Fahrzeugfinanzierung: Darauf sollten Sie achten

Darauf sollten Sie achten Fahrzeugfinanzierung

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In Deutsch­land finan­zie­ren unge­fähr die Hälf­te aller Käu­fer ihr Auto mit einem Kre­dit, Lea­sing oder ähn­li­chen Ange­bo­ten. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Nicht jeder kann einen deut­lich fünf­stel­li­gen Betrag aus sei­nen Erspar­nis­sen schöp­fen. Möch­ten Sie Ihr Fahr­zeug mit­hil­fe eines Kre­dits finan­zie­ren, ste­hen Sie also kei­nes­wegs allei­ne da. Bevor Sie einen Kre­dit zur Auto­fi­nan­zie­rung auf­neh­men, soll­ten Sie sich aber gründ­lich über unter­schied­li­che Kre­dit­for­men infor­mie­ren. Vor allem Ihre per­sön­li­che Lebens­si­tua­ti­on ist ent­schei­dend für die Wahl eines Kre­di­tes. Eine gute Nach­richt vor­weg: Die Zin­sen für Kre­di­te sind in der aktu­el­len Nied­rig­zins­pha­se sehr güns­tig.

Eine Mas­se an Fremd­wör­tern und vie­le unter­schied­li­che Kre­dit­for­men las­sen zunächst schwer erken­nen, was für Sie sinn­voll ist und was nicht: Ein Kre­dit mit oder ohne Anzah­lung, unter­schied­li­che Lauf­zei­ten, Lea­sing und das The­ma der Auto­kre­dit-Schluss­ra­te wer­fen vie­le Mög­lich­kei­ten auf und wir­ken sich auf die monat­lich zu zah­len­de Kre­dit­ra­te aus. Zusätz­lich erschwe­ren die ver­schie­de­nen For­men der Finan­zie­rung die Ver­gleich­bar­keit der Ange­bo­te am Markt.

Ganz ein­fach sind Fra­gen nach dem opti­ma­len Ange­bot nicht zu beant­wor­ten. Im Gegen­teil: Ein Kre­dit zur Fahr­zeug­fi­nan­zie­rung soll­te immer indi­vi­du­ell auf die eige­nen finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten zuge­schnit­ten sein.

  • Kön­nen oder möch­ten Sie sich eine Anzah­lung leis­ten?
  • Wie lan­ge wol­len Sie das neue Fahr­zeug nut­zen?
  • Möch­ten Sie zusätz­lich zu den regel­mä­ßi­gen Kre­dit­ra­ten monat­lich noch Geld spa­ren, um eine even­tu­el­le Schluss­ra­te zu zah­len?

com­di­rect hat all die­se unter­schied­li­chen Ansprü­che fest­ge­stellt und arbei­tet des­halb mit Kre­di­ten, die Sie an Ihre indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se anpas­sen kön­nen.

Was ist eine Fahrzeugfinanzierung?

Bei einer Fahr­zeug­fi­nan­zie­rung han­delt es sich meist um einen zweck­ge­bun­de­nen Raten­kre­dit. Bei die­sem dient das erwor­be­ne Fahr­zeug in der Regel als Sicher­heit für die Bank. Ist dies der Fall wird der Fahr­zeug­brief wäh­rend der Kre­dit­lauf­zeit als Pfand hin­ter­legt. Man­che Kre­dit­ge­ber ermög­li­chen alter­na­tiv eine Finan­zie­rung durch einen zweck­frei­en Kre­dit. Ande­re Ange­bo­te wie zum Bei­spiel ein Bal­lon­kre­dit oder Lea­sing kön­nen bei einer Fahr­zeug­fi­nan­zie­rung eben­so genutzt wer­den.

