Fr, 29.06.12 14:44
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Schon bei der letzten EZB-Ratssitzung Anfang Juni wurde über eine Leitzinssenkung diskutiert, berichten die Analysten der DekaBank.
Letztlich hätten sich aber nur wenige Mitglieder dafür ausgesprochen. Seitdem hätten schwache Konjunkturdaten die Hoffnungen der Notenbanker auf eine wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte gedämpft. Gleichzeitig würden mit den Verwerfungen auf den Staatsanleihemärkten und im Bankensystem die konjunkturellen Abwärtsrisiken steigen. Die Analysten würden daher mit einer Leitzinssenkung um 25 Basispunkte auf 0,75% rechnen.
Die Produktion im deutschen Produzierenden Gewerbe habe sich im April äußerst schwach gezeigt. Vor diesem Hintergrund sei mit einem Rückprall zu rechnen. Doch die Frühindikatoren für Mai seien ausgesprochen schlecht gewesen. So habe die Produktionskomponente des Einkaufsmanagerindex aufgrund der schwächelnden Auftragseingänge spürbar nachgegeben. Das lasse die Analysten nur einen sehr bescheidenen Rückprall im Mai erwarten. Der weitere Ausblick sei gedämpft, denn die erneut aufgeflammte Schuldenkrise lasse die Unternehmen vorsichtiger operieren, was sich in einem zurückhaltenderen Bestellverhalten niederschlagen sollte.
Der US-Arbeitsmarkt dürfte im Juni seinen schwachen Aufschwungskurs beibehalten haben. Darauf würden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deuten, die im Juni mit einem Monatsdurchschnitt von 386.000 ein Siebenmonatshoch erreicht hätten. Nach dem enttäuschenden Vormonat würden die Analysten mit 95.000 einen weiterhin verhaltenen Beschäftigungsaufbau erwarten. Diesmal sollten sich die Bereiche Bauwirtschaft, Unternehmensdienstleister sowie Freizeit und Gastronomie mit Stellenaufbau zurückmelden, nachdem sie im Vormonat überdurchschnittlich stark Stellen abgebaut hätten. (29.06.2012/ac/a/m)


