Mit dem Handy bezahlen: Google Pay

Mit dem Handy bezahlen Google Pay kommt nach Deutschland

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Mit dem Han­dy bezah­len, obwohl bar­geld­lo­ses Bezah­len in Deutsch­land längst nicht so popu­lär ist wie in den USA oder Groß­bri­tan­ni­en? Bar­geld ist immer noch des Deut­schen liebs­tes Kind; so lau­tet das Ergeb­nis einer Umfra­ge des Markt­for­schungs­in­sti­tu­tes For­sa vom Okto­ber 2017. Dem­nach zah­len nur 16 % der Befrag­ten min­des­tens ein­mal täg­lich in einem Laden­ge­schäft bar­geld­los per Geld-, Giro- (Debit-) oder Kre­dit­kar­te.

War­um soll­ten Sie in Deutsch­land mit dem Han­dy bezah­len? Weil es schnell, ein­fach und sicher ist. Mög­lich macht es Goo­g­les mobi­ler Bezahl­dienst Goog­le Pay. Die­ser steht seit Juni 2018 auch in Deutsch­land zur Ver­fü­gung – mit com­di­rect als Launch-Part­ner. Wir erklä­ren, was der Ser­vice bie­tet und wie Sie ihn nut­zen kön­nen.

Was ist Google Pay?

Goog­le Pay ist ein mobi­ler, digi­ta­ler „Geld­beu­tel“. Goog­le hat sei­ne bis­he­ri­gen Bezahl­diens­te Andro­id Pay und Goog­le Wal­let dar­in fusio­niert.

Der Bezahl­dienst ver­wan­delt Ihr Smart­pho­ne in eine vir­tu­el­le Kre­dit­kar­te, die Ihre bereits vor­han­de­ne Kar­te digi­ta­li­siert: So kön­nen Sie Ihre Ein­käu­fe in Super­märk­ten oder ande­ren Ein­kaufs­lä­den, auf Web­sei­ten und Apps mit dem Han­dy bezah­len. In eini­gen Städ­ten las­sen sich bereits Fahr­schei­ne für den öffent­li­chen Nah­ver­kehr mit dem Smart­pho­ne bezah­len. Zudem kann Goog­le Pay auch Bonus­pro­gram­me wie das Pay­back-Pro­gramm ver­wal­ten.

Mit Google Pay bezahlen – In welchen Ländern ist das möglich?

Goog­le Pay, gestar­tet im Sep­tem­ber 2015 in den USA als Andro­id Pay, gewann dort sehr rasch an Popu­la­ri­tät. Im Mai 2016 wur­de es in Groß­bri­tan­ni­en ein­ge­führt und ein hal­bes Jahr spä­ter auch in Neu­see­land, Irland und Japan. Russ­land, Sin­ga­pur, Spa­ni­en und vie­le wei­te­re Län­der folg­ten im Jahr 2017.

Bargeldlos bezahlen in Deutschland – Technische Voraussetzungen

Goog­le Pay gibt es jetzt auch in Deutsch­land. Zur Nut­zung benö­ti­gen Sie die­se 4 Kom­po­nen­ten:

  •  NFC-fähi­ges Smart­pho­ne (Near Field Com­mu­ni­ca­ti­on, Tech­no­lo­gie für draht­lo­sen Daten­aus­tausch), aus­ge­stat­tet mit min­des­tens Andro­id 5.0
  •  Ein Goog­le-Kon­to
  •  Eine Visa-Kar­te (Kre­dit­kar­te) von com­di­rect
  •  Die Goog­le Pay App

Die 5 Vorteile von Google Pay in Deutschland

Goog­le Pay bie­tet Ihnen vie­le Vor­tei­le:

