Baukindergeld – staatlicher Zuschuss zum Eigenheim für Familien mit Kindern

Baukindergeld Staatlicher Zuschuss zum Eigenheim für Familien mit Kindern

Geschätzte Lesedauer: 7 Minuten

Hohe Immo­bi­li­en­prei­se hin­dern vie­le Fami­li­en dar­an, sich ein Eigen­heim zu kau­fen. Mit dem Bau­kin­der­geld möch­te die Bun­des­re­gie­rung einen Anreiz für Fami­li­en und Allein­er­zie­hen­de mit Kin­dern schaf­fen, sich eine eige­ne Woh­nung oder ein Haus zu kau­fen. Pro Kind kön­nen Fami­li­en bis zu 12.000 Euro, auf 10 Jah­re ver­teilt, erhal­ten. Wel­che Vor­aus­set­zun­gen Sie für den Erhalt von Bau­kin­der­geld erfül­len und wor­auf Sie beim Antrag ach­ten müs­sen, erfah­ren Sie in die­sem Rat­ge­ber.

Baukindergeld — Key Facts

  • Fami­li­en und Allein­er­zie­hen­de mit min­des­tens einem Kind unter 18 Jah­ren kön­nen 12.000 Euro pro Kind an Eigen­heim­zu­la­ge vom Staat erhal­ten
  • Für die Bean­tra­gung gibt es Ein­kom­mens­gren­zen
  • Es gibt beim Bau­kin­der­geld kei­ne Kin­der­be­gren­zung
  • Das Bau­kin­der­geld wird über die Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau (KfW) bereit­ge­stellt
  • Um Bau­kin­der­geld zu erhal­ten, müs­sen Fami­li­en es bean­tra­gen
  • Kin­der müs­sen mit in der gekauf­ten Immo­bi­lie woh­nen
  • Bau­kin­der­geld kann rück­wir­kend für alle Käu­fe ab dem 01.01.2018 bean­tragt wer­den
  • Nach dem 31.12.2023 kön­nen kei­ne Anträ­ge auf Bau­kin­der­geld mehr gestellt wer­den
Icon Haus

Mit dem Bau­kin­der­geld sol­len vor allem Fami­li­en und Allein­er­zie­hen­de mit Kin­dern geför­dert wer­den. Der staat­li­che KfW-Zuschuss soll die Belas­tung bei der Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung sen­ken und es den Fami­li­en so ermög­li­chen, ein Eigen­heim zu erwer­ben. Auf die­se Wei­se sol­len Fami­li­en zu ihrer pri­va­ten Alters­vor­sor­ge bei­tra­gen und Ver­mö­gen bil­den kön­nen.

Was ist das Baukindergeld eigentlich?

Bei dem Bau­kin­der­geld han­delt es sich um eine staat­li­che För­de­rung für selbst­ge­nutz­tes Wohn­ei­gen­tum. Es wur­de von der Bun­des­re­gie­rung, der „Gro­ßen Koali­ti­on“, im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bart und im Sep­tem­ber 2018 ein­ge­führt. Die För­der­gel­der kön­nen seit­her bei der KfW im Rah­men des KfW-Pro­gramms 424 online bean­tragt wer­den.

Das För­der­geld in Höhe von 12.000 Euro wird pro Kind über einen Zeit­raum von 10 Jah­ren zu je 1.200 Euro jähr­lich aus­ge­zahlt.

Baukindergeld – Bedingungen, die erfüllt werden müssen

Damit Sie einen Bau­kin­der­geld-Antrag stel­len kön­nen, müs­sen fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sein:

  • Sie sind Eigen­tü­mer oder Mit­ei­gen­tü­mer einer selbst­ge­nutz­ten Immo­bi­lie gewor­den, deren Bau­ge­neh­mi­gung zwi­schen dem 01.01.2018 und dem 31.12.2020 erteilt wur­de oder deren nota­ri­el­ler Kauf­ver­trag zwi­schen dem 01.01.2018 und dem 31.12.2020 abge­schlos­sen wur­de.
  • Die gekauf­te Immo­bi­lie ist das ers­te Wohn­ei­gen­tum des Antrag­stel­lers. Wenn Sie bereits eine selbst­ge­nutz­te oder ver­mie­te­te Immo­bi­lie besit­zen, kön­nen Sie kein Bau­kin­der­geld mehr in Anspruch neh­men.
  • Ihr zu ver­steu­ern­des Ein­kom­men liegt unter 75.000 Euro + 15.000 Euro pro Kind
  • In Ihrem Haus­halt lebt min­des­tens ein kin­der­geld­be­rech­tig­tes Kind unter 18 Jah­ren.
  • Das neue Eigen­heim befin­det sich in Deutsch­land.

