Strategie
Verluste in Gewinne wandeln

Gewinne im Abwärt­strend? Capped Reverse Bonus-Zer­ti­fikate machen es möglich. Wie die Papiere funk­tion­ieren.

Unsicher­heit­en und Belas­tun­gen, wohin man schaut: In Deutsch­land dro­ht die Regierungskoali­tion zu zer­brechen, Europa scheint weit­er auseinan­derzurück­en und mit den USA beste­hen mas­sive Han­delsstre­it­igkeit­en. Sollte sich der Kon­flikt mit US-Präsi­dent Trump aus­dehnen, dürfte dies sig­nifikante Ver­luste am deutschen Aktien­markt zur Folge haben. Prof­i­tieren wür­den hier­von in jedem Fall Besitzer von Capped Reverse Bonus-Zer­ti­fikat­en.

Auf den Kopf gestellt

Wie es ihr Name bere­its erah­nen lässt, funk­tion­ieren diese Papiere wie herkömm­liche Capped Bonus-Zer­ti­fikate – nur eben genau umgekehrt. So liegt die Sicher­heits­bar­riere bei ihnen zum Emis­sion­szeit­punkt deut­lich über dem Kurs des Basiswertes. Wird sie während der Laufzeit zu keinem Zeit­punkt ver­let­zt, bekom­men Anleger bei Fäl­ligkeit min­destens den Bonus­be­trag aus­gezahlt. Andern­falls, bzw. falls dies für den Anleger gün­stiger sein sollte, ori­en­tiert sich der Rück­zahlungswert an der prozen­tualen Werten­wick­lung des Under­ly­ings mit umgekehrtem Vorze­ichen. Was sich zunächst kom­pliziert anhört, lässt sich an einem konkreten Beispiel verdeut­lichen:

Steigt der Deutsche Aktienin­dex (DAX) bis zum 21.12. dieses Jahres zu keinem Zeit­punkt auf oder über die Marke von 14.300 Punk­ten, was aus heutiger Sicht Zugewin­nen von 12,2 % entspräche, erhal­ten Besitzer des Reverse Capped Bonus-Zer­ti­fikats mit der Wert­pa­pierkennnum­mer DD62FV Ende Dezem­ber einen Betrag in Höhe von 95 Euro (Bonus­be­trag) aus­gezahlt. Beim aktuellen Briefkurs von 83,19 Euro entspräche dies ein­er Ren­dite von 14,1 % (26,3 % per annum). Wird die Bar­riere von 14.300 Zäh­lern während der Laufzeit allerd­ings berührt oder über­schrit­ten, erlis­cht das Recht auf die Bonuszahlung. Der Rück­zahlungswert ori­en­tiert sich dann an der Dif­ferenz zwis­chen dem zweifachen Basis­preis, dem soge­nan­nten Reverse-Kurs, und dem DAX-Wert bei Fäl­ligkeit. Bei einem Basis­preis von hier 7.500 Punk­ten hat die Ver­let­zung der Bar­riere damit in der Regel fast den Totalver­lust des einge­set­zten Kap­i­tals zur Folge. Notiert der Index am Ver­fall­t­ag des besagten Capped Reverse Bonus-Zer­ti­fikats beispiel­sweise bei exakt 14.300 Punk­ten, ergäbe sich nur noch ein Rück­zahlungswert von 7 Euro [(2*7.500–14.300)/100=7].

Nicht zu viel riskieren oder strategisch investieren

Aus diesem Grund soll­ten poten­zielle Inter­essen­ten bei der Wahl der Pro­duk­te auch keineswegs zu aggres­siv vorge­hen, son­dern den Abstand zwis­chen der Bar­riere und dem aktuellen Kurs des Under­ly­ings eher etwas großzügiger wählen. Dabei müssen die bei einem Bar­ri­ere­bruch entste­hen­den Ver­luste übri­gens nicht unbe­d­ingt als Grund zum Ärg­ern ange­se­hen wer­den. Da sich die Preise von Capped Reverse Bonus-Zer­ti­fikat­en in aller Regel kon­trär zu den meis­ten Aktienkursen entwick­eln, wird sich der deut­lich größere Teil des Depotver­mö­gens in diesem Fall aller Wahrschein­lichkeit nach näm­lich prächtig entwick­elt haben. Insofern kann dieser Zer­ti­fikate­typ dur­chaus auch als tak­tis­ches Invest­ment einge­set­zt wer­den und bei über­schaubar­er Gewich­tung einen wertvollen Beitrag zur Sta­bil­isierung eines bre­it diver­si­fizierten Aktien­de­pots leis­ten.

Capped Reverse Bonus-Zer­ti­fikate unter­liegen Kurss­chwankun­gen. Damit sind Kursver­luste bis hin zum Totalver­lust des einge­set­zten Kap­i­tals möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Bei Capped Reverse Bonus-Zer­ti­fikat­en beste­ht als Schuld­ver­schrei­bung zudem ein Emit­ten­ten­risiko. Bei Zahlung­sun­fähigkeit des Emit­ten­ten kön­nen Ver­luste bis hin zum Totalver­lust ein­treten. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Quelle: comdirect.de; Stand: 20.06.2018.