Siemens: Befreiung von Kraftwerken

Siemens Befreiung von Kraftwerken

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Siemens will nach der Medi­zinsparte auch die Kraftwerke aus­gliedern. Ana­lysten und Anlegern gefällt das.

Siemens konzen­tri­ert sich auf das hoch­prof­itable Geschäft. Nach den Haushalts­geräten und der Medi­zinsparte sollen jet­zt auch die Kraftwerke aus­gegliedert wer­den. Das zweite Quar­tal des Geschäft­s­jahres 2018/2019 (zum 31.3.) brachte Umsatzsteigerun­gen und einen hohen Auf­trags­be­stand. Siemens gehört zu den sta­bil­sten Div­i­den­den­werten im DAX und wird von den Ana­lysten pos­i­tiv bew­ertet. Allerd­ings belas­ten bis zum näch­sten Jahr die kon­ven­tionellen Kraftwerke weit­er­hin die Bilanz. Der Aus­blick für das laufende Geschäft­s­jahr beruht auf opti­mistis­chen Annah­men. Das Veto der EU-Kom­mis­sion gegen die Fusion mit dem Zuggeschäft des franzö­sis­chen Konkur­renten Alstom bremst den Münch­n­er Konz­ern. Zudem ist Siemens rel­a­tiv hoch bew­ertet und anfäl­lig für Störun­gen des inter­na­tionalen Investi­tion­skli­mas.

Siemens (WKN 723610)

Konzen­tra­tion aufs Kerngeschäft: Nach der Aus­gliederung der Haushalts­geräte und der Medi­zinsparte hat Siemens im Mai die Abspal­tung der Energies­parte angekündigt. Im Rah­men eines Spin-offs will Siemens die kränkel­nde Tra­di­tion­ss­parte Gas and Pow­er gemein­sam mit dem Siemens-Anteil an Siemens Game­sa Renew­able Ener­gy an die Börse brin­gen.

Gute Geschäft­sen­twick­lung: Im zweit­en Quar­tal des Geschäft­s­jahres 2018/2019 legte Siemens auch dank pos­i­tiv­er Währungsef­fek­te gute Zahlen vor: Der Auf­trag­sein­gang stieg um 6 % auf 23,6 Mil­liar­den Euro, die Umsätze legten um 4 % auf 20,9 Mil­liar­den Euro zu. Der Auf­trags­be­stand erre­ichte mit 142 Mil­liar­den Euro einen neuen Reko­rd­w­ert.

Hohe Auss­chüt­tun­gen: Siemens liefert äußerst regelmäßig Div­i­dende. Zur Hauptver­samm­lung im Jan­u­ar dieses Jahres schüt­tete der Konz­ern 3,80 Euro je Aktie aus, zehn Cent mehr als im Vor­jahr. Die Div­i­den­den­ren­dite beträgt aktuell rund 3,9 % und liegt damit leicht über dem DAX-Durch­schnitt.

Zuver­sichtliche Experten: Siemens gehört bei den Ana­lysten weit­er­hin zu den DAX-Favoriten. 14 von 21 Experten empfehlen zurzeit die Aktie als „Kauf“, sechs set­zen auf „Hal­ten“, nur ein einziger neigt zum „Verkauf“. Der comdi­rect Ana­lysten­score liegt damit bei über­durch­schnit­tlichen 62 %.

Siemens (WKN 723610)

Kraftwerks­geschäft bremst: Der Börsen­gang der Kraftwerke soll bis Sep­tem­ber 2020 erfol­gen. Bis dahin las­ten sie noch auf der Bilanz. Die Umsätze bei der kon­ven­tionellen Sparte Gas and Pow­er sanken im zweit­en Quar­tal um 4 % auf 2,8 Mil­liar­den Euro. Auch das Ergeb­nis bei Siemens Game­sa Renew­able Ener­gy überzeugte nur teil­weise: Starken Umsatz­zuwäch­sen in Europa standen Umsatzrück­gänge in zahlre­ichen anderen Regio­nen gegenüber.

Aus­blick unsich­er: Siemens erwartet für das Geschäft­s­jahr 2018/2019 nur ein mod­er­ates Umsatzwach­s­tum. Der bere­inigte Gewinn pro Aktie soll von 6,01 Euro auf min­destens 6,30 Euro zule­gen. Allerd­ings set­zt der Konz­ern dabei voraus, dass das Mark­tum­feld weit­er­hin gün­stig ist und die geopoli­tis­chen Unsicher­heit­en begren­zt bleiben. Das ist mit Blick auf die weltweite Kon­junk­turabküh­lung, auf Brex­it und Han­delsstre­it recht opti­mistisch.

Fehlende Lösung für die Bahnsparte: Das Zuggeschäft von Siemens sollte eigentlich schon längst aus­gegliedert sein. Aber das Veto der EU-Kom­mis­sion gegen die Fusion mit dem Zuggeschäft des franzö­sis­chen Konkur­renten Alstom machte die Pla­nun­gen von Siemens-Chef Joe Kaeser zunichte. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Rel­a­tiv hohe Bew­er­tung: Siemens ist aktuell trotz lah­mender Weltwirtschaft mit einem Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis 2019 von über 14,5 für das Jahr 2019 deut­lich höher bew­ertet als der DAX-Durch­schnitt. Als Aus­rüster und angesichts der Abhängigkeit von Großaufträ­gen ist der Konz­ern poli­tis­chen Quere­len und Han­del­skriegen beson­ders stark aus­ge­set­zt.

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