H&R AG Inhaber-Aktien o.N.


Neuenkirchener Straße 8
D-48499 Salzbergen
Konzentriert auf Spezialchemie und Kunststoffe
Die H&R AG (zuvor H&R Wasag AG) kontrolliert eine international agierende Unternehmensgruppe, die in den zwei Sparten Chemisch-pharmazeutische Rohstoffe und Kunststoffe tätig ist. Dabei ist die Sparte der chemisch-pharmazeutischen Rohstoffe das Kerngeschäft, bei dem rohölbasierte Einsatzstoffe wie Paraffine, Weißöle oder Weichmacher für die Chemie- und Pharmaindustrie hergestellt und weltweit vertrieben werden. 2009 wurde die Kernsparte Rohstoffe, die 95% des Geschäftsvolumens trägt, in die beiden Segmente National und International gegliedert, um der wachsenden Bedeutung des Auslandsgeschäfts Rechnung zu tragen. Im Segment Kunststoffe fertigt der Konzern Präzisionskunststoffteile und die dazugehörigen Werkzeuge. Die Fertigungsstätten der Gruppe befinden sich in Deutschland, England, den Niederlanden, Südafrika, Thailand, Malaysia und China. In den USA, Neuseeland und China ist H&R darüber hinaus mit eigenen Vertriebsgesellschaften präsent.
Im Segment Rohstoffe national sind die beiden Chemieproduktionsstandorte in Deutschland (Hamburg-Neuhof und Salzbergen) enthalten, an denen Schmierstoffraffinerien betrieben werden und die sowohl hinsichtlich der Produktionsprozesse wie auch der Organisation- und Vertriebsstruktur eng miteinander verbunden sind. Zu den 800 verschiedenen Produkten des Segments zählen Paraffine, Weißöle, Weichmacher, Grundöle, Schmierstoffe und andere rohölbasierte Spezialitäten. 2011 konnten die Umsätze in diesem Segment um 16,7% auf 943,2 (i.V. 808,1) Mill. Euro angehoben werden. Das Segment chemisch-pharmazeutische Rohstoffe National hatte 2011 einen Umsatzanteil an den Konzernerlösen von 75%. Aufgrund rückläufiger Absatzmengen sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 17,8% auf 71,26 (86,68) Mill. Euro. Dabei konnte der Bau einer Propanentasphaltierungsanlage in Hamburg abgeschlossen werden. 2012 wird die neue Anlage voll in Betrieb gehen.
Das Segment Rohstoffe international umfasst die ausländischen Gesellschaften, die chemisch-pharmazeutische Rohstoffe veredeln und diese neuen Produkte sowie auch zusätzlich Handelswaren vertreiben. Die Kernprodukte sind Paraffine, Weichmacher, Wachsemulsionen sowie sonstige rohölbasierte Spezialitäten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die Erlöse im Segment um 8,6% auf 249,6 (229,8) Mill. Euro anwachsen. Damit hat das Segment einen Anteil an den Konzernerlösen von 21%. Das Umsatzplus war dabei preisgetrieben. Mit 19,04 (20,68) Mill. Euro blieb das EBITDA um 8,2% unter dem Vorjahresniveau.
Die Kunststoffsparte ist in der Entwicklung und Produktion von qualitativ anspruchsvollen Spritzgusswerkzeugen und Präzisionskunststoffteilen tätig. Neben der Automobilindustrie steht dabei insbesondere die Medizintechnik im Fokus der Wachstumsperspektiven. 2011 konnte das Segment von der Neuausrichtung profitieren, die mit geringeren Fixkosten und zusätzlichen Erlösen durch innovative Produkte im Bereich Medizintechnik einherging. Hinzu kamen neue Aufträge aus der Automobilzulieferindustrie. Der Umsatz wuchs so um 22,9% auf 52,63 (42,76) Mill. Euro und macht damit 4% der Konzernerlöse aus. Dank erfolgreicher Restrukturierungsmaßnahmen wurde die Kostenbasis deutlich reduziert. Nach einem operativen Verlust von minus 0,33 Mill. Euro im vergangenen Jahr war das Ergebnis mit plus 2,34 Mill. Euro deutlich positiv.
