Der Sparplan als Lösung für den Vermögensaufbau

Der Sparplan Der Sparplan: ein Weg, um Vermögen aufzubauen

Geschätzte Lesedauer: 6 Minuten

Wussten Sie, dass in den meis­ten Bun­deslän­dern Deutsch­lands min­destens jed­er Zweite ein monatlich­er Spar­er ist? Das ergab eine Befra­gung der über 16-Jähri­gen im Jahr 2016. Wichtig ist, dass das Geld nicht ungenutzt auf dem Kon­to schläft, da es dann im Zuge der Infla­tion kon­tinuier­lich an Wert ver­liert. Trotz Niedrigzin­szeit­en bevorzu­gen die Men­schen in Deutsch­land aber noch immer tra­di­tionelle, ren­diteschwache Anlage­for­men. Doch vor allem jet­zt kön­nen sich auch andere Anla­geop­tio­nen lohnen, weil das Zin­sniveau der Banken nicht mehr mit der Infla­tion mithält. Was mit Baus­parverträ­gen begann, set­zte sich mit der Ein­führung von ver­mö­genswirk­samen Leis­tun­gen fort und mit der Weit­er­en­twick­lung der Anlagemöglichkeit­en Fonds, ETFs, spezielle Sparpläne für Kinder etc. hat sich auch das Uni­ver­sum der regelmäßi­gen Gel­dan­lagemöglichkeit­en erweit­ert.

Sie set­zen sich ger­ade damit auseinan­der, wie Sie Ihr Geld sin­nvoll anle­gen kön­nen, haben aber noch keine Idee, welche Art von Spar­plan die richtige für Sie ist? Wir geben Ihnen einen Überblick und stellen Ihnen einige Vari­anten vor.

Was ist ein Sparplan?

Ein Spar­plan ist eine ver­tragliche Vere­in­barung zwis­chen einem Anleger, also jeman­dem, der sein Geld sparen möchte, und einem Kap­i­ta­lan­lagean­bi­eter, z. B. ein­er Bank. Er dient der regelmäßi­gen Ein­zahlung von Geld­be­trä­gen in eine Kap­i­ta­lan­lage. Häu­fig zahlen Anleger ihr Geld in einem monatlichen Rhyth­mus dort ein, einige auch in wöchentlichen Inter­vallen. Es gibt Sparpläne, die auss­chließlich eine feste, wiederkehrende Zahlung vorse­hen, z. B. ver­mö­genswirk­same Leis­tun­gen. Es gibt aber auch Banken, Invest­ment­ge­sellschaften und Baus­parkassen, die Sparpläne anbi­eten, die neben diesen regelmäßi­gen Zahlun­gen auch Son­derzahlun­gen zulassen, z. B. Baus­parverträge. Außer­dem kann ein Spar­plan auf einen im Vor­feld fest­gelegten Beendi­gungszeit­punkt ter­miniert sein oder auch ein offenes Ende haben.

Ist ein Sparplan für mich geeignet?

Sie wollen Ihr wohl ver­di­entes Geld sin­nvoll anle­gen und mit­tel- bis langfristig Ver­mö­gen auf­bauen? Dann kann ein Spar­plan schon die Lösung sein. Sparpläne eignen sich nicht nur für ver­mö­gende Anleger, son­dern auch für Kleins­par­er. Die meis­ten Banken bieten Sparpläne schon ab ein­er monatlichen Rate von 50 Euro an, comdi­rect sog­ar schon ab 25 Euro. Ein Spar­plan kann außer­dem sin­nvoll für alle sein, die hin­sichtlich ihrer Anlage und Altersvor­sorge ren­di­te­ori­en­tiert sind und dabei den­noch flex­i­bel bleiben möcht­en. Die meis­ten Sparpläne ermöglichen einen dynamis­chen Spiel­raum bei der Raten­höhe – d. h., dort kön­nen Sie Ihre Rat­en flex­i­bel anpassen oder sog­ar ganz aus­set­zen.

Welche Vorteile bietet ein Sparplan?

Grund­sät­zlich haben Sparpläne natür­lich den Vorteil, dass sie dem Anleger langsam, aber stetig zu einem Ver­mö­gen­sauf­bau ver­helfen kön­nen.

Ein weit­er­er Vorteil, vor allem für Anleger, die mehr zu ver­s­teuern­des Einkom­men haben, ist die staatliche Förderung. Sie kön­nen bei Sparplä­nen wie beispiel­sweise Baus­parplä­nen und Riester-Sparplä­nen Boni vom Staat erhal­ten und so ihre Ren­dite verbessern.

