Euro-Stoxx Indize Europa

Serie: Indizes
Euro STOXX & Co.

Über Jahrzehnte wuchs Europa zusam­men. Seit der Einführung des Euros schauen Anleger vor allem auf STOXX, Euro STOXX und europäis­che Branchenin­dizes.

Lange waren die europäis­chen Bör­sian­er eher nation­al­is­tisch geprägt. Neben den stärk­sten Einzel­w­erten beachteten Anleger in Deutsch­land den DAX 30; in Frankre­ich konzen­tri­erten sie sich auf den CAC 40 und in Ital­ien auf den MIB 30. Diese Indizes reicht­en den Aktionären, um die Stim­mung und das Geschehen an den Märk­ten zu ver­fol­gen. Mit der Europäis­chen Union und der Einführung des Euros änderte sich das bin­nen kurz­er Zeit. Daher war 1998 die STOXX-Fam­i­lie aufgelegt wor­den, und schon zur Jahrtausendwende hat­te sie sich neben den jew­eili­gen nationalen Indizes etabliert.

An der Börse blicken Anleger auf Europa

Die STOXX-Fam­i­lie beste­ht aus mehreren Indizes. Der bekan­nteste ist der Euro STOXX 50. Er berücksichtigt die 50 wichtig­sten Aktien von Unternehmen aus der Euro-Zone. Sie wer­den nach Mark­tkap­i­tal­isierung (bezo­gen auf den Streube­sitz) aus­gewählt und jährlich aktu­al­isiert. Der Euro STOXX 50 existiert als Kursin­dex und als Wer­ten­twick­lungsin­dex. Bei der Wer­ten­twick­lungsvari­ante wer­den Div­i­den­den und Ausschüttungen im Index mit­berech­net.

Auch für den nahen Ver­wandten STOXX 50 Europe gibt es eine Kurs- und eine Wer­ten­twick­lungsvari­ante. Im Gegen­satz zum Euro STOXX 50 wer­den hier auch Unternehmen berücksichtigt, die nicht inner­halb der Euro-Zone notiert sind. Deshalb enthält der STOXX 50 Europe neben Größen aus den Euro-Län­dern auch viele Bluechips von der britis­chen Insel und aus der Schweiz. Neben den mit 50 Werten eng geschnit­te­nen Auswahlin­dizes gibt es auch mark­t­bre­ite Vari­anten: den Euro STOXX 600 und den STOXX 600 Europe. Sie enthal­ten rund 600 Werte aus dem jew­eili­gen Einzugs­ge­bi­et in Kurs- und Wer­ten­twick­lungsvari­anten.

Anders als beim deutschen DAX 30 ist beim Euro STOXX der Kursin­dex am gebräuch­lich­sten. Seine Basis war bei 1.000 Punk­ten für den Jahreswech­sel 1991/1992 fest­gelegt wor­den. Ende der 1990er-Jahre wurde er dop­pelt gepusht: Wie die Börsen weltweit prof­i­tierte der Euro STOXX vom Inter­net-Hype. Zudem aber machte sich bemerk­bar, dass südeuropäische Staat­en und ihre Unternehmen stark von der Kon­ver­genz zum Euro prof­i­tierten. Im Feb­ru­ar 2000 überschritt der Index die 5.000-Punkte-Marke und hat­te sich damit bin­nen gut acht Jahren verfünffacht.

Sein Allzei­thoch aus dem März 2000 hat der Euro-STOXX-50-Kursin­dex (anders als die Wer­ten­twick­lungsvari­ante) bis heute nicht wieder erre­icht. Der Grund sind neben den Auswirkun­gen der Dot­com- und Finanzkrise die nicht angerech­neten Div­i­den­den. Diese Ausschüttungen sind dank viel­er beson­ders div­i­den­den­stark­er Finanzw­erte, Telekom­mu­nika­tions- und Energiev­er­sorg­er ger­ade im Euro STOXX 50 überdurchschnittlich hoch. Aktuell liegt die durch­schnit­tliche Div­i­den­den­ren­dite bei rund 3,5 % und damit deut­lich über der des DAX. Neben den vier Gesamtin­dizes bietet die STOXX-Fam­i­lie zusät­zlich 19 Branchenin­dizes. Sie wer­den auf der Grund­lage des STOXX-600-Europe-Index­es­berech­net und enthal­ten die jew­eils dort behei­mateten Einzel­w­erte. Die Branchenin­dizes bieten einen guten Überblick über die europäis­che Sek­tore­nen­twick­lung. In den ver­gan­genen fünf Jahren haben sich beson­ders Touris­tik und Finanzen gut entwick­elt; dage­gen blieben Rohstoffe und Energie zurück.

Europäische ETFs besonders gefragt

In den Gesamtin­dizes und den Branchenin­dizes kön­nen Anleger sehr ein­fach über ETF-Index­fonds investieren. Die Ent­gelte sind im Ver­gle­ich zu aktiv gem­anagten Fonds ger­ing. Entsprechend beliebt sind ETFs als europäis­che Anlagelö­sun­gen. Mag der Euro als Währung oder gar die Europäis­che Union immer wieder ein­mal infrage ste­hen: Inter­na­tionale Anleger sehen die europäis­chen Märk­te in der Regel als Ganzes. Für die nationalen Indizes inter­essieren sich meist nur noch heimis­che Anleger.