Es kön­nen nicht nur Neu­wa­gen mit­tels eines Auto­kre­di­tes finan­ziert wer­den, son­dern auch Gebraucht­wa­gen. Da bei Gebraucht­wa­gen übli­cher­wei­se aber die ver­brief­te Sicher­heit gerin­ger aus­fällt, hat die per­sön­li­che Boni­tät des Kre­dit­neh­mers einen grö­ße­ren Ein­fluss auf den Zins­satz. Dabei erhal­ten Sie oft nur bei guter Boni­tät und einem regel­mä­ßi­gen Ein­kom­men einen güns­ti­gen Zins­satz. Wer ein nur unsi­che­res Ein­kom­men nach­wei­sen kann oder schon ein­mal mit Raten­zah­lun­gen in Ver­zug gekom­men ist, erhält häu­fig Kre­dit­an­ge­bo­te mit deut­lich höhe­ren Zins­kon­di­tio­nen oder kein Kre­dit­an­ge­bot.

Der com­di­rect Raten­kre­dit ent­hält einen effek­ti­ven Jah­res­zins, der sich allein aus dem Net­to­dar­le­hens­be­trag errech­net. Die Boni­tät hat in die­sem Fall also kei­nen Ein­fluss auf die Höhe des Zins­sat­zes, ent­schei­det aber dar­über, ob ein Kre­dit­ver­trag ange­bo­ten wird.

Kreditnebenkosten, effektiver Jahreszins und Sollzinssatz

Es las­sen sich zwei ver­schie­de­ne Zins­sät­ze unter­schei­den: Zum einen gibt es den Soll­zins­satz, der den rei­nen Zins­satz des Kre­di­tes angibt und die zusätz­lich anfal­len­den Kre­dit­ne­ben­kos­ten aus­klam­mert. Zum ande­ren wird häu­fig der Effek­tiv­zins ange­ge­ben, der die tat­säch­li­chen Kos­ten umfasst. Die Kon­di­tio­nen ver­schie­de­ner Kre­dit­an­ge­bo­te kön­nen Sie des­halb am bes­ten anhand des Effek­tiv­zin­ses ver­glei­chen, der bei jedem Kre­dit­an­ge­bot ange­ge­ben wird und auch die Kre­dit­ne­ben­kos­ten berück­sich­tigt.

Ab welchem Zeitpunkt gehört das Auto bei einer Fahrzeugfinanzierung mir?

Die Unter­schei­dung in “Besitz” und “Eigen­tum” ist für die Beant­wor­tung die­ser Fra­ge zen­tral. Vie­le Kre­dit­an­bie­ter ver­lan­gen den KFZ-Brief als Absi­che­rung, doch was bedeu­tet das genau? Wel­che Rech­te ste­hen dem Kre­dit­ge­ber zu, sobald er den KFZ-Brief als Absi­che­rung ver­langt?

Bei die­ser Form der Absi­che­rung han­delt es sich recht­lich um die soge­nann­te “Siche­rungs­über­eig­nung”. Der Kre­dit­neh­mer bekommt das Besitz­recht am Auto, er darf es dem­nach zu sei­nen Zwe­cken nut­zen. Das Eigen­tums­recht hin­ge­gen liegt so lan­ge bei dem Kre­dit­ge­ber, bis der Kre­dit vom Kun­den abge­zahlt wur­de. Sobald der Kre­dit­neh­mer gegen die Ver­trags­be­din­gun­gen ver­stößt, indem er z.B. sei­nen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen nicht nach­kom­men kann, geht das Besitz­recht an den Kre­dit­ge­ber über. Die­ser kann das Auto bei­spiels­wei­se an einen Drit­ten ver­kau­fen.

Diese Kreditformen gibt es

Es gibt zahl­rei­che Kre­dit­for­men zur Fahr­zeug­fi­nan­zie­rung. Im Fol­gen­den erhal­ten Sie einen Über­blick. Zur Ver­an­schau­li­chung gibt es zu jeder Kre­dit­form eine exem­pla­ri­sche Rech­nung zur Finan­zie­rung eines Autos mit einem Lis­ten­preis von 20.500 Euro. Der effek­ti­ve Jah­res­zins beträgt in den Bei­spie­len immer 3,59 Pro­zent, die Lauf­zeit 60 Mona­te, also 5 Jah­re.