Auch prak­tisch: Es gibt sowohl Vari­anten für den mit­tel­fristi­gen als auch für den langfristi­gen Ver­mö­gen­sauf­bau. Während Sparpläne mit staatlich­er Förderung mit Laufzeit­en von 7 Jahren eine mit­tel­fristige Option sind, kön­nen Sie mit Wert­pa­piersparplä­nen oder Sparplä­nen für Kinder langfristig Ihr Ver­mö­gen auf­bauen. Zeitliche Restrik­tio­nen müssen Sie hier nicht beacht­en, Sie kön­nen also Ihr Sparguthaben jed­erzeit abrufen, wen­ngle­ich es zwis­chen­zeitlich geringer sein kann als zu anderen Zeit­punk­ten.

Sparpläne bieten Ihnen eine hohe Flex­i­bil­ität, z. B. durch das Aus­set­zen einzel­ner Rat­en. Darüber hin­aus haben Sie die Wahl zwis­chen vie­len ver­schiede­nen Spar­plan­vari­anten. So find­en Sie den Spar­plan, der zu Ihnen und Ihren Bedürfnis­sen passt – egal, ob Sie ein kon­ser­v­a­tiv­er oder risikofreudi­ger Spar­er sind.

Den­noch brin­gen die ver­schiede­nen Spar­plan­vari­anten auch ihre indi­vidu­ellen Eigen­heit­en mit sich, die Sie als Anleger im Vor­feld berück­sichti­gen soll­ten. So beste­ht für den Anleger neben der Chance, mit­tel- bis langfristig Ver­mö­gen aufzubauen, auch ein Ver­lus­trisiko.

Icon Gluehbirne

Tipp: Bei comdi­rect ist die Kontoführung des Wert­pa­pierde­pots in den ersten 3 Jahren kosten­los.

Die richtige Auswahl des Sparplanes: davon hängt sie ab

Wichtig bei der Entschei­dung für eine Spar­plan­vari­ante sind vor allem die Höhe der monatlichen Rate, die Sie anle­gen möcht­en, und die Laufzeit Ihres Spar­planes. Falls Sie einen Wert­pa­pierspar­plan in Betra­cht ziehen, benöti­gen Sie ein Wert­pa­pierde­pot. Das bieten alle Banken an, aber es lohnt sich, die Kon­di­tio­nen zu ver­gle­ichen.

Wenn Sie die Anbi­eter hin­sichtlich ihrer Spar­plan­pro­duk­te ver­gle­ichen, wer­den Sie fest­stellen, dass häu­fig sehr viele Spar­plan­vari­anten zur Auswahl ste­hen. Let­ztlich müssen Sie wis­sen: Ein Wert­pa­pierspar­plan bietet Ihnen keine sicheren Ren­diten. Auch wenn die Bilanz in der Ver­gan­gen­heit pos­i­tiv war, ist das keine Garantie für eine eben­so glo­r­re­iche Zukun­ft.

Natür­lich sind Mark­tschwankun­gen gewis­ser­maßen nor­mal. Trotz­dem: Um größeren Ein­bußen vorzubeu­gen, empfehlen wir Ihnen, sich auch mit anderen Anlagevari­anten ver­traut zu machen. Es kann Sinn machen, Ihr Kap­i­tal auf ver­schiedene Anla­gen zu verteilen. Eine Mis­chung aus kon­ser­v­a­tiv­en, also sicheren Sparplä­nen und Sparan­la­gen mit etwas mehr Risiko, dafür aber auch höheren Ren­ditechan­cen, kann das finanzielle Risiko ins­ge­samt aus­gle­ichen. Leg­en Sie nur so viel Geld an, wie Sie pro Monat auch tat­säch­lich ent­behren kön­nen. Denn die Börsen- und Aktienen­twick­lung kann Ihnen nie­mand sich­er voraus­sagen.

Tipp: comdi­rect bietet Ihnen mit mehr als 1.000 spar­plan­fähi­gen ETFs und Fonds und mehr als 250 Aktien und Zer­ti­fikat­en eine gute Über­sicht über die Kon­di­tio­nen, Risiken und Chan­cen. Das Ange­bot richtet sich nicht nur an ver­mö­gende Spar­er, son­dern auch an kleine Anleger. Unsere Kun­den­be­treuer unter­stützen Sie gerne bei der Auswahl Ihres Spar­planes.

Bekannte Sparplanformen im Überblick

Die ver­schiede­nen Spar­plan­for­men haben eben­so ver­schiedene Vor- und Nachteile. Let­ztlich soll­ten Sie als Anleger die Optio­nen ver­gle­ichen und abwä­gen, um die Sparan­lage zu find­en, die am besten zu Ihnen passt.

