Finanzwissen: Was sind Devisen?

Finanzwissen Was sind Devisen?

Geschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Devi­sen stel­len einen wich­ti­gen Teil des glo­ba­len Zah­lungs­sys­tems dar. Sie haben eine gro­ße Bedeu­tung für die Welt­wirt­schaft, unter ande­rem beim inter­na­tio­na­len Han­del. Auch im All­tag kön­nen Devi­sen rele­vant sein. Zum Bei­spiel bei der Rei­se in ein Urlaubs­land mit einer frem­den Wäh­rung. In die­sem Arti­kel erhal­ten Sie nicht nur eine aus­führ­li­che Ant­wort auf die Fra­ge „Was sind Devi­sen?”, son­dern Sie erfah­ren auch, wie der Han­del funk­tio­niert und wel­che Chan­cen und Risi­ken sich für Anle­ger bie­ten kön­nen.

Fragzeichen

Was sind Devi­sen­be­stän­de? Expor­tiert ein Staat z. B. mehr, als er impor­tiert hat, nimmt er mehr Devi­sen ein. So ent­ste­hen die soge­nann­ten Devi­sen­be­stän­de. Sie gel­ten mit­un­ter als Sta­tus­sym­bol für die Wirt­schafts­kraft eines Staa­tes. Die­se kön­nen von Rating­agen­tu­ren auch als Kenn­zahl genutzt wer­den, um Staa­ten zu bewer­ten und inter­na­tio­nal ein­zu­ord­nen.

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Was sind Devisen? – Definition und Beispiele

Devi­sen sind grund­sätz­lich aus­län­di­sche Zah­lungs­mit­tel bzw. Wäh­run­gen. Bei­spie­le sind also der Euro (ein Zah­lungs­mit­tel in meh­re­ren euro­päi­schen Län­dern), der US-Dol­lar (die Wäh­rung in den USA) oder auch Tür­ki­sche Lira (das Zah­lungs­mit­tel der Tür­kei). Ein typi­sches Devi­sen­ge­schäft wäre z. B. die Über­wei­sung einer Zah­lung in ein Land mit frem­der Wäh­rung.

Wichtig zu wissen:

Genau genom­men ver­steht man unter Devi­sen nur ein Gut­ha­ben in einer aus­län­di­schen Wäh­rung – also Wert­pa­pie­re, Geld­ersatz­mit­tel wie Schecks oder Geld auf aus­län­di­schen Bank­kon­ten. Bar­geld wird dage­gen nicht als Devi­se bezeich­net, hier­für gibt es einen geson­der­ten Begriff: Bank­no­ten und Mün­zen in einer ande­ren Wäh­rung nennt man Sor­ten. Erst wenn Bar­geld auf ein Fremd­wäh­rungs­kon­to ein­ge­zahlt wird, gilt es als Devi­se.

Wie kann man Devisen handeln?

Devi­sen sind Ihnen sicher­lich bereits im Urlaub begeg­net, wenn Sie bar­geld­los in einer frem­den Wäh­rung bezahlt haben. Abge­se­hen davon sind Wäh­run­gen aber auch eine Form der Geld­an­la­ge: Mit ihnen kann gehan­delt wer­den. Der regu­lier­te Han­del ist auf dem soge­nann­ten Devi­sen­markt, auch als Forex (For­eign Exchan­ge) bekannt, mög­lich. Das Geschäft läuft rund um die Uhr unab­hän­gig von einem Bör­sen­stand­ort über Com­pu­ter­sys­te­me ab. Häu­fig wer­den die­se zwi­schen 2 Finanz­in­sti­tu­ten (Ban­ken) gehan­delt. Auch Ter­min­ge­schäf­te mit Devi­sen fin­den häu­fig über die­sen soge­nann­ten Inter­ban­ken­han­del statt. Neben den Ban­ken zäh­len Unter­neh­men, Staa­ten, Ver­mitt­ler und insti­tu­tio­nel­le Inves­to­ren direkt oder indi­rekt zu den Markt­teil­neh­mern.