Ratenkredit

Eine Mög­lich­keit, um ein Fahr­zeug zu finan­zie­ren, ist der Raten­kre­dit. Dabei gewährt der Kre­dit­ge­ber ein Dar­le­hen über einen bestimm­ten Geld­be­trag, der monat­lich in gleich­blei­ben­den Raten zurück­zu­zah­len ist.

Vor­teil die­ser Vari­an­te: Sie ken­nen von Beginn an Ihre monat­li­che Belas­tung und es fällt kei­ne hohe Abschluss­zah­lung an. Bei die­ser Vari­an­te soll­ten Sie auf die Lauf­zei­ten ach­ten. Die monat­li­che Belas­tung durch die Kre­dit­ra­ten kann bei einer kur­zen Lauf­zeit sehr hoch aus­fal­len. Bei einer län­ge­ren Finan­zie­rungs­zeit stei­gen hin­ge­gen die Kre­dit­kos­ten, da der Auto­kre­dit über einen län­ge­ren Zeit­raum gewährt wird und mehr Zins­zah­lun­gen anfal­len.

Den Raten­kre­dit gibt es als zweck­ge­bun­de­nen oder als zweck­frei­en Kre­dit. Bei­de Kre­dit­for­men haben Vor- und Nach­tei­le: Der Zins­satz ist bei einem zweck­frei­en Dar­le­hen meist etwas höher. Das liegt dar­an, dass der KFZ-Brief beim zweck­ge­bun­de­nen Kre­dit zur Sicher­heit bei der Bank hin­ter­legt wird. Dafür ist der Kre­dit­neh­mer mit einem zweck­frei­en Dar­le­hen sehr viel unge­bun­de­ner und kann frei­er dar­über ent­schei­den, wofür er sei­nen Kre­dit ein­setzt.

Bei­spiel­rech­nung:

Sie möch­ten ein Fahr­zeug mit einem Preis von 20.500 Euro finan­zie­ren. Bei einem Raten­kre­dit mit einer Lauf­zeit von 5 Jah­ren und einem effek­ti­ven Jah­res­zins von 3,59 % beträgt die Rate 373,80 Euro monat­lich. Sie zah­len weder eine Anzah­lung noch eine Schluss­ra­te. Durch Finan­zie­rungs­kos­ten von 1.922 Euro belau­fen sich die Gesamt­kos­ten in die­sem Fall auf 22.422 Euro.

Bewer­tung: Bei einem sol­chen Kre­dit sind die Raten zwar etwas höher als zum Bei­spiel bei dem nach­fol­gend beschrie­be­nen Bal­lon­kre­dit. Dafür umge­hen Sie aber das Risi­ko, am Ende die Abschluss­ra­te nicht zah­len zu kön­nen. Sobald Sie mit einem Raten­kre­dit im Rücken gegen­über dem Auto­händ­ler als Bar­zah­ler auf­tre­ten, ste­hen Ihre Chan­cen außer­dem gut, einen höhe­ren Rabatt aus­zu­han­deln.

Ballonkredit

Beim Bal­lon­kre­dit fal­len wäh­rend der Kre­dit­lauf­zeit eher nied­ri­ge Raten an, dafür wird aber eine hohe Abschluss­zah­lung fäl­lig.

Die Abschluss­zah­lung ist zusätz­lich zu den lau­fen­den Raten anzu­spa­ren, wenn Sie die­se nicht aus bereits ver­füg­ba­ren Rück­la­gen beglei­chen kön­nen. Hier ist also ein gewis­ses Risi­ko vor­han­den, falls Sie nicht sicher­stel­len kön­nen, dass Sie einen bestimm­ten Betrag für die Abschluss­zah­lung zurück­hal­ten kön­nen. Dabei zah­len Sie für den gesam­ten Kre­dit­be­trag die Zin­sen und til­gen natur­ge­mäß wäh­rend der Lauf­zeit nur teil­wei­se. Das bedeu­tet, dass sich die Zins­las­ten nur auf den gezahl­ten Betrag wäh­rend der Lauf­zeit ver­rin­gern. Der Bal­lon bleibt bis zum Ende bestehen und ver­ur­sacht Zin­sen.

