Gerry Weber International AG Inhaber-Aktien o.N.


Neulehenstraße 8
D-33790 Halle/Westfalen
Erfolgreicher Lifestyle-Konzern mit internationalen Ambitionen
Die Gerry Weber International AG kontrolliert als Holding eine Reihe von Tochtergesellschaften, die international im Wesentlichen im Bereich der Damenoberbekleidung operativ tätig sind. Neben den Kernmarken GERRY WEBER, GERRY WEBER EDITION und G.W. vertreibt das Unternehmen die Marken SAMOON und TAIFUN. Erweitert wird das Produktportfolio der Gerry-Weber-Gruppe durch Lizenzprodukte wie Taschen, Schmuck, Schuhe und Brillen, die den Lifestyle-Gedanken der Kernmarke unterstreichen. Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Unternehmen zu einem vertikalen Systemanbieter entwickelt, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt: von der Entwicklung bis zu eigenen Stores. Die Gruppe unterscheidet die beiden Segmente "Wholesale" und "Retail". Mehr als die Hälfte ihres Umsatzes erlöst die Gruppe in Deutschland. Die restlichen Umsätze erzielt der Konzern überwiegend in den europäischen Nachbarländern.
Seit nunmehr neun Jahren erzielt die Gerry Weber-Gruppe regelmäßig neue Höchstmarken bei Umsatz und Jahresergebnis. Sogar in den schwierigen Jahren 2008 und 2009, in denen viele Unternehmen durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ins Schlingern gerieten, legte Gerry Weber deutlich zu. Auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2011/12 (31.10.) gelang es wieder, Umsatz und Ergebnis nachdrücklich zu verbessern.
Mit Vertriebsstrukturen in mehr als 62 Ländern sieht sich Gerry Weber auf dem Weg zum Global Player. Im Geschäftsjahr 2010/11 (31.10.) lag die Exportquote bei 38,8 (40,1)%. Die wichtigsten Auslandsmärkte waren die Niederlande, Skandinavien, Großbritannien, Österreich und die Schweiz. Nach Unternehmensangaben soll mit dem Einsatz eines internationalen Trendscoutings und Partnerschaften mit der größten spanischen Kaufhauskette El Corte Inglês und dem Partner Bloomingdale's in den USA das internationale Geschäft weiter ausgebaut werden. 2011/12 konnte der Konzern seine Expansion in den USA über die Zusammenarbeit mit Bloomingdale's und Dillard`s deutlich ausbauen. Weitere 36 neue Houses of Gerry Weber entstanden 2011/12 in Belgien, Skandinavien und ist Osteuropa. Erfreulich entwickelte sich aber vor allem das Geschäft in Russland und im Mittleren Osten, wo der Konzern mit 45 bzw. 19 Houses of Gerry Weber präsent ist.
Im abgeschlossenen Geschäftsjahr lagen die Markenumsätze mit einem Plus von 10,9% bei 661,2 (i.V. 596,3) Mill. Euro. Die im gehobenen Preissegment angesiedelte Kernmarke Gerry Weber gehört zu den stärksten Marken im deutschen Textileinzelhandel und erreicht mit den beiden Sublabels Gerry Weber Edition und G.W. bei den 30- bis 64-jährigen Frauen einen hohen Bekanntheitsgrad. Die Umsätze der Kernmarke Gerry Weber (Gerry Weber, Gerry Weber Edition und G.W.) verbesserten sich auf 505,7 (466,9) Mill. Euro. Der Anteil der Kernmarke am Markenumsatz lag bei über drei Vierteln und untermauert damit nachhaltig die herausragende Bedeutung der Marke für das Unternehmen. Dabei trugen auch die beiden Sublabels (Gerry Weber Edition und G.W.) zum Wachstum bei.
Die auf junge, moderne Kundinnen ausgerichtete Taifun-Kollektion konnte zum Bilanzstichtag 2011/12 (31.10.) mit 121,0 (98,9) Mill. Euro Umsatz das Erlösniveau des Vorjahres um 21,1% übertreffen. Die in einem Nischensegment positionierte Marke Samoon umfasst die Anschlussgrößen 40 bis 54. Beim Label Samoon wuchsen die Erlöse im abgeschlossenen Geschäftsjahr um 12,1% auf 34,5 (30,5) Mill. Euro.