  1. Sie haben Ihr Geld immer „im“ Smart­pho­ne dabei: Sie bezah­len mit dem Han­dy, Porte­mon­naie und Visa-Kar­te (Kre­dit­kar­te) kön­nen zuhau­se blei­ben
  2. Die Zah­lung erfolgt im Hand­um­dre­hen: Sie auto­ri­sie­ren die Zah­lung per Fin­ger­ab­druck oder durch Ein­ga­be Ihrer PIN. Bei einem Betrag unter 25 Euro reicht das ange­schal­te­te Dis­play zur Bezah­lung aus.
  3. Das Bezah­len mit Goog­le Pay ist prak­tisch und geht schnell, über­all dort, wo Sie kon­takt­los mit Visa bezah­len kön­nen
  4. Goog­le Pay ist dank ver­schlüs­sel­ter Zah­lungs­in­for­ma­tio­nen und erfor­der­li­cher Sicher­heits­ein­stel­lun­gen auf Ihrem Smart­pho­ne (z. B. Screen Lock) sicher
  5. Sie erhal­ten sofort eine nach­voll­zieh­ba­re Über­sicht aller Trans­ak­tio­nen in der Goog­le Pay App

Welche Handys eignen sich?

Der Bezahl­dienst unter­stützt alle Smart­pho­nes, die min­des­tens Andro­id in der Ver­si­on 5.0 (Lol­li­pop) instal­liert haben. Ab dem Andro­id-Betriebs­sys­tem 6.0 (Mar­sh­mal­low) lässt sich die Zah­lung per Fin­ger­ab­druck veri­fi­zie­ren. Die Han­dys brau­chen eine Gerä­te­sper­re, die sich durch Zah­len­code, Fin­ger­ab­druck oder Wisch­mus­ter aus­lö­sen lässt.

Goog­le Pay eig­net sich aktu­ell nicht für iPho­nes. Apple blo­ckiert den Zugriff ande­rer Anbie­ter auf das NFC-Modul des iPho­nes.

In 4 Schritten zu Google Pay in Deutschland

Mit den fol­gen­den 4 Schrit­ten gelan­gen Sie zu Goog­le Pay:

comdirect – die vier Schritte zu Google Pay in Deutschland

Schritt 1: Laden Sie die Goog­le Pay App aus dem Goog­le Play Store und instal­lie­ren Sie die­se.

Schritt 2: Geben Sie die Daten Ihrer com­di­rect Visa-Kar­te (Kre­dit­kar­te) ein. Auch eine Visa-Pre­paid-Kar­te ist mit Goog­le Pay kom­pa­ti­bel. Die com­di­rect giro­card (Debit­kar­te) wird der­zeit noch nicht unter­stützt.

Schritt 3: Geben Sie Ihren Akti­vie­rungs­code ein. Die­sen erhal­ten Sie im Per­sön­li­chen Bereich Ihres Kon­tos mit einem Klick auf „Goog­le Pay“ im Menü­punkt „Kon­to & Kar­te“.
Wich­tig: Nach der Anfor­de­rung ist der Akti­vie­rungs­code maxi­mal 24 Stun­den gül­tig. Nach Ablauf die­ser Zeit­span­ne muss der Regis­trie­rungs­pro­zess erneut durch­ge­führt wer­den.

Schritt 4: Goog­le Pay ist ein­ge­rich­tet. Sie kön­nen ab sofort ein­fach mit dem Smart­pho­ne bezah­len.

Mit dem Handy bezahlen – So funktioniert es

Wo kann ich mit Goog­le Pay bar­geld­los in Deutsch­land bezah­len? Das Bezah­len mit Goog­le Pay ist an allen Kar­ten­ter­mi­nals mög­lich, die in Deutsch­land das NFC-Sym­bol tra­gen und Visa-Kar­ten (Kre­dit­kar­te) akzep­tie­ren. Sol­che Kas­sen­ter­mi­nals bie­ten bei­spiels­wei­se gro­ße Super­märk­te wie Aldi, Lidl und Rewe. Sie kön­nen aber auch bei Kar­stadt, Media Markt oder Saturn mit dem Han­dy bezah­len.

