu streuen. Diversifizieren nennt sich das. Verschiedene Unternehmen aus verschiedenen Branchen packen wir in unser Depot, sodass hier und dort auch mal eine Aktie schwächeln darf. Dafür geht womöglich eine andere Position gerade steil. Packen wir unser gesamtes Investment in einen Wert, dann laufen wir Gefahr, genau dieses Investment zu verlieren oder es zumindest längere Zeit in der Verlustzone liegen zu haben. Niemand kann am Aktienmarkt immer gewinnen. Aus diesem Grund erhöhen wir unsere Chancen, wenn wir intelligent streuen. Für die Profis zählt zum Beispiel eine einzige Position gar nicht, sondern nur ihre gesamte Performance.

3. Der Herdentrieb in uns 

An der Börse funktioniert vieles anders, als wir es gewöhnt sind. Da passiert es, dass gute Nachrichten für Kursrutsche sorgen, schlechte Nachrichten plötzlich für steigende Kurse. Manchmal scheint die Welt der Märkte kopfzustehen. Durch diese Orientierungslosigkeit gehen wir gerne mit der Masse der anderen Anleger. Alle kaufen, also kaufen wir. Alle steigen aus, dann gehen wir auch lieber raus. Trends können wir folgen, sollten aber genau schauen, wie weit ein Wert schon gelaufen ist, in den wir investieren wollen. Bestes Beispiel war der Bitcoin-Hype 2017. Es gab sogar schon Menschen, die dem Bargeld endgültig den Untergang vorausgesagt haben. Alle wollten irgendwie und irgendwo Bitcoins kaufen. Der Preis stieg rekordverdächtig und stürzte danach genauso schnell wieder ab. Wohl dem, der diesen Hype verpasst hat, denn die Mehrheit hat dabei Geld verloren.

Wir müssen also nicht immer der Herde nachlaufen. Vielleicht finden sich an anderer Stelle noch unterbewertete Aktien oder Branchen, die zukunftsträchtig, aber noch recht unbeachtet sind. Über die nicht so viel geschrieben wird und die trotzdem tolle Produkte bieten. Die Suche nach solchen Schätzen lohnt sich oft mehr, als einfach nur das zu machen, was alle machen.

4. Zu kurz gedacht! 

Wir überschätzen, was wir in einem Jahr erreichen können, und unterschätzen, was wir in zehn Jahren erreichen können. Wenn wir ein Ziel zehn Jahre lang konsequent verfolgen, dann wird es in den meisten Fällen erreichbar werden. Wir erwarten beim Investieren oftmals zu schnell einen Erfolg. An der Börse sind die Kurse auf zehn Jahre gesehen fast immer gestiegen.* Natürlich gab es zwischenzeitlich auch schlechte Jahre, Krisen und fallende Kurse. Aber statistisch betrachtet, haben alle Anleger mit einem Horizont von über zehn Jahren in 99 % aller Fälle Gewinn gemacht. Und das klingt doch nach einer ziemlich guten Wahrscheinlichkeit, oder? Es fällt uns allerdings leichter, über Morgen als über „in zehn Jahren“ nachzudenken. Diesem Drang müssen wir an den Aktienmärkten zumindest mit einem Teil unseres Depots widerstehen können. Eine Möglichkeit ist, das Depot in kurzfristige und langfristige Anlagen zu teilen. Dann können wir das tägliche Auf und Ab mit unseren Trades mitnehmen, sind aber mit einem Teil unserer Positionen in der Langfristigkeit gesichert.

5. Laufen lassen? Reduzieren? Was denn nun? 

Eine bekannte Börsenweisheit lautet: „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen.“ Eine schöne Aussage, aber wie lange ist „laufen lassen“ und wann „begrenzen“ wir unsere Verluste und verkaufen? Diese Frage muss jeder für sich beantworten, aber wir sollten sie in jedem Fall beantworten können. Eine gute Methode hierfür sind persönliche Ziele und persönliche Limits. Welchen Gewinn möchte ich erreichen? Dieses Ziel kann ich an der Börse als Order hinterlegen und an diesem Punkt automatisch verkaufen. Eine sogenannte „Limit-Order“. Welchen Verlust kann ich verkraften? An dieser Stelle kann eine sogenannte „Stop-Loss-Order“ platziert werden. Das Zauberwort lautet dabei: Konsequenz! Natürlich tut ein Stop Loss weh und manchmal wünschen wir uns, lieber keine Verluste zu realisieren. Oftmals werden wir uns allerdings freuen, noch rechtzeitig ausgestiegen zu sein und noch Geld für ein weiteres Investment zu haben. Es gibt auch andere Ordertypen, mit denen wir Gewinne laufen lassen und den Stop Loss automatisch mit nach oben ziehen können, eine sogenannte „Trailing-Stop-Loss-Order“. Die Ausstiegsgrenze wandert so lange mit nach oben, wie der Kurs steigt, und bleibt stehen, wenn der Kurs fällt. Wir müssen uns nur darauf konzentrieren, unsere gesteckten Ziele und Limits auch wirklich umzusetzen.

Und jetzt können wir den Beitrag nochmal lesen und nochmal und danach noch einmal. Immer dran denken: Wiederholung ist der Schlüssel zum Erfolg.

 

 

* Die frühere Wertentwicklung ist natürlich kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.


Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Dieser Text stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt.