Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten, analysiert für compass online regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen.

Chartanalyse von C. Geyer
Euro zu US-Dollar: Übergeordneter Abwärtstrend weiterhin intakt

Christoph Geyer

ist Tech­nis­ch­er Ana­lyst bei der Com­merzbank und in der Vere­ini­gung Tech­nis­ch­er Ana­lysten Deutsch­land (VTAD) mitver­ant­wortlich für die Aus­bil­dung Tech­nis­ch­er Ana­lysten. Der Autor des Buch­es „Ein­fach richtig Geld ver­di­enen mit Tech­nis­ch­er Analyse“ analysiert für das comdi­rect Mag­a­zin regelmäßig die Charts von wichti­gen Unternehmen und Währun­gen.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen und Ter­mine zu aktuellen Vorträ­gen oder Sem­i­naren zum Autor find­en Sie unter www.christophgeyer.de oder auf Youtube.

Trend­bruch im kurzfristi­gen Bere­ich

Die Wech­selkurspar­ität zwis­chen zwei Währun­gen sollte die Wirtschaft­sleis­tun­gen in den jew­eili­gen Län­dern oder Han­del­sre­gio­nen wider­spiegeln. Dies tut sie weit­ge­hend auch. Es kamen aber in den zurück­liegen­den Jahren die Fak­toren Poli­tik und Speku­la­tion dazu. Beson­ders beim US-Dol­lar (USD) macht sich zudem häu­fig der ver­meintlich sichere Hafen ein­er Fluchtwährung bemerk­bar. Immer dann, wenn poli­tis­che Aus­sagen oder Entschei­dun­gen die Runde machen, hat dies Ein­fluss auf den Wech­selkurs des US-Dol­lars gegenüber den übri­gen Weltwährun­gen. Eines der wichtig­sten Han­delspaare ist dabei der Euro gegen den USD.

Hier ist zu beobacht­en, dass sich der Euro seit nun­mehr zehn Jahren in einem über­ge­ord­neten Abwärt­strend gegenüber dem US-Dol­lar befind­et. Dieser sehr scharf abge­gren­zte Abwärt­strend­kanal wurde zulet­zt getestet, kon­nte aber nicht nach oben ver­lassen wer­den. Das Abprallen an der Abwärt­strendlin­ie wurde von Diver­gen­zen bei den Indika­toren bere­its angekündigt. Das Verkauf­ssig­nal beim Sto­chastik-Indika­tor Anfang dieses Jahres wurde vor weni­gen Wochen vom MACD-Indika­tor bestätigt. Seit dem let­zten Absturz im Jahr 2014 wurde eine Seitwärt­srange gebildet, die Mitte des ver­gan­genen Jahres nach oben ver­lassen wurde. Im Rah­men des über­ge­ord­neten Abwärt­strends hat­te sich seit Ende 2016 ein Aufwärt­strend etabliert. Dieser wurde nun vor Kurzem nach unten ver­lassen. Damit ist das Verkauf­ssig­nal der Indika­toren bestätigt wor­den. Mit dem Trend­bruch hat sich nun Abwärtspoten­zial eröffnet, welch­es bis in den Bere­ich der alten Seitwärt­srange reicht.

Ref­erenzzeitraum: 16.05.2008 bis 16.05.2018; Quelle: comdi­rect

Im kurzfristi­gen Chart­bild stellt sich die Lage nur wenig pos­i­tiv­er dar als im Langfristchart. Wie im über­ge­ord­neten Bild schon zu sehen war, hat­te sich ein neuer Abwärt­strend etabliert. Dieser führte zulet­zt unter das Top vom ver­gan­genen Sep­tem­ber. Inzwis­chen hat der Euro auch die psy­chol­o­gis­che Marke von 1,20 USD unter­schrit­ten. Damit eröffnet sich weit­eres Abwärtspoten­zial bis in den Bere­ich von knapp unter 1,16 USD. Der Sto­chastik-Indika­tor kon­nte das sich­er geglaubte Kaufsig­nal nicht hal­ten. Somit dürfte der Abwärt­strend ober­halb der alten Trendlin­ie fort­ge­set­zt wer­den.

Ref­erenzzeitraum: 16.05.2017 bis 16.05.2018; Quelle: comdi­rect

Währun­gen unter­liegen Kurss­chwankun­gen, damit sind Kursver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Beschrei­bung stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Die Darstel­lung gibt nicht die Mei­n­ung von comdi­rect wieder. Sie dient auss­chließlich der Infor­ma­tion und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 15.05.2018; Quelle: comdirect.de