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Von A wie Antrag bis Z wie Zinsen Was ist ein Girokonto?

Geschätzte Lesedauer: 8 Minuten
Icon JuniorGiro

Kon­to für Min­der­jäh­ri­ge
Eini­ge Ban­ken bie­ten auch für jün­ge­re Ver­brau­cher Kon­ten an. Das com­di­rect Junior­Gi­ro ist ein Bei­spiel dafür. Die­ses Kon­to ist für Kin­der und Jugend­li­che von 7 bis 18 Jah­ren kos­ten­los ver­füg­bar. Der gro­ße Unter­schied: Das Kon­to funk­tio­niert auf Gut­ha­ben­ba­sis, d. h. es kann nicht über­zo­gen wer­den und somit nicht in ein Minus gera­ten. Außer­dem kön­nen die Über­wei­sungs­li­mits ange­passt wer­den. Min­der­jäh­ri­ge wer­den so vor Ver­schul­dung geschützt.

In Deutsch­land wur­den 2016 mehr als 100 Mil­lio­nen Giro­kon­ten genutzt. Das heißt: Jeder Bun­des­bür­ger hat im Durch­schnitt 1,25 Giro­kon­ten, denn das Giro­kon­to gehört zum All­tag der Men­schen. Das eige­ne Kon­to ist die Vor­aus­set­zung dafür, dass wir täg­lich ein­kau­fen, unse­re Arbeit­ge­ber unse­re Löh­ne über­wei­sen und wir Bar­geld am Auto­ma­ten abhe­ben kön­nen.

Um her­aus­zu­fin­den, wel­ches Giro­kon­to das rich­ti­ge für Sie ist, haben wir alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen und Tipps rund um das The­ma für Sie zusam­men­ge­stellt. Aber erst ein­mal einen Schritt zurück: Was ist ein Giro­kon­to über­haupt?

Girokonto − Definition und Funktionen

Mit einem Giro­kon­to kön­nen Kon­to­in­ha­ber Geld über­wei­sen, Geld erhal­ten, bar­geld­los bezah­len oder Bar­geld am Geld­au­to­ma­ten abhe­ben. Heut­zu­ta­ge ist der Zugang zum Online-Ban­king meist Stan­dard für Giro­kon­ten und ein Groß­teil der Giro­kon­to­be­sit­zer führt sei­ne Kon­ten online. Es ist für jeden voll­jäh­ri­gen Bür­ger mit eige­nen Ein­künf­ten geeig­net.

Abhän­gig vom Kon­to­mo­dell und der kon­to­füh­ren­den Bank ist ein Giro­kon­to kos­ten­los oder es wird ein Ent­gelt erho­ben. Online-Giro­kon­ten sind meist die güns­tigs­te Vari­an­te, da hier für die Ban­ken der gerings­te Ver­wal­tungs­auf­wand ent­steht. Die­sen Vor­teil geben sie meist in Form von Giro­kon­ten ohne Ent­gelt an ihre Kun­den wei­ter.

Bevor Sie ein Giro­kon­to eröff­nen, soll­ten Sie die Kos­ten ver­glei­chen.

Arten von Girokonten

Giro­kon­ten gibt es in ver­schie­de­nen Aus­füh­run­gen oder Preis­mo­del­len, sie unter­schei­den sich aber nicht in ihren Grund­funk­tio­nen: der Teil­nah­me am bar­geld­lo­sen Zah­lungs­ver­kehr und Bar­geld­be­zug.