Der Geldspar­plan oder Bankspar­plan ist eine ein­fache und sichere Vari­ante des Sparens und damit auch sehr ver­bre­it­et. Die Ren­ditechan­cen sind hier aber entsprechend ger­ing. Der Geldspar­plan ist eine Gel­dan­lage auf einem Tages­geld- oder Fest­geld­kon­to unter ein­er bes­timmten Verzin­sung. Der Vorteil des Tages­geld­kon­tos gegenüber dem Fest­geld­kon­to: Sie kön­nen Ihr Guthaben an jedem Bankar­beit­stag ohne Kosten voll­ständig auflösen. Beim Spar­buch fall­en für den Betrag, der inner­halb von 30 Tagen die Summe von 2.000 Euro über­steigt, Vorschusszin­sen an.

Ziel des Geldspar­planes ist es, durch monatlich fixe Beträge, die vom Girokon­to auf das Sparkon­to über­wiesen wer­den, eine größere Geld­summe anzus­paren oder sich pri­vat auf die Altersvor­sorge vorzu­bere­it­en. Dieses erfol­gt üblicher­weise per Dauer­auf­trag, den Spar­er via Online-Bank­ing bequem von Zuhause ein­richt­en, ändern und been­den kön­nen.

Ver­mö­genswirk­same Leis­tun­gen (VL) helfen Arbeit­nehmern beim Ver­mö­gen­sauf­bau. Sie sind gewis­ser­maßen ein Son­der­fall, denn sie basieren eben­so wie andere Sparpläne auf ein­er monatlich vere­in­barten Rate, allerd­ings mit Beteili­gung des Arbeit­ge­bers. Diese sind grund­sät­zlich frei­willige Leis­tun­gen des Arbeit­ge­bers, sie sind aber für sehr viele Berufe durch den Tar­ifver­trag gewährleis­tet. Je nach Arbeits- oder Tar­ifver­trag beteiligt sich der Arbeit­ge­ber also mit einem gewis­sen Betrag. Die staatliche Spar­förderung erhal­ten jedoch nur die Arbeit­nehmer, die bes­timmte Einkom­mensgren­zen nicht über­schre­it­en.

Wert­pa­piersparpläne eignen sich für den langfristi­gen Ver­mö­gen­sauf­bau. Mit einem Wert­pa­pierspar­plan investieren Sie regelmäßig eine feste Summe in Aktien, Fonds, Zer­ti­fikate oder andere Wert­pa­piere. So kön­nen Sie schon mit kleineren Beiträ­gen von den Wach­s­tum­schan­cen der Börsen prof­i­tieren und Schritt für Schritt Ver­mö­gen auf­bauen.

Wichtig zu wis­sen: Börsenkurse unter­liegen Mark­tschwankun­gen und kön­nen sich demzu­folge in wirtschaftlich schwachen Peri­o­den auch Rich­tung Minus entwick­eln, d. h. zu Ver­lus­ten führen. Wer in Wert­pa­piere investiert, sollte dieses Risiko ken­nen.

Ein­mal ein­gerichtet, bes­tim­men Sie die gewün­schte Spar­rate selb­st und auch die Rate sowie den Ein­zahlungsrhyth­mus kön­nen Sie später noch prob­lem­los ändern. So passt Ihr Spar­plan jed­erzeit zu Ihren finanziellen Möglichkeit­en. Übri­gens: Wert­pa­piersparpläne sind nicht an bes­timmte Laufzeit­en gebun­den, die ange­sam­melten Werte kön­nen Sie jed­erzeit wieder verkaufen, wen­ngle­ich Sie bei Kursver­lus­ten in wirtschaftlichen Schwächep­hasen mit Ein­bußen rech­nen müssen.

Der Aktiensparplan

Wer Einze­lak­tien erwer­ben will, muss in der Regel gle­ich eine größere Summe ein­set­zen, um eine sin­nvolle Risikostreu­ung zu erre­ichen. Mit einem Aktienspar­plan investieren Sie aber schon mit kleineren Beträ­gen effek­tiv und kostengün­stig in ver­schiedene Aktien Ihrer Wahl. Die Spar­rate und die Aktien­auswahl Ihres Aktienspar­planes kön­nen Sie dabei jed­erzeit ändern. In welche der vom Bro­ker ange­bote­nen Papiere Ihr regelmäßiger Spar­beitrag fließen soll, entschei­den Sie als Anleger selb­st. Tra­di­tionelle DAX-Schw­ergewichte gel­ten als ver­gle­ich­sweise sich­er und schwankungsarm, inno­v­a­tive Werte dage­gen oft als ren­ditestärk­er. Doch Achtung: Es gibt keine garantierte Ren­dite und zum Teil unkalkulier­bare Risiken. Es kann z. B. passieren, dass das Kursniveau zu dem Zeit­punkt, an dem Sie Ihre Aktien auflösen möcht­en, niedrig ist.

