Wasserstoff: Die Zukunft der Mobilität?

Wasserstoff Die Zukunft der Mobilität?

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Noch spielen Brennstoffzellen bei der Mobilität keine große Rolle – doch das kann sich in naher Zukunft ändern.

Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch – da sind sich viele Experten einig. Doch es gibt Alternativen zum batteriebetriebenen Elektromotor, wie er jetzt propagiert wird. Dazu gehört die Brennstoffzelle. Die mit Brennstoffzellen betriebenen Fahrzeuge sind leise, stoßen keine Abgase aus, sind binnen weniger Minuten wieder aufgetankt und können damit im Gegensatz zu klassischen Elektrofahrzeugen grundsätzlich problemlos auf der Langstrecke eingesetzt werden. Allerdings sind sie noch sehr teurer. Und Skeptiker wie VW‐Chef Herbert Diess kritisieren die geringe Energieeffizienz. Für Ralph Rickassel, Vermögensberater der PMP Vermögensmanagement, ist das kein K.-o.-Kriterium: „Die erneuerbaren Energien aus Wind und Solar mussten am Anfang ebenfalls subventioniert werden. Auch wenn die Brennwerttechnik noch nicht wirtschaftlich betrieben werden kann – das hohe Engagement vor allem der asiatischen Industrienationen lässt das Potenzial dieser Technik erahnen.“

Die Brennstoffzellentechnik bietet einige Vorteile

In der Tat: Die Angebotspalette bei Wasserstoff‐Fahrzeugen in Deutschland wächst dank asiatischer Anbieter. Neben dem Toyota Mirai bietet Hyundai mit dem Nexo einen SUV mit Wasserstoffantrieb an – zum Preis von 69.000 Euro. Der Hyundai Nexo wird mit Wasserstoff betankt. Daraus erzeugt eine Brennstoffzelle dann Strom für Elektromotoren. Die Reichweite einer Tankfüllung liegt beim Nexo bei 540 Kilometern. In wenigen Minuten kann aufgetankt werden. Das Manko: Bisher existieren in Deutschland nur knapp 100 Wasserstofftankstellen. Durch die Aufrüstung bestehender Tankstellen will das Konsortium H2 Mobility, an dem Daimler, OMV, Total, Shell, Linde und Air Liquide beteiligt sind, in den nächsten Jahren ein Netz von 400 Wasserstofftankstellen in deutschen Ballungsgebieten schaffen.

Auch das kann jedoch nur ein erster Schritt sein. Denn die geringe Tankstellendichte ist neben den hohen Fahrzeugpreisen ein zweiter Grund, warum Wasserstoff‐Fahrzeuge noch in der Nische gefangen sind: Laut Zulassungszahlen des Kraftfahrt‐Bundesamts gab es Anfang 2019 gerade einmal 392 Fahrzeuge mit einem Wasserstoffantrieb. Bei einem Fahrzeugbestand von 57,3 Millionen Fahrzeugen in Deutschland entspricht das einem verschwindend geringen Marktanteil von nur 0,0007 %. Da besetzen die Elektrofahrzeuge in Deutschland mit rund 83.000 Fahrzeugen oder 0,14 % Marktanteil schon eine größere Nische. Allerdings hat diese E‐Mobilität nicht nur Vorteile. So müssen für die hochwertigen Batterien viele Rohstoffe eingesetzt werden. Besonders der Abbau von Lithium und Kobalt erfordert massive Eingriffe in die Natur. Zudem können Lkw mit den aktuellen Kapazitäten der Akkus gar nicht elektrisch betrieben werden. Das ist bei der Brennstoffzelle anders.

Bewegung in der Wasserstoffbranche

„Für langfristig orientierte Anleger kann jetzt ein guter Zeitpunkt sein, Unternehmen in das Portfolio aufzunehmen, die sich mit Wasserstoff und Brennwerttechnik beschäftigen“, sagt Ralph Rickassel von der PMP Vermögensmanagement. Schon lange aktiv in dem Sektor ist Ballard Power Systems (WKN A0RENB) aus Kanada. Das Unternehmen ist Weltmarktführer bei Brennstoffzellen. Ballard Power hat neue Großaktionäre – die chinesischen Unternehmen Weichai Power und Broad‐Ocean Motor aus China halten zusammen fast 30 % der Aktien. Das vereinfacht Ballard Power Systems den Zugang zum wichtigen chinesischen Markt.

Auch in Skandinavien wird die Brennstoffzellentechnologie stark vorangetrieben. So spielt Wasserstoff in Norwegen als Antrieb in der Schiffsindustrie eine zunehmend größere Rolle. Nel ASA (WKN A0B733) etwa baut Wasserstofftankstellen und arbeitet an der Einführung von mobilen Tanksystemen. Zu den Kunden von Nel gehören Tankstellenketten, Transport‐ und Logistikunternehmen sowie Ölkonzerne. Auch für das deutsche Konsortium H2 Mobility baut Nel Tankstellen. Die schwedische PowerCell (WKN A14TK6) wiederum ist eine Ausgliederung des Volvo‐Konzerns und liefert Brennstoffzellen‐Systeme für Telekommunikation, Schiffsverkehr, Automobil und Stromversorgung und ist mit einer Marktkapitalisierung von gut 600 Millionen Euro noch ein klassischer Nebenwert.

Investieren per Fonds und ETF

Insgesamt ist das Angebot an Aktiengesellschaften im reinen Wasserstoffsegment noch überschaubar. Daher bietet sich eine breite Streuung mit Fonds an, die einen Fokus auf neuen Energiequellen und damit auch auf Wasserstoffantrieben haben. Dazu gehören z. B. der DNB Fund Renewable Energy (WKN A0MWAL), der bei comdirect im Sparplan erhältlich ist. Lyxor bietet mit dem Lyxor New Energy UCITS ETF (WKN LYX0CB) einen ETF auf den Referenzindex World Alternative Energy an. Regional liegt der Fokus in den USA mit einem Anteil von über 39 %. Dahinter folgen Frankreich und Dänemark. Größter Wert im ETF ist der US‐amerikanische Solar‐ und Windenergiespezialist NextEra Energy (WKN A1CZ4H) – ein in den Bereichen elektrische Energieverteilung und industrielle Automation spezialisiertes Unternehmen. Weitere große Werte sind Schneider Electric SA (WKN 860180) und der dänische Betreiber von Offshore‐ und Onshore‐Windparks Ørsted (WKN A0NBLH) sowie der dänische Spezialist für Windräder Vestas (WKN 913769).

Noch zielgenauer ist der im Juni 2019 aufgelegte E‐Mobilität Wasserstoff Index. Er enthält zehn zum Start gleichgewichtete Aktien. Darunter befinden sich Großunternehmen wie Air Liquide (WKN 850133) und Linde (WKN A2DSYC), die neben ihren anderen Geschäften auch die gesamte Wasserstoff‐Wertschöpfung von der Erzeugung über Verflüssigung und Transport bis hin zu Speicherung und Betankung abdecken. Aber auch reine Wasserstoffspezialisten wie Ballard Power, PowerCell und Nel ASA sind vertreten. Morgan Stanley hat mehrere Derivate auf diesen Index aufgelegt, darunter auch ein Indexzertifikat (WKN MC2G7Q).

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