Girokonto für Kinder - Früh Verantwortung übernehmen

Rund ums Girokonto Das Girokonto für Kinder

Geschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Mit einem Giro­kon­to für Kin­der lernt Ihr Nach­wuchs früh­zei­tig den rich­ti­gen Umgang mit Geld. Die gute Nach­richt: Fast alle Ban­ken bie­ten das Giro­kon­to für Kin­der und jun­ge Leu­te bis zu einem bestimm­ten Alter kos­ten­los an. Trotz­dem gibt es in punc­to Kon­to­er­öff­nung eini­ges mehr zu beach­ten, als bei einem Giro­kon­to für Erwach­se­ne. Erfah­ren Sie hier, was ein Giro­kon­to für Kin­der leis­tet, wie es funk­tio­niert und was für die Kon­to­er­öff­nung wich­tig ist.

Früh Verantwortung übernehmen

Spä­tes­tens, wenn Ihr Kind zur Schu­le geht, ist es soweit: Es ist an der Zeit für ein eige­nes Giro­kon­to. Denn dann dau­ert es auch nicht mehr lan­ge, bis der Nach­wuchs sein eige­nes Taschen­geld am Auto­ma­ten abhebt, sich einen Snack am Schul­ki­osk kauft, mög­li­cher­wei­se auch schon bald das ers­te eige­ne Han­dy bar­geld­los auf­lädt – Ihr Kind beginnt, sein eige­nes Geld zu ver­wal­ten.

Was leistet ein Girokonto für Kinder?

Mit einem eige­nen Giro­kon­to ler­nen Kin­der schon als Erst­kläss­ler, ihr “Bud­get” selbst zu ver­wal­ten. Was das bedeu­tet? Ihr Kind ist Kon­to­in­ha­ber, kann also Bar­geld abhe­ben und auf sein Taschen­geld zugrei­fen, das Sie ihm über­wei­sen. Zum Giro­kon­to bekommt Ihr Kind in der Regel eine giro­card (Debit­kar­te) auf Gut­ha­ben­ba­sis, mit der es Geld­au­to­ma­ten nut­zen und bar­geld­los bezah­len kann. Prak­tisch wäre also, wenn sich in der Nähe des Wohn- oder Schul­or­tes ein kos­ten­frei nutz­ba­rer Geld­au­to­mat des Kon­to­an­bie­ters befin­det. Auch das Online Ban­king ist kos­ten­los; hier kön­nen Eltern und Kin­der das Taschen­geld­kon­to jeder­zeit ein­se­hen sowie Kon­to­stand und Umsät­ze abfra­gen. Für alle Kin­der, die schon ein Smart­pho­ne besit­zen: Vie­le moder­ne Ban­ken bie­ten außer­dem eine mobi­le App zum Giro­kon­to an, sodass Trans­ak­tio­nen immer und über­all mit dem Han­dy mög­lich sind. Es gibt auch Ban­ken, die für das Giro­kon­to für Kin­der eine Ver­zin­sung anbie­ten, sodass sich mit dem erspar­ten Gut­ha­ben sogar eine klei­ne Ren­di­te erzie­len lässt. Gibt es tat­säch­lich Zin­sen, soll­ten Sie als Eltern der kon­to­füh­ren­den Bank einen Frei­stel­lungs­auf­trag für Ihr Kind ertei­len oder eine Nicht­ver­an­la­gungs­be­schei­ni­gung vor­le­gen, damit die Bank die Zins­er­trä­ge ohne Abzug von Quel­len­steu­er gut­schrei­ben kann.

Tipp: com­di­rect bie­tet Kin­dern und Jugend­li­chen zwi­schen 7 und 18 Jah­ren mit dem “Junior­Gi­ro” ein kos­ten­lo­ses Giro­kon­to zu Top-Kon­di­tio­nen. Inbe­grif­fen sind neben dem kos­ten­lo­sen Giro­kon­to auf Gut­ha­ben­ba­sis auch anpass­ba­re Über­wei­sungs­li­mits, eine giro­card (Debit­kar­te), bei Bedarf eine Visa-Pre­paid-Kar­te (Pre­paid-Kre­dit­kar­te), die Mög­lich­keit, welt­weit kos­ten­los Bar­geld abzu­he­ben, ein Juni­or­Ta­ges­geld für eine klei­ne Ren­di­te und eine App zum Junior­Gi­ro – und das alles kos­ten­los.

Vorteile eines Girokontos für Kinder auf einen Blick

  • Ein­fa­cher Bar­geld­zu­griff auf das Taschen­geld
  • giro­card (Debit­kar­te) mit Geld­kar­ten­funk­ti­on
  • Online-Ban­king
  • Mit Ein­wil­li­gung der Eltern bzw. der gesetz­li­chen Ver­tre­ter: Über­wei­sun­gen aus­füh­ren, Dau­er­auf­trä­ge ein­rich­ten, per Last­schrift bezah­len
  • Kos­ten­lo­ses Online-Ban­king am PC und per Han­dy App
Icon Schloss

Gut zu wis­sen: Die giro­card (Debit­kar­te) zu dem Giro­kon­to für Kin­der ist nach gesetz­li­cher Vor­ga­be eine rei­ne Gut­ha­ben­kar­te. Kar­ten­zah­lun­gen, Abhe­bun­gen und Über­wei­sun­gen schei­tern, wenn zu wenig Geld auf dem Kon­to ist. Es besteht also kei­ne Ver­schul­dungs­ge­fahr. Das gilt für alle Ban­ken und Kon­ten.

