Der Sparplan als Lösung für den Vermögensaufbau

Der Sparplan Der Sparplan: ein Weg, um Vermögen aufzubauen

Wussten Sie, dass in den meisten Bundesländern Deutschlands mindestens jeder Zweite ein monatlicher Sparer ist? Das ergab eine Befragung der über 16-Jährigen im Jahr 2016. Wichtig ist, dass das Geld nicht ungenutzt auf dem Konto schläft, da es dann im Zuge der Inflation kontinuierlich an Wert verliert. Trotz Niedrigzinszeiten bevorzugen die Menschen in Deutschland aber noch immer traditionelle, renditeschwache Anlageformen. Doch vor allem jetzt können sich auch andere Anlageoptionen lohnen, weil das Zinsniveau der Banken nicht mehr mit der Inflation mithält. Was mit Bausparverträgen begann, setzte sich mit der Einführung von vermögenswirksamen Leistungen fort und mit der Weiterentwicklung der Anlagemöglichkeiten Fonds, ETFs, spezielle Sparpläne für Kinder etc. hat sich auch das Universum der regelmäßigen Geldanlagemöglichkeiten erweitert.

Sie setzen sich gerade damit auseinander, wie Sie Ihr Geld sinnvoll anlegen können, haben aber noch keine Idee, welche Art von Sparplan die richtige für Sie ist? Wir geben Ihnen einen Überblick und stellen Ihnen einige Varianten vor.

Was ist ein Sparplan?

Ein Sparplan ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen einem Anleger, also jemandem, der sein Geld sparen möchte, und einem Kapitalanlageanbieter, z. B. einer Bank. Er dient der regelmäßigen Einzahlung von Geldbeträgen in eine Kapitalanlage. Häufig zahlen Anleger ihr Geld in einem monatlichen Rhythmus dort ein, einige auch in wöchentlichen Intervallen. Es gibt Sparpläne, die ausschließlich eine feste, wiederkehrende Zahlung vorsehen, z. B. vermögenswirksame Leistungen. Es gibt aber auch Banken, Investmentgesellschaften und Bausparkassen, die Sparpläne anbieten, die neben diesen regelmäßigen Zahlungen auch Sonderzahlungen zulassen, z. B. Bausparverträge. Außerdem kann ein Sparplan auf einen im Vorfeld festgelegten Beendigungszeitpunkt terminiert sein oder auch ein offenes Ende haben.

Ist ein Sparplan für mich geeignet?

Sie wollen Ihr wohl verdientes Geld sinnvoll anlegen und mittel- bis langfristig Vermögen aufbauen? Dann kann ein Sparplan schon die Lösung sein. Sparpläne eignen sich nicht nur für vermögende Anleger, sondern auch für Kleinsparer. Die meisten Banken bieten Sparpläne schon ab einer monatlichen Rate von 50 Euro an, comdirect sogar schon ab 25 Euro. Ein Sparplan kann außerdem sinnvoll für alle sein, die hinsichtlich ihrer Anlage und Altersvorsorge renditeorientiert sind und dabei dennoch flexibel bleiben möchten. Die meisten Sparpläne ermöglichen einen dynamischen Spielraum bei der Ratenhöhe – d. h., dort können Sie Ihre Raten flexibel anpassen oder sogar ganz aussetzen.

Welche Vorteile bietet ein Sparplan?

Grundsätzlich haben Sparpläne natürlich den Vorteil, dass sie dem Anleger langsam, aber stetig zu einem Vermögensaufbau verhelfen können.

Ein weiterer Vorteil, vor allem für Anleger, die mehr zu versteuerndes Einkommen haben, ist die staatliche Förderung. Sie können bei Sparplänen wie beispielsweise Bausparplänen und Riester-Sparplänen Boni vom Staat erhalten und so ihre Rendite verbessern.

Auch praktisch: Es gibt sowohl Varianten für den mittelfristigen als auch für den langfristigen Vermögensaufbau. Während Sparpläne mit staatlicher Förderung mit Laufzeiten von 7 Jahren eine mittelfristige Option sind, können Sie mit Wertpapiersparplänen oder Sparplänen für Kinder langfristig Ihr Vermögen aufbauen. Zeitliche Restriktionen müssen Sie hier nicht beachten, Sie können also Ihr Sparguthaben jederzeit abrufen, wenngleich es zwischenzeitlich geringer sein kann als zu anderen Zeitpunkten.

Sparpläne bieten Ihnen eine hohe Flexibilität, z. B. durch das Aussetzen einzelner Raten. Darüber hinaus haben Sie die Wahl zwischen vielen verschiedenen Sparplanvarianten. So finden Sie den Sparplan, der zu Ihnen und Ihren Bedürfnissen passt – egal, ob Sie ein konservativer oder risikofreudiger Sparer sind.

Dennoch bringen die verschiedenen Sparplanvarianten auch ihre individuellen Eigenheiten mit sich, die Sie als Anleger im Vorfeld berücksichtigen sollten. So besteht für den Anleger neben der Chance, mittel- bis langfristig Vermögen aufzubauen, auch ein Verlustrisiko.