Der ETF-Sparplan

Ein Index­fonds (ETF, Exchange Trad­ed Fund) bildet einen kom­plet­ten Börs­enin­dex wie DAX, Euro Stoxx, Dow Jones, S&P 500 oder MSCI World ab. Mit einem ETF-Spar­plan kaufen Sie regelmäßig Anteile an einem solchen Index­fonds und investieren bre­it gestreut in ganze Aktien-, Renten- und Rohstoffmärk­te, in Regio­nen, Branchen oder Anlageklassen. Weil das Fond­sport­fo­lio eines ETFs automa­tisch vorgegeben ist, ent­fall­en die Kosten für ein aktives Fonds­man­age­ment. Anders als Zer­ti­fikate oder Anlei­hen gel­ten ETFs rechtlich als Son­derver­mö­gen, bei Insol­venz des Emit­ten­ten ist das Fondsver­mö­gen im Regelfall zu 100 % geschützt. Beson­ders erfreulich: Wer mit einem ETF-Spar­plan sein Ver­mö­gen auf­baut, prof­i­tiert zusät­zlich von beson­ders niedri­gen Orderkosten. Gle­ich­wohl soll­ten Sie sich auch über die Ver­lus­trisiken bewusst sein: diese hän­gen ins­beson­dere vom Aktien­markt und seinen Schwankun­gen ab. Wer sich für einen Index mit mehreren ver­schiede­nen Aktien entschei­det, kann das Risiko ver­ringern.

Ein Fondss­par­plan ist ein Spar­mod­ell, bei dem Anleger regelmäßig eine fest­gelegte Spar­rate in einen Invest­ment­fonds ein­zahlen. Je nach aus­gewähltem Fonds ist das Anlagerisiko höher als z. B. beim Geldspar­plan, die Ren­ditechan­cen aber auch. Der Anleger erwirbt zu jedem Stich­tag eine von der Höhe der gewün­scht­en monatlichen Ein­lage abhängige Anzahl an Fond­san­teilen. Da der Kur­swert der Anteile von der Kursen­twick­lung an der Börse abhängt, ändert sich auch die Menge der zu erwer­ben­den Anteile. Das Spar­in­ter­vall beträgt üblicher­weise 1 oder 3 Monate. Um die Ren­dite eines Fondss­par­planes zu opti­mieren, soll­ten Sie bei der Auswahl des Anbi­eters darauf acht­en, dass dieser auf den son­st üblichen Aus­gabeauf­schlag verzichtet.

Ein Spar­plan für Kinder ist eher langfristig angelegt. Als Grund­lage für diesen Spar­plan kom­men Geldsparpläne eben­so in Betra­cht wie Wert­pa­piersparpläne. Sie möcht­en für Ihre Kinder ein finanzielles Pol­ster schaf­fen und sind eher ein sicher­heit­sori­en­tiert­er Spar­er? Dann kön­nten klas­sis­che Sparpläne mit fes­ter Verzin­sung eine gute Lösung für Sie sein. Als chan­cenori­en­tiert­er Anleger erzie­len Sie ver­mut­lich mit Fondss­parplä­nen die höhere Ren­dite — bedenken Sie aber, dass Kurss­chwankun­gen zu einem höheren Ver­lus­trisiko führen kön­nen. Generell gilt: Sowohl Fonds als auch Aktien unter­liegen solchen Schwankun­gen und bieten keine sichere Ren­dite. Außer­dem gibt es einige rechtliche Aspek­te, die Sie beacht­en soll­ten. Diese find­en Sie im Detail-Artikel zum Spar­plan für Kinder.

Besteuerung von Sparplänen

Einkün­fte aus Kap­i­talver­mö­gen unter­liegen in Deutsch­land generell der Abgel­tung­s­teuer. Diese beträgt 25 % zuzüglich Sol­i­dar­ität­szuschlag und gegebe­nen­falls der Kirchen­s­teuer. Zu Einkün­ften aus Kap­i­talver­mö­gen zählen Zin­sen, Div­i­den­den und real­isierte Kurs­gewinne bei einem Verkauf von Wert­pa­pieren. Eine Steuer­be­freiung ist für einen begren­zten Betrag möglich. Dazu muss der Anleger bei sein­er Bank einen Freis­tel­lungsauf­trag vor­legen. In diesem Fall ent­fällt bei Alle­in­ste­hen­den die Besteuerung auf die ersten 801 Euro an Einkün­ften, bei Ver­heirateten bleiben 1.602 Euro steuer­frei.