Magisches Dreieck der Geldanlage

Geldanlage Das magische Dreieck der Geldanlage

Geschätzte Lesedauer: 4 Minuten

In Zeiten historisch niedriger Zinsen stellen sich vor allem Privatanleger immer mehr die Frage, wie sie ihr Geld sinnvoll anlegen können. Ob Festgeld oder Tagesgeld, Sparbuch, Unternehmens‐ oder Staatsanleihen, Aktien, ETFs oder Immobilien – jede Anlageform weist individuelle Vor‐ und Nachteile auf. Für Anleger ist es dabei wichtig, die Anlageklassen auf die persönlichen Erwartungen an Ertrag bzw. Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit zu wählen. Da diese Kriterien in einem natürlichen Zielkonflikt zueinanderstehen, fällt die richtige Entscheidung nicht immer leicht. Das sogenannte magische Dreieck der Geldanlage verdeutlicht diesen Konflikt und hilft dabei, eine fundierte Anlageentscheidung zu treffen.

In diesem Beitrag gehen wir auf die Bedeutung des magischen Dreiecks für Anleger ein, nennen Beispiele für Spannungskonflikte und zeigen Ihnen, wie Sie das magische Dreieck der Geldanlage sinnvoll für Ihre Anlageentscheidung nutzen können.

Was ist das magische Dreieck der Geldanlage?

Das magische Dreieck der Geldanlage bietet Anlegern durch die Beschreibung der 3 Faktoren „Ertrag“, „Sicherheit“ und „Verfügbarkeit“ einen wichtigen Anhaltspunkt zur Beurteilung von Anlageklassen. Die Visualisierung dieser Faktoren erfolgt in der Finanzwirtschaft in Form eines Dreiecks: dem magischen Dreieck der Geldanlage.

Magisches Dreieck der Geldanlage
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Das magische Dreieck der Geldanlage erlaubt es dem Anleger, Anlageformen zu beurteilen und entsprechend dem persönlichen Risiko‐ und Erwartungsprofil zu gewichten. Dabei ist vor allem eine Erkenntnis wichtig: Jede Anlageform bildet stets einen Kompromiss zwischen den verschiedenen Faktoren ab. Keine erfüllt den Anspruch, alle Ziele zu erfüllen, das heißt Sicherheit zu garantieren und gleichzeitig einen maximalen Ertrag sowie eine Rund‐um‐die‐Uhr‐Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Die 3 erstrebenswerten Faktoren des magischen Dreiecks im Überblick:

Der Ertrag einer Anlage ist häufig auch unter dem Begriff Rendite bekannt und beschreibt die prozentuale, jährliche Wertsteigerung einer Kapitalanlage – ihre Rentabilität. Ein Beispiel: Eine Geldanlage mit einer Rendite von 5 % p.a. bedeutet, dass der Anleger über die gesamte Laufzeit einen nominalen Ertrag von 5 % im Jahr auf das eingesetzte Kapital erwirtschaftet.

Je nach Anlageklasse kommt die Rendite beispielsweise durch eine fest vereinbarte Verzinsung des Geldes, durch Dividendenerträge, Wertsteigerungen von Sachwerten oder Wertpapieren zustande.

Die Sicherheit der Kapitalanlage steht für viele Anleger ganz oben auf der Liste der Prioritäten. Sie ist üblicherweise gegenläufig zur Rentabilität, das bedeutet vereinfacht: Je höher die Chance auf Rendite bei einer Anlageklasse ist, desto geringer ist die Sicherheit. In der Praxis ist jede Anlageform mit einem gewissen Verlustrisiko behaftet. Es gibt zwischen den verschiedenen Formen der Anlage aber erhebliche Unterschiede.

Während Tages‐ und Festgeld traditionell als sicher bewertet werden, können Aktien im Wert schwanken und sind daher unsicherer. Auch innerhalb einer Anlageklasse gibt es aber große Unterschiede in der Sicherheit: Branchen, Unternehmensgröße, tagesaktuelle Entwicklungen und vieles mehr beeinflussen den Wert und die Stabilität der Aktien, was diese Art der Geldanlage nicht ganz trivial macht.

Die Verfügbarkeit einer Geldanlage wird als Liquidität bezeichnet und gibt Aufschluss darüber, wie schnell Sie bei Bedarf auf das angelegte Geld zugreifen können. Während Geld auf dem Giro‐ oder Tagesgeldkonto üblicherweise rund um die Uhr zur Verfügung steht, können Bausparverträge, Immobilien und langfristige Anleihen weniger leicht jederzeit genutzt werden.

Darum stehen die Faktoren des magischen Dreiecks im Konflikt

Die 3 Eckpunkte des magischen Dreiecks stehen grundsätzlich miteinander im Konflikt. Für Anleger bedeutet diese Erkenntnis: Keine Anlageform bildet das Optimum der 3 Faktoren ab. Um die persönlichen finanziellen Ziele zu erreichen, sollten verschiedene Anlageklassen daher sinnvoll miteinander kombiniert werden.

Die folgenden Beispiele zeigen anhand verschiedener Anlageformen das Spannungsverhältnis der Faktoren auf:

Bei Finanzprodukten mit hohen Renditeerwartungen – wie etwa Aktien – besteht das Risiko, dass das Anlageziel nicht erreicht wird. Gegebenenfalls kann es sogar zu Verlusten und im schlimmsten Fall zu einem Totalverlust kommen. Das klassische Sparbuch bietet hingegen eine geringe Chance auf hohe Rendite, gilt durch die Einlagensicherung aber als sicher.

Vermögensanlagen mit hoher Sicherheit und einer festgelegten Renditeerwartung werden häufig für eine bestimmte Laufzeit festgeschrieben und können bei kurzfristigem Liquiditätsbedarf oft nicht ohne Weiteres aufgelöst werden.

Die Investition in langlaufende Unternehmensanleihen kann Renditechancen bieten. Die Regel lautet: Umso länger die Laufzeit, umso höher der Zinssatz. Mit dem langlaufender Unternehmensanleihen sind allerdings auch Risiken des Verlustes verbunden. Gleichzeitig gibt es – wie der Name schon sagt – Einschränkungen in Bezug auf die Liquidität.

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Wie hoch ist das Risiko verschiedener Anlageklassen?

Die Frage nach dem Risiko einer Geldanlage kann nicht mit präzisen Zahlen beantwortet werden. Gerade bei Finanzprodukten wie Aktien gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Branchen und Unternehmen. Anleger sind daher gut beraten, verschiedene Anlageprodukte miteinander zu kombinieren. So kann – je nach persönlichen Zielen und der eigenen Risikobereitschaft – ein sinnvoller Mittelweg zwischen den Eckpunkten des magischen Dreiecks erreicht werden: Ertrag, Sicherheit und Verfügbarkeit.

Mit dem magischen Dreieck zur erfolgreichen Vermögensanlage

Die wichtigste Erkenntnis des magischen Dreiecks lautet: Anleger müssen bei jeder Anlageform Einschränkungen hinnehmen. Steht bei einer Investition die Rendite im Fokus, steigt zwangsläufig das Risiko und Sie müssen auf Sicherheit verzichten. Welcher Schwerpunkt für Sie persönlich sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal sagen und ist sehr individuell von Ihren Zielen und Ihrer Situation abhängig.

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