Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten, analysiert für compass online regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen.

Chartanalyse von C. Geyer Henkel: Klebt nicht mehr am Aufwärtstrend

Christoph Geyer

ist Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten. Der Autor des Buches „Einfach richtig Geld verdienen mit Technischer Analyse“ analysiert für das comdirect Magazin regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen und Währungen.

Weitere Informationen und Termine zu aktuellen Vorträgen oder Seminaren zum Autor finden Sie unter www.christophgeyer.de oder auf Youtube.

Ein Handelskrieg könnte nachhaltig belasten.

Der Konsumgüterhersteller Henkel (WKN 604843) ist nicht nur durch Waschmittel wie Persil oder Perwoll bekannt, sondern produziert auch bekannte Marken wie Schwarzkopf, Fa, Sidolin oder Pattex. Dabei erzielt das Unternehmen ca. ein Viertel seiner Umsätze in Nordamerika. Rund 47 % des Umsatzes macht die Klebstoffsparte aus. Eine mögliche Eskalation eines Handelskrieges mit den USA würde diesen Bereich besonders treffen, da in der Automobilindustrie ein besonders hoher Absatz generiert wird.

Dieses Damoklesschwert scheint den Marktteilnehmern zunehmend bewusst zu werden. Wie könnte man die abnehmende Aufwärtsdynamik sonst erklären? Allerdings deutet sich schon seit Längerem an, dass es der Aktie immer schwerer fällt, an frühere Wachstumsraten im Kurs anzuknüpfen.

Der seit Anfang 2009 bestehende Aufwärtstrend wurde bereits Ende 2016 gebrochen. Man könnte nun von einem Seitwärtstrend sprechen. Allerdings findet dieser seit Jahresbeginn nur noch in einer sehr engen Bandbreite statt. Vor einigen Monaten konnte ein Durchbruch unter die Unterstützungslinie gerade noch verhindert werden. Wäre der Durchbruch gelungen, hätte sicher von einer Kopf-Schulter-Umkehrformation gesprochen werden können. Die Kaufsignale und Divergenzen bei den Indikatoren konnten den Durchbruch zu diesem Zeitpunkt aber verhindern. Inzwischen sind diese Signale abgearbeitet. Der Stochastik-Indikator hat ein neues Verkaufssignal generiert und der MACD-Indikator steht kurz davor, dieses zu bestätigen. Somit könnte mit einem kleinen Signal von der Handelsfront ein Durchbruch nach unten erfolgen.

Referenzzeitraum: 06.09.2008 bis 06.09.2018; Quelle: comdirect

Im kurzfristigen Chart sieht die Lage kaum besser aus. Der seit Ende April bestehende Aufwärtstrend wurde nach einem kurzen Ausrutscher Mitte August nun schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit gebrochen. Zuletzt wurde dieser Durchbruch von Verkaufssignalen bei den Indikatoren begleitet. Die Umsätze zogen zudem an. Im Bereich um 102 Euro liegen die Tiefs vom Februar und April. Dies könnte für eine gewisse Unterstützung sorgen. Interessant dabei ist, dass diese Unterstützung etwa auf dem Niveau liegt, welches auch im Langfristchart nicht unterschritten werden sollte. Damit kommt diesem Bereich eine besondere Bedeutung zu.

Referenzzeitraum: 06.09.2017 bis 06.09.2018; Quelle: comdirect

Charttechnisch betrachtet ist die Weste von Henkel schon lange nicht mehr so richtig weiß, und ob der Kurs an der Unterstützungszone noch lange festkleben wird, ist auch eher zu bezweifeln.

Aktien und Edelmetalle unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart- und Performanceangaben“). Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 06.09.2018; Quelle: comdirect.de