So wird das Einkommen fürs Baukindergeld berechnet

Der Bezug von Bau­kin­der­geld ist u. a. an die Höhe des Ein­kom­mens der Antrag­stel­ler gekop­pelt. Um zu prü­fen, ob Sie über­haupt antrags­be­rech­tigt sind, wer­den die durch­schnitt­li­chen Ein­künf­te im 2. und 3. Jahr vor der Antrag­stel­lung berück­sich­tigt.

Für die Ermitt­lung Ihrer Ein­künf­te wird das zu ver­steu­ern­de Ein­kom­men berück­sich­tigt. Dazu zäh­len alle Ein­künf­te aus selb­stän­di­ger und ange­stell­ter Beschäf­ti­gung sowie Ein­künf­te aus Unter­halts­zah­lun­gen oder Ren­ten. Abge­zo­gen wer­den davon Son­der­aus­ga­ben, Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen, Frei­be­trä­ge sowie außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen. Das zu ver­steu­ern­de Ein­kom­men kön­nen Sie Ihrem Steu­er­be­scheid ent­neh­men.

Ein Bei­spiel:
Sie und Ihre Ehe­part­ne­rin oder Ihr Ehe­part­ner wol­len im Jahr 2019 Bau­kin­der­geld bean­tra­gen. In die­sem Fall müs­sen Sie Ihre Ein­künf­te aus den Jah­ren 2017 und 2016 zusam­men­zäh­len. Anschlie­ßend tei­len Sie die Sum­me durch zwei. Zu die­ser Sum­me wer­den anschlie­ßend die Frei­be­trä­ge pro Kind addiert.

KfW-Programm 424 – wer alles förderberechtigt ist

Die KfW för­dert mit ihrem Pro­gramm 424 Fami­li­en und Allein­er­zie­hen­de mit Kin­dern, die ihr Wohn­ei­gen­tum frü­hes­tens am 01.01.2018 gekauft haben oder an die­sem Datum eine Bau­ge­neh­mi­gung für ihr Eigen­heim erhal­ten haben.

Wich­tig: Die Staats­an­ge­hö­rig­keit der Antrag­stel­ler spielt für den Erhalt des Bau­kin­der­gelds aus dem KfW-Pro­gramm 424 kei­ne Rol­le. Somit kön­nen Sie auch Bau­kin­der­geld erhal­ten, wenn Sie kei­ne deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit besit­zen.

Wofür Sie das Baukindergeld nicht nutzen können

  • Feri­en­woh­nun­gen
  • Woh­nun­gen und Häu­ser im Aus­land
  • selbst­ver­mie­te Häu­ser oder Woh­nun­gen
  • kom­bi­nier­te Gewer­be- und Wohn­im­mo­bi­li­en
Icon Hammer Gesetz

WICHTIG:
Einen Rechts­an­spruch auf Bau­kin­der­geld gibt es nicht. Die För­de­rung wird nur so lan­ge gezahlt, wie auch ent­spre­chen­de För­der­mit­tel vor­han­den sind. Sie soll­ten sich des­halb früh­zei­tig um einen Antrag bemü­hen und nicht zu lan­ge war­ten.

Wichtig: Stichtage beachten!

Damit Sie vom Bau­kin­der­geld pro­fi­tie­ren kön­nen, müs­sen Sie ver­schie­de­ne Fris­ten und Stich­ta­ge beach­ten.