Klassisches Girokonto vs. Girokonto für Kinder: das sind die Unterschiede

Grund­sätz­lich bie­tet ein Giro­kon­to für Kin­der fast alle Leis­tun­gen eines “nor­ma­len” Giro­kon­tos. Eine Beson­der­heit: Sie als Eltern ent­schei­den über den Ver­fü­gungs­rah­men des Kon­tos. Je nach Ver­ein­ba­rung kann das Kind zum Bei­spiel nur gemein­sam mit einem gesetz­li­chen Ver­tre­ter über sein Giro­kon­to ver­fü­gen. Bei vie­len Ban­ken kön­nen Sie dar­über hin­aus ent­schei­den, wie viel Geld Ihr Kind abhe­ben kann. Auch für Über­wei­sun­gen kön­nen Sie Gren­zen set­zen und die­se nach­träg­lich noch anpas­sen, um Ihrem Kind mit zuneh­men­dem Alter mehr Eigen­ver­ant­wor­tung zu über­las­sen. Eine eige­ne giro­card (Debit­kar­te) und Zugang zum Online- und Mobi­le Ban­king sind je nach Anbie­ter schon ab 7 Jah­ren mög­lich.

Eine klas­si­sche Kre­dit­kar­te mit hohem Kre­dit­rah­men erhal­ten Min­der­jäh­ri­ge natür­lich nicht. Vie­le Ban­ken bie­ten aber eine Pre­paid-Kre­dit­kar­te an. Damit kann Ihr Kind nur so viel Geld aus­ge­ben, wie zuvor vom Giro­kon­to auf die Kar­te gela­den wur­de. Da sich Kin­der und Jugend­li­che bis 18 Jah­re nicht ver­schul­den dür­fen, rich­ten Ban­ken auch kei­nen Dis­po­si­ti­ons­kre­dit (ein­ge­räum­te Kon­to­über­zie­hung) ein.

Was ist zu beachten, wenn Sie ein Girokonto für Ihr Kind eröffnen?

Möch­ten Sie als Erwach­se­ner ein Giro­kon­to eröff­nen, funk­tio­niert das in der Regel ganz ein­fach und schnell: Anbie­ter aus­wäh­len, Antrags­for­mu­lar aus­fül­len und unter­schrei­ben, Iden­ti­tät nach­wei­sen. Bei der Eröff­nung eines Giro­kon­tos für Kin­der gibt es eini­ges mehr zu beach­ten. Ist Ihr Kind noch kei­ne 7 Jah­re alt, ist es nicht geschäfts­fä­hig – es darf also kei­ne Ver­trä­ge abschlie­ßen. Mit Voll­endung des 7. Lebens­jah­res bis zum voll­ende­ten 18. Lebens­jahr sind Kin­der beschränkt geschäfts­fä­hig. Das bedeu­tet, sie kön­nen zwar Ver­trä­ge abschlie­ßen, aller­dings nur, wenn die gesetz­li­chen Ver­tre­ter der Eröff­nung des Giro­kon­tos zustim­men (§ 107 BGB). Wel­che Unter­schrif­ten für die Eröff­nung des Giro­kon­tos erfor­der­lich sind, rich­tet sich danach, ob sich die gesetz­li­chen Ver­tre­ter das Sor­ge­recht und damit auch die Ver­mö­gens­sor­ge tei­len oder ob einer allein das Sor­ge­recht für das Kind besitzt.

Baugenehmigungen Icon

Tipp: Eine aktu­el­le Beschei­ni­gung über das Sor­ge­recht erhal­ten Sie beim zustän­di­gen Jugend­amt unter Vor­la­ge der Geburts­ur­kun­de.

Bei geteil­tem Sor­ge­recht: Bei­de Eltern­tei­le bzw. gesetz­li­chen Ver­tre­ter müs­sen dem Kon­to­er­öff­nungs­an­trag für ihr Kind zustim­men und haben folg­lich auch bei­de bis zur Voll­jäh­rig­keit des Nach­wuch­ses sowohl die Voll­macht über das Kon­to als auch Zugriff dar­auf. Das gilt auch, wenn sie getrennt oder geschie­den leben, solan­ge sie sich die elter­li­che Sor­ge und damit auch die gemein­sa­me Ver­mö­gens­sor­ge tei­len.

Bei allei­ni­gem Sor­ge­recht: Hat eines der bei­den Eltern­tei­le das allei­ni­ge Sor­ge­recht für das Kind, genügt die ein­sei­ti­ge Zustim­mung zum Giro­kon­to bzw. eine Unter­schrift. Aller­dings nur, wenn ein ent­spre­chen­der Nach­weis über den Sor­ge­rechts­be­schluss vor­ge­legt wer­den kann.

