Vonovia: Immobilien im Aufwärtstrend

Vonovia Immobilien im Aufwärtstrend

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Das einzige Immobilienunternehmen im DAX profitiert von niedrigen Zinsen und steigenden Immobilienpreisen.

Vonovia ist das größte Immobilienunternehmen Deutschlands. Umsatz und Gewinn stiegen auch 2019 deutlich. Das Unternehmen hat in den vergangenen sechs Jahren die Dividende nahezu verdreifacht. Zusammen mit Siemens gehört Vonovia bei den Analysten zu den beliebtesten DAX‐Aktien. Allerdings leiden Immobilienwerte aktuell unter den Diskussionen um eine mögliche Mietpreisbremse und ihrem schlechten Image. Die Bewertung der Aktie liegt deutlich über dem DAX‐Durchschnitt. Wenn sich irgendwann die Zinsmärkte erholen, könnte das Immobilienportfolio an Wert verlieren. Zugleich liegt die Verschuldung des Konzerns nach diversen Zukäufen auf Rekordniveau.

Vonovia (WKN A1ML7J)

Erster Immobilienwert im DAX: Vonovia SE (ehemals Deutsche Annington) ist mit rund 400.000 Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden das größte deutsche Immobilienunternehmen. Zudem verwaltet Vonovia 84.000 Wohnungen und baut zunehmend neue Wohnungen. Seit 2015 notiert Vonovia im DAX.

Überzeugendes Wachstum: Vonovia überzeugte mit den Neun‐Monats‐Zahlen. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Mieteinnahmen auch dank kleinerer Zukäufe um 9,6 % auf 1,527 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (FFO) legte sogar um 10,7 % auf 932,8 Millionen Euro zu. Auch für 2020 prognostiziert der Vorstand ein FFO‐Plus von rund 7 %.

Dividende: Mit einem Börsenwert von aktuell rund 26 Milliarden Euro hat sich Vonovia zu einem mittelgroßen DAX‐Mitglied gemausert. Dass die Dividendenrendite nur 3,3 % beträgt, liegt an den zuletzt starken Kurssteigerungen. Für das Geschäftsjahr 2019 will Vonovia 1,57 Euro pro Aktie auszahlen. Damit hätte sich die Ausschüttung seit 2014 nahezu verdreifacht.

Experten: Vonovia gehört neben Siemens aktuell bei den Analysten zu den DAX‐Aktien mit dem besten Standing. 13 von 17 Experten empfehlen das Immobilienpapier zurzeit zum Kauf. Vier sehen die Aktie als Halteposition, kein einziger empfiehlt den Verkauf. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei hervorragenden 76 %.

Vonovia (WKN A1ML7J)

Mietpreisbremse und schlechtes Image: Vonovia hat zwar nur rund ein Zehntel des Immobilienbestandes in Berlin. Aber die von der Hauptstadt ausgehende Bewegung zu einer möglicherweise deutschlandweiten Mietpreisbremse bedroht die Verwertbarkeit der Wohnungen bundesweit. Das Image von Immobilienunternehmen in Deutschland ist ohnehin schlecht. Mieter werfen Vonovia zu wenig Leistung für zu viel Geld vor.

Hohe Aktienbewertung: Der Immobilienboom in Deutschland hält an. Da Vonovia keinen Schwerpunkt im umstrittenen Standort Berlin hat, musste die Aktie kaum unter der Diskussion um die Mietpreisgrenze leiden. Der Kurs liegt weiterhin nahe am Allzeithoch. Das aktuelle Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2019 liegt daher bei einem stolzen Wert über 20 und damit weit über dem DAX‐Durchschnitt.

Zinswende: Niedrigzinsen sind für Immobilienaktien ein starker Werttreiber. So können Modernisierungen und Neubauten sehr günstig finanziert werden. Zudem steigt der Wert des Immobilienportfolios, bei Vonovia allein in den vergangenen zwölf Monaten um 8 %. Kurzfristig ist keine Zinswende in Sicht, mittel‐ bis langfristig dürfte die Nullzinszeit jedoch enden – und für eine Umkehrung des Trends sorgen.

Höhere Verschuldung: Vonovia hat zuletzt kräftig zugekauft. 2018 wurden BUWOG und Victoria Park übernommen, 2019 die schwedischen Akelius Residential Property und Hembla. Entsprechend stiegen die Schulden seit dem Jahresende 2018 von 29,7 Milliarden Euro auf rund 31 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote sank von 39,9 % auf nur noch 39 %.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 11.12.2019; Quelle: comdirect.de