  • Alter der Kin­der: Min­des­tens ein Kind muss zum Zeit­punkt der Antrag­stel­lung unter 18 Jah­ren alt sein. Selbst wenn das Kind einen Tag nach der Antrag­stel­lung voll­jäh­rig wird, kön­nen Sie den­noch die För­der­gel­der des Bun­des erhal­ten. Vor­aus­set­zung ist, dass die Kin­der in Ihrem Haus­halt leben und Sie für die Kin­der Kin­der­geld erhal­ten. Bis dato ist noch offen, ob die För­de­rung für ein Kind endet, wenn es nicht mehr kin­der­geld­be­rech­tigt ist. Für Kin­der, die nach der Antrag­stel­lung gebo­ren wer­den, bekom­men Sie kei­ne staat­li­che För­de­rung.
  • Neu­bau­ten: Um För­de­rung für einen Neu­bau zu erhal­ten, muss die Bau­ge­neh­mi­gung dafür zwi­schen dem 01.01.2018 und dem 31.12.2020 erteilt wor­den sein. Wenn für den Bau ledig­lich eine Anzei­ge­pflicht besteht, muss der Bau eben­falls zwi­schen dem 01.01.2018 und dem 31.12.2020 begon­nen haben.
  • Kauf­ver­trag: Der Kauf­ver­trag für Ihren Neu­bau, Ihr Haus oder Ihre Woh­nung muss zwi­schen dem 01.01.2018 und dem 31.12.2020 unter­zeich­net wor­den sein, damit Sie för­der­be­rech­tigt sind.
  • Antrag­stel­lung: Sobald Sie in die Immo­bi­lie ein­ge­zo­gen sind, kön­nen Sie den Bau­kin­der­geld-Antrag stel­len.

Fristen beim Baukindergeld

  • Spä­tes­tens 3 Mona­te nach Ein­zug in Ihr Wohn­ei­gen­tum müs­sen Sie den Antrag auf För­de­rung gestellt haben
  • Wenn Sie Ihre Miet­woh­nung kau­fen und als Eigen­heim nut­zen, muss der Antrag spä­tes­tens 3 Mona­te nach Unter­zeich­nung des nota­ri­el­len Kauf­ver­trags bei der KfW ein­ge­hen
  • Sind Sie im Jahr 2018 (nach dem 01.01.2018) und vor dem 18.09.2018 in Ihr Wohn­ei­gen­tum ein­ge­zo­gen, muss der Antrag auf Zuschuss bis spä­tes­tens 31.12.2018 gestellt wer­den
  • Spä­tes­tens 3 Mona­te nach der Antrags­stel­lung müs­sen die erfor­der­li­chen Unter­la­gen an die KfW geschickt bzw. im Online-Por­tal hoch­ge­la­den wer­den
  • Bis 31.12.2023 kön­nen Sie spä­tes­tens Bau­kin­der­geld bean­tra­gen. Ihre Immo­bi­lie müs­sen Sie dann aber bis 31.12.2020 gekauft haben oder die Bau­ge­neh­mi­gung muss bis zu die­sem Datum erteilt wor­den sein

Baukindergeld mit anderen Förderprogrammen kombinieren

Das Bau­kin­der­geld ist grund­sätz­lich mit ande­ren För­der­pro­gram­men wie KfW-Pro­gram­men kom­bi­nier­bar. Wich­tig bei KfW-För­de­run­gen ist jedoch, dass die­se in der Regel vor dem eigent­li­chen Bau­vor­ha­ben bzw. Haus­kauf bean­tragt wer­den müs­sen. Sie sind nicht rück­wir­kend erhält­lich.

Icon Antrag

TIPP:
Scan­nen Sie am bes­ten schon im Vor­feld alle für die Aus­zah­lung erfor­der­li­chen Doku­men­te wie die Mel­de­be­schei­ni­gung, den Grund­buch­aus­zug sowie die Ein­kom­men­steu­er­be­schei­de ein und spei­chern die­se als PDF-Datei ab. Dann kön­nen Sie nach Erhalt der Bestä­ti­gungs­mail für die Antrag­stel­lung gleich alle Doku­men­te im KfW-Zuschuss­por­tal hoch­la­den.