Erst mit Zah­lung der Auto­kre­dit-Schluss­ra­te gehört das Fahr­zeug end­gül­tig Ihnen.

Bei­spiel­rech­nung:

Wie­der geht es um die Finan­zie­rung des Bei­spiel­au­tos, Lis­ten­preis 20.500 Euro. Bei einem Bal­lon­kre­dit über 5 Jah­re und einem effek­ti­ven Jah­res­zins von 3,59 % beträgt die zu zah­len­de monat­li­che Rate 297,56 Euro. Zusätz­lich zu den monat­li­chen Raten wird eine Abschluss­zah­lung fäl­lig: in die­sem Fall 5.000 Euro. Die Gesamt­kos­ten betra­gen damit 22.853,55 Euro, inklu­si­ve der Kre­dit­zin­sen in Höhe von 2.353,55 Euro.

Bewer­tung: Möch­ten Sie den Bal­lon­kre­dit auf­grund der nied­ri­gen Raten­zah­lun­gen nut­zen, dann beach­ten Sie stets die hohe Abschluss­zah­lung. Müs­sen Sie den Bal­lon durch einen Anschluss­kre­dit finan­zie­ren, ist dies — zum Bei­spiel nach einem Zins­an­stieg — nur zu höhe­ren Zins­kon­di­tio­nen mög­lich.

3-Wege-Finanzierung

Eine 3-Wege-Finan­zie­rung setzt sich wie folgt zusam­men:

  • Aus einer Anzah­lung,
  • mit Til­gung durch Raten­zah­lun­gen wäh­rend der Lauf­zeit und
  • einer Schluss­ra­te

Bei die­ser Finan­zie­rungs­form sind also drei Varia­blen aus­zu­han­deln, was die Trans­pa­renz die­ser Finan­zie­rungs­form ver­rin­gert. Die Auto­kre­dit-Schluss­ra­te besteht wie­der­um aus drei Vari­an­ten:

  1. Zah­lung der Schluss­ra­te
    Mit der Zah­lung der Auto­kre­dit-Schluss­ra­te ist der Kre­dit abbe­zahlt und das Fahr­zeug gehört Ihnen.
  2. Suk­zes­si­ve Abzah­lung der Schluss­ra­te (Anschluss­fi­nan­zie­rung)
    Wenn Sie die Schluss­ra­te aus belie­bi­gen Grün­den nicht anspa­ren konn­ten, benö­ti­gen Sie eine Anschluss­fi­nan­zie­rung.
  3. Rück­ga­be des Fahr­zeugs an den Händ­ler
    Kön­nen Sie die Schluss­ra­te Ihres Auto­kre­di­tes nicht bezah­len und möch­ten kei­ne Anschluss­fi­nan­zie­rung auf­neh­men, kön­nen Sie, in Abspra­che mit dem Händ­ler, die Rück­ga­be des Autos an den Händ­ler mög­li­cher­wei­se in Betracht zie­hen. In dem Fall bekom­men Sie den Rest­wert des Autos wie­der zurück, der je nach Zustand und ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen vari­ie­ren kann. Sie müs­sen zwar kei­ne Schluss­ra­te zah­len, aber das Fahr­zeug gehört damit auch nicht mehr Ihnen.

Ins­ge­samt ist die 3-Wege-Finan­zie­rung sehr fle­xi­bel, häu­fig aber teu­rer als ande­re Kre­dit­for­men: Da die Abschluss­ra­te über den Kre­dit vor­fi­nan­ziert wer­den muss, kön­nen erhöh­te Kre­dit­kos­ten anfal­len. Ach­ten Sie bei die­ser Vari­an­te des­halb auf den effek­ti­ven Jah­res­zins des Ange­bots, der sich zum Ver­gleich der Kre­dit­an­ge­bo­te am bes­ten eig­net. Aus Kos­ten­grün­den ist eine rei­ne Raten­zah­lung meist bes­ser.