Gerry Weber war eigenen Angaben zufolge eines der ersten Unternehmen, das das Potenzial von Shop-in-Shop-Systemen im Facheinzelhandel erkannte, die das Wholesale-Geschäft des Konzerns prägen. Im Segment "Wholesale" war der Konzern zum Ende des Geschäftsjahres 2011/12 (31.10.) mit 277 (260) Houses of Gerry Weber präsent. Hinzu kommen 2.767 (2.292) Shop-in-Shops, davon 2.279 (1.864) im Inland und 488 (428) im Ausland. Neben den Shop-in-Shops gehören auch die 277 (260) von Franchise Partnern geführten Houses of Gerry Weber zum Wholesale-Geschäft. Das Segment "Wholesale" erzielte 2011/12 Umsätze von 502,8 (484,7) Mill. Euro, ein Plus von 3,7%. Damit steuerte dieses Segment abermals mit 62,7 (69,0)% den größten Teil zum Konzernumsatz bei. Belebend hatten sich die Eintritt in neue Märkte und der Ausbau der Kundenstrukturen ausgewirkt. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich dank höherer Umsätze um 8,8% auf 93,20 (84,39) Mill. Euro.
Im "Retail"-Segment sind die in Eigenregie betriebenen 347 (212) Houses of Gerry Weber, 146 (23) Monolabel Stores, 64 (45) Concession Stores, 17 (13) Outlets sowie mehrere eShops zusammengefasst. In dem so genannten Multimarken-Stores-Konzept House of Gerry Weber werden je nach Größe der Filiale alle fünf Konzernmarken präsentiert. Deren Ausbau hat nach Einschätzung des Managements erheblich zu dem Wachstum der letzten Jahre beigetragen. Ende Oktober 2012 betrieb der Konzern selbst 493 (i.V. 235) solcher Stores, davon 182 in Deutschland, und konnte so die Anzahl damit binnen eines Jahres verdoppeln. Dabei war es 2012 gelungen die insolvente WISSMACH-Gruppe mit rund 200 Stores zu übernehmen. Der Umbau von rund 170 dieser Filialen war ein Kraftakt. So wurden monatlich 30 bis 40 WISSMACH-Läden renoviert, sodass bis zum Geschäftsjahresende im Oktober 2012 bereits 145 Läden als Monolabel Stores der Marken GERRY WEBER und SAMOON vor allem aber als TAIFUN-Läden neu eröffnet werden konnten. Vom Retail-Geschäft gingen im Geschäftsjahr 2011/2012 erneut Wachstumsimpulse aus. Der Retail-Umsatz mit externen Dritten sprang vor allem dank der 170 neu eröffneten und in Eigenregie geführten Filialen aber auch dank der Erhöhung des Umsatzes auf vergleichbarer Fläche um 37,4% auf 299,5 (218,0) Mill. Euro nach oben. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte in diesem Segment gesteigert werden und erreichte mit 20,10 (7,12) Mill. Euro einen neuen Höchstwert. Wachsende Bedeutung kommt dem eShop zu, über den die Label Gerry Weber, Taifun und Samoon bestellt werden können. Das Online-Geschäft konnte 2011/12 weiter ausgebaut werden. Zu den Online-Shops in Deutschland, den Niederlanden und Österreich kam 2011/12 ein neuer in der Schweiz hinzu. Zudem kooperiert Gerry Weber mit dem Versandhändler Otto.de.
Die Lizenzeinnahmen der Kernmarke Gerry Weber - im Wesentlichen Taschen und Brillen - waren mit 0,9 (0,9) Mill. Euro konstant auf Vorjahresniveau. 2011/12 konnte die Josef Seibel Schuhe als Kooperationspartner hinzugewonnen werden.
