Uber: Große Ambitionen – große Verluste

Uber Große Ambitionen – große Verluste

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Uber folgt dem Vorbild von Amazon, hat aber nach dem Börsengang im Frühjahr schwer zu kämpfen.

Uber strebt dem Beispiel von Amazon nach und will die Mobilitätsdienstleistungen weltweit revolutionieren. Die Umsätze des 2009 gegründeten Unternehmens ziehen zweistellig an. Die ersten Analystenstimmen nach dem Börsengang sind überwiegend positiv. Allerdings musste Uber im zweiten Quartal 2019 eklatante Verluste schreiben. Auch mittelfristig sind keine Gewinne in Sicht. Zahlreiche Streits mit Behörden, Mitarbeitern und Wettbewerbern sorgen für anhaltende Reputationsrisiken. Und die Aktie des Unternehmens liegt inzwischen deutlich unter dem Emissionspreis von 45 US‐Dollar.

Uber (WKN A2PHHG)

Weltweit auf dem Vormarsch: Uber verbindet Menschen über eine Smartphone‐App mit On‐Demand‐Angeboten. Aktuell ist das Unternehmen in mehr als 60 Ländern aktiv. Das wichtigste Uber‐Angebot ist der Fahrdienst, der vor allem in den USA etablierten Taxi‐Unternehmen zusetzt. Daneben ist Uber bisher vor allem bei der Essenslieferung und bei Fracht‐ und Kurierdiensten tätig.

Steigende Umsätze: Im zweiten Quartal 2019 stieg der Uber‐Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 % auf rund 3,2 Milliarden US‐Dollar. Insgesamt war das Plus nach einem Zuwachs von 20 % im ersten Quartal eher enttäuschend. Positiv überraschte jedoch das Geschäft mit der Essenszustellung. Die Erlöse bei Uber Eats zogen im Jahresvergleich um 72 % auf fast 600 Millionen US‐Dollar an.

Uber Everything: Uber‐Chef Dara Khosrowshahi will das Unternehmen von einem Fahrdienstleister zur führenden Mobilitätsplattform entwickeln. Die Taxidienste sollen das sein, was einst der Bücherverkauf für Amazon war – der Einstieg in eine marktbeherrschende Stellung bei Mobilitätsdiensten. Dazu gründete er Uber Eats, Uber Freight und kaufte 2018 den Elektroroller‐Anbieter Jump.

Analysten: Die Uber‐Aktie wird noch nicht von vielen internationalen Analysten gecovert. Im comdirect Analystenscore empfehlen zurzeit zwei Experten die Aktie als „Kauf“. Einer rät zum „Halten“, kein einziger zum „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore ist mit 67 % überdurchschnittlich gut, aber noch nicht wirklich repräsentativ.

Uber (WKN A2PHHG)

Aktuelle Verluste auf Rekordhöhe: Der Verlust von Uber betrug im zweiten Quartal 2019 5,2 Milliarden US‐Dollar bei einem Umsatz von 3,2 Milliarden US‐Dollar. Der größte Teil (3,9 Milliarden US‐Dollar) ging zwar auf Aktienoptionen für die Mitarbeiter zurück. Allerdings lag auch die Restsumme von 1,3 Milliarden US‐Dollar deutlich über dem Verlust vom ersten Quartal (1,0 Milliarden US‐Dollar).

Langfristiges Minus vorprogrammiert: Uber will bis 2021 die Verluste eindämmen. Aber das Erreichen der Gewinnzone ist eine Wette auf eine sehr ungewisse Zukunft. Uber‐Chef Khosrowshahi erklärte 2018, wer eine absehbar profitable Firma wolle, solle lieber eine Bank kaufen. Auch im Börsenprospekt warnte Uber: „Möglicherweise erreichen wir in der absehbaren Zukunft keine Profitabilität.“

Reputation: Die rasante Expansion von Uber hat in den vergangenen Jahren für viele Konflikte gesorgt. Immer wieder gerät Uber wegen aggressiver Methoden in Streit mit Behörden oder Wettbewerbern. In Deutschland dürfen bisher keine Fahrten von Privatpersonen vermittelt werden. Auch die Mitarbeiter sind selten zufrieden. Uber‐Fahrer protestierten vor dem Börsengang wegen ihrer Arbeitsbedingungen.

Schwache Börsenperformance: Schon beim Börsengang im Frühjahr bewegte sich der Ausgabepreis der Uber‐Aktien (45 US‐Dollar) am unteren Ende der ursprünglich anvisierten Preisspanne. Das entsprach einer Marktkapitalisierung von über 80 Milliarden US‐Dollar. Anleger zweifeln dennoch zusehends an Uber. Zuletzt lag der Kurs um rund 30 % unter dem Ausgabepreis.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert, und das Ergebnis wird durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 16.10.2019; Quelle: comdirect.de