Bei­spiel­rech­nung:

Auch in die­sem Fall dient die Finan­zie­rung eines Fahr­zeugs, das 20.500 Euro kos­tet, als Bei­spiel. Bei einem Drei-Wege-Kre­dit über 5 Jah­re und einem effek­ti­ven Jah­res­zins von 3,59 % beträgt die zu zah­len­de Rate 236,88 Euro monat­lich. Sie über­neh­men in die­sem Bei­spiel eine Anzah­lung von 5.000 Euro und eine Schluss­ra­te von 3.000 Euro. Ins­ge­samt kom­men Sie damit auf 17.212,72 Euro, wovon 1.712,72 Euro Kre­dit­zin­sen sind.

Bewer­tung: Mit die­sem Rechen­bei­spiel spa­ren Sie bis­her zwar am meis­ten Geld, es muss aber dar­auf geach­tet wer­den, ob bei Ihrem Ange­bot der effek­ti­ve Jah­res­zins tat­säch­lich die glei­che Höhe hat. Häu­fig ist die­ser bei der 3-Wege-Finan­zie­rung höher als bei ande­ren Kre­dit­for­men. Sobald Sie die Auto­kre­dit-Schluss­ra­te nicht bezah­len kön­nen, müs­sen Sie ent­we­der eine ins­ge­samt kos­ten­in­ten­si­ve­re Anschluss­fi­nan­zie­rung akzep­tie­ren oder das Fahr­zeug zurück­ge­ben.

Nullprozentfinanzierung

Auf den ers­ten Blick klingt es ver­lo­ckend: Her­stel­ler und Händ­ler bie­ten eine Raten­zah­lung ohne zusätz­li­che Finan­zie­rungs­kos­ten an. Doch bei nähe­rer Betrach­tung wer­den die Nach­tei­le einer soge­nann­ten “Null­pro­zent­fi­nan­zie­rung” offen­bar. Mit der Inan­spruch­nah­me der Finan­zie­rung durch den Händ­ler ver­zich­ten Käu­fer viel­leicht auf einen mög­li­chen Rabatt, der bei Neu­wa­gen bis zu 25 % oder sogar mehr betra­gen kann. Dies ist der ent­schei­den­de Nach­teil einer Null­pro­zent­fi­nan­zie­rung. Mit dem Raten­kre­dit einer Bank gel­ten Sie als Bar­zah­ler und kön­nen oft einen hohen Rabatt mit dem Händ­ler aus­han­deln.

Bei­spiel­rech­nung:

Sol­len 20.500 Euro für ein Fahr­zeug finan­ziert wer­den, fal­len bei der Null­pro­zent­fi­nan­zie­rung monat­li­che Raten von 341,67 Euro an. Die Finan­zie­rung läuft dabei eben­falls über 5 Jah­re, der Effek­tiv­zins beträgt aller­dings 0 %. Dem­entspre­chend zah­len Sie in die­sem Bei­spiel zwar nur 20.500 Euro, müs­sen aber beach­ten, dass die Fahr­zeug­kos­ten selbst häu­fig bis zu 25 % höher sind als mit einer ande­ren Kre­dit­form.

Bewer­tung: Bei einer Null­pro­zent­fi­nan­zie­rung muss bewer­tet wer­den, ob die Erspar­nis­se bei den Zin­sen den höhe­ren Preis des Autos recht­fer­ti­gen. In vie­len Lebens­si­tua­tio­nen kann es durch­aus Sinn machen, auf nied­ri­ge Raten zu set­zen. Sie soll­ten sich aber im Kla­ren dar­über sein: Die Gesamt­kos­ten für die Auto­fi­nan­zie­rung bei einer Null­pro­zent­fi­nan­zie­rung sind häu­fig höher.

