Ein Mikrofon vor der amerikanischen Flagge

Kurzinterview Ruhe bewahren!

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Special zur US‐Wahl

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Drei Fragen an USA‐Kenner Thomas Grüner, Gründer und Chief Investment Officer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments

Donald Trump wird neuer Präsident – was bedeutet das für Anleger? 3 Fragen an den USA‐Kenner Thomas Grüner, Gründer und Chief Investment Officer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments.

1. Drohen jetzt turbulente Börsen?

Turbulenzen sind sicher – der US‐Dollar und die Börsen weltweit haben bereits in der Nacht mit Abschlägen reagiert. Als Blaupause haben wir den Brexit, der die Märkte im Juni kurzzeitig in Schockstarre versetzte. Wie lange die Turbulenzen nach der US‐Wahl anhalten werden, dürfte vor allem vom Verhalten Donald Trumps abhängen. Ich erwarte, dass er seinen Größenwahn tendenziell einkassiert und zum Staatsmann avanciert. Falls er jedoch in seinem Kampfmodus verharrt, dürften wir länger unsichere Zeiten sehen. Allerdings wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auch wenn die Republikaner jetzt die US‐Politik dominieren, wird Trump viele seiner Pläne gar nicht durchbekommen können, weil die Mitglieder der eigenen Partei allzu waghalsigen Plänen nicht folgen werden.

2. Welche Auswirkungen hat der Wahlausgang für Europa

Es rächt sich nun, dass die Europäer sich in Sachen Verteidigung in der Vergangenheit auf die Amerikaner verlassen haben – Trump hat angekündigt, Europa hier deutlich stärker zur Kasse zu bitten. Dass Trump stark protektionistische Positionen vertreten und Handelszölle erheben wird, glaube ich nicht. Dafür ist er zu sehr Unternehmer. Ich gehe davon aus, dass er zudem fachkundige Berater um sich scharen wird, die allzu protektionistische Maßnahmen abblocken werden.

3. Was raten Sie Anlegern?

Ruhe bewahren! Die Erwartungshaltung könnte negativer nicht sein. Aber die USA werden auch mit einem Präsidenten Donald Trump nicht untergehen. Historisch betrachtet hat sich gezeigt, dass Krisen meist gute Kaufgelegenheiten sind. Langfristig orientierte Anleger können die Korrekturen nutzen, um sich günstig in den USA zu positionieren. Amerika ist weltweit der wichtigste Anlagemarkt, kein ausgewogener Investor kommt auf Dauer an den USA vorbei. Ich glaube zudem nicht, dass wir eine lang andauernde Krise sehen werden.