Etwa drei Viertel ihrer Waren (77,5%) erwirbt die Gerry Weber Gruppe im so genannten Vollkauf, d.h. die Gruppe gibt die Schnitte vor, nach denen die Zulieferbetriebe eigenständig produzieren. Mit 45,0 (43,4)% stammt der Großteil der im Vollkauf beschafften Waren aus Fernost. Die wichtigsten Beschaffungsländer sind China, Sri Lanka und Indonesien. Weitere 29,5 (33,3)% der Waren stammen aus Türkei. Die restlichen 22,5 (20,5)% der Waren bezog die Gruppe über den Weg der passiven Lohnveredelung, bei dem der Konzern alle für die Produktion notwendigen Materialien bereitstellt. Die Standorte zur passiven Lohnveredelung befinden sich ausnahmslos in Osteuropa, vor allem in Rumänien, Bulgarien, der Ukraine und Mazedonien.
Konzerngewinn abermals nachdrücklich gesteigert
Auch im Geschäftsjahr 2011/12 (31.10.) konnte Gerry Weber trotz eines sich eintrübenden Marktumfelds seine Umsätze wieder deutlich anheben. Dabei lag der Fokus auf dem Ausbau des Retail-Geschäfts und so konnten in Österreich die DON GIL Filialen, in Deutschland die insolvente WISSMACH-Modekette (rund 160 Läden) und in den Niederlanden 25 vormals in Franchise geführte Häuser übernommen werden. Hinzu kamen Neueröffnungen in Polen, Spanien und Großbritannien, so dass binnen eines Jahres die in Eigenregie geführten Läden im In- und Ausland verdoppelt werden konnten. Zudem wurde die Kooperation mit Bloomingdale`s in den USA oder otto.de im Bereich Online-Handel ausgeweitet. Die Erlöse legten um 14,2% auf 802,3 (i.V. 702,7) Mill. Euro zu. Das "Wholesale"-Segment sorgte für 62,7 (67,5)% und das "Retail"-Segment für 37,3 (31,0)% der Umsätze. Die Hauptmarke Gerry Weber erlöste mehr als drei Viertel der Umsätze (76,4%: davon 32,6% Gerry Weber Edition, G.W. 5,4% und 38,4% Gerry Weber). Taifun kam auf einen Anteil von 18,3% und Samoon auf 5,3%. Mit einem Plus von 16,7% wuchs insbesondere das Geschäft im Inland auf 491,0 (420,8) Mill. Euro. Die Umsätze im Ausland kamen ebenfalls deutlich um 10,4% auf 311,3 (281,9) Mill. Euro voran. Die Exportquote sank damit auf 38,8 (40,1)%.
Im Windschatten des gestiegenen Umsatzes und aufgrund der höheren Aufwendungen für die Expansion der Filialen legten auch die Aufwendungen zu. So gab das Modehaus 2011/12 mit 8,28 (8,09) Mill. Euro etwas mehr Geld für die Entwicklung neuer Kollektionen (Forschung und Entwicklung) aus. Der Verwaltungsaufwand wuchs vergleichsweise deutlich auf 2,79 (2,15) Mill. Euro, während der Materialaufwand auf 404,8 (361,5) Mill. Euro kräftig anzog. Für das Personal gab Gerry Weber mit 125,8 (103,3) Mill. Euro ebenfalls mehr aus als noch ein Jahr zuvor. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte folglich um 18,5% auf 132,3 (111,6) Mill. Euro, womit die EBITDA-Marge auf 16,5 (15,9)% anwuchs. Dabei mussten auf die neuen Filialen höhere Abschreibungen vorgenommen werden. Sie legten auf 16,34 (11,95) Mill. Euro zu. Sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 187,6 (152,2) Mill. Euro standen sonstige betriebliche Erträge von 20,61 (12,69) Mill. Euro gegenüber. Auch hier war der Filialausbau der wesentliche Wachstumstreiber. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sprang um 16,4% in die Höhe und erreichte damit 115,9 (99,60) Mill. Euro, was einer gesteigerten EBIT-Marge von 14,5 (14,2)% gleichkommt. Obwohl das Zinsergebnis auf minus 1,18 (minus 0,83) Mill. Euro wieder tiefer in die rote Zone fiel, kletterte das Ergebnis vor Steuern mit 113,7 (97,65) Mill. Euro deutlich über die 100 Mill.-Euro-Marke. An den Fiskus mussten mit 34,91 (30,61) Mill. Euro deutlich höhere Steuern abgeführt werden. Unter dem Strich kam der Konzernjahresüberschuss um 17,6% auf 78,83 (67,04) Mill. Euro einen großen Schritt voran. Der Konzern gibt das Ergebnis je Aktie mit 1,72 (1,48) Euro an. Nachdem das Grundkapital durch die Ausgabe von Gratisaktien 2010/11 von 22,95 Mill. Euro auf dann 45,91 Mill. Euro verdoppelt worden war, hatten die Aktionäre für das vorangegangene Jahr eine Dividende von 0,65 Euro je Aktie erhalten. Diese wurde für das Jahr 2011/12 auf 0,75 Euro je Aktie angehoben.
