Uber: Große Ambitionen – große Verluste

Uber Große Ambitionen – große Verluste

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Uber folgt dem Vor­bild von Ama­zon, hat aber nach dem Bör­sen­gang im Früh­jahr schwer zu kämp­fen.

Uber strebt dem Bei­spiel von Ama­zon nach und will die Mobi­li­täts­dienst­leis­tun­gen welt­weit revo­lu­tio­nie­ren. Die Umsät­ze des 2009 gegrün­de­ten Unter­neh­mens zie­hen zwei­stel­lig an. Die ers­ten Ana­lys­ten­stim­men nach dem Bör­sen­gang sind über­wie­gend posi­tiv. Aller­dings muss­te Uber im zwei­ten Quar­tal 2019 ekla­tan­te Ver­lus­te schrei­ben. Auch mit­tel­fris­tig sind kei­ne Gewin­ne in Sicht. Zahl­rei­che Streits mit Behör­den, Mit­ar­bei­tern und Wett­be­wer­bern sor­gen für anhal­ten­de Repu­ta­ti­ons­ri­si­ken. Und die Aktie des Unter­neh­mens liegt inzwi­schen deut­lich unter dem Emis­si­ons­preis von 45 US-Dol­lar.

Uber (WKN A2PHHG)

Welt­weit auf dem Vor­marsch: Uber ver­bin­det Men­schen über eine Smart­pho­ne-App mit On-Demand-Ange­bo­ten. Aktu­ell ist das Unter­neh­men in mehr als 60 Län­dern aktiv. Das wich­tigs­te Uber-Ange­bot ist der Fahr­dienst, der vor allem in den USA eta­blier­ten Taxi-Unter­neh­men zusetzt. Dane­ben ist Uber bis­her vor allem bei der Essens­lie­fe­rung und bei Fracht- und Kurier­diens­ten tätig.

Stei­gen­de Umsät­ze: Im zwei­ten Quar­tal 2019 stieg der Uber-Umsatz gegen­über dem Vor­jah­res­quar­tal um 14 % auf rund 3,2 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Ins­ge­samt war das Plus nach einem Zuwachs von 20 % im ers­ten Quar­tal eher ent­täu­schend. Posi­tiv über­rasch­te jedoch das Geschäft mit der Essens­zu­stel­lung. Die Erlö­se bei Uber Eats zogen im Jah­res­ver­gleich um 72 % auf fast 600 Mil­lio­nen US-Dol­lar an.

Uber Ever­ything: Uber-Chef Dara Khos­row­shahi will das Unter­neh­men von einem Fahr­dienst­leis­ter zur füh­ren­den Mobi­li­täts­platt­form ent­wi­ckeln. Die Taxi­diens­te sol­len das sein, was einst der Bücher­ver­kauf für Ama­zon war – der Ein­stieg in eine markt­be­herr­schen­de Stel­lung bei Mobi­li­täts­diens­ten. Dazu grün­de­te er Uber Eats, Uber Freight und kauf­te 2018 den Elek­trorol­ler-Anbie­ter Jump.

Ana­lys­ten: Die Uber-Aktie wird noch nicht von vie­len inter­na­tio­na­len Ana­lys­ten geco­vert. Im com­di­rect Ana­lys­tens­core emp­feh­len zur­zeit zwei Exper­ten die Aktie als „Kauf“. Einer rät zum „Hal­ten“, kein ein­zi­ger zum „Ver­kauf“. Der com­di­rect Ana­lys­tens­core ist mit 67 % über­durch­schnitt­lich gut, aber noch nicht wirk­lich reprä­sen­ta­tiv.

Uber (WKN A2PHHG)

Aktu­el­le Ver­lus­te auf Rekord­hö­he: Der Ver­lust von Uber betrug im zwei­ten Quar­tal 2019 5,2 Mil­li­ar­den US-Dol­lar bei einem Umsatz von 3,2 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Der größ­te Teil (3,9 Mil­li­ar­den US-Dol­lar) ging zwar auf Akti­en­op­tio­nen für die Mit­ar­bei­ter zurück. Aller­dings lag auch die Rest­sum­me von 1,3 Mil­li­ar­den US-Dol­lar deut­lich über dem Ver­lust vom ers­ten Quar­tal (1,0 Mil­li­ar­den US-Dol­lar).

