Unilever in Rotterdam

Unilever Ziele bis 2020 bestätigt

Negative Währungseinflüsse drücken Bilanz des niederländisch-britischen Markenkonzerns.

Unilever gehört mit zahlreichen bekannten Marken zu den größten Konsumgüterproduzenten der Welt. Die Risiken des bevorstehenden Brexits wollte das Unternehmen mit der Konzentration der Konzernspitze in den Niederlanden umschiffen. Nachdem wichtige Aktionärsgruppen opponierten, gab die Unternehmensleitung den Plan überraschend wieder auf. Im dritten Quartal konnte der Konzern den operativen Umsatz steigern, nach Sondereffekten jedoch gingen die Erlöse deutlich zurück. Bei den Analysten ist der Dividendenwert aber weiterhin beliebt – trotz gestiegener Verschuldung des Konzerns und hoher Bewertung der Aktie.

Unilever (WKN A0JMZB)

400 Marken unter einem Dach: Der niederländisch-britische Konzern Unilever gehört zu den weltweit größten Anbietern für Ernährung, Körperpflege, Parfüm, Kosmetik und Reinigungsmittel. Rund 400 Marken gehören zu den drei Sparten „Personal Care“ „Home Care“ und „Foods & Refreshment“, darunter Domestos und Persil, Axe und Dove sowie Lipton, Langnese und die Luxus-Eismarke Ben & Jerry’s.

Operatives Wachstum: Zwar haben Sondereffekte für sinkende Erlöse gesorgt – unter dem Strich sank der Umsatz im dritten Quartal um 4,8 % auf 12,5 Milliarden Euro. Um Sondereffekte bereinigt legte der Umsatz jedoch um 3,8 % zu. Vorstandschef Paul Polman zeigte sich zuversichtlich: Das Wachstum habe sich im dritten Quartal in allen Sparten beschleunigt. Für das Gesamtjahr bekräftigte er die Prognose, die einen bereinigten Umsatzanstieg von 3 bis 5 % sowie eine Verbesserung der bereinigten operativen Rendite vorsieht. Das Unternehmen sei auf Kurs zu den Zielen für 2020.

Stabile Dividende: Unilever zahlt seine Dividenden vierteljährlich aus – für das dritte Quartal gehen 0,3872 Euro pro Aktie an die Aktionäre. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet beträgt die Dividende 1,5488 Euro. Das entspricht einer Dividendenrendite von rund 3,2 %. Unilever ist schon seit 1937 ein guter Dividendenzahler. In diesem Jahr wurde die Dividende das 23. Mal in Folge angehoben.

Optimistische Analysten: Unilever gehört bei den Analysten zu den beliebteren Werten. Von 17 Experten im comdirect Analystenranking sehen zurzeit 12 die Aktie als „Kauf“. Nur vier setzen auf „Halten“, ein einziger empfiehlt den Verkauf. Der Analystenscore liegt damit bei überdurchschnittlichen 65 %.

Unilever (WKN A0JMZB)

Währungen bremsen: Mit den Umsatzzahlen im dritten Quartal konnte Unilever nicht überzeugen. Zwar gab es bereinigt ein Plus von 3,8 %, Analysten hatten jedoch mit einem Anstieg um 4,3 % gerechnet. Gleichzeitig aber gaben zahlreiche Währungen gegenüber dem Euro nach. Unter dem Strich sank der unbereinigte Umsatz deshalb um 4,8 %.

Verschuldung gestiegen: Unilever kauft regelmäßig eigene Aktien zurück und andere Markenartikler auf. Die Verschuldung des Konzerns hat daher zuletzt deutlich zugenommen. Zum Ende des zweiten Quartals 2018 hatte Unilever einen Schuldenstand von 24,8 Milliarden Euro. Ende 2013 waren es nur 13,3 Milliarden Euro gewesen. Bei den aktuell günstigen Kreditkonditionen ist das wenig problematisch. Steigende Zinsen könnten die Bilanz jedoch belasten.

Hohe Bewertung: Die Aktie von Unilever gehört wegen der Stabilität der Umsätze und der Erträge zu den Bluechips im Euro STOXX. Das wird mit einer entsprechenden Bewertung honoriert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 21 – und damit deutlich über dem Durchschnitts-KGV des Euro STOXX 50.

Risiko Brexit: Erst im März hatte das Unternehmen angekündigt, sich aufgrund des Brexits vom Standort London zurückzuziehen und die Firmenzentrale komplett nach Rotterdam zu verlegen. Aber das stieß auf den Widerstand wichtiger Großaktionäre. Der doppelte Firmensitz bleibt also erhalten – mit entsprechenden Risiken im Falle eines ungeordneten Brexits.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 14.11.2018; Quelle: comdirect.de