Privatleasing

Beim Lea­sing gilt der Kun­de, also der Lea­sing­neh­mer, als Mie­ter des Fahr­zeugs und zahlt dem Lea­sing­ge­ber, dem Händ­ler, eine Nut­zungs­ge­bühr. Lea­sing­dau­er und Lea­sing­ra­te wer­den vor­her ver­ein­bart und das Fahr­zeug nach der Ver­trags­lauf­zeit zurück­ge­ge­ben. Je nach Ange­bot kann es auch eine Anzah­lung geben, die wie­der­um zu nied­ri­ge­ren monat­li­chen Raten führt.

Bei der Rück­ga­be bestimmt der Händ­ler den Rest­wert des Fahr­zeugs. Wel­che Fol­gen das für den Lea­sing­neh­mer hat, vari­iert je nach Kon­di­tio­nen im Ver­trag. Bei einem Ver­trag mit Rest­wert­ab­rech­nung muss der Kun­de für die pro­to­kol­lier­ten Män­gel auf­kom­men. Wenn der tat­säch­li­che Rest­wert des Fahr­zeugs unter dem vor­her kal­ku­lier­ten Wert liegt, muss er die Dif­fe­renz beglei­chen. Ein ande­res Ver­trags­mo­dell arbei­tet mit einem vor­her ver­ein­bar­ten Kilo­me­ter­stand: Hier ent­fällt das Rest­wert­ri­si­ko. Über­schrei­ten Sie den Kilo­me­ter­stand, zah­len Sie zwar einen Auf­schlag, das Risi­ko lässt sich dafür aber genau­er ein­schät­zen.

Bei­spiel­rech­nung:

Beim Lea­sing ent­fällt in die­sem Bei­spiel die Anzah­lung. Die monat­li­che Lea­sing­ra­te bei einem Fahr­zeug, das 20.500 Euro kos­tet, kann somit über 5 Jah­re hin­weg 296,67 Euro betra­gen. Geben Sie das Auto nach fünf Jah­ren ab, haben Sie nach die­sem Modell 2.300,20 Euro Zin­sen gezahlt. Dabei beträgt der Zins­satz wie bei den vor­he­ri­gen Bei­spie­len 3,59 %. Ins­ge­samt zah­len Sie über 5 Jah­re 17.800,20 Euro, spa­ren damit Geld, wobei das Auto nach dem Lea­sing nicht Ihnen gehört.

Bewer­tung: Lea­sing ver­spricht sor­gen­frei­es Auto­fah­ren, doch die Lea­sing­ra­ten fal­len oft höher aus als ent­spre­chen­de Kre­dit­ra­ten. Zudem erwirbt der Lea­sing­neh­mer durch die Zah­lung der Raten nicht das Eigen­tums­recht am Auto. Ein Vor­teil ist, dass sich Lea­sing­ra­ten voll­um­fäng­lich von der Steu­er abset­zen las­sen. Aus die­sem Grund ist das Modell also vor allem für Unter­neh­mer attrak­tiv.

Umschuldung und Kündigung eines Autokredits

Eine Kre­dit­um­schul­dung meint die Rück­zah­lung eines bis­he­ri­gen Kre­dit­ver­trags bei gleich­zei­ti­gem Abschluss eines neu­en Ver­tra­ges. Wenn die aktu­el­len Auto­kre­dit­zin­sen deut­lich güns­ti­ger sind als Ihre älte­ren Kon­di­tio­nen, kann die­se Maß­nah­me sehr sinn­voll sein. Durch die aktu­el­le Nied­rig­zins­pha­se trifft das auf vie­le alte Ver­trä­ge zu. Sie kön­nen zudem über eine Umschul­dung nach­den­ken, wenn ver­schie­de­ne klei­ne Kre­di­te vor­lie­gen. Wer­den die­se zu einem gro­ßen zusam­men­ge­fasst, erhält der Kre­dit­neh­mer meist einen nied­ri­ge­ren Zins­satz. Zudem ist so ein bes­se­rer Über­blick gege­ben, da Sie nur eine monat­li­che Rate zu zah­len haben.

