Kryptowährungen: Zwischen Tulpenblase und Zukunftsvision

Kryptowährungen
Zwischen Tulpenblase und Zukunftsvision

Bit­coin und andere Dig­i­tal­währun­gen spal­ten die Finanzge­meinde und lock­en vor allem risikobere­ite Trad­er.

Noch vor zwölf Monat­en kon­nten die wenig­sten Anleger mit dem Begriff „Kryp­towährun­gen“ etwas anfan­gen. Nach den ras­an­ten Kurs­be­we­gun­gen sind der Bit­coin und seine Ver­wandten inzwis­chen kaum noch aus den täglichen Finanz­nachricht­en wegzu­denken. Zulet­zt kühlte der Über­schwang zwar wieder deut­lich ab, und der Preis hat sich seit dem Hoch mehr als hal­biert. Bit­coin-Fans sagen aber zumin­d­est eini­gen der mehr als 1.500 Kryp­towährun­gen eine gold­ene Zukun­ft voraus – als Alter­na­tive zum aktuellen Geldsys­tem und als deut­lich schnellere Zahlungsmodal­ität im Inter­net. Für namhafte Kri­tik­er wie den Nobel­preisträger Robert J. Shiller sind Kryp­towährun­gen dage­gen das „näch­ste Dra­ma der Welt­geschichte“. Shiller zieht eine Par­al­lele zur Tulpen­blase vor rund 400 Jahren, als in Ams­ter­dam im Hype ein paar Zwiebeln der neuen Blume zum Preis eines Haus­es gehan­delt wur­den. Hinzu kommt die Gefahr von Totalver­lus­ten durch Daten­ver­lust oder Hack­eran­griffe bei Online-Börsen. Noten­banker und Poli­tik­er stoßen sich zudem an der fehlen­den Reg­ulierung.

Hohe Volatilität reizt Trader

Eine ser­iöse Prog­nose über die zukün­ftige Entwick­lung des Kryp­to-Gesamt­mark­tes oder gar einzel­ner Kryp­towährun­gen ist nicht möglich. Aber: Bei Tagess­chwankun­gen von 5 %, 10 % oder sog­ar noch mehr haben Bit­coin und Co. für viele erfahrene Trad­er einen hohen Reiz. Durch geschick­tes Tim­ing sind beim Auf und Ab der Kurse größere Gewinne möglich – auch ohne Auseinan­der­set­zung mit Bit­coin-Mark­t­plätzen im Inter­net und sog­ar ohne den Ein­satz von Hebel­pro­duk­ten. Ein­fach struk­turi­ert ist etwa das Open-End-Bit­coin-Par­tizipa­tions-Zer­ti­fikat von Von­to­bel (WKN VL3TBC). Ein Zer­ti­fikat ver­brieft den Wert von 0,1 Bit­coin, umgerech­net in Euro. Das Zer­ti­fikat kann unter nor­malen Mark­tbe­din­gun­gen über die Börsen in Frank­furt und Stuttgart sowie im außer­börslichen Han­del gekauft und verkauft wer­den. Eine Alter­na­tive ist die Exchange Trad­ed Note (ETN) der schwedis­chen XBT Provider AB. Ihr Pro­dukt (WKN A2CBL5) spiegelt nach Abzug der Ver­wal­tungs­ge­bühren von 2,5 % p. a. die Wer­ten­twick­lung von 0,05 Bit­coin wider (Ver­hält­nis 20:1).

Inzwis­chen hat XBT auch eine ETN auf Ether (WKN A2HDZ2) im Ange­bot. Ether ist die dig­i­tale Währung des Ethereum-Net­zw­erkes. Mit diesem Net­zw­erk kön­nen weit­ere „Währun­gen“ (soge­nan­nte Tokens) erzeugt wer­den, die dann für Ether gehan­delt wer­den kön­nen. Ether besitzt nach Bit­coin aktuell die zwei­thöch­ste Mark­tkap­i­tal­isierung aller nicht staatlichen Zahlung­sein­heit­en. Das „Bezugsver­hält­nis“ beträgt hier 10:1.

Grund­sät­zlich ist mit den Zer­ti­fikat­en auf die Kryp­towährun­gen auch eine Buy-and-Hold-Strate­gie möglich. Als nach­haltige Anlage­form kom­men Dig­i­tal­währun­gen angesichts der unsicheren Per­spek­tiv­en und hohen Ver­lus­trisiken für die meis­ten Anleger kaum infrage.

Par­tizipa­tions-Zer­ti­fikate und Exchange Trad­ed Notes (ETNs) unter­liegen Kurss­chwankun­gen. Damit sind Kursver­luste bis hin zum Totalver­lust des einge­set­zten Kap­i­tals möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Bei Zer­ti­fikat­en und Exchange Trad­ed Notes beste­ht als Schuld­ver­schrei­bung zudem ein Emit­ten­ten­risiko. Bei Zahlung­sun­fähigkeit des Emit­ten­ten kön­nen Ver­luste bis hin zum Totalver­lust ein­treten. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Stand: 13.06.2018; Quelle: comdirect.de