Festgeldanlage: Was Sie jetzt wissen sollten

Was Sie jetzt wissen sollten Festgeldanlage in Zeiten niedriger Zinsen

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Fest­geld nimmt in der Ver­mö­gens­bil­dung vie­ler Men­schen eine wich­ti­ge Rol­le ein. Lan­ge Zeit rie­ten Anla­ge­be­ra­ter dazu, einen Teil des Erspar­ten auf einem Fest­geld­kon­to zu depo­nie­ren. Eine Fest­geld­an­la­ge galt sogar als sinn­vol­ler Bau­stein für die Alters­vor­sor­ge.

Die­se Situa­ti­on hat sich aller­dings grund­le­gend gewan­delt: Die Zei­ten, als sich Anle­ger auf eine Will­kom­mens­prä­mie bei der Eröff­nung eines neu­en Kon­tos freu­en konn­ten, sind vor­bei. Durch den dra­ma­ti­schen Ein­bruch der Zin­sen hat Fest­geld einen beträcht­li­chen Teil sei­nes Rei­zes ver­lo­ren. Wel­che Fol­gen hat das für Sie als Anle­ger? com­di­rect erklärt Ihnen, wie eine Fest­geld­an­la­ge funk­tio­niert, ob Sie Fest­geld 1 Jahr, 5 Jah­re oder gar 10 Jah­re anle­gen soll­ten und infor­miert Sie über die Aus­wir­kun­gen der aktu­ell nied­ri­gen Fest­geld­zin­sen.

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Festgeldanlage: Was ist das?

Bei einer Fest­geld­an­la­ge legen Sie Bar­ver­mö­gen für einen vor­her ver­ein­bar­ten Zeit­raum auf einem spe­zi­el­len Kon­to an. Des­halb spricht man auch von „Ter­min­geld“. In die­ser Zeit­span­ne ver­zich­ten Sie auf einen direk­ten Zugriff auf Ihr Geld. Im Gegen­zug garan­tiert Ihnen die Bank für die gesam­te Lauf­zeit einen fes­ten Zins­satz, die Zin­sen wer­den dann Ihrem Fest­geld­kon­to gut­ge­schrie­ben.

Festgeld, Tagesgeld und Sparbrief im Vergleich

Fest­geld wur­de lan­ge Zeit beson­ders als kurz- bis mit­tel­fris­ti­ge Geld­an­la­ge emp­foh­len. Legen Sie Bar­ver­mö­gen als Fest­geld an, soll­ten Sie berück­sich­ti­gen, dass Sie wäh­rend des Anla­ge­zeit­rau­mes nicht über Ihr Geld ver­fü­gen kön­nen. In der Regel wird für das Fest­geld eine bestimm­te Min­dest­ein­la­ge ver­langt. Auch nach oben ist der Anla­ge­be­trag begrenzt, die Maxi­mal­ein­la­ge vari­iert dabei von Bank zu Bank.

Festgeldanlage: Festgeld, Tagesgeld und Sparbrief im Vergleich

Der Spar­brief funk­tio­niert ähn­lich wie die Fest­geld­an­la­ge: Auch hier legen Sie einen Geld­be­trag ab einer Min­dest­ein­la­ge zu einem fes­ten Zins­satz für eine bestimm­te Zeit fest an. Aller­dings haben Spar­brie­fe in der Regel eine län­ge­re Lauf­zeit und sind damit weni­ger fle­xi­bel als Fest­geld­kon­ten.

Ein Tages­geld­kon­to ist genau wie das Fest­geld­kon­to ein rei­nes Zins­kon­to. Anders als beim Fest­geld haben Sie beim Tages­geld jedoch jeder­zeit und ohne Kün­di­gungs­frist Zugriff auf Ihr Kapi­tal. Dafür müs­sen Sie aller­dings einen noch gerin­ge­ren Zins­satz in Kauf neh­men.

Genau wie Fest­geld­an­la­gen fal­len auch Spar­brie­fe und Tages­gel­der unter die gesetz­li­che Ein­la­gen­si­che­rung. Ein­la­gen bei deut­schen Ban­ken und Spar­kas­sen sind bis zu einer Höhe von 100.000 Euro im Fall einer Ban­ken­plei­te abge­si­chert, die Siche­rungs­sys­te­me der ein­zel­nen Ban­ken­spar­ten sehen noch deut­lich höhe­re Siche­rungs­gren­zen vor.