Für Pri­vat­an­le­ger ist der Han­del über soge­nann­te „Forex-Bro­ker“ indi­rekt mög­lich. Bei die­sen Bro­kern kön­nen Kon­trak­te auf Devi­sen gehan­delt wer­den. Alter­na­tiv kön­nen Sie ohne die­se exter­nen Diens­te mit einer spe­zi­el­len Soft­ware in das Devi­sen­ge­schäft ein­stei­gen. Sie kön­nen die­se jedoch nicht direkt erwer­ben, son­dern nur in eine ande­re Wäh­rung ein­tau­schen. Wie­so das? Der Han­del fin­det immer in bestimm­ten Wäh­rungs­paa­ren statt: Euro kön­nen Sie z. B. gegen Kana­di­sche Dol­lar, Schwei­zer Fran­ken, Neu­see­land-Dol­lar, US-Dol­lar, Aus­tra­li­sche Dol­lar oder Bri­ti­sche Pfund tau­schen. Um Gewin­ne zu erzie­len, wer­den mit der Devi­sen­spe­ku­la­ti­on die Kurs­schwan­kun­gen von Devi­sen aus­ge­nutzt. Das kann aller­dings sehr risi­ko­reich sein: Ver­lus­te bis hin zum Total­ver­lust sind mög­lich.

Wuss­ten Sie, dass welt­weit zwar mehr als 160 offi­zi­el­le Wäh­run­gen im Umlauf sind, aber nicht alle die glei­che Bedeu­tung haben? Nur in bestimm­ten Leit­wäh­run­gen sowie in den vor­ge­ge­be­nen Wäh­rungs­paa­ren wer­den Geschäf­te getä­tigt. Leit­wäh­run­gen sind z. B. der US-Dol­lar, der Euro und der Japa­ni­sche Yen. Eine aus­führ­li­che Auf­lis­tung der wich­tigs­ten Devi­sen, aktu­el­le Infor­ma­tio­nen zu Kur­sen und Chart­si­gna­le fin­den Sie hier.

Tipp: com­di­rect bie­tet ein kos­ten­lo­ses Wäh­rungs­an­la­ge­kon­to zu sehr guten Kon­di­tio­nen, bei dem Sie in aus­ge­wähl­te Fremd­wäh­run­gen inves­tie­ren kön­nen. Mit die­sem Fremd­wäh­rungs­kon­to kön­nen Sie Gewin­ne erzie­len, wenn die von Ihnen gekauf­te Wäh­rung gegen­über dem Euro steigt. Legen Sie z. B. einen Euro-Betrag in Bri­ti­schen Pfund an, erzie­len Sie in Euro gerech­net einen Gewinn, wenn die bri­ti­sche Wäh­rung ansteigt und sie die­se ver­kau­fen. Beden­ken Sie aller­dings, dass durch Wech­sel­kurs­än­de­run­gen Ver­lus­te mög­lich sind. Sie kön­nen das Fremd­wäh­rungs­kon­to unkom­pli­ziert online eröff­nen und schon ab einer Min­dest­ein­la­ge von 500 Euro star­ten.

Anlagen, Optionsscheine und Währungszertifikate

Neben dem Direkt­in­vest­ment in eine Wäh­rung und der Devi­sen­spe­ku­la­ti­on gibt es wei­te­re Mög­lich­kei­ten, Devi­sen­ge­schäf­te zu täti­gen bzw. mit die­sen zu han­deln. Sie kön­nen Ihr Geld z. B. mit Staats- oder Unter­neh­mens­an­lei­hen in frem­den Wäh­run­gen anle­gen. Mit Wäh­rungs­zer­ti­fi­ka­ten und Opti­ons­schei­nen kön­nen Sie auf stei­gen­de oder fal­len­de Kur­se einer Wäh­rung set­zen, ohne die­se tat­säch­lich kau­fen zu müs­sen. Eine wei­te­re Mög­lich­keit sind Dif­fe­renz­kon­trak­te (CFDs), mit denen Sie kurz­fris­tig auf die Kurs­ent­wick­lung einer Wäh­rung spe­ku­lie­ren kön­nen.

