Girokonto kündigen: so einfach funktioniert es

Rund ums Girokonto Girokonto kündigen und umziehen

Geschätzte Lesedauer: 6 Minuten

Erfah­ren Sie hier, wel­che Grün­de für einen Wech­sel spre­chen und wie ein­fach es im Zwei­fel sein kann, Ihr Giro­kon­to zu kün­di­gen.

Giro­kon­ten gibt es in Deutsch­land mehr als Ein­woh­ner – laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt waren es Ende 2017 rund 102,9 Mil­lio­nen1. Allein das ist Beweis genug dafür, dass das Giro­kon­to ein sehr rele­van­tes – wenn nicht sogar das wich­tigs­te – Finanz­pro­dukt für die Deut­schen ist. Das Giro­kon­to kün­di­gen? Das über­le­gen sich die meis­ten aber lie­ber 3 Mal. Auch wenn genü­gend Grün­de dafür­spre­chen, das Giro­kon­to zu kün­di­gen, scheu­en vie­le den Auf­wand und ver­blei­ben zum Teil aus Bequem­lich­keit bei ihrem gewohn­ten Anbie­ter. Tat­säch­lich ist durch­schnitt­lich sogar nur jeder 6. Deut­sche dazu bereit, sein Giro­kon­to zu wech­seln2.

Gute Gründe, Ihr Girokonto zu kündigen

Sie ärgern sich schon län­ger über den Ser­vice bei Ihrer Bank, Ihnen erschei­nen die Kos­ten an der ein oder ande­ren Stel­le etwas hoch oder Sie ver­mis­sen bestimm­te Funk­tio­nen? Es kann vie­le Grün­de geben, wie­so Kun­den mit ihrem Giro­kon­to nicht zufrie­den sind. Aber nur Sie kön­nen etwas dar­an ändern, denn zwi­schen den ver­schie­de­nen Anbie­tern gibt es zum Teil gra­vie­ren­de Unter­schie­de. Die Chan­cen ste­hen also gut, dass Sie Ihre Unzu­frie­den­heit mit einer Kün­di­gung und einem Wech­sel Ihres Giro­kon­tos ad acta legen kön­nen.

Kosten hier, Kosten da: wann es sich lohnt, über eine kostengünstigere Alternative nachzudenken

Zwei­fel­los – Sie wol­len kein Risi­ko ein­ge­hen und sich auch nicht in büro­kra­ti­sche Auf­wän­de stür­zen. Es spricht nichts dage­gen, sich gut zu über­le­gen, ob es rich­tig ist, Ihr Giro­kon­to zu kün­di­gen. Sie sind sich noch unsi­cher, ob die Grün­de für Ihre Unzu­frie­den­heit berech­tigt sind? Dann prü­fen Sie doch mal, ob Ihre Bank Ihnen Ent­gel­te für

  • die Kon­to­füh­rung
  • Trans­ak­tio­nen
  • Online-Ban­king
  • die Über­tra­gung von Dau­er­auf­trä­gen
  • Infor­ma­tio­nen an Last­schrift­neh­mer und Über­wei­sungs­ge­ber

berech­net. Die auf­ge­zähl­ten Leis­tun­gen sind nicht bei allen Ban­ken auto­ma­tisch kos­ten­frei – selbst die kos­ten­lo­se Kon­to­füh­rung ist nicht selbst­ver­ständ­lich. Trotz des­sen die Kon­kur­renz unter den Direkt­ban­ken wei­ter wächst, zäh­len ins­be­son­de­re Fili­al­ban­ken häu­fig noch immer auf Kon­to­füh­rungs­ent­gel­te. Und selbst wenn eine kos­ten­lo­se Kon­to­füh­rung bewor­ben wird, ist die­se zum Teil an Bedin­gun­gen wie den Ein­gang eines Min­dest­ge­halts oder eine Min­dest­an­zahl an Trans­ak­tio­nen geknüpft. Die Über­tra­gung von Dau­er­auf­trä­gen sowie Infor­ma­tio­nen an Last­schrift­neh­mer und Über­wei­sungs­ge­ber sind im Rah­men der Kon­to­wech­sel­hil­fe nach dem Zah­lungs­kon­ten­ge­setz (ZKG) kos­ten­los. Eine sol­che Kon­to­wech­sel­hil­fe bie­ten aber nicht alle Ban­ken an.

