Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten, analysiert für compass online regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen.

Chartanalyse von C. Geyer Archiviert: Gold: Auf in neue Sphären

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Christoph Geyer

ist Tech­nis­ch­er Ana­lyst bei der Com­merzbank und in der Vere­ini­gung Tech­nis­ch­er Ana­lysten Deutsch­land (VTAD) mitver­ant­wortlich für die Aus­bil­dung Tech­nis­ch­er Ana­lysten. Der Autor des Buch­es „Ein­fach richtig Geld ver­di­enen mit Tech­nis­ch­er Analyse“ analysiert für das comdi­rect Mag­a­zin regelmäßig die Charts von wichti­gen Unternehmen und Währun­gen.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen und Ter­mine zu aktuellen Vorträ­gen oder Sem­i­naren zum Autor find­en Sie unter www.christophgeyer.de oder auf Youtube.

Wie weit kann der Gold-Preis noch steigen?

Als der Gold-Preis im Jahr 2011 sein bis­lang his­torisches Top erre­ichte, waren auf den ein­schlägi­gen Messen Kursziele jen­seits jeglich­er Real­ität zu hören. Der Preis notierte damals bei rund 1.900 US-Dol­lar pro Unze. Die Prog­nosen der Red­ner lagen zwis­chen 2.500 US-Dol­lar und sagen­haften 500.000 US-Dol­lar pro Unze. Dabei hat­te die Notierung ger­ade einen parabolis­chen Anstieg vol­l­zo­gen, auf den nicht sel­ten eine Kor­rek­turbe­we­gung fol­gt. Zudem sind ger­ade solch ausufer­n­den Prog­nosen oft ein Zeichen für das Ende ein­er Aufwärts­be­we­gung. Und so kam es auch, wie der Blick auf den Zehn-Jahres-Chart zeigt.

Von Ende 2009 bis Mitte 2011 hat­te der Gold-Preis rund 90 % zugelegt. Danach gab es auf hohem Niveau eine Seitwärts­be­we­gung mit leicht fal­l­en­den Tops. Die Unter­stützungslin­ie bildete sich bei ca. 1.580 US-Dol­lar aus. Als Anfang 2013 diese Unter­stützung unter­schrit­ten wurde, war schon zu befürcht­en, dass dieser Bruch nicht mit zehn oder 20 US-Dol­lar Abschlag erledigt sein dürfte. Der neu begonnene Abwärt­strend führte dann bis in den Bere­ich von ca. 1.050 US-Dol­lar.

Korrektur im aktuellen Aufwärtstrend?

Danach fol­gte eine aus­geprägte Boden­bil­dungsphase, die in diesem Jahr mit dem Aus­bruch über den Wider­stand bei ca. 1.400 US-Dol­lar been­det wurde. Inzwis­chen hat sich ein neuer Aufwärt­strend etabliert, der eine gewisse Dynamik entwick­elt hat. Diese kann mit ein­er solchen Inten­sität nicht lange durchge­hal­ten wer­den. Auch wenn es in den kom­menden Wochen zu einem Bruch des kurzfristi­gen Trends kom­men dürfte, stellt dies kein Zeichen für einen neuen Trend dar. Vielmehr würde es eine willkommene Kor­rek­tur im aktuellen Aufwärt­strend bedeuten. Dass eine solche Kor­rek­tur bevorste­hen kön­nte, sieht man auch am MACD-Indika­tor, der kurz vor einem Verkauf­ssig­nal ste­ht.

Chartanalyse Gold: Langfristchart

Ref­erenzzeitraum: 13.09.2009 bis 13.09.2019; Quelle: comdi­rect. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung.

Im Kurzfristchart hat sich ein Top aus­ge­bildet, das seine Wirkung noch nicht ent­fal­tet hat. Bei knapp unter 1.500 US-Dol­lar befind­et sich eine Unter­stützungslin­ie, die bis­lang hielt. Zulet­zt hat der Preis den Aufwärt­strend und die Unter­stützung getestet, ohne diese zu brechen. Da es sich hier um eine Kreuzun­ter­stützung han­delt, kön­nte den kom­menden Tagen eine beson­dere Bedeu­tung zukom­men. Die Indika­toren haben Diver­gen­zen gebildet (neues Top bei der Notierung kon­nte in den Indika­toren nicht mehr nachvol­l­zo­gen wer­den). Der Sto­chastik-Indika­tor hat allerd­ings bere­its wieder ein Kaufsig­nal gener­iert. Somit ste­hen sich derzeit wider­sprüch­liche Sig­nale gegenüber. Da eine Kor­rek­turbe­we­gung ohne­hin über­fäl­lig ist, dürfte ein Trend­bruch nicht zu ver­mei­den sein. Nach ein­er Kor­rek­turbe­we­gung bis in den Bere­ich von ca. 1.400 US-Dol­lar sollte der Aufwärt­strend aber wieder aufgenom­men wer­den. Das alte his­torische Top ist sich­er in den näch­sten Monat­en und Jahren wieder erre­ich­bar. Dann wer­den auch wieder die Prog­nosen in den Him­mel schießen. Hof­fentlich erst, wenn tat­säch­lich neue Höch­st­stände erre­icht wur­den.

Chartanalyse Gold: Kurzfristchart

Ref­erenzzeitraum: 13.09.2018 bis 13.09.2019; Quelle: comdi­rect

Aktien unter­liegen Kurss­chwankun­gen; damit sind Kursver­luste bis zum Totalver­lust möglich. Bei Wert­pa­pieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Es han­delt sich um die Angabe der Brut­tow­er­ten­twick­lung (siehe „Hin­weise zu Chart‐ und Per­for­manceangaben“). Die Auswahl der Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente dient auss­chließlich Infor­ma­tion­szweck­en und stellt kein Ange­bot, keine Auf­forderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzin­stru­menten dar. Sie soll lediglich Ihre selb­st­ständi­ge Anlageentschei­dung erle­ichtern und erset­zt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen han­delt es sich um eine Werbe­mit­teilung, die nicht den geset­zlichen Anforderun­gen zur Gewährleis­tung der Unvor­ein­genom­men­heit ein­er Anlageempfehlung oder Anlages­trate­gieempfehlung genügt. Darüber hin­aus unter­liegen die dargestell­ten Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente keinem Ver­bot des Han­dels vor der Veröf­fentlichung von Anlage‐ oder Anlages­trate­gieempfehlun­gen. Stand: 17.09.2019; Quelle: comdirect.de