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Die richtige Auswahl des Sparplanes: davon hängt sie ab

Wichtig bei der Entscheidung für eine Sparplanvariante sind vor allem die Höhe der monatlichen Rate, die Sie anlegen möchten, und die Laufzeit Ihres Sparplanes. Falls Sie einen Wertpapiersparplan in Betracht ziehen, benötigen Sie ein Wertpapierdepot. Das bieten alle Banken an, aber es lohnt sich, die Konditionen zu vergleichen.

Wenn Sie die Anbieter hinsichtlich ihrer Sparplanprodukte vergleichen, werden Sie feststellen, dass häufig sehr viele Sparplanvarianten zur Auswahl stehen. Letztlich müssen Sie wissen: Ein Wertpapiersparplan bietet Ihnen keine sicheren Renditen. Auch wenn die Bilanz in der Vergangenheit positiv war, ist das keine Garantie für eine ebenso glorreiche Zukunft.

Natürlich sind Marktschwankungen gewissermaßen normal. Trotzdem: Um größeren Einbußen vorzubeugen, empfehlen wir Ihnen, sich auch mit anderen Anlagevarianten vertraut zu machen. Es kann Sinn machen, Ihr Kapital auf verschiedene Anlagen zu verteilen. Eine Mischung aus konservativen, also sicheren Sparplänen und Sparanlagen mit etwas mehr Risiko, dafür aber auch höheren Renditechancen, kann das finanzielle Risiko insgesamt ausgleichen. Legen Sie nur so viel Geld an, wie Sie pro Monat auch tatsächlich entbehren können. Denn die Börsen- und Aktienentwicklung kann Ihnen niemand sicher voraussagen.

Tipp: comdirect bietet Ihnen mit mehr als 1.000 sparplanfähigen ETFs und Fonds und mehr als 250 Aktien und Zertifikaten eine gute Übersicht über die Konditionen, Risiken und Chancen. Das Angebot richtet sich nicht nur an vermögende Sparer, sondern auch an kleine Anleger. Unsere Kundenbetreuer unterstützen Sie gerne bei der Auswahl Ihres Sparplanes.

Bekannte Sparplanformen im Überblick

Die verschiedenen Sparplanformen haben ebenso verschiedene Vor- und Nachteile. Letztlich sollten Sie als Anleger die Optionen vergleichen und abwägen, um die Sparanlage zu finden, die am besten zu Ihnen passt.

Der Geldsparplan oder Banksparplan ist eine einfache und sichere Variante des Sparens und damit auch sehr verbreitet. Die Renditechancen sind hier aber entsprechend gering. Der Geldsparplan ist eine Geldanlage auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto unter einer bestimmten Verzinsung. Der Vorteil des Tagesgeldkontos gegenüber dem Festgeldkonto: Sie können Ihr Guthaben an jedem Bankarbeitstag ohne Kosten vollständig auflösen. Beim Sparbuch fallen für den Betrag, der innerhalb von 30 Tagen die Summe von 2.000 Euro übersteigt, Vorschusszinsen an.

Ziel des Geldsparplanes ist es, durch monatlich fixe Beträge, die vom Girokonto auf das Sparkonto überwiesen werden, eine größere Geldsumme anzusparen oder sich privat auf die Altersvorsorge vorzubereiten. Dieses erfolgt üblicherweise per Dauerauftrag, den Sparer via Online-Banking bequem von Zuhause einrichten, ändern und beenden können.

Vermögenswirksame Leistungen (VL) helfen Arbeitnehmern beim Vermögensaufbau. Sie sind gewissermaßen ein Sonderfall, denn sie basieren ebenso wie andere Sparpläne auf einer monatlich vereinbarten Rate, allerdings mit Beteiligung des Arbeitgebers. Diese sind grundsätzlich freiwillige Leistungen des Arbeitgebers, sie sind aber für sehr viele Berufe durch den Tarifvertrag gewährleistet. Je nach Arbeits- oder Tarifvertrag beteiligt sich der Arbeitgeber also mit einem gewissen Betrag. Die staatliche Sparförderung erhalten jedoch nur die Arbeitnehmer, die bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten.

Wertpapiersparpläne eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau. Mit einem Wertpapiersparplan investieren Sie regelmäßig eine feste Summe in Aktien, Fonds, Zertifikate oder andere Wertpapiere. So können Sie schon mit kleineren Beiträgen von den Wachstumschancen der Börsen profitieren und Schritt für Schritt Vermögen aufbauen.

Wichtig zu wissen: Börsenkurse unterliegen Marktschwankungen und können sich demzufolge in wirtschaftlich schwachen Perioden auch Richtung Minus entwickeln, d. h. zu Verlusten führen. Wer in Wertpapiere investiert, sollte dieses Risiko kennen.