Welche unterschiedlichen Laufzeiten werden für ein Festgeld angeboten?

Die Bezeich­nung Fest­geld kommt nicht von unge­fähr: In der Fest­geld­an­la­ge sind alle Kon­di­tio­nen — Anla­ge­be­trag, Lauf­zeit und Zins­satz — fest ver­ein­bart. Die Anla­ge­dau­er wäh­len Sie selbst, oft hört man von Fest­geld für 1 Jahr, 5 Jah­re oder gar 10 Jah­re. Üblich sind auch Lauf­zei­ten von 6, 12, 24 oder 36 Mona­ten. Egal, für wel­che Dau­er Sie sich ent­schei­den, grund­sätz­lich gilt: Bei län­ge­rer Anla­ge­dau­er gibt es in der aktu­el­len Nied­rig­zins­pha­se oft etwas mehr Ver­zin­sung. Wer damit rech­net, dass die Markt­zin­sen dem­nächst wie­der stei­gen, soll­te sein Geld nicht zu lan­ge fest­le­gen, um rasch auf attrak­ti­ve­re Ange­bo­te umstei­gen zu kön­nen, falls sich das Zins­ni­veau tat­säch­lich posi­tiv ent­wi­ckelt. Es hängt also immer davon ab, ob Sie sich gera­de in einer Hoch­zins­pha­se oder in einer Nied­rig­zins­pha­se befin­den und wie die zukünf­ti­ge Ent­wick­lung ein­ge­schätzt wer­den kann.

Kündigung Festgeldkonto: Was passiert, wenn das Geld vor Ablauf der Laufzeit dringend benötigt wird?

Als Fest­geld­spa­rer über­las­sen Sie der Bank Ihr Geld für einen fes­ten Zeit­raum, dafür erhal­ten Sie etwas höhe­re Zin­sen als für ein Tages­geld oder Spar­kon­to. Sofern nicht gera­de wich­ti­ge Aus­nah­me­grün­de vor­lie­gen (z.B. Hartz-4-Bezug, dro­hen­de Insol­venz der Bank, Tod des Kon­to­in­ha­bers) oder der Ver­trag eine vor­zei­ti­ge Kün­di­gung aus­drück­lich zulässt, kön­nen Sie ein Fest­geld nicht wäh­rend der Lauf­zeit auf­lö­sen. Allein die Bank ent­schei­det dann, ob sie den benö­tig­ten Betrag aus Kulanz­grün­den trotz­dem frei­gibt, als Anle­ger müs­sen Sie in die­sem Fall aber mit Zins­ver­lust, Ver­wal­tungs- und Stor­no­kos­ten rech­nen.

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Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Fest­geld­kon­to fin­den Sie hier.

Berechenbar, sicher und bequem: Was für Festgeldanlagen spricht

Schlechte Zinsen: Rechnet sich die Festgeldanlage noch?

Fest­geld kann für Spa­rer ein sehr inter­es­san­tes Anla­ge­pro­dukt sein, solan­ge 2 Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind:

  • Sicher­heit: Da Sie kei­nen Zugriff auf Ihr Ver­mö­gen haben, muss das Ter­min­geld inner­halb des Anla­ge­zeit­rau­mes gegen eine mög­li­che Insol­venz des Kre­dit­in­sti­tu­tes abge­si­chert sein.
  • Attrak­ti­ve Zin­sen: Das von Ihnen ange­leg­te Geld erwirt­schaf­tet den Gewinn aus­schließ­lich über die Fest­geld­zin­sen. Bei einem lan­gen Anla­ge­zeit­raum pro­fi­tie­ren Sie als Anle­ger zusätz­lich vom Zin­ses­zins­ef­fekt, der den Ertrag wach­sen lässt.

Wie ver­hält es sich der­zeit mit die­sen Vor­aus­set­zun­gen? Da deut­sche Ban­ken seit eini­gen Jah­ren kei­ne hohen Zin­sen auf Fest­gel­der zah­len kön­nen, wer­fen Ihre Erspar­nis­se bei einer Fest­geld­an­la­ge fast kei­ne Zins­er­trä­ge ab und kön­nen dem­entspre­chend kaum vom Zin­ses­zins­ef­fekt pro­fi­tie­ren.