Baukindergeld beantragen – so geht es

  1. Zunächst kau­fen Sie Ihre Wohn­im­mo­bi­lie.
  2. Besu­chen Sie dann das Zuschuss-Por­tal der KfW online. Dort müs­sen Sie sich zunächst regis­trie­ren. Nach­dem Sie Ihre per­sön­li­chen Daten hin­ter­legt haben, erhal­ten Sie einen Link per Mail an die hin­ter­leg­te Mail-Adres­se zuge­schickt. Mit dem Klick auf die­sen Link bestä­ti­gen Sie Ihre Anmel­dung. Wich­tig ist, dass Sie Ihren Vor- und Nach­na­men bei der Regis­trie­rung genau­so ange­ben wie er auf Ihrem Rei­se­pass oder Per­so­nal­aus­weis hin­ter­legt ist. So ver­mei­den Sie spä­ter Pro­ble­me bei der Iden­ti­fi­zie­rung und somit der Aus­zah­lung.
  3. Nach­dem Sie sich im KfW-Zuschuss­por­tal ange­mel­det haben, wäh­len Sie „Zuschuss jetzt bean­tra­gen“ und danach „Zuschuss Bau­kin­der­geld“ aus. Hin­ter­le­gen Sie dann alle gefor­der­ten Anga­ben und sen­den Sie das For­mu­lar ab.
  4. Die KfW reser­viert Ihren Zuschuss.
  5. Sie wer­den zu einem spä­te­ren Zeit­punkt per Mail dar­über infor­miert, dass Sie nun die für den Erhalt des Bau­kin­der­gelds erfor­der­li­chen Nach­wei­se im Zuschuss-Por­tal hoch­la­den kön­nen. Ab Erhalt die­ser Antrags­be­stä­ti­gung blei­ben Ihnen 3 Mona­te Zeit, um die Nach­wei­se ein­zu­rei­chen. Mit die­ser Bestä­ti­gung erhal­ten Sie übri­gens auch Ihre Refe­renz­num­mer. Die­se kön­nen Sie immer bei Rück­fra­gen zu Ihrem Bau­kin­der­geld ange­ben.
  6. Damit die KfW die Zuschüs­se an Sie über­wei­sen kann, müs­sen Sie sich noch per VideoI­dent oder Post­Ident iden­ti­fi­zie­ren. Wenn Sie sich für VideoI­dent ent­schei­den, zei­gen Sie einem von der KfW beauf­trag­ten Dienst­leis­ter per Video­chat Ihren Per­so­nal­aus­weis oder Ihren Rei­se­pass. Beim Post­Ident-Ver­fah­ren gehen Sie in eine Post­fi­lia­le Ihrer Wahl und wei­sen sich dort vor einer Mit­ar­bei­te­rin oder einem Mit­ar­bei­ter aus. Die Bestä­ti­gung wird dann an die KfW geschickt.
  7. Nach Abschluss der Iden­ti­fi­zie­rung erhal­ten Sie von der KfW eine Aus­zah­lungs­be­stä­ti­gung mit einem fes­ten Datum, an wel­chem Ihnen das Bau­kin­der­geld jedes Jahr über­wie­sen wird.

Wich­ti­ger aktu­el­ler Hin­weis: Laut KfW wer­den die Mails zum Hoch­la­den der Nach­wei­se fürs Bau­kin­der­geld frü­hes­tens im März 2019 ver­schickt. (Stand: 11/2018)

Baukindergeld in Bayern + Eigenheimzulage + extra Kinderzulage

Bau­kin­der­geld kann grund­sätz­lich in jedem Bun­des­land bean­tragt wer­den.
Wer in Bay­ern lebt, pro­fi­tiert von zusätz­li­cher För­de­rung. Neben dem Bau­kin­der­geld kön­nen Fami­li­en zusätz­lich ein­ma­lig eine Eigen­heim­zu­la­ge von 10.000 Euro sowie zusätz­lich 300 Euro pro Kind über einen Zeit­raum von 10 Jah­ren hin­weg erhal­ten. Die För­der­gel­der stam­men in die­sem Fall nicht aus Bun­des­mit­teln, son­dern vom Frei­staat Bay­ern, der den Haus­kauf und Haus­bau för­dern möch­te.