Einmal eingerichtet, bestimmen Sie die gewünschte Sparrate selbst und auch die Rate sowie den Einzahlungsrhythmus können Sie später noch problemlos ändern. So passt Ihr Sparplan jederzeit zu Ihren finanziellen Möglichkeiten. Übrigens: Wertpapiersparpläne sind nicht an bestimmte Laufzeiten gebunden, die angesammelten Werte können Sie jederzeit wieder verkaufen, wenngleich Sie bei Kursverlusten in wirtschaftlichen Schwächephasen mit Einbußen rechnen müssen.

Der Aktiensparplan

Wer Einzelaktien erwerben will, muss in der Regel gleich eine größere Summe einsetzen, um eine sinnvolle Risikostreuung zu erreichen. Mit einem Aktiensparplan investieren Sie aber schon mit kleineren Beträgen effektiv und kostengünstig in verschiedene Aktien Ihrer Wahl. Die Sparrate und die Aktienauswahl Ihres Aktiensparplanes können Sie dabei jederzeit ändern. In welche der vom Broker angebotenen Papiere Ihr regelmäßiger Sparbeitrag fließen soll, entscheiden Sie als Anleger selbst. Traditionelle DAX-Schwergewichte gelten als vergleichsweise sicher und schwankungsarm, innovative Werte dagegen oft als renditestärker. Doch Achtung: Es gibt keine garantierte Rendite und zum Teil unkalkulierbare Risiken. Es kann z. B. passieren, dass das Kursniveau zu dem Zeitpunkt, an dem Sie Ihre Aktien auflösen möchten, niedrig ist.

Der ETF-Sparplan

Ein Indexfonds (ETF, Exchange Traded Fund) bildet einen kompletten Börsenindex wie DAX, Euro Stoxx, Dow Jones, S&P 500 oder MSCI World ab. Mit einem ETF-Sparplan kaufen Sie regelmäßig Anteile an einem solchen Indexfonds und investieren breit gestreut in ganze Aktien-, Renten- und Rohstoffmärkte, in Regionen, Branchen oder Anlageklassen. Weil das Fondsportfolio eines ETFs automatisch vorgegeben ist, entfallen die Kosten für ein aktives Fondsmanagement. Anders als Zertifikate oder Anleihen gelten ETFs rechtlich als Sondervermögen, bei Insolvenz des Emittenten ist das Fondsvermögen im Regelfall zu 100 % geschützt. Besonders erfreulich: Wer mit einem ETF-Sparplan sein Vermögen aufbaut, profitiert zusätzlich von besonders niedrigen Orderkosten. Gleichwohl sollten Sie sich auch über die Verlustrisiken bewusst sein: diese hängen insbesondere vom Aktienmarkt und seinen Schwankungen ab. Wer sich für einen Index mit mehreren verschiedenen Aktien entscheidet, kann das Risiko verringern.

Ein Fondssparplan ist ein Sparmodell, bei dem Anleger regelmäßig eine festgelegte Sparrate in einen Investmentfonds einzahlen. Je nach ausgewähltem Fonds ist das Anlagerisiko höher als z. B. beim Geldsparplan, die Renditechancen aber auch. Der Anleger erwirbt zu jedem Stichtag eine von der Höhe der gewünschten monatlichen Einlage abhängige Anzahl an Fondsanteilen. Da der Kurswert der Anteile von der Kursentwicklung an der Börse abhängt, ändert sich auch die Menge der zu erwerbenden Anteile. Das Sparintervall beträgt üblicherweise 1 oder 3 Monate. Um die Rendite eines Fondssparplanes zu optimieren, sollten Sie bei der Auswahl des Anbieters darauf achten, dass dieser auf den sonst üblichen Ausgabeaufschlag verzichtet.

Ein Sparplan für Kinder ist eher langfristig angelegt. Als Grundlage für diesen Sparplan kommen Geldsparpläne ebenso in Betracht wie Wertpapiersparpläne. Sie möchten für Ihre Kinder ein finanzielles Polster schaffen und sind eher ein sicherheitsorientierter Sparer? Dann könnten klassische Sparpläne mit fester Verzinsung eine gute Lösung für Sie sein. Als chancenorientierter Anleger erzielen Sie vermutlich mit Fondssparplänen die höhere Rendite — bedenken Sie aber, dass Kursschwankungen zu einem höheren Verlustrisiko führen können. Generell gilt: Sowohl Fonds als auch Aktien unterliegen solchen Schwankungen und bieten keine sichere Rendite. Außerdem gibt es einige rechtliche Aspekte, die Sie beachten sollten. Diese finden Sie im Detail-Artikel zum Sparplan für Kinder.

Besteuerung von Sparplänen

Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen in Deutschland generell der Abgeltungsteuer. Diese beträgt 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls der Kirchensteuer. Zu Einkünften aus Kapitalvermögen zählen Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne bei einem Verkauf von Wertpapieren. Eine Steuerbefreiung ist für einen begrenzten Betrag möglich. Dazu muss der Anleger bei seiner Bank einen Freistellungsauftrag vorlegen. In diesem Fall entfällt bei Alleinstehenden die Besteuerung auf die ersten 801 Euro an Einkünften, bei Verheirateten bleiben 1.602 Euro steuerfrei.