girocard sperren: hilfreiche Informationen im Verlustfall

Rund ums Girokonto girocard (Debitkarte) sperren: hilfreiche Informationen im Verlustfall

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Sie wollen Ihre giro­card bei comdi­rect sper­ren lassen? Dann nutzen Sie bitte die Ser­vi­cenum­mer 04106 — 708 25 00 oder die Kartensper­rnum­mer 069 — 97 97 20 00. Ser­vi­cenum­mern ste­hen Ihnen rund um die Uhr zur Ver­fü­gung.

127.376 Taschendieb­stäh­le wur­den im Jahr 2017 in Deutsch­land bei der Polizei gemelde­t¹. Hinzu kommt die Dunkelz­if­fer der­er, die nicht angezeigt wur­den, weil die Betrof­fe­nen dacht­en, ihre Wert­sachen ver­legt oder ver­loren zu haben. Vielle­icht haben auch Sie schon ein­mal den Schreck­mo­ment erlebt, wenn Sie fest­stellen, dass Ihre Tasche samt Inhalt nicht mehr auffind­bar ist? Der 1. Schritt, den Sie jet­zt gehen soll­ten, heißt: giro­card sper­ren. Denn nur so kön­nen Sie ver­hin­dern, dass Ihre giro­card von Unbefugten miss­braucht wird. In diesem Artikel erk­lären wir Ihnen, wie Sie dabei vorge­hen.

Girocard sperren: die ersten Schritte

Bevor Sie zum Tele­fon greifen, soll­ten Sie fol­gende Dinge parat haben:

  • IBAN
  • Ort, Datum und Uhrzeit des Ver­schwindens der Karte
  • Gegebe­nen­falls: Per­son­alausweis

Auch, wenn Sie im Not­fall außer Ihrem Namen und der IBAN keine weit­eren Dat­en benöti­gen – Sie kön­nen die Sper­rung der giro­card beschle­u­ni­gen, indem Sie diese Infor­ma­tio­nen vor­bere­it­en. Soll­ten Sie Belege dafür besitzen, dass eine fremde Per­son Ihre giro­card bere­its genutzt hat, hal­ten Sie auch diese bere­it.

Nun kön­nen Sie Ihre Haus­bank unter der Ser­vi­cenum­mer anrufen, um die giro­card sper­ren zu lassen. Haben Sie diese nicht auf die Schnelle zur Hand, ste­ht der inter­na­tionale Sper­rnotruf zur Ver­fü­gung. Unter der Num­mer 116 116 lassen sich mit­tler­weile fast alle giro­cards sper­ren – auch, wenn Sie Kunde bei comdi­rect sind. Vergessen Sie nicht, die deutsche Vor­wahl 0049 vor den Sper­rnotruf zu set­zen, wenn Sie sich im Aus­land befind­en. Sprach- und Hörgeschädigte kön­nen die Num­mer auch per Faxser­vice nutzen, um ihre giro­card sper­ren zu lassen.

Wie kann ich nach Sperrung der girocard Geld abheben?

Wenn Ihre Bank nicht weit ent­fer­nt ist, beste­ht die Möglichkeit, direkt eine Fil­iale aufzusuchen und dort Bargeld am Schal­ter abzuheben, um die Zeit ohne giro­card zu über­brück­en. Dafür benöti­gen Sie nur Ihren Per­son­alausweis.

Im Aus­land gestal­tet sich die Ver­sorgung mit Bargeld nach der Sper­rung der giro­card etwas schwieriger. Soll­ten Sie nicht genug Geld bei sich haben oder über eine Kred­itkarte ver­fü­gen, um auf die Zusendung der neuen Karte in das Land Ihres Aufen­thaltes warten zu kön­nen, haben Sie die Möglichkeit, eine Expressliefer­ung anzu­fordern. Eine Ersatzkarte erre­icht Sie dann in der Regel inner­halb von 48 Stun­den.

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Übri­gens: Die Infor­ma­tio­nen zur Sper­rung der giro­card gel­ten auch für die Sper­rung von Kred­itkarten.

Kostet es etwas, die girocard sperren zu lassen?

Ihre giro­card sper­ren zu lassen ist kosten­los und muss es nach dem Gesetz auch sein. Ihre Bank erfüllt mit dieser Dien­stleis­tung eine Nebenpflicht nach § 675f, Abs. 4 Satz 2 BGB. Das gilt eben­so für die Haf­tung über ver­fügtes Geld zwis­chen dem Zeit­punkt des Ver­lustes und der Sper­rung der Karte. Seit 2018 liegt die Haf­tungs­gren­ze des Karten­in­hab­ers bei 50 Euro. Den darüber hin­aus­ge­hen­den Schaden übern­immt Ihre Bank. Es gibt aber Aus­nah­men: comdi­rect übern­immt zusät­zlich auch die 50 Euro Eigen­beteili­gung des Kon­toin­hab­ers.