  • Gehalts­kon­to: Das soge­nann­te „Gehalts­kon­to“ ist ein Giro­kon­to, auf das der Lohn über­wie­sen wird. Oft­mals machen Ban­ken die kos­ten­lo­se Kon­to­füh­rung von der Höhe der regel­mä­ßi­gen Geld­ein­gän­ge abhän­gig.
  • Pri­vat­gi­ro­kon­to: Die­se Giro­kon­to-Vari­an­te muss nicht zwin­gend für Lohn­ein­gän­ge genutzt wer­den, steht aber auch für den Zah­lungs­ver­kehr zur Ver­fü­gung.
  • Gut­ha­ben­kon­to: Die­se Kon­to­form funk­tio­niert nur auf Gut­ha­ben­ba­sis. Über­zie­hun­gen oder ein­ge­räum­te Über­zie­hun­gen (Dis­po­si­ti­ons­kre­di­te) sind nicht mög­lich.
  • Gemein­schafts­kon­to: Ein Gemein­schafts­kon­to ist ein Giro­kon­to, das von meh­re­ren Per­so­nen mit glei­chen Rech­ten und Pflich­ten genutzt wer­den kann. Das Gemein­schafts­kon­to ist als „Und-Kon­to” oder „Oder-Kon­to” mög­lich. Bei einem „Und-Kon­to” muss jeder Kon­to­in­ha­ber bei Trans­ak­tio­nen zustim­men. Bei einem „Oder-Kon­to” kann jeder Kon­to­in­ha­ber im Rah­men sei­ner Rech­te und Pflich­ten selbst­stän­dig über das Kon­to ver­fü­gen.
Icon P-Konto

Was ist ein P-Kon­to?
Ein soge­nann­tes „P-Kon­to“ ist ein Giro­kon­to, das einen Pfän­dungs­schutz ent­hält. Schuld­ner kön­nen bei einer vor­lie­gen­den Pfän­dung bei Gericht oder dem Gläu­bi­ger bean­tra­gen, dass ihnen beim Pfän­den ein bestimm­ter Geld­be­trag zur Exis­tenz­si­che­rung ver­bleibt. Die­ser Betrag steht dem Schuld­ner dann auf sei­nem P-Kon­to zur Ver­fü­gung. Er darf nicht gepfän­det wer­den.

So können Sie ein Girokonto eröffnen

Ein Giro­kon­to kön­nen Sie online oder in einer Bank­fi­lia­le eröff­nen. Eini­ge Ban­ken, soge­nann­te Direkt­ban­ken, bil­den eine Aus­nah­me, da sie ohne klas­si­sche Filia­len aus­kom­men. Hier fin­det der Pro­zess aus­schließ­lich online statt.

Bei der Eröff­nung eines Giro­kon­tos gehen Sie so vor:

  • Ver­glei­chen Sie die Kon­di­tio­nen ver­schie­de­ner Anbie­ter hin­sicht­lich fol­gen­der Merk­ma­le:
    • Kon­to­füh­rungs­ent­gel­te
    • Ser­vice
    • Kün­di­gungs­frist
    • Zin­sen
    • Geld­au­to­ma­ten in Ihrer Nähe
    • Kos­ten­lo­se Aus­zah­lung inner­halb der EU oder welt­weit
  • Wäh­len Sie die gewünsch­te Bank aus
  • Stel­len Sie Ihren Antrag auf ein Giro­kon­to online oder suchen Sie eine Bank­fi­lia­le auf
  • Für den Online-Antrag erfolgt eine Iden­ti­fi­ka­ti­on per Post­Ident oder VideoI­dent. Hier­für benö­ti­gen Sie Ihren Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass.
    • Beim Post­Ident Ver­fah­ren wen­den Sie sich an eine Post­fi­lia­le in Ihrer Nähe. Dort legi­ti­mie­ren Sie sich mit dem Aus­weis­do­ku­ment. Die Filia­le bestä­tigt Ihre Iden­ti­tät in einem For­mu­lar und schickt die Bestä­ti­gung mit Ihrem Antrag an die Bank.
    • Beim VideoI­dent Ver­fah­ren benö­ti­gen Sie ledig­lich einen Com­pu­ter, ein Tablet oder ein Smart­pho­ne, jeweils mit Kame­ra. Mit einem Video­te­le­fo­nat und einer siche­ren Ver­bin­dung kön­nen Sie dann direkt durch einen Bank­mit­ar­bei­ter Ihre Iden­ti­tät fest­stel­len las­sen.
  • Nach dem Ein­gang Ihres Antra­ges wird die­ser bear­bei­tet. Zuvor führt die Bank eine Boni­täts­prü­fung durch und holt Ihre SCHUFA-Aus­kunft ein. Nach erfolg­rei­cher Prü­fung wird Ihr Kon­to eröff­net. In der Regel erhal­ten Sie nach eini­gen Werk­ta­gen Ihre Unter­la­gen und Karte(n). Eine Aus­nah­me bil­den Basis- und Gut­ha­ben­kon­to. Hier ist kei­ne SCHUFA-Aus­kunft nötig, da die Boni­tät für die Eröff­nung kei­ne Rol­le spielt.
Icon comdirect Girocard