Lang­fris­ti­ges Minus vor­pro­gram­miert: Uber will bis 2021 die Ver­lus­te ein­däm­men. Aber das Errei­chen der Gewinn­zo­ne ist eine Wet­te auf eine sehr unge­wis­se Zukunft. Uber-Chef Khos­row­shahi erklär­te 2018, wer eine abseh­bar pro­fi­ta­ble Fir­ma wol­le, sol­le lie­ber eine Bank kau­fen. Auch im Bör­sen­pro­spekt warn­te Uber: „Mög­li­cher­wei­se errei­chen wir in der abseh­ba­ren Zukunft kei­ne Pro­fi­ta­bi­li­tät.“

Repu­ta­ti­on: Die rasan­te Expan­si­on von Uber hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren für vie­le Kon­flik­te gesorgt. Immer wie­der gerät Uber wegen aggres­si­ver Metho­den in Streit mit Behör­den oder Wett­be­wer­bern. In Deutsch­land dür­fen bis­her kei­ne Fahr­ten von Pri­vat­per­so­nen ver­mit­telt wer­den. Auch die Mit­ar­bei­ter sind sel­ten zufrie­den. Uber-Fah­rer pro­tes­tier­ten vor dem Bör­sen­gang wegen ihrer Arbeits­be­din­gun­gen.

Schwa­che Bör­sen­per­for­mance: Schon beim Bör­sen­gang im Früh­jahr beweg­te sich der Aus­ga­be­preis der Uber-Akti­en (45 US-Dol­lar) am unte­ren Ende der ursprüng­lich anvi­sier­ten Preis­span­ne. Das ent­sprach einer Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung von über 80 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Anle­ger zwei­feln den­noch zuse­hends an Uber. Zuletzt rutsch­te der Kurs um rund ein Vier­tel unter den Aus­ga­be­preis.

Akti­en unter­lie­gen Kurs­schwan­kun­gen; damit sind Kurs­ver­lus­te mög­lich. Bei Wert­pa­pie­ren, die nicht in Euro notie­ren, sind zudem Wäh­rungs­ver­lus­te mög­lich. Die frü­he­re Wert­ent­wick­lung ist kein ver­läss­li­cher Indi­ka­tor für die zukünf­ti­ge Wert­ent­wick­lung. Die Aus­wahl der Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te dient aus­schließ­lich Infor­ma­ti­ons­zwe­cken und stellt kein Ange­bot, kei­ne Auf­for­de­rung oder Emp­feh­lung zum Kauf oder Ver­kauf von Finanz­in­stru­men­ten dar. Sie soll ledig­lich Ihre selbst­stän­di­ge Anla­ge­ent­schei­dung erleich­tern und ersetzt kei­ne anle­ger- und anla­ge­ge­rech­te Bera­tung. Der com­di­rect Ana­lys­tens­core berech­net sich aus der Gesamt­zahl der Ana­lys­ten, die die­se Aktie bewer­ten. Die nega­ti­ven Ein­schät­zun­gen (Ver­kau­fen) wer­den von den posi­ti­ven (Kau­fen) sub­tra­hiert, und das Ergeb­nis wird durch die Gesamt­zahl aller Ein­schät­zun­gen (Kau­fen, Hal­ten, Ver­kau­fen) divi­diert. Die­se Zahl wird mit 100 mul­ti­pli­ziert, um den Pro­zent­wert dar­zu­stel­len. Die hier dar­ge­stell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen zur Gewähr­leis­tung der Unvor­ein­ge­nom­men­heit einer Anla­ge­emp­feh­lung oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lung. Die Dar­stel­lung gibt nicht die Mei­nung von com­di­rect wie­der. Dar­über hin­aus unter­lie­gen die dar­ge­stell­ten Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te kei­nem Ver­bot des Han­dels vor der Ver­öf­fent­li­chung von Anla­ge- oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lun­gen. Stand: 18.09.2019; Quel­le: comdirect.de