SAP: Erstmals eine DAX Chefin

SAP Erstmals eine DAX-Chefin

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

SAP steigert Umsatz und Gewinn deutlich und wächst vor allem in der Cloud.

SAP hat zwei Besonderheiten. Zum einen ist die Software‐Schmiede das mit Abstand am höchsten bewertete Unternehmen in Deutschland. Zum anderen wird SAP als erstes DAX‐Unternehmen von einer Frau geleitet. Die neue Chefin Jennifer Morgan dürfte das Cloud‐Geschäft noch stärker vorantreiben. Umsatz und Gewinn stiegen im dritten Quartal deutlich an. Bei den Analysten gehört SAP weiterhin zu den beliebtesten DAX‐Werten. Allerdings konnte das Asiengeschäft mit dem allgemeinen Umsatzwachstum nicht mithalten. Die Aktie ist im DAX‐Vergleich hoch bewertet und die Dividendenrendite liegt unter dem Durchschnitt. Auch die Entwicklung des operativen Cashflows blieb zuletzt aufgrund mehrerer Belastungsfaktoren hinter den Erwartungen zurück.

SAP (WKN 716460)

Breite Unternehmensaufstellung: SAP gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Unternehmenssoftware und ist das DAX‐Unternehmen mit der bei Weitem höchsten Marktkapitalisierung. Das Basisgeschäft dreht sich weiterhin um Software, Lizenzen und Service. Der Sektor mit Mietsoftware aus dem Internet (Cloud) wächst stürmisch. Dafür hat SAP in den vergangenen Jahren stark in Zukäufe investiert.

Neue Vorstandschefin: Im Oktober hat die bisherige Cloud‐Chefin Jennifer Morgan den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Bill McDermott abgelöst und leitet gemeinsam mit dem bisherigen Produktvorstand Christian Klein als erste Frau einen DAX‐Konzern. Für das traditionell starke vierte Quartal werden neue Rekordzahlen erwartet, auch aus der Cloud.

Gute Quartalszahlen: Der Umsatz von SAP kletterte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 % auf 6,8 Milliarden Euro, die Cloud‐Sparte legte auch dank einer Kooperation mit Microsoft sogar um 37 % zu. Unter dem Strich steigerte SAP seinen Gewinn im Zeitraum zwischen Juli und September um 30 % auf 1,26 Milliarden Euro.

Positiv gestimmte Experten: Die Analysten sind weiterhin mehrheitlich von der SAP‐Aktie angetan. Von 22 Urteilen lauten mit 14 zwei Drittel auf „Kauf“. Sieben plädieren für „Halten“, kein einziger Experte spricht sich zurzeit für einen Verkauf aus. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei überdurchschnittlich guten 67 %.

SAP (WKN 716460)

Schwächere Entwicklung in Asien: Während die Geschäfte in Europa und den USA im dritten Quartal überdurchschnittlich gut liefen, entwickelten sich die Umsätze in der Region Asien‐Pazifik‐Japan schwächer. Nur dank eines Umsatzsprungs um mehr als ein Drittel bei den Cloud‐Erlösen konnte SAP in dieser Region ein währungsbereinigtes Gesamtplus von 5 % erzielen.

Hoch bewertet: Der Aktienkurs des Walldorfer Software‐Konzerns entwickelte sich in den vergangenen Jahren im Durchschnitt stärker als der Gewinn. SAP ist mit einem Börsenwert von 151 Milliarden Euro das teuerste Unternehmen im DAX. Mit einem Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2019 von gut 24 ist SAP aber auch höher bewertet als die meisten Konkurrenten.

Magere Dividende: SAP hat in den vergangenen Jahren die Ausschüttungen zwar Zug um Zug gesteigert. Aber mit der Performance der Aktie konnte die Dividendenentwicklung bei Weitem nicht mithalten. Die Dividendenrendite beträgt rund 1,3 %. SAP liegt damit in der unteren Hälfte der DAX‐Werte. Mit Aktienrückkäufen könnte dieser Wert in naher Zukunft verbessert werden.

Außergewöhnliche Belastungen: Der operative Cashflow entwickelte sich im dritten Quartal zwar deutlich besser als im ersten Halbjahr. Insgesamt bleibt der Cashflow der ersten neun Monate aber mit 3,3 Milliarden Euro um 5 % hinter dem Vorjahreswert zurück. Verantwortlich dafür waren höhere Auszahlungen aus anteilsbasierten Vergütungen, Aufwendungen für Restrukturierung und höhere Steuern.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 13.11.2019; Quelle: comdirect.de.