Royal Dutch Shell: Dividendenchampion mit Problemen

Royal Dutch Shell Dividendenchampion mit Problemen

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Umsatz und Gewinn des Energieriesen gingen zuletzt aufgrund sinkender Preise zurück. Die Analysten bleiben dennoch optimistisch.

Der Energieriese Royal Dutch Shell ist eines der größten Öl‐ und Gasunternehmen der Welt. Im dritten Quartal 2019 konnte in einem schwierigen Umfeld vor allem das Gasgeschäft überzeugen. Mit konstant hohen Ausschüttungen befindet sich Royal Dutch weiterhin in der Spitzengruppe der europäischen Dividendenzahler. Bei den Analysten ist die Aktie beliebt. Allerdings hat der Konzern mit Gewinnrückgängen durch sinkende Rohstoffpreise zu kämpfen. Es ist fraglich, ob das Aktienrückkaufprogramm im geplanten Zeitrahmen abgeschlossen werden kann. Das Umfeld für Öl und Ölproduktion ist aktuell nicht günstig. Und die Aktie ist gemessen an den historischen Werten und anderen Energieunternehmen im STOXX 50 recht hoch bewertet.

Royal Dutch Shell (WKN A0D94M)

Breit aufgestellt: Royal Dutch Shell gehört zu den umsatzstärksten Unternehmen der Welt. Der Energieriese ist an Explorations‐ und Förderprojekten in rund 70 Ländern beteiligt und einer der weltweit größten Vertreiber von Kraft‐ und Schmierstoffen sowie Petrochemie für Industriekunden. Mit dem Zukauf der BG Group im Jahr 2016 wurde das Gassegment weiter verstärkt.

Gas glänzt in schwierigem Umfeld: Bei insgesamt sinkenden Umsatz‐ und Gewinnzahlen profitiert Royal Dutch von einem starken Gasgeschäft, bei dem der Gewinn mit 2,67 Milliarden Euro um gut 15 % über dem Vorjahresquartal lag. Neben der Gassparte beurteilten Analysten auch die Ergebnisse im Vertriebs‐ und Raffineriegeschäft positiv.

Hohe Ausschüttungen: Royal Dutch Shell gehört seit Jahren zu den dividendenstärksten Werten im STOXX 50. Die Dividende wird traditionell vierteljährlich ausgezahlt. Für das dritte Quartal 2019 beträgt sie wie im Vorjahr 47 Cent, die Dividendenrendite liegt damit bei überdurchschnittlichen 6,7 %. Als Zeichen der Stärke wird sie jetzt auch wieder cash ausgezahlt, zuvor gab es einige Male Unternehmensanteile.

Optimistische Experten: Der Energiekonzern ist bei den Analysten zurzeit gut angesehen: Von elf Experten raten aktuell sieben zum Kauf; vier empfehlen „Halten“, kein einziger hat die Aktie auf „Verkaufen“ gestellt. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 64 % und weit über dem Durchschnitt des FTSE 100. Allerdings werden der britische Konkurrent BP und die französische Total noch besser eingeschätzt.

Royal Dutch Shell (WKN A0D94M)

Geringerer Gewinn: Unter dem Strich blieb im dritten Quartal ein um Sondereffekte wie etwa Verkäufe von Unternehmensanteilen bereinigter Gewinn von 4,77 Milliarden US‐Dollar. Das waren 15 % weniger als ein Jahr zuvor. Analysten hatten allerdings noch schlechtere Zahlen erwartet. Denn die Marktpreise für Öl, Gas und LNG lagen im dritten Quartal teilweise deutlich unter den Vorjahreswerten.

Unsicherheit beim Aktienrückkauf: Das Aktienrückkaufprogramm will Shell‐Chef Ben van Beurden weiter vorantreiben. Allerdings warnte er bei der Verkündung der Quartalsergebnisse vor Unsicherheiten durch die schwache Konjunktur und niedrige Energiepreise. Deshalb sei nicht sicher, ob der Zeitplan eingehalten und das Aktienrückkaufprogramm wie vorgesehen 2020 abgeschlossen werden könne.

Schlechte Konjunktur für Öl: Die Ölindustrie steht unter Druck. Für das kommende Jahr erwartet Goldman Sachs allenfalls stagnierende Ölpreise um 60 Dollar pro Barrel. Zudem drohen stärkere Umweltauflagen. Deutschland etwa drängt den Shell‐Konzern, ausgediente Ölplattformen in der Nordsee und im Nordostatlantik auf eigene Kosten vollständig abzubauen.

Höhere Bewertung: Die Bewertungen von Ölunternehmen lagen in den vergangenen Jahren eher niedrig. Aktuell liegt das Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2019 der Royal‐Dutch‐Shell‐Aktie allerdings bei rund 13. Diese Bewertung scheint angesichts der politischen und ökonomischen Belastungen ambitioniert.

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