Tipp:

Ein kos­ten­lo­ses Giro­kon­to kön­nen Sie zum Bei­spiel bei com­di­rect eröff­nen. Hier gibt es kei­ne monat­li­chen Kon­to­füh­rungs­ent­gel­te– und zwar unab­hän­gig von der Höhe Ihres monat­li­chen Geld­ein­gan­ges oder ande­ren Bedin­gun­gen. Zusätz­lich bie­tet Ihnen com­di­rect die Mög­lich­keit einer kos­ten­lo­sen Kre­dit­kar­te zu Ihrem Giro­kon­to. Damit kön­nen Sie grund­sätz­lich sogar im Aus­land kos­ten­los Geld abhe­ben. Beach­ten Sie aber: Geld­au­to­ma­ten­be­trei­ber dür­fen für die Bar­geld­aus­zah­lung indi­vi­du­el­le Ent­gel­te erhe­ben, wor­auf com­di­rect kei­nen Ein­fluss hat. Die Emp­feh­lung lau­tet hier: Vor der Aus­zah­lung am ent­spre­chen­den Auto­ma­ten wer­den Sie auf ein etwai­ges Ent­gelt immer hin­ge­wie­sen. Nut­zen Sie die Mög­lich­keit und bre­chen Sie den Vor­gang an die­ser Stel­le kos­ten­frei ab. Als Alter­na­ti­ve kön­nen Sie sich nach einem ande­ren Auto­ma­ten umse­hen oder bar­geld­los bezah­len. Auch prak­tisch: Als moder­ne Online-Bank kön­nen Sie bei com­di­rect auch in den Genuss von kon­takt­lo­sem Bezah­len kom­men.

Die gute Nach­richt: Bei fast allen deut­schen Ban­ken sind zumin­dest Stan­dard­dienst­leis­tun­gen wie Trans­ak­tio­nen kos­ten­los bzw. in den Kon­to­füh­rungs­ent­gel­ten ent­hal­ten. Wenn Ihre Bank also Ent­gel­te für Über­wei­sun­gen, Dau­er­auf­trä­ge, Last­schrif­ten oder Online-Ban­king erhebt, soll­ten Sie stut­zig wer­den. Dann fin­den Sie auf jeden Fall eine bes­se­re Alter­na­ti­ve.

Von A wie Automaten bis Z wie Zinsen: weitere Gründe, Ihr Girokonto zu kündigen

Neben dem leid­li­chen The­ma Ent­gelt kann es vie­le wei­te­re Grün­de geben, über einen Wech­sel nach­zu­den­ken:

Manch­mal pas­siert es, dass Sie Ihr Giro­kon­to über­zie­hen. Prü­fen Sie ein­mal, wie hoch die Zin­sen auf Ihren Dis­po­si­ti­ons­kre­dit (ein­ge­räum­te Kon­to­über­zie­hung) bei Ihrer Bank sind und über­le­gen Sie, ob sich ein Anbie­ter mit gerin­ge­ren Zin­sen für Sie lohnt – vor allem, wenn Sie häu­fi­ger Ihr Kon­to über­zie­hen.

Da es auf dem Giro­kon­to in der Regel kei­ne Zin­sen gibt, möch­ten vie­le Kun­den Ihr Geld auf einem Tages­geld- oder Fest­geld­kon­to spa­ren. Doch auch dort ist das Zins­ni­veau von Bank zu Bank ver­schie­den. Infor­mie­ren Sie sich, bei wel­chem Anbie­ter sich eine sol­che Spar­va­ri­an­te am meis­ten lohnt.

Sie pla­nen eine län­ge­re Rei­se oder gar einen Aus­lands­auf­ent­halt über meh­re­re Mona­te? Dann ist ein Giro­kon­to bei einer Online-Bank, mit der Sie von über­all auf der Welt aus Ihre Bank­ge­schäf­te erle­di­gen kön­nen, gut für Sie geeig­net.

Fak­to­ren wie tele­fo­ni­sche Erreich­bar­keit rund um die Uhr, Live-Chat, auf­schluss­rei­che FAQs oder ein siche­res TAN-Ver­fah­ren beein­flus­sen die Kun­den­zu­frie­den­heit enorm. Ori­en­tie­ren Sie sich hier ruhig an Ban­ken mit star­ker Repu­ta­ti­on und vie­len posi­ti­ven Kun­den­be­wer­tun­gen.

Ein Kon­to­wech­sel kann sich im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes aus­zah­len. Wenn Sie Ihr Kon­to aktiv nut­zen und regel­mä­ßig Ein­gän­ge ver­bu­chen, erhal­ten Sie teil­wei­se attrak­ti­ve Prä­mi­en bzw. ein Start­gut­ha­ben für eine Kon­to­er­öff­nung.