Anders ver­hält es sich, wenn Sie sich grob fahrläs­sig im Umgang mit Ihrer giro­card ver­hal­ten haben. Haben Sie nicht die nöti­gen Sicher­heitsvorkehrun­gen getrof­fen, um Ihre Karte mit PIN und damit Ihr Kon­to vor einem unbefugten Zugriff zu schützen, müssen Sie den Schaden selb­st tra­gen.

Doch was ist „grobe Fahrläs­sigkeit“ eigentlich? Um grobe Fahrläs­sigkeit han­delt es sich zum Beispiel, wenn Sie Ihre PIN in der Nähe Ihrer giro­card auf­be­wahren oder sie gar auf der Karte notieren. Benutzt eine unbefugte Per­son kurz nach Ver­lust der giro­card die Karte zum Geld­ab­heben oder Bezahlen unter Ver­wen­dung der PIN, gilt der soge­nan­nte Anscheins­be­weis: Es wird ver­mutet, dass Sie die Karte zusam­men mit der PIN ver­wahrt haben. Ihnen bleibt selb­stver­ständlich die Möglichkeit erhal­ten, den Anscheins­be­weis zu erschüt­tern und einen anderen Geschehens­ablauf glaub­haft zu machen.

Sicher ist sicher: erstatten Sie Anzeige

Sobald die giro­card bei Ihrer Bank oder über den Sper­rnotruf ges­per­rt wurde, soll­ten Sie den Ver­lust bei der Polizei melden. Über das Polizeisys­tem „Krim­i­nal­itäts­bekämp­fung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nicht­polizeilich­er Organ­i­sa­tion­sstruk­turen“, kurz KUNO, wer­den alle teil­nehmenden Einzel­händler über die Sper­rung Ihrer Karte informiert. Ver­sucht nun jemand, Ihre Karte mit Lastschriftver­fahren zu nutzen, um die PIN zu umge­hen, kann der Einzel­händler die Polizei informieren.

Ihre girocard ist gesperrt, die Polizei informiert — so geht es weiter

Sie haben alle Schritte ord­nungs­gemäß vorgenom­men? Dann wird Ihre Bank Ihnen so schnell wie möglich eine Ersatzkarte zukom­men lassen. Das kön­nen Sie direkt über die jew­eili­gen Ser­vi­cenum­mern ver­an­lassen. Bei Ver­lust oder Dieb­stahl der Karte wer­den dafür keine Ent­gelte berech­net.

Die alte Karte taucht plöt­zlich wieder auf? Dann kön­nen Sie diese kosten­los entsper­ren lassen, statt eine neue zu beantra­gen. Beacht­en Sie dabei: Ist ein­mal eine neue Karte beantragt, lässt sich die alte giro­card nicht mehr reak­tivieren. Hier ist allerd­ings Vor­sicht geboten: Selb­st, wenn Sie Ihre giro­card wiederfind­en, lässt sich nicht auss­chließen, dass sich jemand Ihre Bank­dat­en für eine weit­ere Nutzung notiert hat. Über­prüfen Sie daher regelmäßig Ihre Kon­toauszüge, um einem laufend­en Betrug vorzubeu­gen.

Schritt für Schritt: Was tun, wenn Ihre girocard verschwunden ist?

  1. Sper­rung der Karte, Rufnum­mer: 04106 — 708 25 00 Alter­na­tiv (inter­na­tionalen Sper­rnotruf): +49 116 116
  2. Melden Sie den Ver­lust bei der Polizei
  3. Beantra­gen Sie eine neue Karte und prüfen Sie, ob Sie bis zum Erhalt der Ersatzkarte genug Bargeld zur Ver­fü­gung haben. Gehen Sie gegebe­nen­falls zu ein­er Fil­iale Ihrer Bank und lassen sich gegen Vor­lage Ihres Per­son­alausweis­es Geld direkt am Schal­ter auszahlen.

Unser Tipp für Sie:

Tre­f­fen Sie Vorkehrun­gen, um Dieb­stäh­le zu ver­hin­dern: Kon­trol­lieren Sie Ihre Kon­to­be­we­gun­gen, bewahren Sie Ihre PIN niemals in der Nähe Ihrer giro­card auf und behal­ten Sie alle Ihre Giro- und Kred­itkarten im Blick.