com­di­rect giro­card (Debit­kar­te)
Mit der com­di­rect giro­card (Debit­kar­te) kön­nen Kun­den kos­ten­los Geld an allen Geld­au­to­ma­ten der Com­merz­bank, der Deut­schen Bank, der Hypo­Ver­eins­bank und der Post­bank abhe­ben. Dar­über hin­aus gibt es die Mög­lich­keit, Bar­geld an teil­neh­men­den Shell-Tank­stel­len sowie bei aus­ge­wähl­ten Han­dels­part­nern zu bezie­hen.

Hinweis: Girokonto nicht automatisch mit Dispositionskredit

Ein Dis­po­si­ti­ons­kre­dit (ein­ge­räum­te Über­zie­hung) wird nicht immer auto­ma­tisch bei einem Giro­kon­to zur Ver­fü­gung gestellt. Wer die­se Opti­on nut­zen möch­te, kann das meist bei der Eröff­nung des Giro­kon­tos aus­wäh­len. Eine nach­träg­li­che Bean­tra­gung ist eben­falls mög­lich. Die Höhe der ein­ge­räum­ten Über­zie­hung (des Dis­po­si­ti­ons­kre­di­tes) ist abhän­gig von der Boni­tät des Kun­den. Meist rich­tet sich die ein­ge­räum­te Über­zie­hung nach der Höhe der monat­li­chen Geld­ein­gän­ge.

Wenn Sie ein Giro­kon­to ohne Dis­po­si­ti­ons­kre­dit eröff­nen, kön­nen Sie mit dem Kon­to im Rah­men der gedul­de­ten Über­zie­hung trotz­dem „ins Minus“ gehen, aller­dings meist zu einem deut­lich höhe­ren Zins­satz. Dies hängt jedoch von Ihrer Bank ab, denn eine Bank muss eine Über­zie­hung nicht dul­den. Mehr Infos dazu fin­den Sie im Kapi­tel „Das Giro­kon­to überziehen: wenn das Kon­to ‚im Minus‘ ist“.

Girokonto ohne Schufa: Ist das möglich?

Die SCHUFA-Prü­fung ist bei den meis­ten Ban­ken ein wich­ti­ger Bestand­teil der Kon­to­er­öff­nung. Auf Basis die­ser Kon­trol­le kön­nen Ban­ken prü­fen, wie hoch die Kre­dit­wür­dig­keit und ins­be­son­de­re das Aus­fall­ri­si­ko des Antrag­stel­lers ist. Damit mini­miert sich das Risi­ko für Ban­ken, dass z. B. ein genutz­ter Kre­dit nicht zurück­ge­zahlt wer­den kann.

Es gibt bei eini­gen Anbie­tern auch die Mög­lich­keit, ein Gut­ha­ben­kon­to ein­zu­rich­ten. Auf die­se Wei­se erhal­ten Sie ein Giro­kon­to ohne SCHUFA-Aus­kunft. Möch­ten Sie jedoch ein Giro­kon­to mit Dis­po­si­ti­ons­kre­dit (ein­ge­räum­te Über­zie­hung) nut­zen, erfolgt im Vor­feld immer eine Boni­täts­prü­fung. Somit gibt es kein Giro­kon­to mit Dis­po­si­ti­ons­kre­dit ohne SCHUFA-Aus­kunft.

Das Basiskonto

In Deutsch­land sind Kre­dit­in­sti­tu­te gesetz­lich dazu ver­pflich­tet, jedem Bür­ger ein Giro­kon­to anzu­bie­ten. Damit möch­te die Kre­dit­wirt­schaft dem Anspruch nach­kom­men, dass jede „natür­li­che” Per­son in Deutsch­land ein Kon­to füh­ren kann, unab­hän­gig von ihrer Natio­na­li­tät oder der Boni­tät. Eine natür­li­che Per­son ist jeder Mensch, der Rech­ten und Pflich­ten unter­stellt ist. Das Gegen­teil ist eine juris­ti­sche Per­son, also zum Bei­spiel eine Orga­ni­sa­ti­on, ein Ver­ein oder ähn­li­ches.

