Volkswagen - Absatzchampions 2018

Volkswagen Absatzchampion 2018

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Der Volkswagen‐Konzern verteidigt seinen Titel als absatzstärkster Autokonzern der Welt. Die Aktie ist günstig bewertet, aber der Dieselskandal wirkt nach.

Zum dritten Mal in Folge war Volkswagen 2018 absatzstärkster Automobilkonzern der Welt. Die Weichen für die Zukunft werden mit Investitionen in die Elektromobilität, mit Kooperationen und einem möglichen Börsengang der Lkw‐Tochter gestellt. Die Aktie ist günstig bewertet, die Analysten beurteilen den Konzern inzwischen wieder mehrheitlich positiv. Allerdings stehen Volkswagen wie die gesamte Automobilbranche vor großen Herausforderungen. Der Dieselskandal ist noch nicht ausgestanden. Die Absätze im langjährigen Wachstumsmarkt China stagnieren, und die Reputation des einstigen Vorzeigekonzerns ist längst noch nicht wiederhergestellt.

VW (WKN 766403)

Größter Autokonzern der Welt: Zum dritten Mal in Folge war Volkswagen 2018 der absatzstärkste Konzern der Welt. Mit 10,83 Millionen Einheiten erzielte der Wolfsburger Konzern einen neuen Auslieferungsrekord und distanzierte knapp die zweitplatzierte Allianz aus Renault, Nissan, Mitsubishi, Lada und Dacia sowie Toyota auf Platz drei. Im Jahr 2019 könnte die Elf‐Millionen‐Marke fallen.

Gute Aussichten: Trotz Dieselskandal ist der Volkswagen‐Konzern durch die große Modellpalette, die modularen Baukästen und die weltweite Präsenz gut aufgestellt. Mit Ford hat VW eine Kooperation bei Transportern und Pick‐ups vereinbart und prüft eine Zusammenarbeit bei Elektromobilität, autonomem Fahren und Mobilitätsdiensten. Ein Börsengang der Lkw‐Tochter Traton (MAN, Scania, VW Lkw) könnte 2019 bis zu 25 Milliarden Euro einbringen.

Günstige Bewertung: Nach der Krise ist die Volkswagen‐Aktie, gemessen an den operativen Zahlen, günstig bewertet. Das geschätzte Kurs‐Gewinn‐Verhältnis für das Jahr 2019 liegt bei gut fünf. Die Dividendenrendite gehört nach den schwächeren Vorjahren mit voraussichtlich 4,2 % zu den höchsten im DAX. Trotz der Belastungen durch den Dieselskandal hatte der Volkswagen‐Konzern zuletzt eine Netto‐Liquidität von rund 25 Milliarden Euro.

Optimistische Analysten: Volkswagen ist bei den Analysten die mit Abstand beliebteste deutsche Automobilaktie. Von 23 Analysten empfehlen aktuell 17 Experten die Aktie als „Kauf“, vier votieren für „Halten“, nur zwei empfehlen den Verkauf. Mit einem comdirect Analystenscore von 65 % liegt der Volkswagen‐Konzern unter den Top Ten der 30 DAX‐Aktien.

VW (WKN 766403)

Umwälzungen in der Autowelt: Die Automobil‐Welt wird sich im kommenden Jahrzehnt drastisch wandeln. Neben den normalen konjunkturellen Risiken muss die technologische Wende mit Elektromobilität und autonomem Fahren bewältigt werden. Volkswagen will allein in den kommenden fünf Jahren 44 Milliarden Euro in neue Technik wie E‐Antriebe, autonomes Fahren und Digitalisierung stecken –nächst zu Lasten des Gewinns.

Finanzielle Belastungen halten an: Rund 30 Milliarden Euro musste der Volkswagen‐Konzern für die Begleichung des Dieselskandals ausgeben, vorrangig in Nordamerika. Für die nächsten Jahre rechnen Experten zusätzlich mit 10 bis 20 Milliarden Euro – für die Klagen von Besitzern von Dieselautos in Deutschland und Europa, aber auch für die Klagen von Kapitalanlegern.

Gebremstes Wachstum in China: Über viele Jahre wuchs der VW‐Konzern in China mit zweistelligen Raten. 2018 gelang gerade noch ein Plus von 0,5 % auf 4,2 Millionen Einheiten. Im Dezember vergangenen Jahres ging der Absatz im wichtigsten Markt gegenüber Dezember 2017 sogar um 2,5 % zurück. Auch für 2019 erwartet VW angesichts des Zollstreits und der Kaufzurückhaltung der chinesischen Kunden wenig Dynamik.

Reputation stark beschädigt: Das Image des einstigen Vorzeigekonzerns ist in Deutschland und auch international stark angeschlagen. Weitere Reputation könnte den Konzern auch die bisher harte Haltung gegenüber deutschen Kunden kosten. Ob beim Diesel, bei Kartellabsprachen oder bei den Klagen der Kapitalanleger: Noch fehlt das Vertrauen, dass die Baustellen des Konzerns nachhaltig abgearbeitet werden.

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