Für Konsolidierungen müssen im Bereich Sonstige Erlöse in Höhe von 35,90 (23,85) Mill. Euro abgezogen werden. Das EBITDA lag bei den sonstigen Aktivitäten bei minus 3,84 (minus 2,54) Mill. Euro. Für Konsolidierungen müssen plus 0,35 (minus 1,12) Mill. Euro abgezogen werden.
Umsatz weiter auf Rekordfahrt
Trotz der rezessiven Konjunktur hatte die H&R im Geschäftsjahr 2009 das Konzernergebnis mehr als verdoppeln können. 2010 knüpfte der Konzern an diesen Erfolg an und setzte 2011 den Wachstumskurs erfolgreich fort. Die Umsatzerlöse wuchsen 2011 um 14,4% auf den Rekordwert von 1,21 (i.V. 1,06) Mrd. Euro, während beim Ergebnis nach einer Verdopplung im Vorjahr ein deutlicher Einbruch zu verbuchen war. Mit einem Umsatzanteil von 59% war die Automobilindustrie der größte Abnehmer der H&R-Produkte. Es folgt die Industrie mit 28% und die Medizintechnik mit 13%. Deutschland machte mit einem Anteil von 66% das Gros der Konzernumsätze aus. Im Rest Europas erzielte der Konzern 17% und im Rest der Welt ebenfalls 17% der Erlöse.
Mit 987,3 (812,8) Mill. Euro sprang der Materialaufwand getrieben von gestiegenen Rohstoffpreisen um 21,5% in die Höhe und der Personalaufwand wuchs um 2,3% auf 76,22 (74,45) Mill. Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) brach um 13,8% auf 89,10 (103,4) Mill. Euro ein. Die EBITDA-Marge gab auf 7,4 (9,8)% nach. Das EBITDA von 2010 war dabei ein Ausnahmewert. Dabei mussten mit 21,02 (21,37) Mill. Euro leicht geringere Abschreibungen vorgenommen werden, da die Restnutzungsdauer der Raffinerien verlängert wurden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel um 17,0% auf 68,1 (82,0) Mill. Euro zurück. Vor Steuern büßte das Ergebnis auf 54,45 (73,60) Mill. Euro ein. Mit 15,98 (21,58) Mill. Euro lag der an den Fiskus abgeführte Steueraufwand deutlich unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich brach das Ergebnis schließlich um 26,0% auf 38,55 (52,02) Mill. Euro ein. Der Konzern gibt das Ergebnis je Aktie mit 1,29 (1,74) Euro an. Die Aktionäre erhalten eine auf 0,60 (0,65) Euro je Aktie gekürzte Dividende.
Bei einem Kennzahlenvergleich ist zu berücksichtigen, dass H&R für das Geschäftsjahr 2003 erstmals nach IFRS bilanziert hat; die Vorjahresvergleichsperiode wurde an die neue Rechnungslegung angepasst. Die Zahlen bis 2001 wurden nach HGB ermittelt.
2012 ist gutes Vorjahr nicht ganz zu erreichen
Die Konzernstrategie zielt im chemisch-pharmazeutischen Segment darauf ab, dass neue Auslandsmärkte erschlossen werden und das Produktportfolio diversifiziert wird. Dabei soll gezielt in die Steigerung der Wertschöpfung der deutschen Anlagen investiert werden. Im internationalen Geschäft setzt der Konzern weiter auf Produktionspartnerschaften. Im Kunststoffbereich soll die Spezialisierung auf die Produktion hochpräziser Teile vorangetrieben werden. Hier will sich H&R neben der Automobilindustrie vor allem auf die Medizintechnik sowie auf die Elektro-, Mess- und Regeltechnik fokussieren. Die Vertriebsaktivitäten im asiatischen und südamerikanischen Raum sollen weiter ausgeweitet werden. Perspektivisch will H&R den Anteil der im außereuropäischen Markt erzielten Erlöse bis 2015 auf mindestens 30% steigern.