Fragzeichen

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FAQ Baukindergeld

Was wird mit dem Baukindergeld gefördert?

Sie kön­nen das Bau­kin­der­geld nut­zen, wenn Sie ein Haus bau­en oder eine Woh­nung bzw. ein Haus kau­fen, um selbst dar­in zu woh­nen. Die staat­li­che För­de­rung kann auch genutzt wer­den, wenn Sie zum Bei­spiel Ihre bis­he­ri­ge Miet­woh­nung kau­fen und anschlie­ßend dar­in wei­ter­le­ben.

Kann ich als Alleinerziehende/Alleinerziehender auch Baukindergeld beantragen?

Ursprüng­lich wur­de das Bau­kin­der­geld nur für Fami­li­en mit 2 Eltern­tei­len kon­zi­piert. Doch seit der Ein­füh­rung der staat­li­chen Bau­för­de­rung für Fami­li­en kön­nen theo­re­tisch auch Allein­er­zie­hen­de mit Kin­dern Bau­kin­der­geld bean­tra­gen.

Baukindergeld: Wie viel darf man verdienen?

Das maxi­ma­le Haus­haltein­kom­men für den Erhalt von Bau­kin­der­geld beträgt 75.000 Euro. Es ent­spricht dem zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men und beinhal­tet die Ein­künf­te bei­der Ehe­part­ner. Pro Kind kann zusätz­lich ein Frei­be­trag von 15.000 Euro hin­zu zu addie­ren sein, wodurch sich die Ein­kom­mens­gren­ze für Antrag­stel­ler nach oben ver­schiebt. Dar­aus erge­ben sich fol­gen­de Ein­kom­mens­gren­zen:

Baukindergeld

Anzahl der Kin­der unter 18 Jah­ren Max. Haus­halts­ein­kom­men
1 90.000 EUR
2 105.000 EUR
3 120.000 EUR
4 135.000 EUR
5 150.000 EUR

Baukindergeld rückwirkend erhalten: Welche Voraussetzungen müssen Immobilien erfüllen?

Sie kön­nen Bau­kin­der­geld rück­wir­kend bean­tra­gen. Damit Sie die För­de­rung auch nach dem bereits erfolg­ten Haus- oder Woh­nungs­kauf erhal­ten, darf die Immo­bi­lie aber nicht vor dem 01.01. 2018 gekauft wor­den sein. Dar­über hin­aus gel­ten die Stan­dard­be­din­gun­gen. So dür­fen Sie kei­ne wei­te­ren Immo­bi­li­en als die­se besit­zen und Sie müs­sen die Immo­bi­lie selbst mit Ihren Kin­dern nut­zen.

Welche Nachweise müssen erbracht werden?

Für den Antrag von Bau­kin­der­geld benö­ti­gen Sie 3 Nach­wei­se: Ein­kom­men­steu­er­be­schei­de, Mel­de­be­stä­ti­gung und Grund­buch­aus­zug. Die Doku­men­te kön­nen Sie online auf der Web­site der KfW hoch­la­den.

Die Ein­kom­men­steu­er­be­schei­de müs­sen aus dem vor­letz­ten und vor­vor­letz­ten Jahr vor der Antrag­stel­lung stam­men. Wenn bei­de Part­ner steu­er­lich getrennt ver­an­lagt wer­den, müs­sen die Steu­er­be­schei­de bei­der Part­ner ein­ge­reicht wer­den.

Damit die KfW prü­fen kann, ob Sie die gekauf­te Immo­bi­lie selbst bewoh­nen, müs­sen Sie eine Mel­de­be­stä­ti­gung aus Ihrer Stadt oder Gemein­de vor­wei­sen. Die Mel­de­be­stä­ti­gung muss außer­dem bele­gen, dass Sie, Ihre Part­ne­rin oder Ihr Part­ner sowie Ihr Kind/Ihre Kin­der in der gekauf­ten Immo­bi­lie ihren Haupt­wohn­sitz haben.