Mit dem Basis­kon­to wur­de die­se Ver­pflich­tung umge­setzt. Dabei han­delt es sich um ein Gut­ha­ben­kon­to, das für Über­wei­sun­gen oder Last­schrif­ten genutzt wer­den kann. Jeder Bür­ger in Deutsch­land kann auf die­se Wei­se am bar­geld­lo­sen Zah­lungs­ver­kehr teil­neh­men. Zah­lungs­auf­trä­ge oder Abbu­chun­gen kön­nen aber nur erfol­gen, solan­ge das Kon­to aus­rei­chen­des Gut­ha­ben auf­weist. Eine Über­zie­hung oder eine ein­ge­räum­te Über­zie­hung (Dis­po­si­ti­ons­kre­dit) sind nicht mög­lich.

Die girocard (Debitkarte): Ihr Zugang zum bargeldlosen Zahlen

Die giro­card ist eine Bank­kar­te für Ihr Giro­kon­to. Sie ermög­licht es Ihnen, bar­geld­los zu bezah­len. Außer­dem kön­nen Sie mit der giro­card Geld am Auto­ma­ten abhe­ben. Abhän­gig von der Bank kön­nen beim Bar­geld­be­zug am Geld­au­to­ma­ten Ent­gel­te anfal­len. Im All­tag wird die giro­card auch als „EC-Kar­te“ bezeich­net. Dabei han­delt es sich eigent­lich um den Vor­gän­ger der giro­card, die sich aus den „euro­che­ques“ ent­wi­ckelt hat. Heu­te ist nur noch die giro­card im Ein­satz.

Tipp: Ach­ten Sie beim Bean­tra­gen Ihres Giro­kon­tos dar­auf, an wel­chen Geld­au­to­ma­ten Sie kos­ten­frei Bar­geld abhe­ben kön­nen. Durch den kos­ten­lo­sen Bar­geld­be­zug kön­nen Sie jähr­lich deut­lich Kos­ten ein­spa­ren.

Der Unterschied: Kreditkarte vs. girocard

Die giro­card ist direkt mit Ihrem Giro­kon­to ver­knüpft. Beträ­ge, die Sie damit bezah­len, wer­den zeit­nah von Ihrem Kon­to abge­bucht. Somit han­delt es sich bei die­sen Zah­lungs­vor­gän­gen nicht um einen Kre­dit, son­dern um ein Last­schrift­ver­fah­ren: Sie gestat­ten Händ­lern bei der Nut­zung der giro­card, den Rech­nungs­be­trag von Ihrem Kon­to ein­zu­zie­hen.

Eine Kre­dit­kar­te gewährt Ihnen im Unter­schied zur giro­card einen kurz­fris­ti­gen Kre­dit. Das bedeu­tet, dass bei einer Zah­lung mit der Kre­dit­kar­te zunächst nur Ihr Kre­dit­kar­ten­kon­to belas­tet wird. Ihr Giro­kon­to bleibt davon erst ein­mal unbe­rührt. Sie kön­nen somit theo­re­tisch noch bezah­len, auch wenn das Gut­ha­ben Ihres Giro­kon­tos erschöpft ist. Erst mit der Kre­dit­kar­ten­ab­rech­nung, die meist 1 x pro Monat erfolgt, wird der Gesamt­be­trag Ihrer Kre­dit­kar­ten­rech­nung von Ihrem Giro­kon­to abge­bucht. Kre­dit­kar­ten wer­den in fast allen Län­dern akzep­tiert und kön­nen auch für Hotel- oder Miet­wa­gen­bu­chun­gen genutzt wer­den.

Eine Aus­nah­me bil­den soge­nann­te „Debit­kar­ten“. Damit kön­nen Kun­den per Kre­dit­kar­te bezah­len. Der fäl­li­ge Betrag wird aber wie bei einer giro­card direkt vom mit der Kre­dit­kar­te ver­knüpf­ten Giro­kon­to abge­bucht. Debit­kar­ten haben kein Kre­dit­kar­ten­kon­to.