Devisenhandel: Chancen und Risiken

Die Geld­an­la­ge in Fremd­wäh­run­gen birgt ver­schie­de­ne Chan­cen und Risi­ken. Ent­schei­den Sie sich, in die­sem Bereich zu inves­tie­ren, soll­ten Sie die­se im Blick behal­ten:

Die­se Chan­cen bie­ten Devi­sen:

  • Die Kauf­kraft des eige­nen Geld­ver­mö­gens kann durch Tausch in eine ande­re Wäh­rung erhal­ten wer­den, wenn die eige­ne Wäh­rung stark abwer­tet
  • Devi­sen­ter­min­ge­schäf­te bie­ten die Mög­lich­keit, Wech­sel­kurs­schwan­kun­gen abzu­si­chern

Mög­li­che Risi­ken von Devi­sen:

  • Durch eine ungüns­ti­ge Wech­sel­kurs­ent­wick­lung kön­nen beim Rück­tausch der Fremd­wäh­rung Ver­lus­te ent­ste­hen
  • Der Han­del ist hoch­spe­ku­la­tiv und der Devi­sen­markt recht unüber­sicht­lich: Total­ver­lus­te sind mög­lich

Was sind Devisen: Wie entstehen Devisenkurse?

Der Kurs bestimmt sich durch meh­re­re Fak­to­ren. Er rich­tet sich aber vor allem nach Ange­bot und Nach­fra­ge auf den Devi­sen­märk­ten. Zu den wei­te­ren Fak­to­ren kön­nen die fol­gen­den zäh­len:

Nachfrage an Zahlungsmitteln

Nach­fra­ge nach einer bestimm­ten Wäh­rung ent­steht z. B., wenn ein Land einen Export­über­schuss hat und Waren in ein ande­res Land expor­tiert. Wenn die­se Waren dann in der hei­mi­schen Wäh­rung bezahlt wer­den müs­sen, muss das impor­tie­ren­de Land sei­ne Wäh­rung in die Fremd­wäh­rung des Export­lan­des tau­schen. Dadurch steigt die Nach­fra­ge nach die­ser Wäh­rung. Die Wäh­rung des Export­lan­des wird so auf­ge­wer­tet. In der Fol­ge ist es aller­dings auch mög­lich, dass die Wäh­rung des Import­lan­des im Gegen­zug abwer­tet.

Preisniveau und Waren

Wer­den Waren in ande­ren Län­dern güns­ti­ger ange­bo­ten, kann dies eben­falls Aus­wir­kun­gen auf den Kurs haben: Güns­ti­ge Waren för­dern den Export und damit den Kapi­tal­im­port, denn Unter­neh­men inves­tie­ren in dem ent­spre­chen­den Land. Dadurch stei­gen dort die Prei­se und im Ergeb­nis auch die Devi­sen­kur­se.

Inflation und wirtschaftliche Entwicklung

Eine hohe Infla­ti­on und eine schwa­che Wirt­schafts­ent­wick­lung wir­ken sich nega­tiv auf den Devi­sen­kurs aus. Es kommt zu einer Abwer­tung der hei­mi­schen Wäh­rung im Ver­gleich zu Län­dern mit bes­se­rer wirt­schaft­li­cher Ent­wick­lung und gerin­ge­rer Infla­ti­on.

Leitzinsen der Notenbanken

Hohe Leit­zin­sen der natio­na­len Noten­ban­ken kön­nen zu einer erhöh­ten Nach­fra­ge von Inves­to­ren füh­ren, da sie Anreiz bie­ten, in Anla­gen in der jewei­li­gen Fremd­wäh­rung inves­tie­ren. Dies wie­der­um soll eine Auf­wer­tung der Wäh­rung bewir­ken.

Spekulationen und Erwartungen der Marktteilnehmer

Eine erhöh­te Nach­fra­ge der Markt­teil­neh­mer auf­grund von Spe­ku­la­tio­nen oder bestimm­ten Erwar­tun­gen kön­nen eben­falls die Devi­sen­kur­se beein­flus­sen.

Engagement

Die Wech­sel­kur­se für den Tausch von Bar­geld sind häu­fig etwas schlech­ter als die Devi­sen­kur­se. Dies liegt zumeist dar­an, dass die Wech­sel­stu­ben oder Finanz­in­sti­tu­te für ihren Ser­vice eine ent­spre­chen­de Gebühr ein­be­rech­nen.

Devisenkurse und Wechselkurse – wo ist der Unterschied?

