Investmentbanken - US-Wall-Street

US-Investmentbanken Lizenz zum Gelddrucken

Die Investmentbanken der Wall Street verdienen prächtig – dank Boom bei Übernahmen, gestiegenen US-Zinsen und der US-Steuerreform.

Nullzinsen über Jahre haben bei den großen Banken Spuren hinterlassen: Im klassischen Geschäft mit Krediten und Einlagen konnten sie kaum noch Geld verdienen. Doch die gut laufende Konjunktur bietet vor allem den Investmentbanken wieder große Chancen. Ob Goldman Sachs (WKN 920332) oder Morgan Stanley (WKN 885836) – die Giganten der Branche aus den USA sind wieder massiv am Geschäft der Fusionen und Übernahmen beteiligt und geben weltweit das Tempo vor.

Boom bei Übernahmen

Der M&A-Markt (engl. Mergers & Acquisitions) hat 2018 deutlich an Fahrt aufgenommen. Dabei nehmen Goldman Sachs und Morgan Stanley die ersten Plätze ein – das zeigt ein Blick auf die Statistik des Marktforschungsunternehmens Dealogic Research für die ersten neun Monate 2018. Den ersten Platz besetzt Goldman Sachs mit einem Volumen von knapp einer Billion US-Dollar bei 303 Deals. Das sichert dem US-Unternehmen einen Marktanteil von 30,7 %. Deutlich dahinter folgt Morgan Stanley mit einem Anteil von 27,2 % und 888 Milliarden US-Dollar. Platz drei dieser Statistik geht ebenfalls in die USA, und zwar an JP Morgan Chase (WKN 850628) mit 261 Deals und einem Gesamtvolumen von fast 806 Milliarden Dollar. „Obwohl das dritte Quartal etwas ruhiger ausgefallen ist, legte das Gesamtvolumen im M&A-Bereich im Jahresvergleich um 32 % auf 3,27 Billionen Dollar zu. Insgesamt hat das Volumen der ersten neun Monate das höchste Niveau seit 2007 erreicht“, erklärt Jody Drulard von Dealogic Research.

Mehr Umsatz und Gewinn

Der neue Übernahme-Boom wirkt sich auf die Geschäftszahlen der Wall-Street-Banken aus. So erzielte Goldman Sachs mit 14,1 % im ersten Halbjahr 2018 die höchste Eigenkapitalrendite seit neun Jahren. Der positive Trend setzte sich im dritten Quartal mit einem Umsatzplus von 4 % auf 8,65 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal und einem Gewinnanstieg von sogar 19 % auf 2,52 Milliarden Dollar fort. Auch außerhalb der USA ist Goldman Sachs die weltweite Nummer eins als Begleiter von Börsengängen, Kapitalerhöhungen und Unternehmensübernahmen. Spannend wird indes der Wechsel an der Spitze: Seit dem 1. Oktober ist der langjährige Vizechef David Salomon Nachfolger von Lloyd Blankfein, der das US-Unternehmen zwölf Jahre geführt hat.

Steuerreform erhöht Nettogewinne

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat das erste Halbjahr 2018 ebenfalls sehr gut abgeschlossen. Beim Umsatz gelang ein Plus von 12,7 % auf 21,7 Milliarden Dollar. Der Zuwachs verteilte sich dabei auf alle Sparten und auch Regionen. Das dritte Quartal verlief ebenfalls positiv mit einem weiteren Umsatzanstieg um 7 % auf 9,9 Milliarden Dollar und einem starken Gewinnzuwachs von 19 % auf 2,1 Milliarden Dollar.

Auch die JP-Morgan-Zahlen zum dritten Quartal überzeugten die Analysten. Die größte US-Bank verbucht Wachstum in allen Geschäftsbereichen – Kreditgeschäft und Investmentbanking, Handelsgeschäft und Vermögensverwaltung. Auch dank der deutlich gesunkenen Steuerquote erzielte JP Morgan in den ersten neun Monaten des Jahres mehr als 25 Milliarden US-Dollar Gewinn. Für das Gesamtjahr wird inzwischen ein Rekordergebnis von 31 Milliarden US-Dollar erwartet – der JP-Morgan-Gewinn 2018 läge damit höher als die gesamte Marktkapitalisierung der Deutschen Bank.

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