Reverse Bonus_Verluste in Gewinne wandeln

Strategie Verluste in Gewinne wandeln

Gewinne im Abwärtstrend? Capped Reverse Bonus-Zertifikate machen es möglich. Wie die Papiere funktionieren.

Unsicherheiten und Belastungen, wohin man schaut: In Deutschland ist die Regierungskoalition heillos zerstritten, Europa scheint weiter auseinanderzurücken und mit den USA bestehen massive Handelsstreitigkeiten. Sollte sich der Konflikt mit US-Präsident Trump ausdehnen, dürfte dies weitere signifikante Verluste am deutschen Aktienmarkt zur Folge haben. Profitieren würden hiervon in jedem Fall Besitzer von Capped Reverse Bonus-Zertifikaten.

Auf den Kopf gestellt

Wie es ihr Name bereits erahnen lässt, funktionieren diese Papiere wie herkömmliche Capped Bonus-Zertifikate – nur eben genau umgekehrt. So liegt die Sicherheitsbarriere bei ihnen zum Emissionszeitpunkt deutlich über dem Kurs des Basiswertes. Wird sie während der Laufzeit zu keinem Zeitpunkt verletzt, bekommen Anleger bei Fälligkeit mindestens den Bonusbetrag ausgezahlt. Andernfalls, bzw. falls dies für den Anleger günstiger sein sollte, orientiert sich der Rückzahlungswert an der prozentualen Wertenwicklung des Underlyings mit umgekehrtem Vorzeichen. Was sich zunächst kompliziert anhört, lässt sich an einem konkreten Beispiel verdeutlichen:

Steigt der Deutsche Aktienindex (DAX) bis zum 20.12. dieses Jahres zu keinem Zeitpunkt auf oder über die Marke von 13.800 Punkten, was aus heutiger Sicht Zugewinnen von gut 9 % entspräche, erhalten Besitzer des Reverse Capped Bonus-Zertifikats mit der Wertpapierkennnummer DS2D0Z Ende Dezember einen Betrag in Höhe von 85 Euro (Bonusbetrag) ausgezahlt. Beim aktuellen Briefkurs von 72,40 Euro entspräche dies einer Rendite von 17 % (40,57 % per annum). Wird die Barriere von 13.800 Zählern während der Laufzeit allerdings berührt oder überschritten, erlischt das Recht auf die Bonuszahlung. Der Rückzahlungswert orientiert sich dann an der Differenz zwischen dem zweifachen Basispreis, dem sogenannten Reverse-Kurs, und dem DAX-Wert bei Fälligkeit. Bei einem Basispreis von hier 7.500 Punkten hat die Verletzung der Barriere damit in der Regel fast den Totalverlust des eingesetzten Kapitals zur Folge. Notiert der Index am Verfalltag des besagten Capped Reverse Bonus-Zertifikats beispielsweise bei exakt 14.000 Punkten, ergäbe sich nur noch ein Rückzahlungswert von 10 Euro [(2*7.500–14.000)/100=10].

Nicht zu viel riskieren oder strategisch investieren

Aus diesem Grund sollten potenzielle Interessenten bei der Wahl der Produkte auch keineswegs zu aggressiv vorgehen, sondern den Abstand zwischen der Barriere und dem aktuellen Kurs des Underlyings eher etwas großzügiger wählen. Dabei müssen die bei einem Barrierebruch entstehenden Verluste übrigens nicht unbedingt als Grund zum Ärgern angesehen werden. Da sich die Preise von Capped Reverse Bonus-Zertifikaten in aller Regel konträr zu den meisten Aktienkursen entwickeln, wird sich der deutlich größere Teil des Depotvermögens in diesem Fall aller Wahrscheinlichkeit nach nämlich prächtig entwickelt haben. Insofern kann dieser Zertifikatetyp durchaus auch als taktisches Investment eingesetzt werden und bei überschaubarer Gewichtung einen wertvollen Beitrag zur Stabilisierung eines breit diversifizierten Aktiendepots leisten.

Capped Reverse Bonus-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Capped Reverse Bonus-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Quelle: comdirect.de; Stand: 25.07.2018.