Mi, 18.07.12 09:33
Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Der Euro konnte sich trotz schwacher Konjunkturdaten aus der Eurozone gestern zum US-Dollar zunächst deutlich oberhalb der Marke von 1,22 USD halten, musste nach dem Halbjahresbericht von US-Notenbankpräsident Bernanke vor dem Bankenausschuss des Senats aber zeitweise spürbare Verluste hinnehmen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
So habe der FED-Chef zwar betont, dass die konjunkturelle Entwicklung in den USA zuletzt an Schwung verloren habe, Bernanke habe jedoch nicht erkennen lassen, dass die US-Notenbank unmittelbar vor dem Beschluss für ein erneutes monetäres Maßnahmenpaket stehe. Dies hätte den Greenback eventuell stärker unter Druck gesetzt. Zugute seien dem US-Dollar auch die Daten von der Industrieproduktion gekommen, die im Juni um 0,4% gg. Vm. habe zulegen können. Dies sei der zehnte Anstieg in den letzten zwölf Monaten gewesen.
Die Kapazitätsauslastung sei von revidiert 78,7% auf 78,9% gestiegen. Auch in den kommenden Monaten sollte es leichte Zuwächse geben, große Impulse für die Gesamtwirtschaft würden die Analysten aber ebenso wenig wie vom Immobilienmarkt erwarten. Hier habe der NAHB-Hausmarktindex im Juli zwar spürbar auf 35 Indexpunkte zulegen können (Juni: 29), notiere aber weiter klar unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten.
Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Finanzanalysten hätten sich im Juli erneut pessimistischer in Bezug auf die wirtschaftlichen Aussichten für die deutsche Konjunktur gezeigt. So sei der Umfragesaldo im Berichtsmonat um weitere 2,7 auf -19,6 Punkte gefallen, nachdem bereits in den Vormonaten deutliche Rückgänge zu verzeichnen gewesen seien.
Da auch die aktuelle Lage mittlerweile insgesamt nur noch von einer kleinen Mehrheit positiv eingestuft werde (Rückgang um 12,1 auf 21,1 Punkte), würden sich die Anzeichen für eine Abschwächung der Konjunkturdynamik auch in der größten Volkswirtschaft der Eurozone verdichten. Für den gemeinsamen Währungsraum seien die ZEW-Analysten in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung noch skeptischer eingestellt (Erwartungen: -22,3, aktuelle Lage: -72,9). (18.07.2012/ac/a/m)