Im All­tag wird man häu­fi­ger mit dem Begriff „Wech­sel­kurs“ kon­fron­tiert. Zum Bei­spiel, wenn Sie ein frem­des Land mit ande­rer Wäh­rung besu­chen und Ihr Geld umtau­schen müs­sen. Wor­in liegt jedoch der Unter­schied zwi­schen Wech­sel- und Devi­sen­kur­sen?

Der Devi­sen­kurs ist der vom Inland betrach­te­te Preis für die inlän­di­sche Wäh­rung für eine Ein­heit der aus­län­di­schen Wäh­rung. Ein fik­ti­ves Bei­spiel: Als Euro­pä­er müs­sen Sie für 1 Aus­tra­li­schen Dol­lar am Devi­sen­markt 0,63 Euro bereit­stel­len. Der Kurs Aus­tra­li­scher Dollar/Euro wäre somit 0,63.

Der Preis einer Fremd­wäh­rung in der inlän­di­schen Wäh­rung in bar im frem­den Land ist dage­gen der Wech­sel­kurs oder auch Sor­ten­kurs. Der Begriff ist vor allem beim Tausch von Geld­schei­nen und Mün­zen von der einen in eine ande­re Wäh­rung geläu­fig. Ein fik­ti­ves Bei­spiel: Wenn Sie nach Japan rei­sen und dort eine 1-Euro-Mün­ze in die japa­ni­sche Wäh­rung umtau­schen, erhal­ten Sie Bar­geld in Höhe von 125 Yen (bei einem Euro/Y­en-Kurs von 125).

Die Unter­schei­dung von Devi­sen- und Wech­sel­kur­sen liegt dem­nach fast nur in der Betrach­tungs­wei­se. Es kann jedoch fest­ge­hal­ten wer­den, dass im All­ge­mei­nen von Devi­sen­kur­sen gespro­chen wird, wenn Wäh­run­gen elek­tro­nisch per Devi­sen­han­del aus­ge­tauscht wer­den. Beim Tausch von Bar­geld wird in der Regel von Wech­sel- oder Sor­ten­kur­sen gespro­chen.

Auf einen Blick: Was sind Devisen?

  • Devi­sen bezeich­nen ein Gut­ha­ben in einer aus­län­di­schen Wäh­rung (Wert­pa­pie­re, Geld­ersatz­mit­tel wie Schecks, Geld auf aus­län­di­schen Bank­kon­ten)
  • Das The­ma wird bei Rei­sen in Län­der mit eige­ner loka­ler Wäh­rung, aber auch in Bezug auf Geld­an­la­gen inter­es­sant
  • Devi­sen­kur­se umfas­sen den Preis für die inlän­di­sche Wäh­rung für eine Ein­heit der aus­län­di­schen Wäh­rung. Sie wer­den durch meh­re­re Fak­to­ren, wie z. B. die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung eines Lan­des, beein­flusst.
  • Wech­sel- oder Sor­ten­kur­se sind vor allem für den Tausch von Bar­geld in eine frem­de Wäh­rung rele­vant
  • Der Han­del bie­tet durch unter­schied­li­che Kurs­ent­wick­lun­gen Ren­di­te­chan­cen, aber auch Ver­lust­ri­si­ken
Devi­sen und Wert­pa­pie­re unter­lie­gen Kurs­schwan­kun­gen; damit sind Kurs­ver­lus­te mög­lich. Bei Wert­pa­pie­ren, die nicht in Euro notie­ren, sind zudem Wäh­rungs­ver­lus­te mög­lich. Die frü­he­re Wert­ent­wick­lung ist kein ver­läss­li­cher Indi­ka­tor für die zukünf­ti­ge Wert­ent­wick­lung. Die­ser Text und die Aus­wahl der Finanz­in­stru­men­te dient aus­schließ­lich Infor­ma­ti­ons­zwe­cken und stellt kein Ange­bot, kei­ne Auf­for­de­rung oder Emp­feh­lung zum Kauf oder Ver­kauf von Finanz­in­stru­men­ten dar. Die hier dar­ge­stell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen zur Gewähr­leis­tung der Unvor­ein­ge­nom­men­heit einer Anla­ge­emp­feh­lung oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lung. Dar­über hin­aus unter­lie­gen die dar­ge­stell­ten Finanz­in­stru­men­te kei­nem Ver­bot des Han­dels vor der Ver­öf­fent­li­chung von Anla­ge- oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lun­gen.