Ein Auto­kre­dit kann vom Dar­le­hens­neh­mer pro­blem­los gekün­digt wer­den. Dies ist 2010 aus den EU-Ver­brau­cher­kre­dit­richt­li­ni­en her­vor­ge­gan­gen. Dem­nach ist die Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung , die Ihre Bank erhe­ben darf, gesetz­lich gere­gelt und darf maxi­mal ein Pro­zent des Rest­be­tra­ges betra­gen – das wären bei 15.000 Euro Rest­kre­dit also 150 Euro. Der Kre­dit­ge­ber darf das Dar­le­hen hin­ge­gen nur dann kün­di­gen, wenn der Kre­dit­neh­mer mit den Zah­lun­gen in Ver­zug ist und nach einer oder meh­re­ren Mah­nun­gen kei­ne ande­re Lösung gefun­den wer­den konn­te. Soll­te es ein­mal zu Eng­päs­sen kom­men, kön­nen Raten im Nor­mal­fall auch aus­ge­setzt oder die monat­li­che Rate redu­ziert wer­den.

Ist eine Absicherung des Kredits notwendig und sinnvoll?

Damit Sie trotz der zu zah­len­den Raten unbe­sorgt sein kön­nen, wird zu Kre­di­ten häu­fig eine Rest­schuld­ver­si­che­rung ange­bo­ten. Wie der Name schon sagt, bezieht sich die­se auf die soge­nann­te “Rest­schuld”, also den Betrag, der noch an den Kre­dit­ge­ber zurück­ge­zahlt wer­den muss. Die­ser setzt sich aus dem Net­to­dar­le­hens­be­trag plus Zin­sen zusam­men.

Eine Rest­schuld­ver­si­che­rung schützt Sie vor dem Fall, die Zah­lun­gen der Monats­ra­ten nicht ein­hal­ten zu kön­nen. Der Abschluss einer sol­chen Ver­si­che­rung zieht für Sie zwar zusätz­li­che Kos­ten nach sich, die Sie gegen den Nut­zen abwä­gen müs­sen. Er bie­tet Ihnen aber gleich­zei­tig eine Sicher­heit. Umso höher der Kre­dit ist, des­to eher soll­ten Sie die Mög­lich­keit in Erwä­gung zie­hen, eine Ver­si­che­rung abzu­schlie­ßen. Soll­ten zum Bei­spiel durch eine Arbeits­un­fä­hig­keit finan­zi­el­le Eng­päs­se auf­tre­ten, kann die­se Vari­an­te Sie und Ihre Fami­lie vor den Kos­ten schüt­zen. Eine indi­vi­du­el­le Betrach­tung von Sinn und Zweck einer sol­chen Ver­si­che­rung ist aber in jedem Fall anzu­ra­ten.

Besonderheiten der Oldtimerfinanzierung

In aller Kür­ze: Old­ti­mer sind Autos, die bei Zulas­sung min­des­tens 30 Jah­re alt sind. Sie ent­spre­chen wei­test­ge­hend dem Ori­gi­nal­zu­stand und tra­gen zum Erhalt des kul­tu­rel­len Erbes bei. Ent­spricht das Auto die­sen Kri­te­ri­en, kann der Besit­zer eine offi­zi­el­le Zulas­sung von einem Sach­ver­stän­di­gen ein­ho­len. Dafür wird im Anschluss ein “H-Kenn­zei­chen” aus­ge­stellt. Grün­de für eine Ableh­nung kön­nen ein star­ker Umbau, ein neu­er Motor aber auch ein schlech­ter Zustand des Wagens sein.