So bezah­len Sie:

  • Über­all dort, wo Sie kon­takt­los mit Visa bezah­len kön­nen, kön­nen Sie auch Goog­le Pay ein­set­zen
  • Bei Zah­lungs­be­trä­gen unter 25 Euro Smart­pho­ne-Dis­play ein­schal­ten, bei Zah­lungs­be­trä­gen über 25 Euro muss das Dis­play per Pass­wort oder Fin­ger­ab­druck ent­sperrt wer­den
  • Hal­ten Sie Ihr Smart­pho­ne an ein NFC-fähi­ges Kas­sen­ter­mi­nal

Die Goog­le Pay App öff­net sich auto­ma­tisch, sobald sich Ihr Smart­pho­ne per NFC mit dem Ter­mi­nal ver­bun­den hat. Bei einem Geld­be­trag von mehr als 25 Euro geben Sie die PIN am Ter­mi­nal ein oder veri­fi­zie­ren sich per Fin­ger­ab­druck.

Google Pay – So sicher ist der Dienst

Goog­le Pay ist ein siche­rer Dienst. Der Grund: Es wer­den kei­ne Kar­ten­in­for­ma­tio­nen offen­ge­legt. Anstel­le der per­sön­li­chen Kre­dit­kar­ten­in­for­ma­tio­nen wird für jede Kar­te ein vir­tu­el­ler Sicher­heits­schlüs­sel erstellt und auf dem Smart­pho­ne gespei­chert.

Auf den ers­ten Blick könn­ten zwar eini­ge Befürch­tun­gen wie Daten­miss­brauch, unbe­rech­tig­tes Aus­le­sen der Kar­ten­da­ten und ver­se­hent­li­ches Bezah­len im Vor­bei­ge­hen auf­kom­men; sol­che Aus­wir­kun­gen sind jedoch unwahr­schein­lich. War­um? Das erklä­ren wir im Fol­gen­den.

Haben Sie Ihr Smart­pho­ne ver­lo­ren oder wur­de es gestoh­len, infor­mie­ren Sie bit­te umge­hend unse­re Kun­den­be­treu­er tele­fo­nisch unter 04106 — 708 25 00. Hal­ten Sie Ihre Zugangs­da­ten bereit. Danach wird der in der App hin­ter­leg­te Sicher­heits­schlüs­sel Ihrer Kre­dit­kar­te deak­ti­viert. Sie kön­nen den Sicher­heits­schlüs­sel Ihrer regis­trier­ten Kre­dit­kar­te mit dem Andro­id Device Mana­ger in Ihrem Brow­ser auch selbst deak­ti­vie­ren oder Ihr Smart­pho­ne kom­plett sper­ren las­sen.

Was zusätz­lich zur Sicher­heit bei­trägt: Der NFC-Funk­stan­dard ermög­licht den Daten­trans­fer nur bei sehr gerin­ger Ent­fer­nung. Es ist außer­dem tech­nisch kaum mög­lich, beim Vor­bei­ge­hen ver­se­hent­lich an einem Kar­ten­le­se­ge­rät zu bezah­len. Kon­takt­lo­ses Bezah­len funk­tio­niert nur, wenn Sie Ihre Kar­te min­des­tens 4 cm nah an das Lese­ge­rät hal­ten. Der Bezahl­vor­gang wird außer­dem abge­bro­chen, sobald der Ter­mi­nal meh­re­re Kar­ten erkennt.

Wie Sie Ihre Sicherheit selbst erhöhen

Sie kön­nen die Sicher­heit auch selbst erhö­hen, indem Sie sich die soge­nann­te „Bestä­ti­gung in zwei Schrit­ten“ ein­rich­ten. Nur der­je­ni­ge kann auf das Goog­le Kon­to zugrei­fen, der das Pass­wort kennt und das Smart­pho­ne des Inha­bers besitzt. Dabei wird das Smart­pho­ne per SMS veri­fi­ziert.