Zu den bekann­ten Kre­dit­kar­ten­an­bie­tern gehö­ren Visa-Kar­te (Kre­dit­kar­te), Mas­ter­card oder Ame­ri­can Express.

Hin­weis: Gestat­tet die Bank eine Über­zie­hung nicht und for­dert eine Rück­zah­lung, soll­te der Kun­de die­ser For­de­rung mög­lichst schnell nach­ge­hen. Ansons­ten liegt ein Ver­trags­bruch vor, der zur Kün­di­gung des Giro­kon­tos füh­ren kann. In die­sem Fall kann das nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf Ihre Boni­tät haben. Des­halb soll­ten Sie bei allen Zah­lun­gen immer dar­auf ach­ten, dass Ihr Giro­kon­to über eine aus­rei­chen­de Deckung ver­fügt. Zudem spa­ren Sie sich auf die­se Wei­se die Ent­gel­te für eine Rück­bu­chung.

Das Girokonto überziehen: wenn das Konto „im Minus“ ist

Um Kun­den die wei­te­re Teil­nah­me am Zah­lungs­ver­kehr zu ermög­li­chen, obwohl auf dem Kon­to kein Geld mehr vor­han­den ist, kön­nen Ban­ken für das Giro­kon­to einen soge­nann­ten „Dis­po­si­ti­ons­kre­dit“ (ein­ge­räum­te Kon­to­über­zie­hung) ein­räu­men, umgangs­sprach­lich Dis­po und zukünf­tig ein­ge­räum­te Über­zie­hung genannt. Dabei han­delt es sich um einen Kre­dit ohne fest­ge­leg­te Lauf­zeit. Er ermög­licht den Bank­kun­den, in einem fest­ge­leg­ten Rah­men das Kon­to auch bei nega­ti­vem Kon­to­stand zu nut­zen. Wird der Dis­po­si­ti­ons­kre­dit (ein­ge­räum­te Kon­to­über­zie­hung) genutzt, erhe­ben Ban­ken dafür varia­ble (Soll-) Zin­sen.

Den Rah­men des Dis­po­si­ti­ons­kre­di­tes (ein­ge­räum­te Kon­to­über­zie­hung) kön­nen Sie in der Regel eben­falls mit Ihrer Bank indi­vi­du­ell und abhän­gig von der Boni­tät ver­ein­ba­ren. Grund­sätz­lich kön­nen Ban­ken die Höhe des Dis­po­si­ti­ons­kre­di­tes (ein­ge­räum­te Kon­to­über­zie­hung) unter Berück­sich­ti­gung der schutz­wür­di­gen Inter­es­sen jeder­zeit anpas­sen oder den Kre­dit kün­di­gen.

Geben Kun­den mit Ihrer giro­card über ihr Kon­to­gut­ha­ben bzw. über den Dis­po­si­ti­ons­kre­dit (ein­ge­räum­te Kon­to­über­zie­hung) hin­aus Geld aus, han­delt es sich um eine gedul­de­te Über­zie­hung des Giro­kon­tos. Über­zie­hun­gen kann die Bank dul­den, muss sie aber nicht. Es han­delt sich dabei nicht um eine fest­ge­leg­te Sum­me wie bei einem Dis­po­kre­dit (ein­ge­räum­te Kon­to­über­zie­hung). Wie weit das Kon­to ins Minus gehen darf, hängt von der Boni­tät und der Höhe der regel­mä­ßi­gen Geld­ein­gän­ge des Kun­den ab. Über­zie­hen Sie Ihr Giro­kon­to, liegt es immer im Ermes­sen der Bank, ob das gedul­det wird oder nicht. Einen Anspruch dar­auf haben Kon­to­in­ha­ber nicht. Für eine gedul­de­te Über­zie­hung ent­ste­hen Zin­sen, die im Gegen­satz zu den Dis­po­kre­dit­zin­sen meist deut­lich höher sind. Über­zie­hen Sie Ihr Giro­kon­to , wer­den zum Bei­spiel abge­buch­te Beträ­ge zurück­ge­bucht oder die Bank for­dert den Kun­den auf, die Über­zie­hung in einer bestimm­ten Frist aus­zu­glei­chen. Für Rück­bu­chun­gen ent­ste­hen Kos­ten.