Tipp: Bei com­di­rect gibt es regel­mä­ßig Aktio­nen, bei denen Sie neben vie­len ande­ren Fea­tures zum Bei­spiel attrak­ti­ve Will­kom­mens­prä­mi­en erhal­ten.

Manch­mal schau­en Sie sich ver­geb­lich in der Gegend um oder müs­sen sich umständ­lich über Goog­le Maps zum nächs­ten gebüh­ren­frei­en Geld­au­to­ma­ten durch­schla­gen? Das kann ein gro­ßer Stör­fak­tor sein. Grund­sätz­lich kön­nen Sie davon aus­ge­hen, dass Sie an Auto­ma­ten, die zu Ihrer Ban­ken­grup­pe gehö­ren, auch kos­ten­los Bar­geld abhe­ben kön­nen. Aber vor allem bei klei­ne­ren Auto­ma­ten­net­zen ist die Abde­ckung vie­ler­orts in Deutsch­land nicht beson­ders aus­ge­prägt. Wenn Sie jetzt ver­su­chen, mit Ihrer giro­card (Debit­kar­te) an einem x-belie­bi­gen Auto­ma­ten Bar­geld abzu­he­ben, kön­nen dafür Kos­ten im ein­stel­li­gen Eurobe­reich auf Sie zukom­men.

Tipp: com­di­rect gehört zur Cash Group. Das heißt, Sie kön­nen an rund 9.000 Geld­au­to­ma­ten der Com­merz­bank, Deut­schen Bank, Hypo­Ver­eins­bank und Post­bank sowie an allen teil­neh­men­den Shell-Tank­stel­len und bei bis zu 13.000 Han­dels­part­nern kos­ten­los Geld abhe­ben. Erfah­ren Sie hier, wo der nächs­te Auto­mat in Ihrer Nähe ist.

Service Icon

Tipp: Um sicher­zu­ge­hen, dass Sie nichts ver­ges­sen, kön­nen Sie sich an den Kon­to­aus­zü­gen des ver­gan­ge­nen Jah­res ori­en­tie­ren. Hier sehen Sie im Über­blick, wel­che Last­schrif­ten und Zah­lungs­ein­gän­ge im letz­ten Jahr ange­fal­len sind und wen Sie infor­mie­ren soll­ten.

Kontowechsel in drei Schritten

Girokonto kündigen: einfacher, als gedacht

Sie haben sich dazu ent­schie­den, Ihr Giro­kon­to zu kün­di­gen? Dann gehen Sie mit fol­gen­den Schrit­ten vor, um nichts Wich­ti­ges zu ver­ges­sen:

1. Eine neue Bank finden

Zuerst soll­ten Sie die Kon­di­tio­nen ver­schie­de­ner Ban­ken hin­sicht­lich Ihrer Bedürf­nis­se ver­glei­chen. Alles Gute ist nie bei­sam­men – das trifft auch auf die Aus­wahl des Giro­kon­tos zu. Wägen Sie also ab und wäh­len Sie die Bank aus, die am bes­ten zu Ihnen passt. Dort kön­nen Sie dann ein neu­es Kon­to eröff­nen, was heut­zu­ta­ge fast immer bequem online funk­tio­niert.

2. Den Wechsel vorbereiten: Zahlungspartner informieren

Vor­ab sei gesagt: Vie­le moder­ne Ban­ken bie­ten heut­zu­ta­ge einen Kon­to­wech­sel­ser­vice an, auch com­di­rect. Was bie­tet ein Kon­to­wech­sel­ser­vice? Die Bank nimmt Ihnen einen gro­ßen Teil des Auf­wan­des ab, indem sie alle Zah­lungs­part­ner über Ihren Wech­sel benach­rich­tigt, Dau­er­auf­trä­ge auf Ihr neu­es Kon­to über­trägt und Ihr Rest­gut­ha­ben auf das neue Kon­to über­weist. Damit wird der Kon­to­wech­sel ein leich­tes Spiel für Sie.