Warum der Festgeldzins so niedrig ist

Die Höhe der Zin­sen, die Ban­ken ihren Kun­den anbie­ten kön­nen, hängt von der all­ge­mei­nen Zins­ent­wick­lung ab. Die­se wird von der Euro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) in Frank­furt über den Leit­zins regu­liert. Mit dem Leit­zins legt die EZB fest, zu wel­chen Bedin­gun­gen sich Ban­ken über den Geld­markt bei den Noten- und Zen­tral­ban­ken Geld lei­hen kön­nen. Der Leit­zins ist momen­tan sehr nied­rig, des­halb erhal­ten Sie als Spa­rer aktu­ell ledig­lich mini­ma­le Zin­sen für Ihr Fest­geld.

Festgeldanlage: Warum der Festgeldzins so niedrig ist

Haupt­re­fi­nan­zie­rungs­satz der EZB seit 10. März 2016 (ver­ein­fach­te Dar­stel­lung).

Der Zins­nie­der­gang setz­te unmit­tel­bar nach der Finanz­kri­se im Jahr 2008 ein, die EZB senk­te den Leit­zins für die Euro­zo­ne damals von 4 % inner­halb kur­zer Zeit auf 1 % ab. In den fol­gen­den Jah­ren wur­de die­ser Kurs inten­si­viert, um die Ver­ga­be von Kre­di­ten attrak­ti­ver zu machen und die Wirt­schaft zu stär­ken: Seit März 2016 steht der Leit­zins im Euro­raum bei 0 %.

Was bedeu­tet das für Sie als Anle­ger? Da die Fest­geld­zin­sen von die­ser Ent­wick­lung abhän­gig sind, müs­sen Sie bei Anla­gen in Fest­geld oder auch Tages­geld auf abseh­ba­re Zeit sehr nied­ri­ge Zin­sen ein­kal­ku­lie­ren. Sie erhal­ten des­halb nur sehr wenig Ren­di­te für Ihr Geld, für grö­ße­re Bar­ver­mö­gen sind bei eini­gen Ban­ken sogar schon nega­ti­ve Zin­sen im Gespräch.

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Kom­fort­Fonds: Die ein­fa­che Anla­ge­lö­sung zum Wohl­füh­len
Die ein­fa­che Anla­ge­lö­sung zum Wohl­füh­len Für Ein­stei­ger in die Wert­pa­pier­an­la­ge: Mit brei­ter Risi­ko­streu­ung durch die Anla­ge in bis zu acht Misch­fonds. Ab 500 Euro Ein­mal­an­la­ge oder 25 Euro im Spar­plan.

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Inflation vernichtet Kaufkraft von Festgeldanlagen

Die Null­zins­po­li­tik hat enor­me Aus­wir­kun­gen für Spa­rer, die ihr Ver­mö­gen in Fest­geld anle­gen. Parkt man in die­sen Zei­ten Bar­ver­mö­gen zu den markt­üb­lich nied­ri­gen Fest­zin­sen auf einem Bank­kon­to, ver­liert das Erspar­te durch die Infla­ti­on fak­tisch immer wei­ter an Wert.

Die Infla­ti­ons­ra­te misst die durch­schnitt­li­che Teue­rung von Waren und Dienst­leis­tun­gen. Für das Jahr 2018 rech­net das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt mit einer Teue­rungs­ra­te von rund 1,8 %, die im Jahr 2019 sogar auf 2 % stei­gen könn­te. Was bedeu­tet das für Sie als Spa­rer?

Die Tabel­le zeigt, wie sich die Infla­ti­on im Lau­fe der Jah­re auf eine Anla­ge­sum­me von 10.000 Euro ohne Ver­zin­sung aus­wirkt. Schon bei 1 % Teue­rung ver­lie­ren Sie in 5 Jah­ren fast 500 Euro an Kauf­kraft. Bei 3 % Infla­ti­on hat sich der rea­le Wert Ihres Ver­mö­gens nach 20 Jah­ren nahe­zu hal­biert.

Infla­ti­ons­ra­te1 %2 %3 %
5 Jah­re9.514,66 Euro9.057,31 Euro8.626,09 Euro
10 Jah­re9.052,87 Euro8.203,48 Euro7.440,94 Euro
20 Jah­re8.195,44 Euro6.729,71 Euro5.536,76 Euro
Den Kauf­kraft­schwund Ihres Geld­ver­mö­gens kön­nen Sie mit einer Fest­geld­an­la­ge der­zeit nicht auf­fan­gen, dafür sind die erziel­ba­ren Zin­sen zu gering.