Insgesamt weisen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf eine konjunkturelle Abschwächung in 2012 hin. Daher sieht das Management eine Wiederholung des guten operativen Konzernergebnisses (EBITDA) von 2011 als zu ambitioniert an. Sollte sich das allgemeine wirtschaftliche Klima 2013 wieder bessern, ist eine Steigerung des EBITDA in 2013 durchaus möglich. Den Umsatz verortet die Konzernspitze in den kommenden beiden Jahren bei 1,1 bzw. 1,3 Mill. Euro.
In das neue Jahr startete der Konzern mit einem Umsatz von 335,3 (290,4) Mill. Euro, einem Plus von 15,5%. Das EBITDA ging in den ersten drei Monaten des Jahres auf 18,9 (34,7) Mill. Euro zurück. Beim EBIT musste der Konzern einen Einbruch um 55,3% auf 13,1 (29,3) Mill. Euro hinnehmen. Unter dem Strich stand so ein Quartalsergebnis von 6,6 (19,4) Mill. Euro. Das Ergebnis je Stammaktie gibt der Konzern mit 0,22 (0,65) Euro an.
Durch Fusion im Jahre 2001 zu neuer Größe
Die H&R Wasag AG ist durch Verschmelzung der Schmierstoffraffinerie Salzbergen GmbH (SRS) auf die Wasag-Chemie AG entstanden. Die Übertragung des Vermögens der SRS erfolgte durch Ausgabe von 6,756 Mill. neuen Wasag-Aktien, womit eine Kapitalerhöhung um 17,271 Mill. auf 48,358 Mill. Euro verbunden war. Einen entsprechenden Beschluss hatten die Wasag-Aktionäre im August 2001 gefasst. Mit der erreichten Unternehmensgröße sei eine kritische Masse entstanden, so heißt es, um auch umfangreichere Investitionsprojekte durchführen zu können.
Die 90er Jahre waren für die zuvor börsennotierte Wasag-Chemie AG sehr schwierig. Nach dem Wegfall der Aktivitäten im Bereich Wehrtechnik erwarb die Gesellschaft in den Jahren bis 1992 Beteiligungen im Bereich Kunststoffverarbeitung. Darunter befand sich auch die Wafa-Kunststofftechnik GmbH & Co. KG, die schnell in eine Schieflage geriet und trotz erheblicher Anstrengungen nicht auf den Weg der Besserung gebracht werden konnte. Im Juni 1997 war der Konkurs der Wafa unvermeidlich. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Wafa die Wasag-Chemie AG mit rund 44 Mill. Euro belastet. Nur durch massive Unterstützung der Aktionäre konnte der Konkurs der Muttergesellschaft abgewendet werden. Ende 1996 war das Unternehmen mit 2,45 Mill. Euro bilanziell überschuldet. Nach einer dritten Kapitalerhöhung in 1997 hatte sich die Lage etwas entspannt. Damit war zugleich die Grundlage für das profitable Wachstum seit 1999 gelegt worden.
Nachdem die H&R WASAG AG sich bereits 2007 von den Sprengstoffaktivitäten der ehemaligen Westfälisch Anhaltinische Sprengstoff Aktien Gesellschaft (kurz WASAG) getrennt hatte, gab die Gesellschaft auf Beschluss der Hauptversammlung zum 1. August 2011 diesen Namenszusatz auf und firmiert seit her unter H&R AG.
Die Aktie der Gesellschaft notiert heute im SDax der Frankfurter Wertpapierbörse.
Aktionärsstruktur
| Hansen | 50,86% |
| Streubesitz | 39,72% |
| Scholten | 6,10% |
| Thum | 3,32% |
Leitende Positionen
| Vorstand (Management) | |
|---|---|
| Niels H. Hansen | Vorstand.. |
| Luis Rauch | |
| Aufsichtsrat (Directors) | |
|---|---|
| Dr. Joachim Girg | Aufsicht.. |
| Roland Chmiel | |
| Reinhold Grothus | |
| Nils Hansen | |
| Harald Januszewski | |
| Anja Krusel | |
| Rainer Metzner | |
| Dr. Rolf Schwedhelm | |
| Volker Woyke | |
Beteiligungen
| Unternehmen | Bet. |
|---|