Wenn Ihre Ent­schei­dung auf eine Bank fällt, die eine sol­che Kon­to­wech­sel­hil­fe gemäß ZKG nicht anbie­tet, dann gehen Sie wie folgt vor:

Nach­dem Sie Ihr neu­es Kon­to ein­ge­rich­tet und Ihre giro­card (Debit­kar­te) erhal­ten haben, geht es dar­um, den Wech­sel vor­zu­be­rei­ten und alle wich­ti­gen Zah­lungs­part­ner dar­über zu infor­mie­ren. Dazu zäh­len unter ande­rem:

  • Ihr Arbeit­ge­ber
  • Tele­fon-, Strom- und Gas­an­bie­ter
  • Ihr Ver­mie­ter
  • Kre­dit­ban­ken (z. B. für Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung)
  • Ver­si­che­run­gen
  • ande­re Dienst­leis­ter mit Last­schrifter­mäch­ti­gung

Tei­len Sie die­sen ein­fach Ihre neue IBAN mit. Deak­ti­vie­ren Sie alle Dau­er­auf­trä­ge bei Ihrer alten Bank und rich­ten Sie die­se am bes­ten direkt bei Ihrem neu­en Anbie­ter ein. So über­füh­ren Sie alle Zah­lungs­ak­ti­vi­tä­ten auf Ihr neu­es Kon­to.

3. Das alte Girokonto kündigen

Sobald Sie sicher sind, dass Sie Ihr altes Giro­kon­to nicht mehr benö­ti­gen, kön­nen Sie die­ses kün­di­gen – sofern nichts ande­res ver­ein­bart ist, in der Regel frist­los. Im Zuge des Kon­to­wech­sel­ser­vices über­nimmt die neue Bank die­sen Vor­gang in der Regel, nach­dem Sie als Kon­to­in­ha­ber Ihre Kün­di­gungs­er­klä­rung abge­ge­ben haben.

Tipp:

Wenn Sie es mit der Kün­di­gung nicht eilig haben und für die Kon­to­füh­rung bei Ihrem alten Anbie­ter nichts bezah­len, kön­nen Sie bei­de Kon­ten auch eini­ge Zeit par­al­lel lau­fen las­sen. So gehen Sie abso­lut sicher, dass Sie bei der Benach­rich­ti­gung kei­nen Zah­lungs­part­ner ver­ges­sen haben und auf Ihrem alten Giro­kon­to tat­säch­lich kei­ne Akti­vi­tä­ten mehr statt­fin­den.

Die Kün­di­gung erle­di­gen Sie mit einem form­lo­sen Schrei­ben schrift­lich an Ihre alte Bank. Dar­in erklä­ren Sie kurz und bün­dig Ihre Kün­di­gung und geben fol­gen­de Infor­ma­tio­nen an:

  • Ihren Namen
  • die IBAN Ihres Kon­tos
  • Ihre neue Bank­ver­bin­dung

War­um die neue Bank­ver­bin­dung? Die­se Infor­ma­ti­on ist wich­tig, damit Ihre alte Bank ein mög­li­ches Rest­gut­ha­ben auf Ihr neu­es Kon­to über­wei­sen kann.

So kön­nen Sie Ihr Kün­di­gungs­schrei­ben von oben nach unten auf­bau­en:

  1. Im Brief­kopf: Name und Adres­se Ihrer Bank sowie Name, Adres­se und IBAN des Absen­ders
  2. Datum und Betreff (z. B. “Kün­di­gung mei­nes Giro­kon­tos”)
  3. Kün­di­gungs­er­klä­rung inklu­si­ve Kün­di­gungs­zeit­punkt (in der Regel “zum nächst­mög­li­chen Zeit­punkt”), neue Bank­ver­bin­dung und Bit­te um schrift­li­che Kün­di­gungs­be­stä­ti­gung
  4. Datum, Ort und Unter­schrift

Sen­den Sie Ihr Schrei­ben ent­we­der per Post, E-Mail oder Fax an Ihre Bank. Wenn Sie bis­her ein Giro­kon­to bei einer Fili­al­bank hat­ten und die­ses kün­di­gen möch­ten, kön­nen Sie das auch per­sön­lich vor Ort tun. Ver­ges­sen Sie dabei nicht, sich Ihre Kün­di­gung schrift­lich bestä­ti­gen zu las­sen.

Tipp:

Man­che Ban­ken bie­ten alter­na­tiv zu einem form­lo­sen Schrei­ben auch For­mu­la­re zum Aus­dru­cken an, die den Pro­zess ver­ein­fa­chen. Außer­dem gibt es Ser­vices, die Ihnen Vor­la­gen für Ihre Kün­di­gung zur Ver­fü­gung stel­len. Dort kön­nen Sie teil­wei­se sogar via App Ihr Giro­kon­to kün­di­gen.

Und fer­tig – inner­halb weni­ger Tage erhal­ten Sie von Ihrer alten Bank eine Bestä­ti­gung über Ihre Kün­di­gung.