Icon Hammer Gesetz

Gesetz­li­che Unter­stüt­zung bei Kon­to­wech­sel
Seit dem 18.09.2016 sind Ban­ken gesetz­lich dazu ver­pflich­tet, Ver­brau­cher beim Kon­to­wech­sel zu unter­stüt­zen. Im Rah­men der Unter­stüt­zung infor­miert die neue Bank zum Bei­spiel Zah­lungs­part­ner über die neue Kon­to­ver­bin­dung.

Girokonto wechseln: Welche Gründe gibt es und wie funktioniert der Wechsel?

Der Wunsch, das Giro­kon­to zu wech­seln, kann ver­schie­de­ne Grün­de haben:

  • Die bis­he­ri­ge Bank ver­langt für die Kon­to­füh­rung Ent­gel­te
  • Das Online-Ban­king-Ange­bot ist nicht aus­rei­chend
  • Zu wenig Geld­au­to­ma­ten für kos­ten­lo­se Bar­geld­ab­he­bung in der Nähe
  • Die Ent­gel­te für das Giro­kon­to sind zu hoch
  • Der Ser­vice der aktu­el­len Bank reicht nicht aus

Möch­ten Sie Ihr Giro­kon­to wech­seln, soll­ten Sie dabei auf eini­ge Aspek­te ach­ten, damit der Über­gang zur neu­en Bank rei­bungs­los abläuft.

Girokonto wechseln: Was muss ich beachten?

  • Suchen Sie sich bereits vor der Kün­di­gung eine neue Bank, bei der Sie Ihr Giro­kon­to eröff­nen wol­len
  • Eröff­nen Sie zuerst das neue Giro­kon­to
  • Geben Sie bei den wich­ti­gen Stel­len wie Arbeit­ge­ber, dem Finanz­amt oder Ihren Ener­gie­ver­sor­gern die neue Bank­ver­bin­dung an
  • Ändern Sie bestehen­de Dau­er­auf­trä­ge und Ein­zugs­er­mäch­ti­gun­gen und rich­ten Sie die­se für die neue Bank­ver­bin­dung ein
  • Über­prü­fen Sie für einen Zeit­raum von 2 Mona­ten, ob alle regel­mä­ßi­gen Abbu­chun­gen kor­rekt erfolgt sind
  • Hat alles rei­bungs­los funk­tio­niert, kön­nen Sie Ihr altes Giro­kon­to kün­di­gen. Der Wech­sel ist dann kom­plett.

Checkliste Girokontowechsel

  • Wel­che regel­mä­ßi­gen Ein­gän­ge, Dau­er­auf­trä­ge und Last­schrift­ein­zü­ge gibt es auf dem alten Kon­to?
  • Sind die Bank­ver­bin­dun­gen geän­dert?
    • Arbeit­ge­ber
    • ande­re Ban­ken (für Zins­zah­lun­gen, Divi­den­den etc.)
    • Ver­si­che­run­gen
    • Finanz­amt
    • Ener­gie­ver­sor­ger
    • Mobil­funk­an­bie­ter
    • Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter
    • Kin­der­gar­ten
    • GEZ
    • Kre­dit­kar­ten­an­bie­ter
  • Sind Dau­er­auf­trä­ge auf dem neu­en Kon­to ein­ge­rich­tet?

Tipp: Las­sen Sie das alte Kon­to am bes­ten 2 Mona­te wei­ter­lau­fen, um Mah­nun­gen oder Last­schrift­rück­ga­ben zu ver­mei­den.

Das Girokonto auflösen: kostenlos und jederzeit möglich

Sie haben jeder­zeit die Mög­lich­keit, Ihr Kon­to zum Monats­en­de zu kün­di­gen. Eine gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Kün­di­gungs­frist gibt es hier­für nicht. Aller­dings legen Ban­ken in ihren AGB meis­tens Fris­ten fest, die Sie im Ver­trag nach­le­sen kön­nen. Die Kün­di­gungs­frist für Ihr Kon­to darf jedoch nie mehr als 1 Monat betra­gen.

