Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten, analysiert für compass online regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen.

Chartanalyse von C. Geyer Archiviert: Caterpillar: Gelingt der Ausbruch nach oben?

Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Christoph Geyer

ist Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten. Der Autor des Buches „Einfach richtig Geld verdienen mit Technischer Analyse“ analysiert für das comdirect Magazin regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen und Währungen.

Weitere Informationen und Termine zu aktuellen Vorträgen oder Seminaren zum Autor finden Sie unter www.christophgeyer.de oder auf Youtube.

Kurz‐ und Langfristchart zeigen gegenläufige Signale.

Ob Caterpillar (WKN 850598), der Lieferant von Baumaschinen, von einem möglichen Mauerprojekt zwischen den USA und Mexiko profitieren wird, ist zumindest fraglich. Börsianer jedenfalls haben von derlei Aussichten noch nichts gemerkt. Vielleicht halten sie es auch einfach für unwahrscheinlich, dass die Mauer tatsächlich gebaut werden wird. In der Technischen Analyse haben solche Gedankenspiele keinen Platz. Charttechniker spekulieren nicht über reale Entwicklungen, sondern betrachten ausschließlich den Chartverlauf.

Bei Caterpillar zeigt der Langfristchart, dass sich im vergangenen Jahr ein Abwärtstrend gebildet hatte. Zuvor befand sich die Notierung rund sechs Jahre lang in einem Seitwärtstrend. Dies freut zwar den Trader, der Anleger konnte aber mit Caterpillar in dieser Zeit kaum Geld verdienen.

Nachdem der Wert im Jahr 2015 zunächst aus der Seitwärtsrange nach unten ausgebrochen war, konnte sich die Aktie recht schnell erholen und hat Anfang 2016 einen neuen Aufwärtstrend etabliert. Dieser dauerte bis Ende 2017 an.

Betrachtet man den gesamten Langfristchart, handelt es sich bei der Bewegung der letzten 13 Monate um eine Konsolidierungsbewegung nach dem starken Anstieg von 2016 bis 2017. Folgerichtig konnte sich der Kurs im Bereich der alten Widerstandslinie bei knapp unter 120 US‐Dollar stabilisieren und nimmt derzeit offenbar diesen Bereich als Unterstützung an. Auch wenn es sich in der Kursfindung noch nicht widerspiegelt, hat sich die Lage bei den Indikatoren leicht verbessert. So hat der Stochastik‐Indikator eine Divergenz gebildet und der MACD‐Indikator hat ein Kaufsignal generiert. Dies könnte dazu führen, dass in den kommenden Wochen ein Ausbruch nach oben aus der Konsolidierungsformation erfolgt.

Caterpillar im 10 Jahreschart

Referenzzeitraum: 08.02.2009 bis 08.02.2019; Quelle: comdirect.de

Im kurzfristigen Bild jedoch stellt sich die Lage ganz anders dar. Nach dem massiven Einbruch im vergangenen Oktober konnte sich der Kurs zwar wieder stabilisieren, die alte Unterstützungslinie im Bereich von 135 US‐Dollar erwies sich zuletzt aber mehrfach als unüberwindbarer Widerstand. Die jüngste Anstiegsbewegung war zudem von rückläufigen Umsätzen begleitet. Der MACD‐Indikator hat gerade ein Verkaufssignal generiert. Die Lage stellt sich entsprechend kritisch dar und es bleibt abzuwarten, ob sich die Marktteilnehmer eher der Signale des Langfristcharts oder des Kurzfristcharts annehmen. Erst ein Ausbruch über den Bereich von 135 US‐Dollar würde die Situation bei Caterpillar verbessern. Solange sich der Kurs unter diesem Bereich aufhält, überwiegen die Gefahren eines Bruchs der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie.

Caterpillar im 1-Jahreschart

Referenzzeitraum: 08.02.2018 bis 08.02.2019; Quelle: comdirect.de

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste bis zum Totalverlust möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart‐ und Performanceangaben“). Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 08.02.2019; Quelle: comdirect.de