Neben der aktu­el­len Beschei­ni­gung über das Sor­ge­recht sind auch die Geburts­ur­kun­de (in Kopie) oder ein gül­ti­ger Kin­der­aus­weis (Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass) des Kin­des für die Eröff­nung eines Giro­kon­tos für Kin­der not­wen­dig. Ob und wel­che Doku­men­te dar­über hin­aus erfor­der­lich sind, hängt von Ihrer Bank ab.

Wenn Sie sich für ein Giro­kon­to für Kin­der bei einer Fili­al­bank ent­schei­den, ver­ein­bart die Bank wahr­schein­lich einen per­sön­li­chen Vor-Ort-Ter­min mit Ihnen, um das Kon­to zu eröff­nen. Bei Direkt­ban­ken kön­nen Sie den Antrag häu­fig online anfor­dern, Ihre Anga­ben hin­ter­las­sen und ihn aus­dru­cken. Die Legi­ti­ma­ti­on der gesetz­li­chen Ver­tre­ter erfolgt hier über Post- oder Video-Iden­ti­fi­ka­ti­on erle­di­gen.

Ist das Girokonto für Kinder wirklich kostenlos?

Jun­ge Leu­te unter 18 Jah­ren erhal­ten das Giro­kon­to bei fast allen Anbie­tern kos­ten­los. Im gebüh­ren­frei­en Ser­vice inbe­grif­fen sind grund­sätz­lich Bar­ab­he­bun­gen an den ange­schlos­se­nen Geld­au­to­ma­ten, Zah­lungs­auf­trä­ge, Bar­ein­zah­lun­gen, Online-Ban­king, Kon­to­aus­zü­ge ins elek­tro­ni­sche Post­fach und eine giro­card (Debit­kar­te) auf Gut­ha­ben­ba­sis. Im Nor­mal­fall ent­ste­hen dem Kind oder Jugend­li­chen also kei­ne Kos­ten für die Kon­to­füh­rung.

Indi­vi­du­el­le Extraleis­tun­gen wie zum Bei­spiel Rück­last­schrif­ten wegen feh­len­der Kon­to­de­ckung, Rück­ru­fe von Über­wei­sun­gen oder den Ersatz einer ver­lo­re­nen giro­card (Debit­kar­te) las­sen sich eini­ge Anbie­ter aller­dings auch bei Giro­kon­ten für Kin­der bezah­len. Detail­lier­te Aus­künf­te zu den Kos­ten fin­den Sie in den meist online abruf­ba­ren Preis- und Leis­tungs­ver­zeich­nis­sen der Ban­ken.

Die Alters­gren­ze, bis zu der das Kon­to für Kin­der gebührenfrei ist, unter­schei­det sich von Bank zu Bank. Auto­ma­tisch kos­ten­los sind Giro­kon­ten für Kin­der und Jugend­li­che oft nur bis zum 18. Geburts­tag. Ledig­lich Schü­ler, Aus­zu­bil­den­de, Stu­die­ren­de, Prak­ti­kan­ten, Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst- und Wehr­dienst­leis­ten­de erhal­ten das kos­ten­lo­se Giro­kon­to je nach Anbie­ter auch län­ger. Die gesetz­li­chen Ver­tre­ter kön­nen das Kon­to für ihr min­der­jäh­ri­ges Kind jeder­zeit wech­seln. Ist der Nach­wuchs voll­jäh­rig, kann er eigen­stän­dig über einen Wech­sel ent­schei­den. Sobald die Vor­aus­set­zun­gen für das kos­ten­lo­se Giro­kon­to nicht mehr erfüllt sind und die bis­he­ri­ge Bank Gebüh­ren ver­langt, soll­ten jun­ge Leu­te selbst ent­schei­den, ob sie das bis­he­ri­ge Giro­kon­to zu neu­en und ggf. teu­re­ren Bedin­gun­gen wei­ter­füh­ren oder lie­ber zu einem ande­ren Anbie­ter wech­seln, der ein bes­se­res Ange­bot parat hat.

Tipp:

Wenn Ihr Kind bis­her ein Junior­Gi­ro bei com­di­rect hat, müs­sen Sie sich um plötz­lich anfal­len­de Kos­ten, wenn Ihr Kind voll­jäh­rig wird, kei­ne Sor­gen machen. Mit der Voll­jäh­rig­keit geht das Junior­Gi­ro in ein nor­ma­les, kos­ten­lo­ses Giro­kon­to über. Ab jetzt kön­nen Kin­der das gesam­te Pro­dukt­spek­trum von com­di­rect eigen­ver­ant­wort­lich nut­zen. Die ein­zi­ge Vor­aus­set­zung: Der Kon­to­in­ha­ber muss den Antrag “Ände­rung wegen Voll­jäh­rig­keit” unter­schrei­ben. com­di­rect wird sich dazu kurz vor dem 18. Geburts­tag Ihres Kin­des mit allen Unter­la­gen bei Ihnen mel­den.