Das müs­sen Sie beach­ten, wenn Sie Ihr Giro­kon­to auf­lö­sen:

  • Recht­lich ist ein Kün­di­gungs­schrei­ben mit Unter­schrift für Kon­to­kün­di­gun­gen zwar nicht vor­ge­schrie­ben, oft wird dies aber in den Ver­trags­be­din­gun­gen der Bank ver­langt. Prü­fen Sie Ihren Ver­trag auf die Form der Kün­di­gung.
  • Ist Ihr Ver­trag nach dem 30. Sep­tem­ber 2016 neu abge­schlos­sen wor­den, reicht es, wenn Sie die Kün­di­gung in Text­form ohne Unter­schrift ein­rei­chen. Das kann zum Bei­spiel eine ein­fa­che Email oder eine SMS sein, sofern die Bank einen ent­spre­chen­den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal zur Ver­fü­gung stellt. Die Bank kann nach­träg­lich eine Bestä­ti­gung durch Ori­gi­nal­un­ter­schrift ver­lan­gen.
  • Nach dem Erhalt der Kün­di­gung wird Ihr Kon­to zum gewünsch­ten Ter­min auf­ge­löst
  • Ist Gut­ha­ben auf Ihrem Giro­kon­to, wird es ent­we­der auf das neue Kon­to über­wie­sen oder Sie bekom­men es in der Bank aus­ge­zahlt
  • Ist Ihr Giro­kon­to im nega­ti­ven Soll­sal­do, müs­sen Sie es aus­glei­chen, bevor Sie Ihr Giro­kon­to auf­lö­sen kön­nen

Wich­tig: Auch Ihre Bank kann Ihnen das Kon­to kün­di­gen. Hier­bei gilt eine gesetz­li­che Kün­di­gungs­frist von min­des­tens 2 Mona­ten.

FAQ Girokonto

Was ist ein Girokonto?

Ein Giro­kon­to ist ein Bank­kon­to, mit dem Sie Ihren Zah­lungs­ver­kehr regeln kön­nen und über das Sie Bar­geld erhal­ten.

Wie kann ich ein Girokonto eröffnen?

Die Eröff­nung kann online oder in einer Bank­fi­lia­le erfol­gen.

Welche Voraussetzungen gelten für die Eröffnung eines Girokontos?

In der Regel gel­ten Voll­jäh­rig­keit, fes­ter Wohn­sitz in Deutsch­land, mög­lichst regel­mä­ßi­ge Ein­künf­te und eine aus­rei­chen­de Boni­tät als Vor­aus­set­zun­gen für die Eröff­nung eines Giro­kon­tos. Es gibt aber auch Aus­nah­men, in denen Min­der­jäh­ri­ge ein Giro­kon­to bekom­men kön­nen. Zusätz­lich gibt es das soge­nann­te Basis­kon­to, durch das jeder Ver­brau­cher in Deutsch­land per Gesetz das Recht auf eine eige­ne Kon­to­ver­bin­dung hat. Hier­bei sind die Boni­tät und ein regel­mä­ßi­ges Ein­kom­men nicht aus­schlag­ge­bend.

Wann kann ich das Girokonto kündigen?

Das geht jeder­zeit, wobei die Kün­di­gungs­frist maxi­mal 1 Monat beträgt.

Was ist eine girocard?

Mit die­ser Bank­kar­te kön­nen Kon­to­in­ha­ber in Deutsch­land und im euro­päi­schen Aus­land am bar­geld­lo­sen Zah­lungs­ver­kehr teil­neh­men d.h. in Geschäf­ten bezah­len oder Bar­geld am Geld­au­to­ma­ten abhe­ben.

Was ist ein Dispositionskredit (eingeräumte Kontoüberziehung)?

Das ist eine von der Bank ein­ge­räum­te Kre­dit­li­nie ohne fes­te Lauf­zeit. Zin­sen ent­ste­hen erst und nur dann, wenn der Dis­po­si­ti­ons­kre­dit genutzt wird. Mit einem Dis­po­si­ti­ons­kre­dit (ein­ge­räum­te Kon­to­über­zie­hung) kön­nen Ver­brau­cher ihr Giro­kon­to wei­ter nut­zen, auch wenn der Kon­to­stand nega­tiv ist.