Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten, analysiert für compass online regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen.

Chartanalyse von C. Geyer Archiviert: Dow Jones: Gibt der US-Präsident die Richtung vor?

Christoph Geyer

ist Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten. Der Autor des Buches „Einfach richtig Geld verdienen mit Technischer Analyse“ analysiert für das comdirect Magazin regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen und Währungen.

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Der Dow im Spannungsfeld politischer Entscheidungen.

Als Charles Henry Dow vor mehr als 100 Jahren den heute wohl bekanntesten Index der Weltbörsen entwickelte, ahnte er sicher nicht, welche Bedeutung der Dow Jones Industrial Index (WKN 969420) einmal erlangen würde. Auch wenn es inzwischen breiter gestreute und besser berechnete Kursbarometer gibt, genießt der „alte“ Index doch eine große Aufmerksamkeit und Beliebtheit. Die Börse reagiert längst nicht mehr nur auf wirtschaftliche Fakten, sondern „hört“ sehr genau hin, wenn die Mächtigen der Politik, allen voran der US-Präsident, Meinungen und Ankündigungen von sich geben.

Dass Donald Trump bei den Senats- und Repräsentantenhaus-Wahlen einen Teilerfolg verbuchen konnte, haben die US-Börsen unmittelbar nach dem Wahlergebnis positiv goutiert. Dies ist im Dow-Langfristchart aber kaum zu erkennen. Der langfristige Aufwärtstrend ist seit 2009 unverändert intakt. Allerdings kam die Dynamik in diesem Jahr abhanden. Zuletzt wurde eine Art Doppeltop generiert, welches noch nicht aufgelöst wurde. Zudem hat der MACD-Indikator eine Divergenz gebildet. Das jüngste Top wurde nicht mehr im Indikator nachvollzogen. Dies ist zunächst nur ein Warnsignal und könnte mit einem Überschreiten des Tops vom Januar negiert werden. Die kommenden Wochen und damit auch eine mögliche Jahresendrally sind entscheidend, ob der laufende Trend bestehen bleibt oder ob es zu einer veränderten technischen Lage am Markt kommt.

DAX im 10 Jahresverlauf

Referenzzeitraum: 13.11.2008 bis 13.11.2018; Quelle: comdirect

Im kurzfristigen Bild sieht die Lage nicht ganz so bedenklich aus, zumal der MACD-Indikator, anders als im Langfristchart, zuletzt ein Kaufsignal generiert hat und damit einen neuen kurzfristigen Aufwärtstrend einleiten konnte. Dieser war bislang von fallenden Umsätzen begleitet. Am Tag nach der US-Wahl zogen allerdings die Kurse und auch die Umsätze an. Dies ist ein positives Zeichen. Der Bereich der alten Tops ist nun wieder in Reichweite und könnte in den kommenden Tagen getestet werden. Ob die Kraft ausreicht, um einen Ausbruch und damit ein neues Top zu generieren, bleibt abzuwarten.

DAX im 1-Jahres-Verlauf

Referenzzeitraum: 13.11.2017 bis 13.11.2018; Quelle: comdirect

Sicher hängt vieles auch an der neuen politischen Konstellation. Sie erfordert weit mehr Kompromissbereitschaft vom Präsidenten als bisher. Wie die Börsen darauf reagieren, ist die spannende Frage, die der Technische Analyst genau zu beobachten hat.

Aktien und Edelmetalle unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart- und Performanceangaben“). Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 14.11.2018; Quelle: comdirect.de