Hans-Dieter Schulz, Mitherausgeber der 'Hoppenstedt-Charts' und L. Mathes analysieren für compass die Weltbörsen

Analyse von H.-D. Schulz DAX: Allzeithoch in Reichweite

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Hans‐Dieter Schulz

Der Mitherausgeber der Hoppenstedt‐Charts und L. Mathes analysieren für das Magazin die Weltbörsen.

Während sich wichtige Konjunkturdaten weiter eintrübten, eroberte der Deutsche Aktienindex Anfang November die 13.000er-Marke zurück und verharrt seitdem knapp unter seinem Allzeithoch. Die Lage bleibt zerrissen: Bei mehreren wichtigen Schlüsselbranchen drohen sinkende Gewinne, doch Aktien bleiben auch das zentrale Instrument, überhaupt noch eine nennenswerte Rendite zu erwirtschaften. Folglich behauptet der DAX sein hohes Niveau. Wie steht die Chance für eine Jahresendrally?

Der DAX‐Chart seit Sommer dieses Jahres erinnert erfahrene Beobachter unwillkürlich an André Kostolanys viel zitierte „Mauer der Angst“, an der die Aktienkurse immer dann emporklettern, wenn keiner damit rechnet. Seit Mitte 2018 kam es schon ganz schön dicke: massive Belastungsfaktoren wie Handelskrieg, Brexit, drohende Rezessionsgefahr in Kerneuropa und zuletzt einsetzende Entlassungswellen bei wichtigen europäischen Schlüsselbranchen, namentlich bei Banken und Autobauern. Und der DAX? Er stieg und stieg. Seit Anfang des Jahres können sich Anleger über 26 % Kursplus freuen. Mitte Oktober überwand der deutsche Aktienmarkt eine zentrale Widerstandslinie bei 12.500 Zählern und gab damit ein Kaufsignal. Der Weg ist nun frei bis zur nächsthöheren grau eingezeichneten Widerstandszone im Bereich um 13.500 Punkte. Das Allzeithoch aus dem Januar 2018 liegt bei 13.560 Punkten. Darüber wäre der Weg nach oben frei. Knapp darunter befindet sich der DAX und konsolidiert seit zwei Wochen. Die Anleger warten nun darauf, ob es nachzukaufen oder aufzugeben gilt. Der saisonale Faktor spricht für eine Fortsetzung des Anstiegs.

Das Allzeithoch bei 13.560 Punkten in Reichweite

Der Haupt‐Rückenwind kommt aus den USA, wo in selten zu beobachtendem Einklang S&P, Nasdaq und Dow allesamt Ende Oktober auf neue Hochs vorstießen. In den Vereinigten Staaten stützt vor allem der positive Arbeitsmarkt die Aussichten der dort viel mehr konsumorientierten Wirtschaft. Auch die Investitionen dort zeigen sich trotz Handelsstreit erstaunlich robust. Hier zeigen sich womöglich bereits erste Erfolge von Trumps „America first“-Politik. Gemessen daran hätte der DAX also trotz des erheblichen Anstieges seit seinem Einbruch Mitte August bis hinunter auf 11.500 Punkte noch Nachholpotenzial. Der Weg nach oben wird frei, wenn er die grau eingezeichnete Widerstandsmarke bei 13.560 Punkten nach oben zu knacken vermag. Nach unten hingegen hat der DAX inzwischen viel Puffer aufgebaut: Bevor sich das Chartbild eintrübt, müssten die deutschen Standardwerte unter den nächsttieferen Support bei 12.500 Punkten fallen. Ein solcher Rückfall erscheint gegenwärtig unwahrscheinlich. Für Investoren heißt das: Gewinne weiterhin laufen lassen und gegebenenfalls für gut gelaufene Einzelwerte die Stop‐Loss‐Limits nachziehen.

DAX: Allzeithoch in Reichweite
Referenzzeitraum: 19.11.2014 bis 19.11.2019. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung; Quelle: comdirect
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