Siemens: Gelungene Ausgliederung

Siemens Gelungene Ausgliederung

Der Börsengang von Siemens Healthineers war ein Erfolg für den Münchner Konzern. Allerdings stagnierte zuletzt das operative Geschäft.

Siemens ist trotz des Abschieds von den Haushaltsgeräten und der Ausgliederung der Medizinsparte breit aufgestellt. Der Börsengang von Siemens Healtineers war ein Erfolg. Siemens gehört seit Langem zu den stabilsten Dividendenzahlern im DAX. Auch von den Analysten wird das Unternehmen aktuell hochgeschätzt. Allerdings stagnierte zuletzt der Umsatz, und der Gewinn sank um 8 %. Die konventionelle Kraftwerkssparte macht ebenso Sorgen wie das Wachstumsgeschäft mit erneuerbaren Energien. Zudem ist Siemens relativ hoch bewertet und anfällig für Störungen des internationalen Investitionsklimas durch Handelsbeschränkungen oder kriegerische Auseinandersetzungen.

Siemens (WKN 723610)

Breit aufgestellt: Auch nach dem Rückzug aus der Sparte Haushaltsgeräte und dem Börsengang der Medizintechnik ist Siemens breit aufgestellt und gehört zu den Weltmarktführern bei Elektronik und Elektrotechnik. Schwerpunkte sind Produkte und Dienstleistungen für Produktion und Transportwesen, Gebäudetechnik und Energieindustrie.

Gelungener Börsengang: Siemens nahm durch den erfolgreichen Börsengang der Gesundheitssparte Siemens Healthineers im März dieses Jahres 4,2 Milliarden Euro ein. Die Aktie hat sich seit der Emission bei 28 Euro gut entwickelt. Konzernmutter Siemens hält weiterhin 85 % der Aktien – allein diese Beteiligung ist über 30 Milliarden Euro wert.

Hohe Ausschüttungen: Siemens gehört zu den zuverlässigsten Dividendenzahlern im DAX. Zur Hauptversammlung im Januar schüttete der Konzern 3,70 Euro je Aktie aus, zehn Cent mehr als im Vorjahr. Die Dividendenrendite beträgt aktuell rund 3,4 % und liegt damit wie gewohnt über dem DAX-Durchschnitt.

Zuversichtliche Analysten: Siemens gehört bei den Experten zu den am höchsten geschätzten DAX-Werten. 12 von 19 Analysten empfehlen zurzeit die Aktie als „Kauf“, fünf setzen das Papier auf „Halten“, zwei auf „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei weit überdurchschnittlichen 53 %.

Siemens (WKN 723610)

Sinkende Umsätze: Der starke Euro belastet das Geschäft. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres (zum 30. Juni) blieben die Umsätze mit 20,5 Milliarden Euro um 4 % unter dem Vorjahresniveau. Bei unveränderten Wechselkursen notierte er nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Steuern und Personalkosten belasten: Operativ konnte Siemens im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr den Gewinn zwar um 2 % auf 2,2 Milliarden Euro steigern. Unter dem Strich verdiente Siemens dagegen mit 1,2 Milliarden Euro 14 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Gründe waren vor allem höhere Steuern sowie Kosten für den Personalabbau bei den Töchtern Siemens Gamesa und Siemens Healthineers.

Probleme bei der konventionellen Energieerzeugung: Das Ergebnis der Kraftwerkssparte Power & Gas brach um 56 % auf 170 Millionen Euro ein. Die Ergebnismarge sank von über 10 % 9,7 % auf nur noch 5,4 %. Hoffnung auf schnelle Erholung gibt es wenig, weil die globalen Energietrends weiterhin strukturell die Nachfrage an den Märkten dämpfen.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 15.08.2018; Quelle: comdirect.de