Weiter kräftig über Filialexpansion wachsen
Auch im laufenden Jahr will das Management den eingeschlagenen Wachstumspfad nicht verlassen und hat sich ein Umsatzziel gesetzt: Die Erlöse sollen im Konzern 2012/13 auf 890 Mill. bis 900 Mill. Euro wachsen und das operative Ergebnis bei 131 Mill. bis 135 Mill. Euro liegen. Dabei geht die Konzernspitze davon aus, dass sich die Geschäftsbedingungen in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 leicht verschlechtern, in der zweiten Jahreshälfte aber wieder dynamischer zulegen. Das Ergebnis nach Steuern sowie das Ergebnis pro Aktie sollen weiter wachsen. Anivsiert ist eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 40 bis 45%. Neben dem profitablen Wachstum steht die Optimierung der Prozesse auf der Agenda für das laufende Jahr. Auch die Internationalisierung der Vertriebsstrukturen und die Marktpräsenz im Ausland sollen vorangetrieben werden. 2012/13 will der Konzern das Segment "Retail" weiter ausbauen. Dazu sollen dabei zwischen 65 und 75 Läden neu eröffnet werden, darunter verstärkt auch im Ausland, insbesondere in der Schweiz, Großbritannien, Polen und anderen osteuropäischen Ländern. Im Wachstumsfokus des Segments "Wholesale" stehen die Märkte Russland, Mittlerer Osten sowie Kanada und Frankreich ganz oben auf der Agenda. Hier plant der Konzern, zusätzlich zu den bestehenden 2.767 Shops-in-Shops im laufenden Jahr weitere 200 neue Flächen sowohl im In- wie auch im Ausland zu eröffnen.
Zahlreiche Bonbons für die Aktionäre
Ein positives Ereignis aus Sicht der Aktionäre war die im Sommer 2000 erfolgte Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien. Ferner hat die Gesellschaft in den vergangenen Jahren aufgrund der außerordentlich soliden Bilanzstruktur gleich mehrmals Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln durchgeführt - vor der Maßnahme im Geschäftsjahr 1999/2000 auf 22 Mill. Euro zuletzt im Geschäftsjahr 1996/97. Aus diesem Grunde hatte sich die Ausschüttungssumme trotz konstanter Dividende kräftig erhöht. Derartige Maßnahmen will Gerry Weber als Bestandteil der anlegerfreundlichen Geschäftspolitik verstanden wissen. Eine weitere Kapitalerhöhung erfolgte 2006, als das gezeichnete Kapital auf 23,44 Mill. Euro stieg. Durch die Einziehung von Aktien sank das gezeichnete Kapital 2009 auf 22,95 Mill. Euro.
Die Aktien der Gesellschaft waren im SDax der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Im Rahmen einer Fast-Entry-Regel stieg Gerry Weber am 27. Juni 2011 in den MDax auf.
Aktionärsstruktur
| Streubesitz | 53,51% |
| Weber | 28,91% |
| Hardieck Anla.. | 16,78% |
| Hardieck | 0,63% |
| Weber-Dressel.. | 0,15% |
| Strätker | 0,02% |
Leitende Positionen
| Vorstand (Management) | |
|---|---|
| Gerhard Weber | Vorstand.. |
| Dr. David Frink | |
| Doris Strätker | |
| Aufsichtsrat (Directors) | |
|---|---|
| Dr. Ernst F. Schröder | Aufsicht.. |
| Olaf Dieckmann | |
| Udo Hardieck | |
| Klaus Lippert | |
| Dr. Wolf-Albrecht Prautzsch | |
| Charlotte Weber-Dresselhaus | |
Beteiligungen
| Unternehmen | Bet. |
|---|
35,7675 EUR