Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten, analysiert für compass online regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen.

Chartanalyse von C. Geyer Archiviert: Euro zu US-Dollar: Übergeordneter Abwärtstrend weiterhin intakt

Christoph Geyer

ist Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten. Der Autor des Buches „Einfach richtig Geld verdienen mit Technischer Analyse“ analysiert für das comdirect Magazin regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen und Währungen.

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Trendbruch im kurzfristigen Bereich

Die Wechselkursparität zwischen zwei Währungen sollte die Wirtschaftsleistungen in den jeweiligen Ländern oder Handelsregionen widerspiegeln. Dies tut sie weitgehend auch. Es kamen aber in den zurückliegenden Jahren die Faktoren Politik und Spekulation dazu. Besonders beim US-Dollar (USD) macht sich zudem häufig der vermeintlich sichere Hafen einer Fluchtwährung bemerkbar. Immer dann, wenn politische Aussagen oder Entscheidungen die Runde machen, hat dies Einfluss auf den Wechselkurs des US-Dollars gegenüber den übrigen Weltwährungen. Eines der wichtigsten Handelspaare ist dabei der Euro gegen den USD.

Hier ist zu beobachten, dass sich der Euro seit nunmehr zehn Jahren in einem übergeordneten Abwärtstrend gegenüber dem US-Dollar befindet. Dieser sehr scharf abgegrenzte Abwärtstrendkanal wurde zuletzt getestet, konnte aber nicht nach oben verlassen werden. Das Abprallen an der Abwärtstrendlinie wurde von Divergenzen bei den Indikatoren bereits angekündigt. Das Verkaufssignal beim Stochastik-Indikator Anfang dieses Jahres wurde vor wenigen Wochen vom MACD-Indikator bestätigt. Seit dem letzten Absturz im Jahr 2014 wurde eine Seitwärtsrange gebildet, die Mitte des vergangenen Jahres nach oben verlassen wurde. Im Rahmen des übergeordneten Abwärtstrends hatte sich seit Ende 2016 ein Aufwärtstrend etabliert. Dieser wurde nun vor Kurzem nach unten verlassen. Damit ist das Verkaufssignal der Indikatoren bestätigt worden. Mit dem Trendbruch hat sich nun Abwärtspotenzial eröffnet, welches bis in den Bereich der alten Seitwärtsrange reicht.

Referenzzeitraum: 16.05.2008 bis 16.05.2018; Quelle: comdirect

Im kurzfristigen Chartbild stellt sich die Lage nur wenig positiver dar als im Langfristchart. Wie im übergeordneten Bild schon zu sehen war, hatte sich ein neuer Abwärtstrend etabliert. Dieser führte zuletzt unter das Top vom vergangenen September. Inzwischen hat der Euro auch die psychologische Marke von 1,20 USD unterschritten. Damit eröffnet sich weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich von knapp unter 1,16 USD. Der Stochastik-Indikator konnte das sicher geglaubte Kaufsignal nicht halten. Somit dürfte der Abwärtstrend oberhalb der alten Trendlinie fortgesetzt werden.

Referenzzeitraum: 16.05.2017 bis 16.05.2018; Quelle: comdirect

Währungen unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 15.05.2018; Quelle: comdirect.de