So funk­tio­niert die Ein­rich­tung der „Zwei-Fak­tor-Authen­ti­fi­zie­rung“: Sie fin­den die Akti­vie­rungs­mög­lich­keit in den Ein­stel­lun­gen „Mein Kon­to“ Ihres Goog­le Kon­tos unter dem Punkt „Bestä­ti­gung in zwei Schrit­ten“. Zunächst über­prüft Goog­le Ihr Kon­to-Pass­wort und fragt eine Tele­fon­num­mer ab. Anschlie­ßend bekom­men Sie einen Bestä­ti­gungs­code, mit dem Sie Ihre Tele­fon­num­mer veri­fi­zie­ren.

Google Pay – Eine Technik der Zukunft?

Immer mehr Geschäf­te bie­ten ein NFC-fähi­ges Kar­ten­le­se­ge­rät, an dem Sie mit dem Han­dy bezah­len kön­nen. Ange­strebt wird, bis 2020 alle euro­päi­schen Kas­sen­ter­mi­nals mit dem NFC-Modul aus­zu­rüs­ten.

Des­halb gilt das Bezah­len per Smart­pho­ne als Tech­nik der Zukunft. Jedoch scheu­en sich in Deutsch­land 97 % der von For­sa Befrag­ten immer noch davor, mit dem Han­dy zu bezah­len. Die­ses Ergeb­nis wird durch eine wei­te­re Umfra­ge bestä­tigt: Nach dem Ady­en Retail Report von 2018 zah­len nur 5 % der Befrag­ten im Laden mit Mobi­le Wal­lets. Vie­le Men­schen emp­fin­den dabei ein Gefühl der Durch­sich­tig­keit.

Aktu­ell ist der Markt des bar­geld­lo­sen Bezah­lens in Deutsch­land frag­men­tiert. Ein­zel­ne Super­markt­ket­ten bie­ten Insel­lö­sun­gen. Es gibt zwar auch eine Koope­ra­ti­on zwi­schen Pay­pal und Shell, die bar­geld­lo­se Zah­lun­gen an Tank­stel­len ermög­licht. Doch zeich­net sich der­zeit kei­ne Lösung ab, die sich unab­hän­gig vom Han­dy-Typ und Kre­dit­kar­ten­an­bie­ter nut­zen lässt.

Als deut­scher Markt­füh­rer gilt der­zeit die Bezahl­me­tho­de des Bonus­pro­gram­mes Pay­back­Pay. Kun­den kön­nen dort ihre Kon­to­da­ten ein­ge­ben und benö­ti­gen kei­ne Kre­dit­kar­te. Die Daten­über­tra­gung erfolgt mit einem QR-Code. Des­halb funk­tio­niert die Bezahl­me­tho­de nicht nur mit Andro­id-Smart­pho­nes, son­dern auch mit iPho­nes. Der Nach­teil: Bis­lang sind nur hand­ver­le­se­ne Pay­back-Part­ner wie dm, Alna­tu­ra oder Rewe mit an Bord.

Goog­le Pay könn­te in Deutsch­land eine gro­ße Wir­kung haben, da hier­zu­lan­de etwa 75 % aller Smart­pho­nes mit Andro­id aus­ge­stat­tet sind. Jedoch ist die NFC-Tech­nik im Han­del noch nicht flä­chen­de­ckend ver­füg­bar: Aktu­ell (Stand: Juni 2018) sind etwa 60 % der Kas­sen­ter­mi­nals in Deutsch­land damit aus­ge­stat­tet.

Eine Brei­ten­wir­kung dürf­te näher rücken, sobald sich Goog­le Pay zusätz­lich mit einer giro­card (Debit­kar­te) nut­zen lässt. Ein wei­te­rer Vor­teil wäre, wenn die Bezahl­me­tho­de Bonus­sys­te­me inte­griert oder selbst eines anbie­tet. Wann Apple den Zugriff auf das NFC-Modul des iPho­nes frei­gibt, steht in den Ster­nen. Der iPho­ne Her­stel­ler berei­tet selbst einen kon­takt­lo­sen mobi­len Bezahl­dienst vor. Es ist aller­dings zeit­lich noch nicht abseh­bar, wann die­ser Dienst zur Ver­fü­gung ste­hen wird.