Rocket Internet: Hoffnungen getrübt

Rocket Internet Hoffnungen getrübt

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Fünf Jahre nach dem Börsen­gang hat Rock­et Inter­net trotz des Auf­stiegs in den MDAX die Erwartun­gen der Anleger ent­täuscht.

Rock­et Inter­net unter­hält eine Vielzahl von Beteili­gun­gen, von denen eini­gen bere­its der Börsen­gang gelang. Dank Veräußerungs­gewin­nen kon­nte zulet­zt der Net­to­gewinn deut­lich gesteigert wer­den. Mit Immo­bilien sowie Ver­sicherungs- und Gesund­heits­di­en­stleis­tun­gen wird das Ange­bot erweit­ert. Der Auf­stieg in den MDAX brachte höhere Aufmerk­samkeit. Allerd­ings wur­den die Anleger seit dem Börsen­gang im Jahr 2014 meist ent­täuscht. Das Going-pub­lic des Online-Mod­e­händlers GFG gelang nur auf der let­zten Rille. Mit Auss­chüt­tun­gen kön­nen Anleger nicht rech­nen und die Börsen­zukun­ft ist fraglich. Schließlich sind auch die Ana­lysten nicht beson­ders opti­mistisch.

Rock­et Inter­net (WKN A12UKK)

Bre­ite Auf­stel­lung und große Ziele: Rock­et Inter­net wurde als soge­nan­nter Inter­net-Inku­ba­tor 2007 von den Brüdern Samw­er gegrün­det. Das Unternehmen hält Anteile an zahlre­ichen Unternehmen aus der Start-up-Szene. Ziel ist in der Regel ein Börsen­gang, der in der Ver­gan­gen­heit den Möbel­händlern West­wing und Home 24, den Food-Spezial­is­ten Hel­lo Fresh und Deliv­ery Hero und zulet­zt auch dem Mode-Versender GFG gelang.

Gut gefüllte Kassen: Trotz eines gerin­gen Umsatzes und weit­er­hin deut­lich neg­a­tiv­en oper­a­tiv­en Gewinns (EBIT) ver­dop­pelte sich durch Veräußerun­gen der Gewinn nach Steuern im ersten Quar­tal 2019 im Ver­gle­ich zum Vor­jahr auf 148 Mil­lio­nen Euro. Für neue Investi­tio­nen ist die Kasse bei Rock­et Inter­net bestens gefüllt. Die liq­uiden Mit­tel lagen im Früh­jahr dieses Jahres bei rund 3,1 Mil­liar­den Euro.

Rock­et Inter­net goes Old Econ­o­my: Rock­et-Chef Oliv­er Samw­er sucht ständig neue Geschäfts­felder. Aktuell beson­ders inter­es­sant ist ein Zweig der Old Econ­o­my – der boomende Berlin­er Immo­bilien­markt. Rock­et Inter­net mis­cht dort inzwis­chen mit und will kün­ftig auch Ver­sicherungs- und Gesund­heits­di­en­stleis­tun­gen anbi­eten.

Auf­stieg in den MDAX: Rock­et Inter­net ist an der Börse erwach­sen gewor­den. Schon seit 2016 befind­et sich die Aktie im Prime Stan­dard der Deutschen Börse und wurde im März 2018 auch in den MDAX aufgenom­men. Das bringt stärkere Pub­lika­tion­spflicht­en mit sich, steigert aber auch die nationale und inter­na­tionale Aufmerk­samkeit.

Rock­et Inter­net (WKN A12UKK)

Ent­täuschte Anleger: Vor rund fünf Jahren kam die Rock­et-Inter­net-Aktie zum Preis von 42,50 Euro an die Börse. Damals traut­en ihr einige Experten sog­ar langfristig den Sprung in den DAX zu. Für den MDAX hat es zwar gere­icht. Aber der Kurs der Rock­et-Inter­net-Aktie hat sich trotz der langjähri­gen Tech-Euphorie seit dem Börsen­gang nahezu hal­biert.

GFG-Börsen­gang auf der let­zten Rille: Nur mit starken Zugeständ­nis­sen kon­nte Rock­et Inter­net im Juni den defiz­itären Online-Mod­e­händler Glob­al Fash­ion Group (GFG) an die Börse brin­gen. Von den neuen Anteilen über­nah­men die alten Großak­tionäre Kin­nevik und Rock­et Inter­net rund 60 %. Rock­et Inter­net musste 50 Mil­lio­nen Euro investieren, um den Börsen­gang zu ret­ten.

Keine Auss­chüt­tun­gen und fragliche Börsen­zukun­ft: Rock­et Inter­net set­zt vor allem auf Wach­s­tum. Allerd­ings hat das Unternehmen zurzeit Mühe, inter­es­sante Beteili­gun­gen zu find­en. Mit Div­i­den­den dür­fen Aktionäre in den näch­sten Jahren nicht rech­nen. Möglich erscheint aktuell sog­ar ein Rück­zug von der Börse.

Ana­lysten skep­tisch: Die Experten beurteilen die Aus­sicht­en des Berlin­er MDAX-Konz­erns ver­hal­ten. Von sieben Ana­lysten im comdi­rect Umsatzrank­ing sehen drei die Rock­et-Inter­net-Aktie zurzeit als „Kauf“, drei optieren für „Hal­ten“. Ein­er emp­fiehlt sog­ar den „Verkauf“. Der Ana­lysten­score liegt damit bei unter­durch­schnit­tlichen 29 %.

Aktien unter­liegen Kurss­chwankun­gen; damit sind Kursver­luste möglich. Bei Wert­pa­pieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Auswahl der Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente dient auss­chließlich Infor­ma­tion­szweck­en und stellt kein Ange­bot, keine Auf­forderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzin­stru­menten dar. Sie soll lediglich Ihre selb­st­ständi­ge Anlageentschei­dung erle­ichtern und erset­zt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Der comdi­rect Ana­lysten­score berech­net sich aus der Gesamtzahl der Ana­lysten, die diese Aktie bew­erten. Die neg­a­tiv­en Ein­schätzun­gen (Verkaufen) wer­den von den pos­i­tiv­en (Kaufen) sub­trahiert, und das Ergeb­nis wird durch die Gesamtzahl aller Ein­schätzun­gen (Kaufen, Hal­ten, Verkaufen) divi­diert. Diese Zahl wird mit 100 mul­ti­pliziert, um den Prozen­twert darzustellen. Die hier dargestell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den geset­zlichen Anforderun­gen zur Gewährleis­tung der Unvor­ein­genom­men­heit ein­er Anlageempfehlung oder Anlages­trate­gieempfehlung. Die Darstel­lung gibt nicht die Mei­n­ung von comdi­rect wieder. Darüber hin­aus unter­liegen die dargestell­ten Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente keinem Ver­bot des Han­dels vor der Veröf­fentlichung von Anlage- oder Anlages­trate­gieempfehlun­gen. Stand: 21.08.2019; Quelle: comdirect.de