„Wer sagt, wie viel ein US-Dollar wert ist?“

Einfach gefragt
„Wer sagt, wie viel ein US-Dollar wert ist?“

Bes­timmt der Präsi­dent der USA den Umtauschkurs des US-Dol­lars? Diese Ver­mu­tung drängte der US-Wahlkampf auf, denn je nach Umfrage, welch­er Kan­di­dat ger­ade vorne lag, fiel oder stieg der Wert des US-Dol­lars gegenüber anderen Währun­gen.

Richtig ist aber: Wie viel der US-Dol­lar etwa gegenüber dem Euro wert ist, wird durch Ange­bot und Nach­frage an Börsen ermit­telt, ähn­lich wie bei Aktien. Bei der soge­nan­nten Preis­notierung wird angegeben, wie viel die aus­ländis­che Währung in inländis­ch­er Währung kostet. So heißt es etwa, dass 1 US-Dol­lar dem Wert von 0,9 Euro entspricht. Bei der Men­gen­notierung wird dage­gen gesagt, wie viel Fremd­währung für eine Lan­deswährung zu haben ist. Im Beispiel gäbe es für 1 Euro dann 1,11 US-Dol­lar.

Doch wonach richt­en sich die Kursver­hält­nisse der Währun­gen? Die the­o­retis­che Antwort: Wer­den etwa in den USA und im Euro-Raum die gle­ichen Pro­duk­te in der gle­ichen Menge gekauft und in einen Korb gelegt, muss der Wech­selkurs zwis­chen Euro und US-Dol­lar so sein, dass der vom Käufer zu leis­tende finanzielle Aufwand in bei­den Län­dern gle­ich hoch ist. Mit anderen Worten: Der Wech­selkurs gibt an, in welchem Ver­hält­nis die Güter­preise in ver­schiede­nen Län­dern zueinan­der ste­hen. So weit die The­o­rie. Doch in der Prax­is wer­den US-Dol­lars nicht nur zum Bezahlen von Gütern aus­ge­tauscht. Viel größer ist der Währung­shan­del für Finanzgeschäfte. Wollen so etwa mehr Anleger mit Euro in den USA Zinspa­piere kaufen, als umgekehrt Amerikan­er mit US-Dol­lar Zinspa­piere in Euro-Land wollen, dann über­wiegt die Nach­frage nach US-Dol­lars das Ange­bot an US-Dol­lars. Und dann steigt der Preis des US-Dol­lars gerech­net in Euro.

Wie begehrt Zinspa­piere in den USA für Anleger weltweit sind, das hängt wiederum auch von der Poli­tik ab – und vom US-Präsi­den­ten!