Mit dem Grund­buch­aus­zug bestä­ti­gen Sie der KfW, dass Sie der Eigen­tü­mer bzw. Mit­ei­gen­tü­mer der geför­der­ten Immo­bi­lie sind.

Wie wird das Baukindergeld ausgezahlt?

Wenn Ihr Antrag auf Bau­kin­der­geld bewil­ligt wur­de, erhal­ten Sie über einen Zeit­raum von zehn Jah­ren jedes Jahr pro Kind einen Zuschuss von 1.200 Euro. Pro Kind ergibt sich so eine Gesamt­sum­me von 12.000 Euro. Es gibt kei­ne Mög­lich­keit, dass die Sum­me kom­plett aus­ge­zahlt wird. Das soll­ten Sie bei der Finan­zie­rung berück­sich­ti­gen.

Bekomme ich Baukindergeld weiter, auch wenn ich die Immobilie verkaufe?

Sie bekom­men immer nur so lan­ge Bau­kin­der­geld, wie Sie auch in der Immo­bi­lie woh­nen. Soll­ten Sie aus­zie­hen und das Haus oder die Woh­nung ver­kau­fen oder ver­mie­ten, endet die staat­li­che För­de­rung.

Was passiert nach einer Trennung mit dem Baukindergeld?

Der­zeit (Stand: 11/2018) gibt es noch kei­ne kon­kre­te Rege­lung, wie mit dem Bau­kin­der­geld im Fal­le einer Schei­dung der Haus­be­sit­zer ver­fah­ren wird. Exper­ten erwar­ten, dass min­des­tens ein Eltern­teil mit den Kin­dern in der geför­der­ten Immo­bi­lie wei­ter­woh­nen muss, um das Bau­kin­der­geld fort­ge­zahlt zu bekom­men.

Gibt es eine Einschränkung der Wohnfläche, um das Baukindergeld zu erhalten?

Nein, die Wohn­flä­che spielt für die erfolg­rei­che Bean­tra­gung von Bau­kin­der­geld kei­ne Rol­le.

Welche Förderungen gibt es zusätzlich zum Baukindergeld?

Eigen­heim­be­sit­zer kön­nen über das Bau­kin­der­geld hin­aus wei­te­re staat­li­che För­de­rung erhal­ten. So ver­gibt die KfW zum Bei­spiel güns­ti­ge Kre­di­te für den Kauf oder Bau von Eigen­hei­men. Aktu­ell (Stand: 02/2019) kön­nen Sie bis zu 50.000 Euro Kre­dit pro Vor­ha­ben ab einer effek­ti­ven Jah­res­ver­zin­sung von 0,90 Pro­zent erhal­ten.

Zusätz­lich ver­gibt die KfW För­der­gel­der im Rah­men von ener­gie­ef­fi­zi­en­ter Sanie­rung oder ener­gie­ef­fi­zi­en­tem Haus­bau. Die­se För­der­pro­gram­me las­sen sich eben­falls mit dem Bau­kin­der­geld und ande­ren För­de­run­gen kom­bi­nie­ren.

Auch über das Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) kön­nen För­der­gel­der bean­tragt wer­den, wenn Sie zum Bei­spiel die Hei­zungs­an­la­ge Ihrer Immo­bi­lie nach dem Kauf sanie­ren oder opti­mie­ren.

Ger­ne hel­fen wir Ihnen beim Bean­tra­gen von KfW-Dar­­­le­hen wei­ter. Hier haben wir alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen dazu für Sie bereit­ge­stellt.

Bin ich verpflichtet, die KfW zu informieren, wenn ich die geförderte Immobilie nicht mehr bewohne oder verkaufe?

Ja, ver­trag­lich sind Sie dazu ver­pflich­tet, der KfW alle Ände­run­gen sofort mit­zu­tei­len, die für den Bezug von Bau­kin­der­geld rele­vant sind. Hier­zu gehört auch, ob Sie die Immo­bi­lie ver­kau­fen oder nicht mehr bewoh­nen. Alle Nach­wei­se, die Sie zum Erhalt des Kin­der­bau­gelds berech­ti­gen, müs­sen Sie für die Dau­er der För­de­rung von 10 Jah­ren auf­be­wah­ren.