Lieb­ha­ber kau­fen Old­ti­mer für ihre Frei­zeit, häu­fig wer­den sie auch als Wert­an­la­ge betrach­tet. Die Anschaf­fungs­kos­ten sind dabei nicht uner­heb­lich: Je nach Modell kön­nen die Prei­se im 5-stel­li­gen Bereich lie­gen. Der Wert eines Old­ti­mers hängt im Wesent­li­chen von fol­gen­den Fak­to­ren ab:

  • Mar­ke
  • Fahr­zeug­mo­dell
  • Alter
  • Erhal­tungs­zu­stand

In der Regel wer­den Old­ti­mer auf Auto­auk­tio­nen oder über Pri­vat­per­so­nen erwor­ben, sel­te­ner über den Kon­takt mit einem Händ­ler. Für die Finan­zie­rung ste­hen die gän­gi­gen oben beschrie­be­nen Kre­dit­for­men zur Ver­fü­gung. Es gibt dem­entspre­chend zweck­ge­bun­de­ne oder auch zweck­freie Raten­kre­di­te. Bei einer Old­tim­er­fi­nan­zie­rung mit com­di­rect kön­nen Sie den Auto­kre­dit nut­zen, wel­cher vom Prin­zip her ein zweck­frei­er Raten­kre­dit ist. Der Vor­teil: Par­al­lel zum Old­ti­mer­kauf kön­nen hier­mit auch die nicht zu ver­nach­läs­si­gen­den Inves­ti­tio­nen und Unter­halts­kos­ten finan­ziert wer­den. Ein gro­ßer Kos­ten­fak­tor bei Old­ti­mern ist zum Bei­spiel Erwerb von Ersatz­tei­len.

Fazit: Günstiger Zeitpunkt für eine Fahrzeugfinanzierung

Nur weni­ge Käu­fer kön­nen ihr Fahr­zeug voll­stän­dig durch Erspar­nis­se finan­zie­ren. Das ist in der aktu­el­len Nied­rig­zins­pha­se nicht wei­ter schlimm, weil Kre­di­te oft zu güns­ti­gen Kon­di­tio­nen ange­bo­ten wer­den. Die Kos­ten für die Fahr­zeug­fi­nan­zie­rung blei­ben so über­schau­bar, wobei bei den meis­ten Kre­dit­ge­bern fol­gen­de Regel gilt: Je höher der auf­ge­nom­me­ne Kre­dit, des­to güns­ti­ger der ange­bo­te­ne Effek­tiv­zins­satz.

Aktu­el­ler Hin­weis:

Wer den kre­dit­fi­nan­zier­ten Kauf eines neu­en oder gebrauch­ten Fahr­zeugs in Erwä­gung zieht, soll­te sich in abseh­ba­rer Zukunft ent­schei­den. Denn: In den USA hat die Noten­bank den Leit­zins bereits 2-mal in Fol­ge erhöht, sodass auch hier­zu­lan­de mit­tel­fris­tig wie­der mit stei­gen­den Zin­sen zu rech­nen ist.

Ein Rat zum Schluss:

Ver­su­chen Sie, einen Kre­dit mit Kon­di­tio­nen zu fin­den, die mög­lichst gut zu Ihren Lebens­um­stän­den pas­sen. Dabei ist es nicht emp­feh­lens­wert, auf schein­bar attrak­ti­ve Ange­bo­te wie eine Null­pro­zent­fi­nan­zie­rung anzu­sprin­gen, bei denen die Finan­zie­rungs­kos­ten letzt­lich im Kauf­preis ent­hal­ten sind. Wich­tig ist in jedem Fall, dass Sie Ihrem Kre­dit­ge­ber ver­trau­en. Wägen Sie Kos­ten und Nut­zen von kur­zen Lauf­zei­ten und hohen Raten gegen län­ge­re Lauf­zei­ten mit klei­ne­ren Raten ab und fra­gen Sie sich: Mit wel­chem Kre­dit bin ich auf der siche­ren Sei­te? Wel­che Form der Fahr­zeug­fi­nan­zie­rung schränkt mich am wenigs­ten ein? Nut­zen Sie unse­ren Kre­dit­rech­ner, um ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten von Raten­kre­di­ten durch­zu­spie­len.