Festgeldanlage in der Zinsfalle: Wie Sie das Risiko umgehen

Die nied­ri­gen Zin­sen haben zwei nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen. Zum einen kann sich der Zin­ses­zins­ef­fekt über die Anla­ge­dau­er nicht ent­fal­ten. Zum ande­ren ver­rin­gert die Infla­ti­on die Kauf­kraft des ange­leg­ten Bar­ver­mö­gens. Bei­des zusam­men ver­wan­delt Fest­geld von einer siche­ren in eine pro­ble­ma­ti­sche Anla­ge­op­ti­on. Wie kön­nen Anle­ger auf die­se Zins­fal­le reagie­ren?

Festgeldanlage: Zinsfalle – Wie Sie das Risiko umgehen

Dabei ist es gar nicht so schwer, eine geeig­ne­te Geld­an­la­ge zu fin­den, die sich gut ent­wi­ckeln kann. Set­zen Sie anstatt auf Zins­ge­win­ne auf Divi­den­den und die Chan­ce auf Kurs­stei­ge­run­gen. Auf die­se Ren­di­ten haben Sie eine Chan­ce, wenn Sie Ihr Geld in Wert­pa­pie­re wie Akti­en oder Fonds anle­gen. Ver­ges­sen Sie jedoch nicht, dass bei der Ver­mö­gens­bil­dung mit Wert­pa­pie­ren ein Total­ver­lust­ri­si­ko mög­lich ist.

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Unabhängig von Festgeldzinsen: Vermögensbildung mit Fonds und Aktien

Wer mehr Ren­di­te für sein Geld will, kann in Wert­pa­pie­re inves­tie­ren. Akti­en, Anlei­hen, Zer­ti­fi­ka­te oder Fonds bie­ten grö­ße­re Ertrags­chan­cen, aller­dings auch ein höhe­res Risi­ko durch mög­li­che Kurs­ver­lus­te. Sol­che „vola­ti­len” Wert­pa­pie­re eig­nen sich beson­ders für Anle­ger, die mehr Ren­di­te als mit mini­mal ver­zins­ten Tages- oder Fest­gel­dern erzie­len wol­len und bereit sind, dafür auch Ver­lus­te in Kauf zu neh­men.

Erfah­re­ne Wert­pa­pier-Anle­ger mit über­durch­schnitt­li­cher Risi­ko­be­reit­schaft kön­nen in ein­zel­ne Akti­en, Bran­chen, Tech­no­lo­gi­en oder Wachs­tums­re­gio­nen inves­tie­ren. Eher sicher­heits­ori­en­tier­ten Anle­gern ste­hen breit streu­en­de Fonds zur Ver­fü­gung, die das Kapi­tal auf ver­schie­de­ne Anla­ge­klas­sen ver­tei­len, um die Ver­lust­ri­si­ken zu mini­mie­ren. Bör­sen­ge­han­del­te Index­fonds (ETFs) bil­den einen Bör­sen­in­dex wie DAX, EURO STOXX oder MSCI World nach. Auf­grund ihrer gerin­gen Kos­ten­quo­te sind sie beson­ders gut für pri­va­te Anle­ger geeig­net.

Wie Sie in Wertpapiere investieren

Geld in Wert­pa­pie­re anzu­le­gen ist ein­fa­cher als vie­le Men­schen den­ken. Alles, was Sie benö­ti­gen, ist ein Wert­pa­pier­de­pot für die Ver­wal­tung: Es ver­schafft Ihnen einen schnel­len und genau­en Über­blick über den Stand Ihrer Papie­re. Mit Hil­fe der Order­mas­ke kön­nen Sie Fonds und Akti­en online kau­fen und ver­kau­fen. Bei com­di­rect rich­ten Sie Ihr Depot per Post oder online auch mit dem VideoI­dent-Ver­fah­ren ein. In die­sem Pro­zess müs­sen Sie ein Refe­renz­kon­to (Ver­rech­nungs­kon­to) ange­ben, auf das Aus­zah­lung en aus Ihrem Wert­pa­pier­han­del über­wie­sen wer­den.